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Wirtschaft in Sachsen Sommer 2020

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Das Entscheidermagazin der Sächsischen Zeitung.

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Handwerker, Unternehmer sind zuversichtlich, aber sie sagen auch: Man muss uns einfach mal arbeiten lassen. Die Wirtschaftlechzt nach Lockerungen. ? Aber die Krise ist trotzdem nicht zu übersehen, oder? Eine Bank kann Krisen immer am besten daran feststellen, dass Liquidität nicht mehr daist. Aber damuss man der Politik ein Riesenkompliment machen, sie hat sehr,sehr schnell reagiertund Milliarden auf Bundes- und Landesebene zur Verfügung gestellt. Unsere Kunden sind liquiditätsmäßig hervorragend ausgestattet. Trotzdem werden wir Schleifspuren in derwirtschaftlichen Entwicklung in einigen Unternehmen haben und wir werden Bremsspuren inunserer Sparkassen- Bilanz sehen. Frühestens imSeptember, Oktober werden wir seriös sagen können,was da rauskommt. ? Gibt es Unterschiede zwischen der Krisenfestigkeit der WirtschaftinOst undWest? Ich binfroh, hier in Sachsen zu sein,weil das Unternehmertum, etwas anzupacken und nach vorne zubringen, hier sehr, sehr stark ausgeprägt ist. Wir haben den Vorteil, wirsind nicht nurinder Automobilindustrie verhaftet. Wir sind hier breiter aufgestellt und deshalb kommen wir sehrgut ausden Startblöcken heraus. ? Sie versprühen Optimismus. Befürchten Sienicht,dassetliche FirmenInsolvenzanmelden müssen? Die Politik hat gesagt: Wir werden allen oder zumindest vielen helfen. Wir werden die eine oder andere Insolvenz sehen, aber ich erwarte keine riesige Insolvenzwelle. Richtig ist, denen zuhelfen, die erst durch Corona in Schwierigkeiten gekommensind. ? Hat die Ostsächsische Sparkasse Dresden ihre Ertragsprognose angepasst und was bedeutet das für die Kunden? Der Vorstandsvorsitzenede der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, Joachim Hoof. „Wir sind in Sachsen breiter aufgestellt als etwa Baden-Württemberg.“ Foto: Sven Ellger Wirhaben dieguteErtragslageinden letzten Jahren genutzt, umReserven zu bilden.Das haben nichtnur wirgemacht, das hat die ganze sächsische Industrie getan, als Lehre aus der Finanzkrise 2008/2009. Die Eigenkapitalbildung hat sich seitdem um 10 bis 15 Prozentpunkte verbessert. Wir sind als Sparkasse in der Lage, als verlässlicher Partner zur Verfügung zu stehen, und unsere Kunden brauchen keine Sorgen zu haben. Man wirft Banken gern vor, es würden Regenschirme verteilt, wenn die Sonne scheint, und wenn es regnet, werdendie wieder eingesammelt.Wir werden aber die Regenschirme auch draußenhaben,wennesregnensollte. ? Ist das eine gute Nachricht auch für Vereine, Sportler, Kulturschaffende, die von der Sparkasse über Jahre hinweg unterstützt wurden? Glücklicherweise haben wir einen Verwaltungsrat, der sehr interessiert ist, dass es der Region weiterhin vernünftig geht. Nicht dieAusschüttungist hier dasWichtige,sondern dass die Sparkasse ihren Gemeinnützigkeitsgedanken weiter nach vorn bringen kann. Deshalb haben wir gerade jetzt vielen Vereinen Signale gesendet: Wir verlängern entweder deinen Vertrag sofort für das nächste Jahr oder sogar für die nächsten drei Jahre. ? Für Sparer war es wegen der Nullzinspolitik der EZB schon vor Corona nicht leicht. Risikofreie Anlagen bringen keinen Ertrag. Wächstjetzt die Risikobereitschaft? Der Sachse ist äußerst sicherheitsorientiert. Aber viele sagen nun: Wir müssen auchdie Chancen sehen, die sich auf den Kapital- undden Wertpapiermärkten entwickeln können. Gerade die fallenden Kurse machen es für viele