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Wirtschaft in Sachsen Winter 2020

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Das Entscheidermagazin der Sächsischen Zeitung

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Er und sein Team der Inkasso24 AG kümmern sich seit 20Jahren darum, dass Händler doch noch zu ihren Einnahmen kommen. Damit geprellte Unternehmen künftig schneller ihr Geld erhalten, gehen die Chemnitzer nuneinen neuen Weg. Über die Geduld mancher, die vergeblich auf ihr Geld warten, kann sich Frank Dietel nur wundern. Manch einer schreibe bis zuzwölf Mahnungen, andere gingen mit dem Problem erst nach zwei oder drei Jahren zum Inkassodienstleister. Es ist nicht allein der Konsumrausch, der ihr Eingreifen notwendig macht. „VielekönnenihreRechnungen zumBeispiel auch nicht bezahlen, weil sie arbeitslos geworden sind“, erklärt einer der beiden Vorstände und Gründer von Inkasso24. Wenn der Gläubiger plötzlich selbst Schuldenhat „Wir wollenunseren KundenLiquidität ermöglichen, damit sie weitermachen können.“ Ein anderer Grund ist der Tod des Ehepartners, der Menschen in finanzielle Schwierigkeiten bringt. Dann warten plötzlich Stromanbieter, Telefonfirmen oder Vermieterauf ihrGeld. „Seit einigen Jahren spielt das Thema Altersarmut zusätzlich eine immer größer werdende Rolle“, sagtder Experte. Rund 8.000 Verfahren pro Jahr bearbeitet das Team von Inkasso24. Über die Zeit haben sie damit fast 30Millionen Euro für ihre Kunden herausgeholt. „Die meisten sind sehr dankbar, weil sie nach Jahren gar nicht mehr mit dem Geld gerechnet haben.“ Deutschlandweit sorgen Inkassounternehmen jährlich dafür, dass fünf bis zehn Milliarden Euro ihren Wegzurück in den Wirtschaftskreislauf finden. Engagiert werden sie, wenn Menschen ihrer Frank Dietel von Inkasso24 kennt die Probleme von Gläubigern und Schuldnern gleichermaßen. Zahlungspflicht auch 30Tage nach Rechnungsversand und nach Mahnung nicht nachgekommen sind. „Vielen Säumigen ist gar nicht bewusst, dass solch ein eingeleitetes Inkassoverfahren Gebühren kostet.“ Die zahlt der Schuldner. Dasbleibtauchnacheiner Reform so, die der Bundestag jetzt beschlossen hat. Demnach sollen Schuldner zumindest bei der Gebührenhöhe entlastet werden. Zusätzlich verdienen Inkassofirmen an der Erfolgsprovision. Bei Inkasso24 sind dasdurchschnittlichfünfProzent. Die meisten Verfahren können im ersten halben Jahr abgeschlossen werden. Oft dauert es aber länger. „Gerade bei großen Beträgen wird das zu einem echten Problem für die Gläubiger“, weiß Dietel. Nicht selten kommt esvor, dass die Firmen selbst in Not geraten, durch die fehlenden Zahlungen sogar in die Insolvenz getrieben werden. Bei Inkasso24 suchtman nach einerLösung. Kurzarbeitergeldkönnte Situation noch verschärfen Foto:PR Der erste Versuch hat sich bewährt. Jetzt sollen möglichst viele der Kunden von einem neuen Angebotder Chemnitzerprofitieren. „Wir wollen für mehr Liquidität unserer Kunden sorgen“, erklärt Dietel. Die Idee: Sein Unternehmen zahlt ihnen 24 Prozent der ausstehenden Summe bereits zu Beginn des Verfahrens aus, wenn derSchuldnernochgar nicht gezahlthat. „Wir haben das inden vergangenen Monaten ausprobiert und es funktioniert gut.“ Klar ginge Inkasso24 damit ein Risiko ein undnatürlich würde jeder Fallvorher genau geprüft. „Über die Jahre haben wir aber gesehen, dass genau diese Liquidität den meisten inschwierigen Zeiten enormhelfen würde.