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Wirtschaft in Sachsen Sommer 2020

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Gerade in Corona-Zeiten war das Thema beinahe schlagartig ins mediale Blickfeld gerückt: die Beatmung von Lungenpatienten. Mit der Gewöhnung an den Alltag mit dem Virus wird das Thema allerdings wohl wieder ein wenig in den Schatten geraten. „Eine gefährliche Tendenz“, warnt Marc Kischkewitz. Er ist der Geschäftsführer der Firma intensivLEBEN GmbH, die sich seit 2011 der Intensivpflege von Patienten verschrieben hat, ganz besonders von Patienten, die künstlich beatmet werden müssen. Das ist viel häufiger notwendig, als von der Öffentlichkeit wahrgenommen; um die 500.000 Betroffene jedes Jahr. Im Durchschnitt bleiben die Patienten dabei knapp sieben Tage an den Geräten. „Nach Unfällen oder durch Krebserkrankungen zum Beispiel“, zählt Marc Kischkewitzauf.. „Viele Patienten brauchen eine Langzeitbeatmung“ Wobei sein Unternehmen mit Sitz in Burkhardtsdorf im Erzgebirge von Beginn an einen ganz besonderen Weg verfolgt hat: nämlich die ambulante Versorgung außerhalb von Kliniken. Denn nicht wenige Patienten bedürfen eben einer wesentlich längeren Beatmung. Wachkoma-Patienten beispielsweise gehören zu diesen Langzeitbeatmeten oder Betroffene, die an schweren Lungenkrankheiten leiden. Wie COPD zum Beispiel. Die intensivLE- BEN GmbH war mit diesem Ansatz Jedes Jahr müssen umdie 500.000 Betroffene inDeutschland künstlich beatmet werden. Ist das über einen längeren Zeitraum notwendig, sorgt die intensivLEBEN GmbH mit multiprofessionellen Teams dafür, dass dies ambulant invertrauter Umgebung möglich ist. Fotos:PR durchaus einer der Vorreiter. Mittlerweile werden deutschlandweit etwa 30.000 Menschen außerklinisch beatmet, noch 2005 waren es gerade einmal1.000 Patienten. Für Marc Kischkewitz lagen dabei die Vorteile der ambulanten Betreuung von Patienten, die intensivmedizinischer Pflege bedürfen, von Anfang an klar auf der Hand: „Es hilft natürlich in erster Linie den Patienten selbst, in vertrauter Umgebung zu sein –aber auch für die Familie ist eswichtig, den Betroffenen bei sich zu haben.“ Was nicht zuletzt bei betroffenen Kindern gilt. Klar ist aber auch, dass esallein mit der Bereitstellung technischer Möglichkeiten zur Beatmung nicht getan ist. Ganz abgesehen davon, dass dieprofessionelle Bedienung der Geräte durch medizinische Laien schwierig ist – kann im privaten Umfeld auch die zweite Säule der Firmenphilosophie zum Tragen kommen: die ganzheitliche Betreuung. „Schließlich ist das Atemproblem zwar bei vielen unserer Patienten die zentrale Sorge, allerdings leiden die Betroffenen eben nicht zuletzt auch an den Symptomen der auslösenden Krankheit“, macht Marc Kischkewitz deutlich. Und so hat sein Unternehmen multiprofessionelle Teams zusammengestellt. Hier arbeiten unter anderem Atmungstherapeuten mit Alten- und Intensivkrankenpflegern zusammen, ergänzt durch Ergo- und Physiotherapeuten, bis hin zuHauswirtschaftshilfen. „So können wir ganz individuell auf die speziellen Bedürfnisse, die speziellen Krankheitsbilder unserer Patienten eingehen“, so derFirmengründer. Wobei die Betreuung natürlich nicht immer im privaten Umfeld möglich ist. Dennoch muss der Weg nicht zwangsläufig in ein Krankenhaus führen. Auch das ist Teil des innovativen Konzeptes: In betreuten Wohngemeinschaften in Frankenberg, Chemnitz, Dresden und Stollberg hat das Unternehmen für die Patienten