interessant, nachzukaufen. ImMärz und April haben wir 5.000 Gespräche zu diesen Themen geführt. DieFaustregellautet: Dernormale Kunde legt 75 Prozent seines Vermö- gens sicher in Bankproduktenan–natürlich ist die Verzinsung hier um die null Prozent –und mit einem Viertel geht er in die Wertpapiermärkterein. ? Dabei wächst gerade der Druck auf Ihr Haus, Negativzinsen zu verlangen. Die Barreserve der Sparkasse ist binnen Jahresfrist um mehr als 300 Millionen Euro auf 1,3 Milliarden Euro angewachsen ... Wir haben ein hervorragendes Kreditgeschäft, unddas ermöglicht es uns, bei unseren langjährigen, treuen Kunden derzeit den Zinssatz bei null Prozent zubelassen und keine Negativzinsen zu verlangen. Aber ich kannnatürlich keine Garantie für die Ewigkeit geben. Das gute Kreditgeschäft haben wir nicht nur auf der Firmenseite, sondern auch auf der privaten Seite, das sind zwei stabile Säulen. Während andere nurdas Firmenkunden- oder das Privatkundengeschäft betreiben, habenwir zumGlück beides. ? Acht Prozent Ihrer Firmenkunden haben sich zu Corona beraten lassen, fünf Prozent haben Hilfe erhalten. Ist das viel oder wenig? Viele sind in der Lage, dank der gebildeten Reserven mal vier, acht oder zwölf Wochen auch zuüberbrücken. Deshalb ist es verständlich, dass nicht alle sofort zur Sparkasse gingen. Sie hätten zwar einen Kreditbekommen, aberfür dieBranchen, die sofort betroffen waren, waren Zuschüsse wichtiger. Deshalb haben sich viele an die Sächsische Aufbaubank gewandt. In unserem Haus war das Mittel Tilgungsaussetzung stärker nachgefragt als Hilfskredite. ? Viele Sparkassen-Filialen wurden wegen Coronazunächst geschlossen. Wieist der aktuelle Stand? Anfangs hatten wir 29 Filialen geöffnet, dann sind wir auf 50 gegangen. Anfang Juni haben wir weitere 22 Filialen geöffnet. Mit diesen 72 Filialen erreichen wir 96 Prozent aller Kunden. Für die Differenz von 4Prozent gleichen wir das mit der mobilen Filiale aus, wir werden die Frequenzenetwas erhöhen. ? Gibt es einen Plan,wanndie restlichen 30 kleinen Filialen im ländlichen Bereich wieder ans Netz gehen oder will manvielleicht bei der mobilen Lösung bleiben? Natürlich versuchen wir, so viele Filialen wie möglich zusätzlich ans Netz zubringen, aberich brauche eine gewisse Reserve auch beim Personal. Wir würden gern in denSeptember,Oktober kommen, um eine vernünftige Aussage zudiesem Thema zu treffen. ? Wie wird Corona die Sparkasse mittelfristigverändern? Die Deutschen lieben ihr Bargeld über alles,verlierenaber jetztetwas diese Liebe. Wirsehen, dass dieBargeldhaltung ungefähr um30Prozent zurückgeht, viele bezahlen bargeld- oder sogar kontaktlos. Und das betrifft nicht nur die Jüngeren, gerade durch Corona sagen sich auch viele über 70: Ich probiere es einfachmal aus. Aber auch wir als Sparkasse werden digitaler. Wir haben den Anteil der Kollegen, die Homeoffice machen können, von 10auf mindestens 20 Prozent verdoppelt. Wir können uns vorstellen, dass wir das eine oder andere davon auch in Zukunft nutzen werden. Gespräch: Domokos Szabó „Epilepsie muss aus der Tabuzone heraus“ Zwölf JahrelanglenkteMartinWallmanndie Geschicke im Epilepsiezentrum Kleinwachau. Jetztgehterinden Ruhestand. Von Jens Fritzsche D ieses Bonmot lässtihn schmunzeln: Martin Wallmann, soheißt es zwischen Dresden und Radeberg, werde von den meisten eigentlich nur erkannt, wenn er einen Bauhelm trägt. Martin Wallmann, seit gutzwölf JahrenDirektor des Epilepsiezentrums Kleinwachau im Radeberger Ortsteil Liegau-Augustusbad, ist tatsächlich auf den meisten Pressefo- tos mit Bauhelm zu sehen. Schließlich wurde und wird hier eigentlich immer gebaut. Einen