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Wirtschaft in Sachsen Winter 2020

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Motivierend, mitreißend, modern: DieVorträge der ERFOLGSMACHER sind der Veranstaltungstipp füralle, die beruflich undprivat weiterkommen möchten. Nach dem überwältigenden Erfolg der ersten Vortragsreihe in 2018/2019 konnten dieERFOLGSMACHER 2020 bisher noch mehr Teilnehmer begeistern! Insgesamt besuchten seit Beginn mehr als 6.000 Teilnehmer die Vortragsreihe. Dank dergroßzügigenPlatzverhältnisse im Veranstaltungsort Ostra-Dome nahe des Dresdner Messegeländes konnte auf die aktuelle Situation flexibel eingegangen und ein Hygienekonzept erstellt werden, das denTeilnehmern einen Besuch mit genügend Abstand ermöglichte. Acht Abende voller Impulse Trotz Corona soll die Erfolgsgeschichte daher weitergehen: WIRTSCHAFT in Sachsen holt ab April 2021 zum dritten Mal Deutschlands Top-Speaker nach Dresden, in Zusammenarbeit mit der Veranstaltungsagentur SPRECHER- HAUS®. Mit einem Mix aus Wissen und Unterhaltung, immer unter dem Motto der Persönlichkeitsentwicklung, bieten die Referenten Wissensimpulse für jedenErfolgsorientieren, derseine Potenziale insich wecken möchte, ganz nach demMotto: „Wissen, was weiterbringt“. Die acht Vortragsabende sind als Hybridveranstaltungen geplant: Neben Präsenztickets wird es auch Tickets für Top-Stimmung bei Teilnehmern, Referenten und Veranstaltern: Mentaltrainer Thomas Baschab (rechts) und Projektkoordinator Eric Pflug beimVortragsabend im März2020 im Ostra-Dome, noch vor Inkrafttreten derAbstandsregeln. Foto: Tobias Rötsch einen Livestream des Events geben. So können auch unabhängig von den Corona-Auflagen Chefs, Mitarbeiter und ganze Teams neue Impulse für die beruflicheZusammenarbeiterhalten.Und: 2021 werden alle Vorträge auch per Livestream übertragen. Die ERFOLGSMACHER können noch mehr! Sponsoren und Partner profitieren ein Jahr lang von einer starken Medienpräsenz in ganz Sachsen. „Wir binden unsere Unterstützer mit ihren Logos auf allen Werbemitteln in der Veranstaltungskommunikation ein, und das crossmedial in allen Produkten der Sächsischen Zeitung und von WIRT- SCHAFTinSachsen –vom Programmflyer,über Anzeigen bis hin zumOnline-Ticketshop und Social Media“, erläutert Projektkoordinator Eric Pflugvom OrganisationsteamDDV Event.„Zudem können sich unsere Partner an den Veranstaltungsabenden auch vor Ort präsentieren –bspw. mit einem Promotionstand, auf unseren digitalen Media Screens oder mit einem Einspieler auf der großen Leinwand. Sokönnen sie neue Kunden erreichen und Kontakte zu Entscheidungsträgern knüpfen“ Kontakt: pflug.eric@ddv-mediengruppe.de GEPLANTE SPEAKER UND THEMEN 2021 Lassen Sie sich in acht Vorträgen begeistern : Sabine Hübner: Die Macht der Empathie –Wer mitfühlt,gewinnt. Dr. Henning Beck: Lernst du nochoderverstehst du schon? Der Weg desWissensins Gehirn. Patric Heizmann: Meine Gesundheit –mein Kapital! Wissensbuffet mitNährwert. Alexander Groth: Bewusste Wahrnehmung –dieEigenverantwortung Ihrer Emotionszustände. StefanVerra: