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Wirtschaft in Sachsen Winter 2020

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Das Entscheidermagazin der Sächsischen Zeitung

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In Dresden verantwortet er unter anderem die Weiterentwicklung der Solarwatt-Glas-Glas-Module. Chefwechsel bei Volkswagen Dr.StefanLoth Impressum Foto: Solarwatt Foto: Volkswagen Dr. Stefan Loth, bisher Leiter Werk und Fahrzeugbau Wolfsburg, wird zum 1.Januar 2021 zum Geschäftsführer für Technik und Logistik der Volkswagen Sachsen GmbH berufen. Er folgt Reinhard deVries, der nach mehr als 35 Jahren bei VW in den Ruhestand wechselt.Lothist promovierter Maschinenbau-Ingenieur und kam2006 alsLeiterProduktionssystemzur MarkeVolkswagen. Vorsitzfür die Handelshochschule Lutz Meschke Foto: dpa Lutz Meschke übernimmt zum 1. Januar 2021 den Vorsitz imAufsichtsrat der Handelshochschule Leipzig (HHL). In dieser Position will der stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Vorstand für Finanzen und ITder Porsche AGnach eigener Aussage die Förderung des Management-Nachwuchses aktiv vorantreiben. Meschke gehört dem Aufsichtsratder HHLseit2013 an. SächsischeZeitungGmbH, Dresden Geschäftsführer: CarstenDietmann,Denni Klein Anzeigen: DenniKlein Vertriebsleitung: Nikolaus vonder Hagen Technische Leitung: Volker Klaes Projektleitung: Rico Nonnewitz Kuratorin: Annette Binninger (verantw.) Redaktion: Nora Miethke, Michael Rothe,Georg Moeritz Schlussredaktion: Annett Kschieschan Layout: Rita Schönberger-Gay Hausanschrift: Ostra-Allee 20, 01067 Dresden Druck: DDVDruck GmbH www.wirtschaft-in-sachsen.de kontakt@wirtschaft-in-sachsen.de ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Karin Hildebrand war Chefin der Sächsischen Dampfschiffahrt. Im August musste sie ihren Posten abgeben. Eine Bilanz. Kapp sieben Jahre lang stand Karin Hildebrand ander Spitze der Sächsischen Dampfschiffahrt (SDS). Am 19. November 2013 wurde die Witwe des Münchner Reederei-Chefs Klaus Hildebrand Geschäftsführerin in Dresden. Klaus Hildebrand hatte die Schiffe einst von der Treuhandübernommenund dafür einen Fondsgegründet. Anfang Juni dieses Jahres musste Karin Hildebrand schließlich Insolvenz anmelden. Nunist der Schweizer Robert Straubhaar, Chef der United Rivers AG aus Basel, der neue starke Mann an der Spitze des Unternehmens. Was sagtdie Ex-Chefin zu alldem? ? Am3.Oktober fand in diesem Jahrdie verschobene Flottenparade statt. Mehrere Dampfer fuhrenmit Schweizer Flaggen. Es warvon Aufbruchsstimmung die Rede. Das Gegenstückdazu ist Stillstand. Wasempfinden Siebei solchenBewertungen? Ich bin überhaupt kein Freund von Bewertungen, weil das immer Momentaufnahmen aus einer gewissen Situation heraus sind. Gerade was ich in den letztenWochen undMonatenerlebt habe,indenen jeder sich ein Urteil erlaubte, finde ichein wenig übergriffig. ? DiebeidenSalonschiffesindin diesem Jahr beider Parade als Erstegefahrenund waren nichtin der Formation dabei. Herr Straubhaar hatangedeutet,erkönne sich einenVerkauf der zwei Schiffeoder einenErsatzdurch andere vorstellen. HattenSie auch solche Gedanken? Da kann ich den Herrn Straubhaar schon verstehen. Ich habe auch schon immer gesagt: Man brauchte ein neues Schiff, weil die Ansprüche immer größer werden und weil Veranstaltungsfahrten auf den Dampfern schwierig sein können. Da kann man natürlich darüber nachdenken, dass man die zwei Großen durch Neubauten ersetzt, die vielleicht effizienter sind, die einen anderen Antrieb haben. Ich hatte nur nieGeldzuinvestieren. ? Es istjetzt auch die Rede von Winterfahrten. Nunkennt mandie Dampferinder kalten Jahreszeitam