mittleren dreistelligen Millionen-Betrag –zugroßen Teilen Fördermittel –hat er mit den Jahren sozusagen verbaut. „Gut angelegtes Geld“, sagt er. Projekte für Menschen mit schwersten Behinderungenund Epilepsie nämlich. Jüngste Investition waren fünf Millionen Euro für den Neubau amneurologischen Krankenhaus –eines der modernsten Spezialkrankenhäuser Deutschlands. Eines, in dem Wege gefundenwurden, eine vermeintlich unheilbare Krankheit in etlichenFällenheilenzukönnen. Auch das ist mit dem Namen Martin Wallmann verbunden, der im Oktober dieKapitänsbrücke auf dem„SchiffKleinwachau“ verlassen wird. Damit geht ein wichtiger „Strippenzieher“, ein Visionär Martin Wallmann –seit zwölf Jahren Geschäftsführer des Epilepsiezentrums Kleinwachau –wird im Oktober inden Ruhestand gehen. Jetzt steht fest, dass er sein Amt anSandra Stöhr übergeben wird, die bisher für die Finanzen der Einrichtung zuständig war. Foto:Alexander Nuck und nicht zuletzt energischer Kämpfer für das Thema Inklusion. Eine Mauer rund um die „Anstalt“, wie zu Wallmanns Start im Februar 2008 noch immer viele das Epilepsiezentrum nannten, gab eszwar nicht mehr. Aber sie stand dennoch irgendwie. Und es waren genau diese Mauern inKöpfen und der Gesellschaft, die er in den vergangenen zwölf Jahren einreißen wollte. Und es erfolgreich tat. Mit Außenwohnanlagen zum Beispiel, in denen die Patienten Kleinwachaus nun in Radeberg, Liegau und auch Dresden leben. „Unsere Leute gehören längst ganz selbstverständlich dazu, auch zum Stadtbild!“ Und überhaupt hat er – nicht zuletzt gemeinsam mit dem Kleinwachauer Chefarzt Dr. Thomas Mayer – dafür gesorgt, dass Epilepsie aus der gesellschaftlichen Tabu-Zone geholt wurde. Epilepsie kann jeden treffen, Betroffene sind Teil der Gesellschaft, sodas Credo. Nicht ohne Grund hat Martin Wallmann vor zwei Jahren den Sächsischen Inklusionspreis bekommen. Seine Nachfolgerin wurde jetzt vorgestellt: Sandra Stöhr, inKleinwachau bisherfür dieFinanzenzuständig.„Visionen bleiben wichtig, aber das Thema Geld wird künftig eine immer dominantere Rolle im Bereich Gesundheit und Pflege spielen“, weiß Martin Wallmann. Auch deshalbsei dieWahlperfekt, findeter.

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Über 300 dieser typischen Häuser derOberlausitzstehen leer undverfallen, weiß man bei der Stiftung Umgebindehaus. „Wir können nicht darauf warten, dass andere diese Gebäude für unsretten. Wir müssen das selbst tun“, sagt Ulrike Neumann. Und hatmit demProjekt Neuland betreten –wieder einmal. Neuland, so heißt auch die Firma der 45-Jährigen. Gegründet im Jahr 2000. Gleich nach dem Studium in Dresden. In einer Zeit, als Betriebe eher geschlossen, denn eröffnet wurden. „Der Moment war völlig ungünstig. Aber ich habe es probiert.“ Zwanzig Jahre und eine große Zahl an Projekten später, kann die diplomierte Landschaftsarchitektin sagen, es funktioniert. Inzwischen beschäftigt sie im Büro für Landschafts-, Freiraumplanung und Regionalmanagement drei Mitarbeiterinnen. In ihrem Heimatort Oppach hat sie 2009 einen eigenen Firmensitz errichten lassen.Zuvorbefandsich ihr Geschäftsdo- mizil im Elternhaus. „Ich musste keine Miete zahlen, habe die Fixkosten niedrig gehalten und viel inTechnik investiert.