Körpersprache –Ihr Körper spricht immer, auch wenn Sienichts sagen. Dr.Marco Freiherrvon Münchhausen: Prinzipien effektiver Selbstmotivation –sozähmen Sie Ihren inneren Schweinehund. Claudia Kleinert: Unschlagbar positiv –die Charisma-Formel. Dr. Martin Morgenstern: Gelassen gewinnen –sobeherrschen Sie jeden Stress! Der Vorverkauf startet im Januar 2021. Aktuelle Infos zu Terminen, Veranstaltungsort und Online-Übertragungen gibt es unter www.wirtschaft-in-sachsen.de/ veranstaltungen Das Spektrum der ERFOLGSMACHER ist vielseitig, wieder Rückblick aufdie Vorträge 2020 zeigt: Stimme, Mimik, mentale Kraft: Potenziale nutzen Schlagfertiger werden, andere besser verstehen, sich mutiger Entscheidungen zu stellen und sie zutreffen –das ist nur ein kleiner Auszug aus dem großen Spektrum der ERFOLGSMACHER- Abende2020: Jörg Löhr widmete sich beispielsweise dem „Erfolgsfaktor Persönlichkeit“ und sprach über Erfolg und Motivation in Zeiten der Veränderung. Die Veranstaltung fand bereits im Januar statt und wohl kaum einer hätte damals gedacht, wie groß die Veränderungen in diesem Jahr sein würden. Jörg Löhr verdeutlichte, wie entscheidend Motivation für gute und engagierte Mitarbeiter ist, für ein kompetentes Team voller Selbstverantwortung, Inspiration und Begeisterungsfähigkeit –gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Peter Brandl Eric Standop Foto:MichaelSchmidt (MS) Foto: DDV Media Thomas Baschab Christian Lindemann Foto: MS Dr. Monika Hein Foto:Tobias Rötzsch JörgLöhr Foto: DDV Media/Eric Pflug Foto: MichaelWernitz EricStandop ist Experte imGesichtlesen. „Das Gesicht ist ein Buch, an demwir ein Leben lang schreiben“, war einer der Kernsätze seines VortragsimFebruar. Ob physische Beschwerden,Stärken und Schwächen – all das kann man im Gesicht erkennen, wenn maneszulesen weiß. Thomas Baschab ist Mentaltrainer und Experte für Leistungsoptimierung undPotenzialausschöpfung. Er erläuterte im März, wie man durch mentale Zielprogrammierung persönliche Grenzen überwinden kann und so Ziele erreichen kann, die bislang unerreichbar schienen. Ein begeisternder Abend im mit 450 Zuhörern gefüllten Ostra-Dome – die letzte Veranstaltung vor Inkraft-Treten der Corona-Auflagen. Dr. Monika Hein ist Doktorin der Phonetik und Stimmtrainerin. Mit ihren wissenschaftlich fundierten Erläuterungen und Tippskonnten dieTeilnehmer im September erfahren, wie sie ihre eigene Stimme ideal einsetzen, ob am Telefon, imMeeting oder beiPräsentationen. Christian Lindemann tritt als „König der Taschendiebe“ weltweit in den Manegen des berühmten Cirque du Soleil auf – und muss sich dabei jedes Mal auf ein neues Publikum einstellen. „Schlagfertigkeit –souverän kontern“ lautete daherdas Motto seines Vortrags, in dem erunter anderem einige rhetorische Kniffeerläuterte. Peter Brandl ist Berufspilot, Unternehmer undAutor. Im Vortrag „Die Kunst, schwere Entscheidungen zu treffen“ fragte er,warum viele Menschen ihre Ziele aus den Augen verlieren. Seine Lösung: mehrKlarheit und Orientierung mit der Strategie der Berufspiloten aus derNavigation.