Ufer, abgedeckt und beiEis und Schnee geschont.Schadet es den Schiffen, wennman damitimWinter fährt? Ich glaube nicht, dass das bei den Wintern, die wir jetzt haben, den Schiffen schaden würde. Man muss überlegen, welche man tatsächlich abdeckt. Esist sicher nicht sinnvoll, die gesamte Flotte bereitzuhalten. Manche Schiffe müssen dann auch zur Reparatur in die Werft. Es war schon meine Idee: ImSommer ist essoheiß, dass die Menschen vielleicht gar nicht mehr indie Stadt wollen. Man müsste dann tatsächlich die Randsaison besser bedienen und damit das Geschäft auffangen, das einem bei Niedrigwasser verloren geht. ? Bei Ihrem AnfanginDresdenhabenSie gesagt, Sieseien ein No- Namegewesen,bis dahin vorallem Mutter undFamilienfrau. Damals mussten Sie Kritik einstecken. Es hieß, Sie hätten keine Ahnungvon den Dampfern. Siekonterten,solche Kritik könne man im Laufe derZeit entkräften.Ist Ihnen dasgelungen? Nein, ich glaube nicht. Dasärgert mich, es verletzt mich auch. Ich war durch meinen Mann immer mit Schifffahrt befasst. Wer uns gut kannte, hat uns immer als Unternehmerehepaar gesehen. Mein Mann war im Frontoffice und ich im Backoffice (Karin Hildebrand hat Wirtschaftswissenschaften studiert./Anmerk. der Red). Ich habe meine Rolle als Sparringspartner verstanden. Ich glaube, für ihn war es wichtig, jemanden zu haben, mit dem er seineIdeen besprechen kann.Gerade die Dampfschifffahrt habe ich von Anfang anmiterlebt. Immer wenn mein Mann damals rübergeflogen und dann zurückgekommen ist, habe ich ihn gefragt, hat esjetzt geklappt? Wir haben viel darüber gesprochen. Wenn man jetzt sagt, ich sei Witwe und hätte das geerbt, finde ich das zynisch. Vielleicht hat das mit der Mann-Frau-Problematik zu tun, wenn jemand so etwas sagt. Aber es istniederträchtig. ? Knapp sieben Jahre lang stand Karin Hildebrand ander Spitze der Dresdner Flotte. Siehaben IhrenVertrag in Dresden zweimal verlängert undgesagt, es sei schwierig,ineinem Entwicklungsprozess zu gehen. Nun gehenSie, unddie Rettungder SächsischenDampfschiffahrt GmbH&Co KG ist nicht gelungen. Man geht nicht während der Entwicklung. Wir haben Vieles auf den Weg gebracht,was einengutenVerlaufgenommen hat. Ich habe inden letzten Tagen selbst gesagt, ich empfinde es als Scheitern.Burkhard Jung, deruns als Partner bei der Restrukturierung und als Sanierungsgeschäftsführer begleitet hat, sieht das anders. Er empfindet es nicht als Scheitern und hat gesagt, es waren tatsächlich die äußeren Umstände. Bei der Übergabe der Firma hat sich gezeigt: Wir waren doch gut aufgestellt. Schließlich waren es namhafte Menschen und Unternehmen, die sich für die SDS interessiert haben. Ich glaube, United Rivers hatte auch den Eindruck, ein ansich funktionierendes Unternehmen zuübernehmen, das durch Niedrigwasser undCorona gescheitert ist. ? Siemachensichkeine Sorgen um die Zukunft derFlotte? Ich muss mir jetzt keine Sorgen mehr machen. Aber ich kann nicht sagen, mir ist nicht bange. Ich weiß janicht, wie sich die Elbe entwickelt. Wir hatten in diesem Jahr keinen Tag, an dem wir wirklich Niedrigwasser hatten. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass das weiterhin einThema sein wird. ? Hatder Freistaat die Flotteohne Not ausder Hand gegeben? Ohne Not kann man natürlich nicht sagen. Er hat es wichtiger gefunden, dass er sich danicht weiter engagiert, wenn es jemanden gibt, der das für ihn tut. Es gibt aber Dinge, bei denen ich finde, das darf eigentlich nicht in private Hand. Für mich wäre die optimale Lösung ein Zusammenspiel zwischen dem Freistaat, Dresden und den anderen Anrainergemeinden als Eigentümer und einem privatenBetreiber gewesen. ? Die Kommanditisten der SDShabenschon