“ Gerade fürOnlineshop-Anbieter und Verkäufer von digitalen Produkten im Internet sei der neue Serviceattraktiv,glaubter. Die könnten im nächsten Jahr noch mehr in Bedrängnis geraten. Dietel sieht ein Problem auf sie zukommen. Viele Menschen erhielten coronabedingt in den vergangenen Monaten Kurzarbeitergeld.30Prozentweniger des eigentlichen Gehalts. Für manchen sei es schwierig, damit allen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. „Ich rechne damit, dass im nächsten Jahr auch das ein häufiger Grundfür Inkassoverfahren seinwird.“ Ab in die Wolke Die Lidl-Mutter Schwarz-Gruppe entwickelt eine Cloud-Plattform, zusammen mit Cloud &Heat aus Dresden. VonNora Miethke U nzählige Studien bescheinigen deutschen Mittelständlern stets aufs neue: Sie hinken bei der Digitalisierung hinterher. Viele von ihnen würden ja gern etwa die Cloud nutzen, doch sie fürchten um ihre Daten, wenn sie die Rechenzentren der amerikanischen Marktführer Amazon Web Services, Microsoft undGooglenutzen. Die Schwarz-Gruppe, zu der unter anderem die Handelsketten Lidl und Kaufland gehören, will jetzt diese Lücke schließen ¨– und das gemeinsam mit dem Dresdner Startup Cloud &HeatTechnologies.Der Konzern entwickelt für die eigene Nutzung eine Cloud-Plattform namens StackIT, Sie soll aber auch externen Kundenoffenstehen. Die IT-Tochter Schwarz IT KG hat mit Cloud &Heat, die für energieeffiziente dezentrale Rechenzentren bekannt sind, eine enge Zusammenarbeit vereinbart, um die Cloud-Infrastruktur zu optimieren. „Wir sind sehr froh über die Kooperation und überzeugt, gemeinsam eine leistungs- und zukunftsfähige Infrastruktur auf dieBeine stellen zu können“, betont Marius Feldmann,, Chief Operating Officer bei Cloud & Heat. Eine Ausdehnung der Zusammenarbeit auf weitere Geschäftsfelder etwa bei nachhaltigen Rechenzentren ist denkbar undwird aktuell näher überprüft. Die StackIT-Plattform basiert technologisch auf der Nutzung der herstellerneutralen und offenen Software Open Stack, dem Open- Source-Standard für Cloud-Infrastrukturen. Cloud & Heat arbeitet seit 2012 mit Open Stack. Die neue Plattform soll schon imJanuar 2021 für die interne Nutzung der Schwarz-Gruppe starten. Die Vermarktung für externe Kunden ist ab Sommer 2021 geplant. Noch mehr Fahrräder aus Kesselsdorf Die Corona-Pandemie beflügelt den Absatz. Der größte Händler in Sachsen stößt anseine Grenzen und hat einen Plan. Von Annett Heyse D er Erfolg lagert ineiner unscheinbaren grauen Halle imGewerbegebiet Kesselsdorf. Ob Trekkingräder, Mountainbikes oder City Cruiser -Fahrräder haben sich inder Corona-Pandemie zum Verkehrsmittel des Jahres entwickelt. Und das weltweit. DieNachfrageist so rasant gestiegen, dass Sachsens größterHändler-Fahrrad XXL Emporon-jetzt handeln muss. Das Unternehmen möchte sein Lager in Kesselsdorf erweitern. XXL betreibt vier Läden in Dresden, Chemnitz und Halle. Sie alle werden von Kesselsdorf aus beliefert. Die Räder kommen hier teilmontiert anund werden in der Kesselsdorfer Lagerhalle verkaufsfertig zusammengebaut. Zudem wird hier einTeil desOnline-Geschäftsabgewickelt. 