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Zum Beispiel wenn jemand eine Freundin aus Eritrea hat, dann zieht er mit ihr lieber nach Frankfurt am Main.“ Fluktuation unter den Mitarbeitern gibt esalso auch trotz leidenschaftlicher Berufsausübung. Erklärt der Minister, dass das Vergabegesetz geändert werden solle, um soziale und ökologische Standards hochzuschreiben, unterstützt ihn Pfennig: „Das klingt gut.“ Um zuergänzen. „Die Frage ist nur, wie es umzusetzen ist.“ Auch Arbeitsschutz müsse „wirtschaftlich darstellbar sein.“ Wer jetzt denkt, David Pfennig sei einer dieser Klischee-Geschäftsführer, die bei jeder geplanten Veränderung, die nicht ausschließlich die Gewinnmaximierung in den Mittelpunkt stellt, den wirtschaftlichen Untergang des Abendlandes prophezeien, der irrt. Mindestlohn? „Da bin ich ein absoluter Befürworter!“ Allerdings sollte der so gestaffelt sein, durchaus auch nach unten, dass ein Unterschied zwischen Bauhilfstätigkeiten und qualifizierten Arbeiten auch noch erkennbar sei. Klimaschutz? Seit 2018 stellt die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Firmensitzes und ein Energiespeicher 63 Prozent des Energiebedarfs von Pfennig Bau sicher –im Sommer erzeugt die Firma drei Monate lang nahezu 100 Prozent derStromversorgungselbst. Eigene Aus- undWeiterbildung Arbeitsschutz? Ein Mitarbeiter meldet sich beim Ministerbesuch zu diesem Thema zu Wort und sagt: „Ich denke, wenn manfür etwas brennt, dann passierendie wenigsten Arbeitsunfälle.“ Doch David Pfennig wehrt ab: „Ich glaube nicht, dass wir vorbildhaft mit Arbeitsschutz umgehen, sondern wir versuchen zu machen, was möglich ist. Aber esist geradezu unmöglich, alle Vorschriften einzuhalten.“ Die erste Corona-Welle habe ihn extrem belastet, trotz eigens angeschaffter Belüftungsanlage, drei zusätzlich gekauften Fahrzeugen, umdie Schichten zu trennen, mehr sei nicht möglich –aber obes reiche? Vor allem sein engagiertes und zuverlässiges Team lasse ihn hoffen, sowohl die Mitarbeiter zu schützen, als auch die zweite Welle wirtschaftlich gut zu überstehen. Denn dass sowohl David Pfennig als auch seine Mitarbeiter für das brennen, was sie tun und dass sie es unglaublich gern tun, zeigt sich noch im kleinsten Detail,inspontanen Äußerungen. Schon als Kind war David Pfennig fasziniert vom Beruf seines Vaters, der zu DDR-Zeiten mit Gleichgesinnten Kirchen sanierte und sovor dem Verfall bewahrte und nach der Wende Restaurator und Denkmalpfleger wurde. Auch Pfennig ju- Die Pfennig Bau GmbH setzt auf Qualität und Mitarbeitermotivation. Bei der Gute-Arbeit-Tour erfuhr Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig von Geschäftsführer David Pfennig das und noch viel mehr über das Unternehmen. Foto: SMWA/Ronald Bonß nior spezialisierte sich in diese Richtung. 2004 gründete er die Pfennig Bau GmbH als Einzelunternehmen. Noch im selben Jahr stellte er zwei Mitarbeiter ein, im Jahr darauf der erste Lehrling imBetrieb. Seitdem bildet Pfennig Bau regelmäßig aus. Auch die eigene Aus- und Weiterbildung ist dem Chef wichtig, erist Gebäudeenergieberater, stelltsichund seineFirma immer wieder neuen Herausforderungen: 2006 folgtdie Spezialisierungauf Einblasdämmung, eine effiziente und kostengünstige Wärmedämmung, der Betrieb ist Isofloc-zertifiziert. Etwa 2400 Häuser hat Pfennig Bau seitdem gedämmt. Oder das Bauen mit Lehm, „der ist baubiologisch einwandfrei“, schwärmt Pfennig, „relativ wenig Betriebe in unsererGrößenordnungbieten dasan. Und es ist wirtschaftlich darstellbar.“ Als er das Wohnhaus für seine Familie umbaute, vertiefte er sein Wissen um biologische Bauund Dämmstoffe ganz praktisch. Später baute er den früheren Pferdestallgleich nebenan zum Büro um und sanierte es als Passivhaus, ohne Heizung. Seitdem gehören Passivhäuser ebenfalls zumPortfolio wie Altbausanierung und Denkmalpflege. 