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Wirtschaft in Sachsen Winter 2020

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Das Entscheidermagazin der Sächsischen Zeitung

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Er ist mit bis zu370 Millionen Euro ausgestattet und wesentlicher Baustein des im Juni beschlossenen Impulsprogramms „Sachsen startet durch“. „Kredite und Zuschüsse waren ein schneller Anker zu Beginn der Krise. Jetzt kommt esdarauf an, Beschäftigung langfristig zusichern“, so Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig. Es gelte auch, die in den vergangenen Jahren geschaffenen Arbeitsplätze zu erhalten. Der Stabilisierungsfonds richtet sich an produzierende Unternehmen und an sogenannte produktionsnahe oder technologieorientierte Dienstleister in Sachsen. Er stellt Eigenkapital und eigenkapitalähnliche Mittel zunächst bis 800.000 Euro bereit. Darüber hinausgehende Beteiligungen bis maximal 2,4 Millionen Euro werde der Fonds ausreichen, wenn Deutschland die Genehmigung der EU-Kommission für höhere Eigenkapitalhilfen ineine eigene Bundesrahmenregelung übernommen hat,heißtes ausdem Ministerium. ● ● Foto: imago images ● ● ● ● ? Kiwigrid soll die führende Plattform für die dezentrale Energiewirtschaft werden.Was heißt das? Wir bauen ein System auf, mit dem sich eine enorme Menge an erneuerbarer Energie monitoren, steuern und verwalten lässt und das dezentral. Schon heute werden über unsere Plattform 150.000 Geräte gesteuert. ? Was bedeutet das für den Verbraucher? Vier Geräteklassen müssen miteinander vernetzt werden: Fotovoltaik und Batteriespeicher, Ladesäulen und Elektromobilität, Wärmepumpen und Elektrostäbe sowie Stromzähler bzw. das Stromnetz. Millionen Geräte sollen eine Einheit bilden wie ein transaktionales Kraftwerk, gesteuert durch Software, damit Strom hochsicher inEchtzeit und international über Ländergrenzen hinweg zur Verfügung gestellt werden kann. Wir glauben bei Kiwigrid sehr stark an das, was der Weltklimarat vergangenes Jahr veröffentlicht hat –dass wir noch genau zehn Jahre haben bis 2030, um die gefährdende Temperaturerhöhung um1,5 Grad Celsius aufzuhalten. Dazu wollen wir für unsere Kinder einen Beitrag leisten. ? Was kann Kiwigrid konkret leisten, umdie Erderwärmung zu begrenzen? Unser Ziel ist, bis 2030 eine Energieversorgung zuhundert Prozent mit erneuerbaren Energien zuerreichen. Kiwigrid erleichtert die Installation von entsprechenden Anlagen und wartet sie, also gibt Bescheid, wenn etwas kaputt ist oder ausgetauscht werden muss.Weiterhin simulieren wir, das heißt, wir können den Kunden und Kundinnen sagen, zu welcher PV-Anlage welches Elektroauto oderwelcherBatteriespeicher passt und obsie damit eine Wärmepumpe abdecken können. Der letzte Punkt ist die Steuerung. Wir regeln durch gezieltes Ein- und Ausschalten den Verbrauch und die Erzeugung von Strom und können so helfen, die Schwankungen bei den erneuerbaren Energien auszugleichen. ? „Wir braucheneine Vereinfachung der Installationsvorschriften und eine klare Integration in die Energiewirtschaft durchDigitalisierung.“ Spüren Sie, dass die Elektromobilität auf dem Vormarsch ist? Der Zug fährt immer schneller. Wir kommen heraus aus dieser Kleinteiligkeit, hier mal drei Ladesäulen, dort mal eine Station, hin zu umfangreichen Installationen, weil die großen Automobilkonzerne wie Volkswagen eine Reihe von Elektromodellen angekündigt haben. Auch international gibt es mehr Anfragen, wo unser System in größere Anlagen eingebunden werden soll. Aber dieser Zug ist auch erst vor 14Monaten losgefahren. Vieles hängt mit der Entscheidung von VW zusammen, den ID.3 und den ID.4 zubauen. Das war das Signal fürden Markt:Jetzt geht es in dieMasse. ? Warum ist Dresden ein guter Standort, um Ihre Visionen umzusetzen? Da gibt es mehrere Aspekte. Zuerst ist hier das Tüftler-Know-how vorhanden. Sachsen war immer ein Erfinder- und Entdeckerland. Da helfen uns die Kümmere-dich-selbst-Mentalität und vorhandenesWisseninInformatikund Elektrotechnik, umsoeine Plattform zu bauen. Hinzu kommt die universitäre Landschaft. Viele meiner Kollegen kommen von der TUDresden oder der HTW. Wir finden auch die Idee des Landes, in der Lausitz, als Energieregion, eine Universität mit Querschnittsfächern wie Energietechnik und Informatik zugründen, hervorragend. Und grundsätzlich gibt es in der Bevölkerung eine hohe Affinität zu Energie wie auch zumAutomobil. ? Gilt diese Affinitätauchfür die erneuerbaren Energien? Ja, ich stelle zumindest ein erhöhtes Interesse anPV-Anlagen, Speichern oder auch Ladeinfrastruktur fest. Mich erreichen viele Anfragen nach dem Motto, ich würde gern Energiewende betreiben, aber ich weiß noch nicht wie. ? Wie kann das Land Menschen bei ihrer privaten Energiewende unterstützen? Man müsste die Installation genehmigungstechnisch entkomplizieren und denMenschen mehr Freiheit in ihrem eigenen Zuhause geben. Die Anmelde- und Beantragungsprozeduren für jede PV-Anlage, Wärmepumpe und Ladesäule sind