eigene Privatbereiche geschaffen. „Hier haben sie nötige persönliche Freiräume, können aber jederzeit auch mit anderen Bewohnern zusammen sein –all das unter professioneller medizinischer und therapeutischer Betreuung“, beschreibt Marc Kischkewitz. Gerade hier wird deutlich, was der Firmenname vermitteln will: Leben trotz –und nicht zuletzt durch–intensive Pflege. „Eine Entwöhnung istauch außerhalb derKlinik möglich“ Zur Erfolgsgeschichte der intensiv- LEBEN GmbH gehören dabei natürlich auch zahlreiche persönliche Erfolgsgeschichten. „Natürlich können viele Patienten nach überstandener Krankheit oder durch moderne medizinische Möglichkeiten irgendwann auf die künstliche Langzeitbeatmung wieder verzichten“, freut sich Marc Kischkewitz. In enger Absprache mit den betreuenden Ärzten ist dann unter bestimmten Voraussetzungen auch ein ambulantes Weanen – die ambulante Entwöhnung –möglich. Eine intensive Trainingsphase, die auf ein langsames Weanen setzt, um beispielsweise Stress- und Erschöpfungszustände des bisher langzeitbeatmeten Patienten zu verhindern. Auch das macht die intensivLEBEN GmbH möglich. Eine echte Erfolgsgeschichte also, made inSachsen. Jens Fritzsche intensiv-LEBEN GmbH Standorte: Dresden,Leipzig, Burkhardtsdorf/Erzgebirge undHalle/Saale HauptbüroBurkhardtsdorf: Seilerweg 1d, 09235 Burkhardtsdorf Tel.: 037212747010 info@intensiv-leben.com Büro Radeberg: Ullersdorfer Str. 16 01454 Radeberg Tel.: 035284195820 Hochmoderne Technik hilft, dass Patienten auch außerhalb von Kliniken künstlich beatmet werden können. Zudem unterstützen die Fachkräfte der intensivLEBEN GmbH die Patienten auch bei der schwierigen Entwöhnung. Eine möglichst langsame Trainingsphase hilft dabei, dass die Patienten ohne Stress- und Erschöpfungszustände über diese Zeit kommen. intensiv-leben.com

29 Leben &Stil ● ● ● WIRTSCHAFT INSACHSEN ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Ein Zeppelin aus der Lausitz Diplomat, Hersteller von Füllern und Kulis setzt auf urbanes Design und Luxus. Doch zurzeit muss die Firma aus Cunewalde vor allem die Krise durchstehen. Von PeterUfer Wie ein Zeppelin vor dem Startliegt der Stiftauf dem Tisch. Das Schreibgerät gleicht einer Zigarre, taugt aber nicht zum Rauchen, denn es besteht aus Aluminium. Kappe und Behälter tragen vertiefte Mulden, so als sollte ein Sturm ungehindert darübergleiten. Die stromlinienförmige Form gab dem Schreiber seinenNamen: „Aero“. Er gehört zueiner Reihe neu gestalteter Federhalter, Tintenroller und Kugelschreiber des Stifte-Herstellers „Diplomat“. „Wir setzen im digitalen Zeitalter auf innovatives Design und außergewöhnliche Materialien“, sagt Tobias Skala, der Werkleiter des Unternehmens mit Sitz inCunewalde im Landkreis Bautzen. Der „Aero“ besitzt deshalb nicht nur ein Aluminiumgehäuse, sondern kann ebenso aus Edelstahl bestehen. Dann liegt er schwer in der Hand. Zehn verschiedene Varianten werden zurzeit angeboten. Ganz neu das Modell „Flame“. Dafür flammt ein Mitarbeiter des Hauses per Hand mit einem Brenner die Metalloberfläche. In der Modellwerkstatt der Firma liegt ein weiterer „Aero“, den esabSeptember in limitierter Auflagegeben soll. Dabei handelt es sich umeinen großen Füllfederhalter aus Aluminium mit einer Feder aus Gold. Clip und Kappen- Abschluss stammen aus einem 3-D-Druckerfür Metall. Dasist die edle Variante für rund 1.000 Euro. „Füllfederhalter sind für viele ein Luxusgut und dem kommenwir entgegen“,sagtSkala. Um aber auch junges Publikum anzusprechen, engagierte die Firma kürzlich die Designerin Claudia Walde. Die 39-Jährige wurde in Bautzen „Wir müssenjetzt den Sommerdurchstehen. Ab September,sohoffe ich, starten wirdurch.