2017 wurde das Lager, in dem gut 15.000 Räder und allerlei Zubehör Platz haben, eröffnet. Die Corona-Pandemie bescherte der Zweiradbranche zwar ausgerechnet zum Saisonbeginn im Frühjahr zunächst geschlossene Läden. Umso Corona und der Fahrradboom: Der Fahrradhändler XXL Emporon muss sein Kesselsdorfer Lager erweitern. Foto: Karl-Ludwig Oberthuer stärker griffen damals schon viele Kunden aufdie AngeboteimInternet zurück. Als die Händler dann wieder öffnen durften, wurden sie nahezu überrannt. DerUmstieg vieler Bürger vonden öffentlichen Verkehrsmitteln aufs Rad und der pandemiebedingte Urlaub im eigenen Land kurbelte denVerkauf an. Viele Modelle sind schon seit Monaten nicht mehr lieferbar -auch, weil die Branche auf Bestellung produziert. „Wir kaufen inder Jahresmitte den gesamten Bedarf fürs kommende Jahr. Was wir nicht geordert haben, können wir auch nicht mehr nachbestellen“, erklärt der Dresdner XXL-Geschäftsführer André Hans. Umso wichtiger ist es, große Lagerkapazitäten zuhaben, um in Zeiten großer Nachfrage der Industrie möglichst große Posten abnehmen zu können. Geplant ist, direkt an das Depot an der Ecke Zschoner Ring/Sachsenallee einen gut 2.000 Quadratmeter großen Anbau zu setzen. Damit kann man rund 8.000 Räder zusätzlich einlagern. Dafür kauft XXL der Stadt Wilsdruff ein Grundstück von rund 3.300 Quadratmetern Größe ab. Zudem hat XXL einen Bauantrag beim Landratsamt eingereicht. „Wir brauchen die Erweiterung so schnell wie möglich. Der Plan ist, im April oder Mai einzuziehen“, sagt André Hans. Inzwischen ist Radfahren bis auf wenige Ausnahmen ganzjährig möglich. Deshalb merken die Radhändler nicht viel vom Saisonende. Zwar flaut der Kundenstrom etwas ab. Hans: „Aber wir hatten selbst imOktober und November eine deutlich höhere Nachfrage nach Rädern als in den vergangenenJahren.“

ANZEIGE Deutsch-Polnische Partnerschaft aus eigenem Antrieb Neues Firmengebäude der Novus air GmbH Anfang September 2020 bezog der sächsische Anbieter von industriellen Absaug- und Filteranlagen, die Novus air GmbH, ein neues Firmengebäude in Coswig.Diese Investition in die Zukunft, die vonsteigenden Aufträgen in den letzten Jahren getrieben wurde, begann im Sommer 2019 und wurde nach gut einem Jahr Bauzeit erfolgreich abgeschlossen. Mitdem Umzug aus Weinböhla nach Coswig vergrößerte Novus seine Fertigungsfläche von rund 500 m² auf 1.150 m². Die Bürofläche wuchs ebenfalls von80m²auf ca. 450 m². Ein weiterer Faktor zur Expansion war die Erweiterung des Liefer- und Produktspektrums –unter anderem wurde parallel zur Eröffnung des neuen Firmensitzes eine neue Produktreihe vorgestellt. Pünktlich zum 20. Firmenjubiläum konnte das Unternehmen so einen weiteren Meilenstein in seiner Entwicklung verbuchen. Novus hat sich in den letzten beiden Dekaden zu einem international renommierten Anbieter von Lösungen zur Luftreinhaltung vorallem bei metallbearbeitenden Unternehmen entwickelt. „Unsere Absauganlagen beseitigen gesundheitsschädliche Emissionen wie Schweißrauch, Laserrauch, Ölnebel oder Stäube, die bei Bearbeitungs-, Füge- und Trennprozessen in unterschiedlichsten Industriebranchen eingesetzt werden. Sie sorgen nicht nur für den gesetzlich geregelten Mitarbeiterschutz, sondern bewahren auch Fertigungsequipment und Produkte vor dem schädlichen Einflussluftgetragener Schadstoffe“, erklärt Jani Mäkelä, Geschäftsführer der Novus air GmbH. Das Unternehmen bietet –imGegensatz zu vielen seiner Marktbegleiter –die temporäre Bereitstellung von Absauganlagen als Leihgeschäft an. Vorrangig wird dieser Service bei den Filtertürmen der Marke Novus Airtower zur Schweißrauch- oder Laserrauchabsaugung in Anspruch genommen. Diese Politik hat sich bewährt, da Kunden somit eine Kaufentscheidung erst nach einem ausführlichen Testbetrieb der Systeme treffen können. „Bislang wurden ca. 99% der Testgeräte nach der Ausleihphase auch gekauft“, sagt Jani Mäkelä nicht ohne Stolz. „Dabei können wir mit unserem umfangreichen Vertriebs- und Servicenetzwerk die lokale Nähe zum Kunden sicherstellen und auch den entsprechenden Support in kürzester Zeit leisten.