2011 dann ein weiterer großer Schritt: Die alte Filzfabrik in Oschatz, „Wer mal als Schüler bei uns einPraktikum gemachthat,der weiß, dass dreiViertel sechsvom Hofgefahrenwird und nicht später.“ zum Glück ganz inder Nähe des Firmensitzes, bot dringend benötigte Lagerflächen, für die Baufirma wie für das zweite Standbein: Alles, was Pfennig Bau verarbeitet, vertreibt die Baunativ GmbH, ein Fachhandel und Onlineshop für hochwertige und nachhaltige Bau- und Dämmstoffe, die Pfennig bereits 2006 gründete und seit 2012 unter diesem Namen firmiert. Bis zu 18.000 Pakete verlassen wöchentlich das Geschäft in alle Himmelsrichtungen Europas und sogar darüber hinaus. Wer sowächst, der braucht Arbeitskräfte, und zwar solche auf die ersich verlassen kann. VomLageristen bis zum Baubiologen. Und werdie Branche kennt, der weiß, dass sie Händeringend Leute sucht. David Pfennig ist vor allem offen gegenüber denjenigen, die bei ihm arbeiten wollen. Ihm ist wichtig, dass die gleich erfahren, worauf es bei ihm ankommt. „Wer mal als Schüler bei uns ein Praktikum gemachthat, der weiß, dass drei- Viertel sechs vom Hof gefahren wird und nicht später.“ Wer damit nicht klar kommt, muss sich gar nicht erst bei ihm bewerben. Aber genauso wichtig ist es dem Geschäftsführer, dass niemand in seiner Firma ohne Geld arbeitet. Auch Schülerpraktikanten bekommen einen kleinen Obolus –eine Praxis, die für die Ohren einigergroßen Unternehmerübrigens völlig unverständlich ist. Noch. Denn auch bei denen ist der Fachkräftemangel, die oft geradezu verzweifelte Suche nach geeigneten Azubis angekommen; dass bezahlte Schülerpraktika ein Mittel dagegen sein könnten, hat sich noch längst nicht überall herumgesprochen. Maskottchen am Start Bei PfennigBau muss niemand längerauf Montage. Baustellen, die zu weit entfernt liegen, werden nicht angenommen. Einzig für die Einblasdämmung müssen die Mitarbeiter in Ausnahmefällen auswärts übernachten –maximal zwei Nächte pro Monat. Für viele derMitarbeiter ein wichtiger Grund, eben nicht regelmäßig pendeln zu müssen und Heimat und Familie länger nicht zusehen. Aus acht Nationen stammen seine 51Angestellten. „Mit den Mitarbeitern mit Migrationshintergrund haben wir dieselben Erfahrungen gemacht wie mit denen aus Deutschland“, sagt Pfennig. „Mit manchen klappt’s, mit anderen nicht.“ Er ist überzeugt, dass man Deutsch am besten am Arbeitsplatz lernt, und die Erfahrung gibt ihm recht. Pfennig bietet seinen Leuten Weiterbildungen, Betriebsausflüge, faire Bezahlung, interessante Arbeitsmöglichkeiten. Nicht zuvergessen: Feiern. Anlässe dafür bieten Firmen-. Gründungs- oder Gebäudejubiläen. Oder die zahlreichenAuszeichnungen, mit denen sich der Betrieb mittlerweile schmücken kann. 2019 zum 15-jährigen Betriebsjubiläum kamenüber1000 Besucher. Die bekamen unter anderem einen Weltrekord zu sehen:den höchstenTurm aus Dämmstoffsäcken mit einer notariell beglaubigten Höhe von 11,90 Metern, den die Mitarbeiter bauten. Sogar ein eigenes Stofftier-Maskottchen hat Pfennig Bau seit zwei Jahren. Zwei seiner drei Kinder haben bereits mehrmals in den Ferien mit im Betrieb gearbeitet. Während des ersten Lockdowns haben sie ein Fachwerkgartenhäuschen alleine mit Lehm verputzt, „beide können schon in Grundkentnissen mit der Kelle umgehen“,berichtet der Vaterstolz. Und Nachwuchssorgen? Eher nicht. „Die größte Herausforderung bei allen ist doch,die Leute immer wieder zu motivieren.“ Pfennigscheint das gutzugelingen. ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Gute-Arbeit-Tour Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig(SPD) setzte mit derGute-Arbeit-Tourfort, wasschon Anliegender Küchentisch-Tour war: vorOrt mit Menschen insGespräch zu kommen. Bei denFirmenbesuchen im Herbst 2020 ging es unter anderemumFragen desArbeitsschutzes, derAusbildungund der Nöte im Corona-Jahr. ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ●

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