vor der Insolvenz Kritik geübt.Esgab auchdaschon die Befürchtung,dasssie draufzahlen müssen.Müssensie damit rechnen? Das kann man zum jetzigen Zeitpunkt schwer sagen. Erst mal muss gerechnet werden, welche Forderungen wie bedient werden können und was dann noch übrig bleibt. Erst dann wird sich entscheiden, ob man tatsächlich auf die Kommanditisten zugehen muss oder ob maneinen Vergleich findet. Ich hätte mir gewünscht, dass man mal die Kommanditisten würdigt. Eshat ja oft geheißen, die hätten da Geld ohne Ende gemacht. Das stimmt nicht. Wenn es das Zusam- menspiel von Kommanditisten und Freistaat nicht gegeben hätte, hätte es jetzt vielleicht auch keine Schiffe mehr gegeben.Das war gutzudieser Zeit, aber man hätte vielleicht irgendwann erkennen müssen, dass dieses Konstrukt renovierungsbedürftigist. ? Wird es Sie im Zweifelsfall selbst finanziell oder juristischtreffen? Meine Kinderund ich sindKommanditisten, finanziell kann esuns treffen, juristisch kann ich es nicht beurteilen. Es wird sicher welche geben, die sagen: In ihrer Unfähigkeit hat sie alles falsch gemacht undhättesie nicht,dann... Natürlich habe ich mir die Frage gestellt. Ich bin mir keiner Schuld bewusst, zumal allesimVerwaltungsratabgesprochen war. Es war nicht so, dass ichimGeheimenirgendwelcheDingegemachthabe. ? Wieist IhrFazit? Selbst mit dem Wissen und den Erlebnissen dieser Zeit würde meine Entscheidung wieder so ausfallen, wie vor sieben Jahren. Das, was wirverändert haben, hat mir Spaß gemacht. Wir haben ein neues Ticketsystem eingeführt, das noch verbesserungswürdig ist, an dem sich aber jetzt vier oder fünf Schifffahrtsunternehmen beteiligen. Wir haben Arbeitsabläufe auf den Prüfstand gestellt und überlegt, was man anders machen kann.Ich glaube,wir haben sehr vielGutes bewegt und deshalb ärgert mich, wenn jemand sagt, ich sei inkompetent. Da binich schon mitmir im Reinen. ? Archivfoto: Sven Ellger Siegehen nach München zurück? Ja. Ich habe mir amAnfang überlegt, ich könnte meinen Lebensabend auch hier verbringen. Aber dann habe ich festgestellt, dass ich doch mehr Bayer als Sachsebin. DasGespräch führteChristoph Springer

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In diesem Sommer wurde sieaußerdemvon der Vollversammlungder Industrie- und Handelskammer Dresden zur Vizepräsidentin gewählt. Schon seit vielen Jahren engagiert sie sich imFachausschuss Außenwirtschaft der Kammer. Was die erfolgreiche Geschäftsfrau motiviert, was ihr Ruhe gibt –und was aus ihrer Sicht eine gute Chefin ausmacht, hatsie unserzählt. Was wären Sie als Kind gerne geworden, und wie sind Sie zu Ihrem heutigen Beruf gekommen? Ich kann mich nicht erinnern, jeeinen konkreten Berufswunsch gehabt zu haben. Vielmehr wusste ich immer ziemlich genau, was ich nicht werden will. Mein Vater hatte eine Tierarztpraxis, die er gern an mich übergeben hätte. Leider änderte sich meine Meinung auch nach mehreren Schnupperwochen nicht. Ich wollte nicht Tierarzt werden. Ich hatte immer ein sehr gutes Zahlenverständnis, sodass ich schließlich ein BWL-Studium begann. Das habe ichnie bereut.Eshat zu mir gepasst. Wie kommt man so weit wie Sie? Ohne Zielstrebigkeit, Fleiß und Ausdauer ist es sicher schwierig, aber ich muss auch zugeben, dass ich Glück gehabt habe. Ich war zur richtigen Zeit amrichtigen Ort. Nicht zu vergessen ist aber auch die Unterstützung meines Mannes. Er hatmich immer in allem bestärkt.Erist einguterZuhörerund Ratgeber undhat mir nie Vorwürfe gemacht,wenn ich bei Familienfeiern malwieder nichterscheinenkonnte. Hatten Sie Vorbilder auf dem Weg dorthin? Nichtimüblichen Sinne. Als Kind war mein Vatermein großesVorbild.Erhat seinen Berufmit so viel