“ Die Novus air GmbH ist auch ein gern gesehener Kooperationspartner für Firmen und Institutionen in Sachsen. Unter anderem bestehen gemeinsame Projekte mit der Technischen Universität Dresden oder dem Fraunhofer-ILK-Institut. Diese Kollaborationen gehen aber auch über die Grenzen Sachsens und Deutschlands hinaus. Im Sommer 2020 lieferte Novus ein System der Produktreihe NOVUS Airline 4P zur Schweiß- und Laserrauchabsaugung in der Metallbearbeitung an die polnische Firma SLAB sp.zo.o.Diese setzt die Filteranlage beim Laserschneiden von Stahlblechen ein. Das System bietet höchste Standards –auch beim Umwelt- und Gesundheitsschutz. SLAB befasst sich mit der Stahlbearbeitung von Miniaturabmessungen bis zu großformatigen Produktionen. Unter anderem stellt das Unternehmen mit Sitz im grenznahen Luban Präzisionselemente aus Edelstahl her, aus denen beispielsweise Designer-Kronleuchter hergestellt werden, die sich weltweit in teuren Hotels, Palästen und sogar Luxus-Passagierschiffen wiederfinden, oder größere Stahlkonstruktionen wie Container. Novus-Geschäftsführer Jani Mäkelä vordem Filterturm NOVUS Airtower „Wir fertigen auch für die Automotive-Industrie als Lieferant von lasergeschnittenen Teilen und Einzelbestellungen für personalisierte Anforderungen“, sagt Tomasz Słowik, Geschäftsführer des polnischen Unternehmens. „SLAB hat einen modernen Maschinenpark vor Ort, der mit Laseranlagen, Abkantpressen, Rohrbiegemaschinen beginnt und mit der Schweißerei endet. In diesem Jahr beginnen wir mit dem Bau einer neuen Produktionshalle,inder wir unsere Dienstleistungen durch Pulverbeschichtung erweitern wollen.“ Somit kann die Firma eine weitreichende Produktion an einem Ort anbieten. SLAB ist ein junges und sich dynamisch entwickelndes Unternehmen mit modernem Maschinenpark und motivierten Mitarbeitern. Die Entfernung vonder GrenzezuDeutschland (20 km) und der Tschechischen Republik (20 km) macht die Firma zu einem attraktiven Subunternehmer. Herr Tomasz Słowik hat seine langjährige Erfahrung durch die Zusammenarbeit hauptsächlich mit deutschen Unternehmen gesammelt. Diese Erfahrung ermöglichte es ihm, die Anforderungen und die Art der Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen zu verstehen. „All dies macht das polnische Unternehmen SLAB zu einem äußerst interessanten Partner für das benachbarte Deutschland und die Tschechische Republik,“ schließt Tomasz Słowik ab. Bei der Novus air GmbH schätzt man die Fertigungsqualität und schnellen Lieferzeiten seitens SLAB. So bezieht die sächsische Firma bereits seit einigen Monaten Blechteile für ihreAbsauganlagen vompolnischen Unternehmen. Eine erfolgreiche grenzüberschreitende Kollaboration mit Zukunft. SLAB-Geschäftsführer Tomasz Słowik in der Fertigung vorder Laserschneidanlage Einsatz der AbsauganlageNOVUS Airline zurLuftreinhaltung beim Laserschneiden Novus air GmbH Zur alten Elektrowärme 9|D-01689 Weinböhla Industriegebiet Neusörnewitz/Coswig Tel.:+49 (0) 35243 -47990|Fax: +49 (0) 35243 -479911 E-Mail:info@novusair.com SLAB sp. zo.o. Gazowa 4|PL-59-800 Lubań Telefon: +48 75 616 13 44 E-Mail: biuro@slab.pl

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