Aufrufe
vor 6 Monaten

Wirtschaft in Sachsen Winter 2020

  • Text
  • Sachsen
  • Menschen
  • Arbeit
  • Inder
  • Dresdner
  • Zeit
  • Wirtschaft
  • Mitarbeiter
  • Sachsen
  • Unternehmen
  • Dresden
Das Entscheidermagazin der Sächsischen Zeitung

DIE MUTMACHERIN DIE

DIE MUTMACHERIN DIE INFLUENCER DIE METALLDETEKTORIN DER IMPULSGEBER MITTEL- SACHSEN DER ÜBERFLIEGER DERUNTERWASSERFORSCHER Mein Platz zum Wachsen. DER VIRTUALIST DER RESSOURCENRETTER DIE WELTMEISTERIN DER BIERVERSTEHER DER MACHER Mittelsachsens junge Wilde Eine junge Professorin, die Frauen Mut macht, ein Unternehmen zugründen. Zwei Influencer, die Firmen helfen,ihreReichweiteauf Instagramzupushen.Ein studierter Sozialpädagoge, derkomplexe Zusammenhänge in virtuellen Welten greifbar macht. DerMann, derdie Digitalwährung Ethereum mit begründete und heutefürsSiliconValleyvon Mittweida ausdie Zukunft derBlockchaingestaltet. Was haben diese „jungen Wilden“ aus der Wirtschaftsregion Mittelsachsen mit Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz gemeinsam? Sie alle haben einen besonderen Bezug zueiner der zwei mittelsächsischen Hochschulen in Freiberg und Mittweida und bringendie Wirtschaft im Landkreis derNachhaltigkeit nachvorn. Mehr über Mittelsachsens motivierte Macher lesen Sie in unseren Platz-zum-Wachsen-Geschichten unter www.wirtschaft-in-mittelsachsen.de oder in derdruckfrischen Broschüre, diewir Ihnengern persönlich zusenden. www.wirtschaft-in-mittelsachsen.de

● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● 33 ● ● ● ● ● ● ● WIRTSCHAFT INSACHSEN | GESCHÄFTE &MÄRKTE Die Krise nutzen Die Corona-Situation eröffnet Unternehmen die große Chance, ihre Marke nachhaltig zu stärken. Worauf es dabei ankommt und wie Unternehmensmarken gerade jetzt Haltung zeigen können, erklären drei Kommunikationsprofis aus Dresden und Leipzig. Steffen Jecke (r.), Geschäftsführer der Leipziger Digitalagentur Projecter und seine Kollegen Ralf Kollosche und Katja von der Burg, raten Firmen von übereilten Abverkäufen inder Krise ab. Foto: PR Ulrike Lerchl, Geschäftsführerin der Kommunikationsagentur Oberüber Karger in Dresden, sieht jetzt die Chance, sich der Markenwerte des eigenen Unternehmens zu besinnen. Foto:PR/Thomas Schlorke E Die Digitelexperten ine gut entwickelte Unternehmensmarke zur Bewältigung der Corona-Folgen ist essentiell. Eine starke Marke verschafft Zeit dabei, notwendige Transformationsprozesse anzustoßen. Sie kann die Digitalisierung nicht ersetzen, aber maßgeblich fördern. Häufig lassen sich Unternehmen in Krisenzeiten zu abverkaufsorientierten Maßnahmen treiben. Das Gegenteil sollte für langfristigen Erfolg der Fall sein. Darüber hinaus darf die Strahlkraft der Marke nach Innen nicht unterschätzt werden. Sie bietet den Mitarbeitenden Halt undOrientierung. Marken können in Corona-Zeiten durchaus Haltung zeigen, aber auf jeden Fall nicht mit „Wir sind für euch da.“-Statements. Dessen Übersetzung ist „Bitte kauft weiter bei uns, damit wir überleben können.“ Marken punkten mit den gleichen Haltungsattributen, die vorher schon entscheidend waren: Offenheit, Selbstreflexion und Handlungen statt hohler Phrasen. Haltung darf nie primär als Marketingvehikel missbraucht werden. Sie entsteht in der Unternehmenskultur und muss vom Produkt über Service und Kommunikation gelebt werden Steigern lässt sich die Markentreue durch Zuverlässigkeit und Sicherheit, die an Bedeutung gewonnen haben. Das fängt beim Werbeversprechen an und geht über Nutzer- und Nutzerinnenfreundlichkeit und Logistik bis hin zu After-Sales-Service undDatensparsamkeit. Wie sich Markentreuestärken lässt In einer Post-Corona-Welt werden viele Menschen bewusst die Ablenkung und Unterhaltung suchen. Marken, die sich daran flexibel anpassen können, profitieren. Marken, die im Niemandsland zwischen günstigsten Preis und bester Leistung festhängen, werden es noch schwerer haben Kunden und Kundinnen zubinden. Entweder ist die wirtschaftliche Lage der eigenen Kunden angespannt, sodass eine Bindung über den (empfunden) niedrigsten Preis erfolgt oder das Qualitätsbewusstsein wurde weiter geschärft. Welcher Ausschlag stärker zuspüren ist, hängt von der Situation innerhalbder eigenen Zielgruppe ab. SteffenJecke,ProjecterinLeipzig Die Markenversteherin ine gut entwickelte Marke zu haben –oder sich auf die eigenen Markenwerte zu besinnen – E vielmehr: zusein –heißt, die eigenen Stärken und sogestärkt aus der Krise gehen. Unternehmen genau zukennen, ebenso Zielgruppen und Ziele, unddamit dieChancen auf demMarkt. Sich intensiv mit diesen Fragen und mit der eigenen Marke beschäftigt zuhaben, ist in einer Krise ein großer Vorteil. Sokann sich eine Unternehmensmarke, wenn die Zeiten herausfordernder werden, ganz auf den eigenen Markenkern konzentrieren und muss nicht erst überlegen, was genau das Unternehmen eigentlich im Inneren zusammenhält und erfolgreich macht –worin der Wert der Marke eigentlich liegt. Ein weiterer Vorteil ist, dass auch alle Mitarbeiter*innen bei einer starken Marke jederzeit wissen, wofürsie sich engagieren undwas sieberuflich miteinander verbindet. Eine gut entwickelte Unternehmensmarke sorgt damit für eine höhereWiderstandskraftinKrisen. EineKrise wie die aktuelle Pandemie kann für die Markenentwicklung auch eine Chance sein: Wersich noch nicht mit seiner Marke auseinandergesetzt in Sachsen haben für solche Markenprozes- se sogar Anspruchauf Fördermittel. Wir bewältigen diese Pandemie nur: gemeinsam. Auch Marken können sich solidarisch zeigen –ihren Mitarbeitenden gegenüber sowie mit Kunden und Partnern. Das geht zum einen über kleine Aufmerksamkeiten, wie den Mund-Nase- Schutz mit Markenbotschaft. Vor allem gilt es aber, einander entgegenzukommen und die Gesundheit zu schützen. Was Marken darüber hinaus tun können, hängt von den jeweiligen Markenwerten ab und kann kreativ ausgelebt werden. Wann, wenn nicht jetzt? Wir selbst als Marke “Oberüber Karger„ unterstützen auch 2020 weiterhin soziale Projekte, weil esuns wichtig ist, dass alle Menschen auch inschwierigen Zeitenschöne Momenteerleben. Wann immer Unternehmen sich selbst und ihren Markenwerten treu sind, sorgt das für eine Verbundenheit auf dem Markt –und steigert die hat, kann die Zeit jetzt dafür nutzen, Markentreue. . UlrikeLerchl,Oberüber Karger E ine gut entwickelte Unternehmensmarke wirkt in Krisenzeiten in zwei Dimension: sie ist zum einen für die Kunden und zum anderen für die Mitarbeiter relevant. Eine gute Unternehmenskultur hilft, dass sich Menschen weiter zugehörig fühlen. Ich hörevon vielen Unternehmen,deren Mitarbeiter seit März imHomeoffice sind, dass ihnen der Kontakt zu den Kollegen fehlt. Eine gute Marke hateigene Rituale etabliert undstiftet Identifikation.Das impliziert gleichzeitig das Thema der starken Arbeitgebermarke, dem Employer Branding. Unternehmen, die sich als attraktive Arbeitgeber positionieren haben es in einer Krise leichter, weil sie es ihren Mitarbeitern leichter machen. Für die zweite Dimension, der Relevanz für die Kunden, sehe ich bei den Konsumgütermarken ein größeres Bewusstsein: Immer mehr Menschenhinterfragensich, wassie eigentlich konsumieren undobdieseDingegut für siesind. Marken, die eine Haltung haben und deren Werte nichtnur als Plakat an derWandhängen, sondern dieimAlltag wahrnehmbarsind, habenesinder Kri- Der Kreativspezialist senbewältigung leichter. Denn eine Marke mit Haltung hat auch eine Haltung inder Pandemie. Dieser innere Antrieb ist es, mit dem Marken und Unternehmen auch inder Krise etwas Neues entwickeln, um sie zu bewerkstelligen. Ronny Ulrich, Geschäftsführer der Dresdner Agentur Cromatics denkt gern um die Ecke, will neue Wege gehen, auch gerade jetzt. Foto: Privat Hinterfragen wir Marken in Coronazeiten stärker? Es gibt Marken, die diese Frage für sich mit ‚ja‘ beantworten können, dann ihren sie ihren Beitrag einbringen. Eine Marke sollte da, wo das Bewusstsein für ein Miteinander fehlt, kommunizieren. Ich rate jedoch davon ab, um jeden Preis Stellung zubeziehen, denn das kann schnell opportunistisch und marktschreierisch wirken. Ist eine Marke hingegen authentisch und hat etwas Relevantes beizutragen, darf undsollte sie auch Haltungzeigen. Auch beider Markentreue gilt dasgleichePrinzip der Relevanz. Hinzukommt, dass die Krise automatisch neue Bedürfnisse entstehen lässt: Dürfen wir nicht mehr reisen und wollen dennoch in die Natur, boomt derAbsatz von Fahrrädern.Bauen Marken ihre digitalen Angebote weiter aus, werden auch sie punkten, solange diesezum Markenkernpassen. Gerade in Zeiten von geschlossenen Schulen freuen sich Eltern über jede gewonnene Minute Me-time. Auch hier kann Marke punkten: Entwickeln Mosaik oder Nudossi Angebote, dievon Kindern konsumiert werden, um sie zu beschäftigen und passen die Formate zurMarke,sagen Eltern gerne„danke“. Gelingt es einer Marke, sich inihre Kunden hineinzudenken, weil der Zugang zum Kunden bereits besteht, dann sage ich: machen!“ Ronny Ulrich,Cromatics

Sächsische Zeitung und Sächsische.de

Unsere Partner