“ ZumBeispielinein großes Auto mit Platz für Vermessungsgeräte. Denn die gehören zum Job für jemanden, der unter anderem Parks, Außenanlagen von Kitas und Schulen, Spielplätze, Amphibienlaichgewässer und sogar einen ganzen Damm in der Tagebaufolgelandschaft plant und außerdem Entwicklungskonzeptefür Gemeindenund Ortsteile voralleminOstsachsen erstellt. Zwei Jahrzehnte Neuland: Das Fest zum Jubiläum musste ausfallen. Coronabedingt. Auftragsmangel herrsche deswegen aber nicht, soNeumann. Bauleitplanung heißt ein Standbein, das immer wichtiger werde. Das Büro Neuland hilft, Baurecht zu schaffen–fürUnternehmen, die den Standort erweitern sowie für Städte und Gemeinden, die Bauland ausweisen wollen.Insolchen Projekten sieht Ulrike Neumann„eine Zukunftshaltung“. Da engagieren sich Menschen, die auf Entwicklung setzen und daran glauben. Wichtig, jetzt inden Corona-Monaten sei es deshalb, „die vorher gesunden Unternehmen zu erhalten und dafür zusorgen, dass sie durch diese Zeit kommen“. Denn sich durchkämpfen, das können die Menschen in der Oberlausitz. Der Strukturwandel, über den wegen des Ausstiegs aus der Kohleförderung gerade viel gesprochen wird, erleben sie seit den 1990er-Jahren. Ulrike Neumann vermisst eine klare Perspektive oder Vision für die Lausitz. Und sie ist überzeugt: „Wir müssen mehr auf uns vertrauen und überlegen,was wollen wir in 20, 30 Jahren sein. Wir müssen die Geschichte für den Wandel selbst schreiben. Momentan wird nur über uns berichtet.“ Und das eher negativ: Die Lausitz –zualt, zu wenige, zu sehr amRand. Dass aber auch hier etwas Kulturräume neu gestalten –und dabei Gutes aus der Region bewahren, das ist das Credo von Ulrike Neumann. Foto: Matthias Rietschel möglich sei, zeigen für Ulrike Neumann die vielen Mittelständler, die seit Jahren Jobs schaffen, wachsen, sich behaupten. Mutsei dabei wichtig. Dashat dieTochter eines Maschinenbauers und Technologen undeiner Buchhalterin selbst erlebt. Nach dem Studium, indürftigen Zeiten für ihre Branche, habe sie sich zwar deutschlandweit beworben. „Aber eigentlich wollte ich hier nicht weg.“ Mit ihrem damaligen Freund und heutigen Mann habe sie sich entschieden zu bleiben. Für einen ihrer ersten Aufträge, ein Dorfentwicklungskonzept, habe sie den Bürgermeister einer kleinen Gemeinde sehr deutlich überzeugen müssen. Der zögerte, obereinen Neuling mit so einem Projekt betrauen sollte. „Ich habe ihm gesagt:Wennsie nicht wollen,dass alle hier weggehen, dann sollten sie mich beauftragen“,erinnert sichdie Oberlausitzerin. Auf ein erstes folgten weitere gemeinsame Vorhaben. Selbstvertrauen, darauf komme es an. Das wünscht sich Ulrike Neumann von den Menschen ihrer Heimat. Sie könnten doch stolz sein auf das, was sie erreicht haben. Dazu auf eine wunderschöne Region. Die Firmenchefin glaubtzudem,esbrauche mehr sichtbare Unternehmerinnen, dieanderen Mutmachen. Von Anfang an hat Ulrike Neumann auf Zusammenarbeit gesetzt. Hat mit Mitstreitern das Netzwerk „Neugeister“ geschaffen, das Gründer unterstützt. Mit einem ehrenamtlich organisierten Unternehmerinnen-Frühstück bringt sie zudem Frauenzusammen. Woran es hier fehlt? Vor allem am Breitband. „Wir brauchen gutes Internet an jeder Milchkanne. Dann können wir die Koppelung von Arbeit und Arbeitsort aufheben.“ Die Region müsse für sich auch klären: „Wollen wir, dass wenige große Unternehmen die Kohle ersetzen? Oder wollen wir Mittelständler, die Vielfalt abbilden von der solo-selbstständigen Cafébetreiberin bis zum Maschinenbauer mit einigen Hundert Angestellten.“ Ulrike Neumann wünscht sich, dass die Milliardenfür denStrukturwandelinBildung, Ausbildung und inProjekte für Fachkräftesicherung fließen. Unabhängig davon – Ulrike Neumann glaubt andie Zukunft der Oberlausitz. Um Chancen für ihre beiden Kinder ist ihr nicht bange. „Abgesehen von Weltraumforschung können sie hier alles machen“, ist die Unternehmerin überzeugt. Pläne schmieden die beidenbereits. www.neuland-oppach.de

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