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Wirtschaft in Sachsen Herbst 2020

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Das Thema Risikokapitalfinanzierung war gerade erst in Deutschland angekommen, in Sachsen wusste kaum ein Gründer, was dies hieß. Und für Technologieinvestoren war der Freistaat ein weißer Fleck auf ihrer Landkarte. Das zu ändern war das Ziel der Hightech- Startbahn, die sich 2010 erst als Verein und zwei Jahre später als GmbH gründete. Jetzt zehn Jahre später ist die Schere zwischen dem, „was die Forschung anbietet und was wir auf die Straße bringen, sogar noch größer geworden“, stellt Jörg Schüler, Vorstandschef der Hightech Startbahn fest und „das tut jedenTag weh“.Dochdie Gründerszene inSachsen ist erfahrener, das Ökosystem aus Startups, Hochschulen und etablierten Unternehmen größer und die Finanzierungsquoten erheblich höhergeworden. Der Freistaatist längst kein weißer Fleck mehr für Kapitalgeber,ganzimGegenteil. Und das istauch ein Verdienst der Hightech-Startbahn. In der Öffentlichkeit ist der Verein vor allem als Veranstalter der Hightech Venture Days bekannt –eine VeranstaltunginDresden, aufder sich die 40 besten Hochtechnologie-Startups aus Europa internationalen Investoren präsentieren. 2013 startete man mit 46 Gründern aus Mitteldeutschland und 40 deutschen Kapitalgebern. Imvergangenen Jahr reisten 180 Business Angels und Vertreter von Beteiligungsgesellschaften an, aus Japan, China, den USA, Europa bis Saudi-Arabien. Die 40 Startups, unter denen sich auch immer vier bis fünf aus Sachsen befinden, wurden aus 300 Bewerbungen ausgewählt. Der Investorenkongress hat sich als größtes und wichtigstes Treffen für Startups und Kapitalgeber aus den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Mikroelektronik, Umwelt- und Energietechnik sowio Biotechnologie entwickelt. Bei den Hightech Venture Days stellen sich Hochtechnologie-Startups aus Dresden vor. Netzwerkmanager Thomas Schulz (vorn) und Jörg Schüler, Vorstandschef der Hightech Startbahn, machen sich für die Initiative stark. Foto: HightechStartbahn Rund 80 Prozent der präsentierten Unternehmen bekommen eine Finanzierung, 15 Prozent davon finden ihre Investoren auf dem Dresdner Kongress – so die bisherigeBilanz. „Wir picken uns schon die Kirschen vom Kuchen“, sagt Netzwerkmanager Thomas Schulz. Erfolgreiche Beispiele sind etwa der Münchner Flugtaxi-Pionier Lilium oder dasDresdner Startup Arioso des ehemaligen Novaled-Gründers Jan Blochwitz. Er stellte im vergangenen Jahr inDresden smarte Lautsprecher für Hörgeräte undIn-Ear-Headsets vor. Auch in diesem Jahr findet der Investorenkongress statt, allerdings aufgrund der Corona-Pandemie zweigeteilt, als kleinere Vorort-Verstaltung in der Gläsernen Manufaktur und in digitalen Formaten. Wie viele Teilnehmer wirklich anreisen werden, ist Anfang Oktoberunklar.Viele eingeladene Tech- Investoren halten sich die Anmeldung bis zum letzten Moment offen. „Aber ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● wir müssen es einfach vor Ort machen, weil dieses Format vom persönlichen Austausch lebt“, betont Netzwerkmanager Thomas Schulz. Doch die Hightech-Startbahn ist mehr als eine Investorenplattform. „Wir haben uns zu einem Spezialisten für den Hochtechnologietransfer in Europa gemausert“, sagt Schüler. Für Großkonzerne wie Volkswagen oder Airbus suchen die 18 Mitarbeiter der Hightech Startbahn GmbH Startups, die zum Unternehmen passen. So fanden die Dresdner Gründer-Scouts für den Wolfsburger Autobauer geeignete Technologien für die Produktionsautomatisierung, damit Fahrzeuge noch schneller und preiswerter hergestellt werden können. „Die Industrie schenkt uns großes Vertrauen, ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Die Anlaufstelle für Technologie-Gründer Europas führendes Treffenfür Hochtechnologie-Gründerund internationale Investoren findetam13.