“ geboren, verdient seit Jahren ihren Lebensunterhalt mit Graffiti, gilt als Institution in der Sprüher- Welt und machte sich in der Szene als MadC weltweit einen Namen. Erst im vergangenenJahr gestaltete die Lausitzerin ein 18 Stockwerke hohes Gebäude in New Jersey. Und jetzt setzt sie ihre Farben auf ein Setzt mit seinem Team auf innovatives Design und außergewöhnliche Materialien: Diplomat-Werkleiter Tobias Skala. traditionelles Schreibgerät von „Diplomat“. Der urbane Style kommt per Wassertransferdruck auf die Oberflächen der Stifte. Rund zwei Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete „Diplomat“ mit seinen 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 2019, produzierte rund 190.000 Schreibgeräte in dem Jahr. Das werde das Unternehmen 2020 nicht schaffen, schätzt der Werkleiter ein. Seit März musste erwegen der Corona-Krise alle Beschäftigten in Kurzarbeit schicken und es sei bisher nicht absehbar, wann er zur normalen Produktion zurückkehren könne. 70 Prozent der Produkte gehen in den Export, acht Prozent allein in die USA. Doch seit Geschäfte schließen mussten und Exportketten unterbrochen worden, sei der ohnehin gesättigte Markt noch schwieriger geworden. „Wir müssen jetztden Sommer durchstehen und abSeptember, sohoffe ich, startenwir wieder durch“,sagtSkala. Seit 1922 stellt Diplomat Schreibgeräte her und verschrieb sich von Anbeginn einem Motto: Scribendo obligat – dem Schreiben verpflichtet. Der Ursprung des Traditionshauses liegt im niederrheinischen Hennef. Dort produzierte das Unternehmen Füller, machte als eine der ersten Firmen in Deutschland den aus Amerika kommenden Kugelschreiber populär und Ingenieure entwickelten Ende der 1950er- Jahre den ersten deutschen Patronenfüllhalter. Diplomat gehörte neben Pelikan und Mont Blanc zuden großen Schreibgeräteherstellern der Bundesrepublik. In der DDR fertigte der VEB Schreibgeräte „Markant“ inSingwitz Füller. 2001 kamen beide Hersteller zusammen und die Produktion in Cunewalde wurde in dem historischen Gebäude der früheren Markant- Lehrwerkstatt eröffnet. Seit 2016 gehört Diplomat dem französischen Unternehmer Mathias Ringeard, der mit Freude sieht, wie die Lausitzer Schreibmanufaktur Innovationen vorantreibt, um alle Stürmezuüberstehen. ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Fotos:Anja Jungnickel ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● BewegteGeschichte Gegründet wurde dasUnternehmen 1922 in Hennefals „Werkstattfür gedrechselte Füllfederhalter“. 1958 stellte Diplomat den ersten Patronenfüllervor. In den 1980er-Jahren wurde Diplomat vonImcoübernommen. 2001 wurde dieProduktionnachCunewalde verlegt. Seit2016 gehört Diplomatdem französischen UnternehmerMathias Ringeard. Quelle:Wikipedia ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ZurÜbernahme gesucht: IT-Systemhausoder ComputerfachgeschÄft in Döbeln, Riesa, Radebeul oder Dresden. Gern mit Übernahme der Mitarbeiter. AndereGebiete können gern mit angeboten werden. Die Liebe zum Detail in Herstellung und Design sieht man den Produkten aus Cunewalde an. Angebotebitte unterChiffre5774111 A Redaktions- undVerlagsgesellschaftElbland mbH Niederauer Straße 43 ·01662 Meißen

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