Leidenschaft ausgeübt, war immer im ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Julia Böhmer führt die Eibauer Brauerei. Archivfoto: Matthias Weber ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Lebensstationen 3 Geborenam15.10.1976 in Görlitz 3 Studiumder BetriebswirtschaftslehreinZittau Karriereweg 3 Seit2010 Geschäftsführerin 3 Aufbau desExportgeschäfts der Brauerei von0Prozentin2010 auf 50 Prozent in 2019 ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Dienst,,engagiert, undich glaube,erwar immer glücklich mit seinem Beruf. So etwas wollte ich auch. Später haben mich eher Persönlichkeiten beeindruckt, die ich während meiner beruflichen Zeit kennengelernt habe. Unternehmer, dieihreVisionenumgesetzt haben, Ziele konsequent verfolgt und damit etwas geschaffen haben. Wie wichtig ist Glück für die Karriere? Glück ist ein wichtiger Faktor. Ich bin der Meinung, dass man mit Kompetenz und Ehrgeiz vielerreichen kann. Dennoch bedarf es auchetwas Glück, um die Dinge zu beschleunigen oder einfach die nächste Hürde nehmen zu können. Manche nennen es Schicksal, ich nenne es Glück. Solche glücklichen Fügungen gehören imberuflichen Leben genauso wie im privatenLeben dazu, dassman Dinge erreicht. Was würden Sie heute anders machen? Da gibt es nichts Konkretes. Ich wurde mit 33 Jahren Co-Geschäftsführerin eines mittelständischen Unternehmens, mit 34 Jahren alleinige Geschäftsführerin. Es ist nicht vermessen,dazu sagen, man hat vieles richtig gemacht. Und hat entsprechendGlück gehabt. Was macht einen guten Chef/Chefin aus? Ausmeiner Sicht muss ein guterChef viele Dinge auf sich vereinen. Ermuss sich in die Mitarbeiter hinein versetzen und zuhören können. Er muss aber auchseine Visionenund Zieleverfolgen, konstant inseinem Verhalten und Handeln. Was fehlt Ihnen noch dazu? Es gibt immer Dinge, die man besser machen kann. Leider weiß man das meistens erst im Nachhinein. Ich versuche, das Feedback enger Mitarbeiter zu nutzen, um an mir zu arbeiten undFehler nureinmalzumachen. Sie haben drei Wünsche frei. Welche wären das? Ich würde mir wünschen, dass mein unendliches Glück, welches ich im privaten Bereich mit meinem Mann und meinen Kindern habe, ununterbrochen anhält. Ich würde mir wünschen, dass ich weiterhin sofrei meine Visionen umsetzen kann. Und ich würde mir wünschen, dass die Leute wieder mehr Schwarzbier trinken. Von wem akzeptieren Sie Lob? Lob akzeptiere ich von jedem. Ich wüsste auch nicht, warum ich da Unterschiede machen sollte. Sicher muss es ernst gemeintes Lob sein, aberdie Person ist nicht entscheidend.Ich freue mich, wenn mich meine Familie lobt, und ich freuemich,wenn michmeine Kunden undMitarbeiter loben. Worauf würden Sie in Ihrem Job gern verzichten? Mein Job ist genauso so, wie ich ihn mag. Abwechslungsreich, aufregend, stressig, befriedigend und noch vieles mehr. Manchmal bin ich überrascht, mit welcher Geschwindigkeit sich Situationen und Umstände ändern. Dawürde ich mir manchmal etwas mehr „Ruhe“ wünschen. Wo finden Sie neue Kraft für Ihre Arbeit? Vor allem natürlich bei meiner Familie. Da kann ich abschalten,und es rücken andere Dinge in den Vordergrund wie Hausaufgaben oder Hausarbeit. Und ich bin eine ziemlich leidenschaftliche Reiterin. Im Stall bei unserem Pferd kann ich alles ablegen, die Seele baumeln lassen. Davergesse ich leider auch manchmal die Zeit. Was möchten Sie noch erreichen? ? ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Deutsche Bank Die Bank für MACHER. Beratung heißt bei uns nicht nur reden, sondern auch machen. Mit individuellen Lösungen für kleine Unternehmen, Mittelständler undechte Macher-Typen. 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