& 14. Oktober in Dresden in derGläsernen Manufaktur vonVolkswagen statt,unterEinhaltung derCorona-AHA-Regeln:Abstand,Hände waschen und Alltagsmaske. DerHightechStartbahn Netzwerk e.V. ist der größte Verband fürStartups & Jungunternehmen im Hochtechnologieumfeld. Er unterstütztbei der Vernetzung zu Investoren,Mentoren, Kooperationspartnernund Industrie. www.hightech-startbahn.de ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● gewährt sie uns doch tiefen Einblick inihre Produktpläne, mit denen sie erst in zehn Jahrenauf den Marktgehen wollen“, so Schulz. Das freut ihn, denn dieses Vertrauen zu bekommen,sei nicht einfach. Aber nicht nur für die Großen ist die Hightech-Startbahn imEinsatz. Soverfolgen die Innovationsexperten auch mit „Leidenschaft“, wie es dem sächsischen Mittelstandgeht, der ihrer Wahrnehmung nach überaltert ist und in den letzten zehn Jahren aufgrund voller Auftragsbücher zuwenig in Innovationen investiert hat. Sie wollen die Firmen für die durch Digitalisierung und Energiewende ausgelösten neuen Transformationsprozesse rüsten.Gemeinsammit demBundesbeauftragten für die neuen Länder wurde das Programm „Unhide theChampion“ entwickelt. Gezielt werden nach bestimmten technologischen Schwerpunkten mittelständische Firmen mit Startups aus ganz Europa zusammengebracht,umGeschäfte für beideSeiten zu generieren.Geht es bei denHightech VentureDaysumdie Vernetzung von Kapital und Geschäftsideen, steht bei „Unhide the Champion“ der Aufbau von Kunden- und Lieferantenbeziehungen im Vordergrund. Denn Gründer brauchen nicht nur Kapital, sondern vor allem Kunden. Die erste Veranstaltung fand in Bitterfeld-Wolfen zum Bereich Chemie statt. Anfang November folgt ein digitales Treffen zu Energie- und Umweltthemen, im Januar wird sich in Chemnitz alles umAnlagen- und Maschinenbau drehenund im Juni in Dresden um Informations- undKommunikationstechnologien. Neben diesen Events beteiligt sich die Hightech-StartbahnauchamManagement von Technologieclustern und betreibt Transferforschung. „Das hilft uns, frühzeitig mitdabeizusein“, sagt Jörg Schüler. Er selbst engagiert sich stark in der Vertriebsberatung. Denn was esimÖkosystem und in vielen Startups im Freistaat nicht gibt, sind erfahrene Vertriebsexperten. „Es ist viel erreicht worden, doch was uns fehlt, sind erfahrene Köpfe“, sagt Schüler. Er hofft, inden nächsten Jahren erfahrene Unternehmer aus anderen Regionen Deutschlands „zu uns ziehen zu können“. Und Thomas Schulz würde gern jungen Unternehmen aus dem Ausland über den Weg in die neuen Bundesländer den Markteintritt in Deutschland vereinfachen. „Denn wir brauchen hier einfach viel mehr erfolgreiches Unternehmertum“, meint er zumAbschluss. Beste Chancen für Ihre Karriere. Jetzt durchstarten mit der DEKRA Akademie in Dresden Machen Sie Ihren nächsten Karriereschritt! 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Der in Dresden entwickelte Rahmen hat seine Feuertaufe bereits im weltweit ersten CFK-Leichtbauzug CE- TROVO bestanden. Für das Projekt des weltgrößten Schienenfahrzeugherstellers CRRC aus China entwickelte CG Rail außerdem auch die Komponenten Frontkabine, Wagenkasten und Unterflurverkleidung incarbonintensiver Leichtbauweise. In dem Unternehmen arbeiten aktuell 27 Mitarbeiter. Gänsezuchtinvestiert in moderneStälle Mit dem Bau von drei modernen Gänseställen und einem Kühlhaus will die Eskildsen GmbH mit Sitz in Wermsdorf nicht nur die eigene Zukunft am Markt sichern, sondernauch einZeichen fürdie Einhaltung hoher Tierwohl-Standards setzen. Rund viereinhalb Millionen Euro flossen in das Großprojekt, eine Million kam aus Fördermitteln der EU beziehungsweise des Freistaates. Gebaut wurde in drei Abschnitten. Die neuen Ställe verfügen über ein ausgeklügeltes Belüftungssystem und optimale, naturnahe Beleuchtung. Rot- und Weißlicht simulieren Sonnenauf- und -untergang, Ruhezonen und großzügige Bademöglichkeiten sollen den Tieren ein möglichst stressarmesLeben ermöglichen. Das neue, große Kühlhaus erleichtert es dem Unternehmen außerdem, den Kundenanfragen auch in der Hochsaison gerecht zu werden. ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Impressum Sächsische Zeitung GmbH, Dresden Geschäftsführer: Carsten Dietmann, Denni Klein Anzeigen: Denni Klein Vertriebsleitung: Nikolausvon der Hagen Technische Leitung: Volker Klaes Projektleitung: Rico Nonnewitz Kuratorin: AnnetteBinninger(verantw.) Redaktion: Nora Miethke,Michael Rothe, GeorgMoeritz,Ulrich Wolf,Irmela Hennig,SvenHeitkamp,Peter Ufer,Jens Fritzsche, Annett,Kschieschan, Katja Solbrig Schlussredaktion: Annett Kschieschan Layout: Rita Schönberger-Gay Hausanschrift: Ostra-Allee 20 01067Dresden Druck: DDVDruck GmbH www.wirtschaft-in-sachsen.de kontakt@wirtschaft-in-sachsen.de ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ●

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Etwas verhaltener fällt der Optimismus inder Bauwirtschaft aus. Hier hat sich die Stimmung über den Sommer nur leicht verbessert. ImAugust sanken die Geschäftserwartungen sogar wieder etwas. Fest steht: Das sächsische Stimmungsbarometer ist insgesamt noch nicht wieder auf dem Vor-Corona-Niveau angekommen. Unterstützung vomBund entlastetUnternehmen Das Zahlungsverhalten hat sich in Sachsen im zweiten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. Mussten Unternehmer da noch einen Zahlungsverzug von durchschnittlich 9,4 Tagen hinnehmen, waren es 2020 nur noch 8,3 Tage. Damit liegt die Zahlungsmoral im Freistaat annähernd wieder auf dem von Experten als sehr gut bewerteten ersten Quartal 2019. Mit Blick auf die Corona-Krise scheint die gestiegene Zahlungsmoral ungewöhnlich. EinGrund dafür sind jedoch die massiven Unterstützungsangebote der Bundesregierung. Der leichtere Zugang zu KfW- und SAB-Krediten sowie Steuerstundungen und Zuschüsse für Selbstständige zeigen ihre Wirkungen. KürzereZahlungsziele Rechnungen werden schneller beglichen Dazu kommt: Viele Unternehmer haben zu Beginn derKriseimMärz ihren Kreditrahmen ausgeschöpft, um ihre Liquidität zu sichern. Dadurch ist ein Großteil der sächsischen Betriebe eher in der Lage, Rechnungen fristgerecht zu begleichen. Aufder anderenSeite führt dieKreditaufnahme zueiner Verschlechterung der Bilanzqualität. Ein Blick in die einzelnen Branchen zeigt ein differenziertes Bild. Währenddie RechnungenimEinzel-und im Großhandel jetzt rascher beglichen werden, hat sich der Zahlungsverzug bei den Konsumgütern mit zusätzlich zwei Tagen sogar deutlich verschlechtert. Die Fachleute gehen davon aus, dass sich die Zahl der Überfälligkeitstage mit dem Anhalten der Krise in der Wirtschaft noch weiter erhöhen wird. MehrInsolvenzenab Herbsterwartet Lieferanten und Kreditgeber sehen sich steigenden Risiken gegenüber. Das zeigt eine Analyse auf Basis des Creditreform Debitorenregisters Deutschland (DRD), für die rund 3,5 Millionen Rechnungsbelege ausgewertet wurden. Ein Indiz dafür ist der durchschnittliche Zahlungsverzug, der sich im ersten Halbjahr 2020 auf 10,8 Tage erhöht hat. Zugenommen haben die Zahlungsverzögerungen besonders bei Geschäftstransaktionen mit der Chemieindustrie und der Kunststoffbranche. Geringere Zahlungsverzögerungen gibt esimLogistikgewerbe. Die durchschnittliche Forderungslaufzeit lag im ersten Halbjahr mit 42,9 Tagen leicht unter dem Vorjahreswert. Im Schnitt vergehen also 1,5 Monate, bis der (in Tagen) Sachsen-Barometer +4,5 +2,8 –0,2 –4,1 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 Quellen: Ifo-Institut Dresden, Creditreform Beschäftigung +3,3 +3,5 +0,6 +0,2 Geschäftsklima +3,2 +2,4 Stimmungsindikator Salden ausFirmenurteilen zum Geschäftsklima und Beschäftigungserwartungen +1,8 +2,1 +1,2 BIP-Wachstumsrate in Prozent +0,5 –6,4* 2020 SZ-Grafik: Gernot Grunwald +30 +25 +20 +15 +10 Ich will: höchste Qualität, in