gewaltig. DieseBürokratiemussabgebaut werden. Zum Zweiten müsste man bei der Digitalisierung der Energiewende, also derIntegrationder erneuerbarenEnergien, zehn Stufen hochschalten. Seit zehn Jahren diskutieren wir über Smart Meter Gateways, also intelligente Stromzähler. Doch wir haben eine verschwindend geringe Anzahl im Feldund dasmit einer für Konsumenten völlig unattraktiven Funktionalität. Erneuerbare Energien müssen nicht länger subventioniert werden, meiner Meinung nach sind sie marktfähig. Wir brauchen eine Vereinfachung der Installationsvorschriften und eine klare Integration indie EnergiewirtschaftdurchDigitalisierung. ? Stichwort Mitarbeiter. Finden Sie ausreichend Mitarbeiter auf dem sächsischen Arbeitsmarkt? Momentan sind wir 160 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und wollen unsere Teams moderat aufbauen. Inder Konkurrenz mit anderen Softwareunternehmen hilft uns, dass wir nachhaltig arbeiten, das heißt mit unseren Produkten zur Verbreitung erneuerbarer Energien beitragen, damit Nachhaltigkeit in unseren Alltag einkehrt. Wenn ich meine Energie selbst erzeuge und damit heize und Auto fahre, trage ich signifikant zur Verringerung meines CO2-Haushalts bei. ? Reicht das aus, um TU-Absolventen zugewinnen, damit sie nicht alle anfangen, bei Großkonzernen zu arbeiten? Die Konkurrenz umdie Köpfe mit den Großen ist nach wie vor eine Herausforderung. Dies betrifft nicht nur Absolventen, sondern speziell auch erfahrene Softwareentwickler. Obwohl durch die aktuellen Diskussionen um Dieselgate oder das Ende der Kohleverstromung auch das Image der Großen gelitten hat. Unabhängig davon, obunsere Kollegen und Kolleginnen imHomeoffice arbeiten oder nicht, können sie ihre Arbeitszeit flexibel selbst einteilen. Diese Mischung aus Individualität und Flexibilität ineinem nachhaltigen Fach mit modernsten Technologien ist das, was sie von unserwarten können. ? Was kann die Politik tun, damit Cleantech-Unternehmen wie Kiwigrid in Sachsen schneller wachsen können? Neben dem schon erwähnten Aufbrechen der Installationsblockaden und einer schnellerenDigitalisierungkommt es vor allem auf ein klares Bekenntnis der Landesregierung zuerneuerbaren Energien an, einschließlich der damitverbundenen Digitalisierung der Energiewirtschaft. Entsprechende Forschungsprojekte undneueProduktemüssten stärker gefördert werden.Innovative Unternehmen sollten nicht nur von ihren Investoren finanziell unterstützt werden, sondern auch durch lokale staatliche Institutionen, um Innovationen zumLaufen zu bekommen. Spannend fände ich dabei einen Austausch mit unseren sächsischen Nachbarländern Tschechien und Polen, mit denen wir die Softwareentwicklung und die schon entstandenen Technologien gutaustauschenkönnten. ? Kiwigrid wird nächstes Jahr 10 Jahre alt. Was soll das Unternehmenbis dahinerreichthaben? Wir wollen im kommenden Jahr unsere neue Produktgeneration in den Markt bringen, uns damit in Richtung Skalierbarkeit ein riesiges Stück nach vorn bewegen. Und wir wollen unser Team und unser Netzwerk stärken. Es soll einfach Freude machen, ein oder eine Kiwi zu sein und gemeinsam die Energiewende zu gestalten. DasGesprächführte Nora Miethke. Carsten Bether stammt aus der Lausitz, studierte an der TUDresden und war Softwareberater und Innovationsmanager. Foto: Kiwigrid ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Forschung soll Regionen stärken Zwei neue Großforschungszentren sollen in den nächsten beiden Jahren in den Kohleregionen Lausitz und Mitteldeutsches Revier in Sachsen entstehen. Das Bundesforschungsministerium und der Freistaat haben jetzt einen Wettbewerb für die inhaltliche Ausrichtung und den Aufbau der Zentren gestartet. Allein durch die Zentren sollen insgesamt bis zu 3.000 neue Arbeitsplätze in den beiden Regionen geschaffen werden. Zusätzlich erhofft man sich eine Stärkung der strukturschwächeren Regionen, etwa durch die Ansiedlung von Start-ups, die vonden Forschungszentren profitieren können. Im Rahmen des Strukturstärkungsgesetzes für die Kohleregionen stellen Bund und Freistaat pro Zentrum langfristig jährlich bis zu 170 Millionen Euro zurVerfügung. Kamenzinvestiert in Landeplatz Der Kamenzer Verkehrslandeplatz soll Praxisortfür die Forschung zum autonomen elektrischen Fliegen werden. An dem eigens dafür gegründeten Kompetenzzentrum beteiligen sich die TU Dresden und das Fraunhofer-Institut. Die Stadt Kamenz will nun gemeinsam mit dem Landkreis als weiterem Gesellschafter die Voraussetzungen für weitere Investitionen schaffen. Etwa 700.000 Euro, inklusive Fördermittel, plant die Stadt für den ersten Erschließungsschritt ein. Der soll in den kommenden zwei/drei Jahren konkret werden. So sind Medien wie Strom, Wasser, Abwasser zuverlegen und Rollbahnen zu bauen. Derzeit sind laut Stadt neun Unternehmen mit 60 Beschäftigten auf dem Flugplatz angesiedelt, 16.000 Starts und Landungen verzeichnet der FlugplatzetwaimJahr. ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ●

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