allen Bereichen! Lisa Angermann, Gründerin Frieda-Restaurant +5 0 –5 –10 –15 –20 *Prognose vonJuli 2020 Erbringer einer Leistung sein Geld erhält. In den letzten Monaten hat die Kürzung der Zahlungsziele durch die Lieferanten einen Anstieg der Außenstandsdauer verhindert. Insgesamt stieg jedoch der Druck inSachen Zahlungsfähigkeit. Damit droht eine Kettenreaktion vor allem in stark verflochtenen Wirtschaftsbereichen –bis hin zu vermehrten Insolvenzen. Für das Gesamtjahr 2020 prognostiziert die Creditreform Wirtschaftsforschung 15bis 18 Prozent mehr Unternehmenspleiten in Deutschland als im Vorjahr. „Die Hauptinsolvenzlast erwarten wir bei gleichbleibenden Bedingungen aber erst in den ersten beiden Quartalen 2021. Es ist sehr wahrscheinlich, dass abOktober vor allem viele kleine Selbstständige, Gewerbetreibende und mittelgroße Firmen Insolvenz beantragen müssen, die heute schon illiquide sind und nur noch auf Sicht fahren“, so Thomas Schulz, Prokurist bei Creditreform Dresden. Wasjetzt vor allem helfen könne, sei unternehmerische Eigenverantwortung. Das bedeute, sich nicht nur aufden staatlichenRettungsankerzuverlassen, sondern die eigene Finanzierung zu überdenken und mehr auf Eigenkapitalstärke zusetzen. „Auch die Weiterentwicklung des eigenen Geschäftsmodells ist ein wesentlicher Punkt, der von der gesamten deutschen Wirtschaft aber seit Jahren auf die leichte Schulter genommen wird“, so ThomasSchulzweiter. So hätten die Industrie insgesamt, die Automobilbranche, der Maschinenbau und der stationäre Einzelhandel Probleme, die weit vor der Epidemie entstandenseien. DasSachsenbarometer, derWirtschaftsindikator der„WirtschaftinSachsen“, erscheintinKooperationmit der Dresdner Niederlassung desIfo Instituts-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschungander Universität Münchene.V.und der Wirtschaftsauskunftei CreditreformDresden. www.ifo-dresden.de www.dresdencreditreform.de Quelle: Creditreform ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Betrug mit Corona-Hilfen:Ermittlungen in mehr als 10 000 Fällen ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Staatsanwaltschaften inDeutschland registrieren noch immer Verdachtsfälle wegen Betrugs im Bezug auf das Corona-Soforthilfeprogramm des Bundes. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Richterzeitung bei den Justizministerien und Staatsanwaltschaften der Länder hervor, über die das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete. Demnach meldeten bis auf Thüringen alle Bundesländer Fälle. Der Umfrage zufolge könnte sich der Schaden auf mehrere Millionen Euro belaufen.Der Deutsche Richterbund (DRB) geht davon aus, dass die strafrechtliche Aufarbeitung der Fälle die Justiz noch bis weit ins nächste Jahr beschäftigen wird. „Trotz Auslaufens der staatlichen Hilfsprogramme erreichen die Staatsanwaltschaften weiterhin neue Verdachtsfälle erschlichener Corona-Soforthilfen“, sagteDRB-Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn demRND.Hinweiseder auszahlenden Banken auf mögliche Straftaten gingen teilweise erst mit langem zeitlichen Nachlauf bei den Strafverfolgern ein. „Esgehtdabei in derRegel um Fälle vonSubventionsbetrug, die vertiefte einzelfallbezogene Ermittlungen erfordern und sich nicht standardisiert als Massenverfahren erledigen lassen“, sagte Rebehn. Die meisten Fälle registrierten demnach die Behörden inNordrhein-Westfalen: Mehr als 4.300 Verfahren sind dort anhängig. Allein die Staatsanwaltschaft Köln führt rund 900 Verfahren wegen Betrugs, bei denen es um ein Subventionsvolumen von mehr als neunMillionen Euro geht. ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● www.s-firmenkunden.de S-Firmenkunden kann: Existenzgründung! Wirhaben Lisa Angermann denTraum vom eigenenRestaurantinLeipzig ermöglicht. ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ●

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