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Wirtschaft in Sachsen Herbst 2020

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Damit werde man „wieder ein Stück Elektromobilität nach Leipzig holen“, sagt der Leiter des Leipziger Werks, Hans-Peter Kemser. Schon abMitte nächsten Jahres wolledie Fabrik dieHochvolt-Module in Großserie produzieren. Bis 2022 sollen mehr als 150 Mitarbeiter in der Leipziger Batteriemodul-Produktion arbeiten. Zusammen mit dem bayerischen Dingolfing wird das Werk dann die Komponenten an diverse Standorte der BMW-Gruppe liefern. Weitere Fertigungen für elektrische Antriebe betreibt das Unternehmen bisher in Spartanburginden USAund in Shenyang in China. Neue Abfüllanlage beiRadeberger Die RadebergerBrauerei hateine neue, hochmoderne Abfüllanlage in Betrieb genommen. Ein erster Probebetrieb fand im März statt. Danach wurde die Anlage weiter komplettiert, justiert und stufenweise hochgefahren. „Das ist für ein Projekt dieser Größe ein ordentliches Tempo, das nur durch ein gutes Miteinander aller zu stemmen war“, sagt Jörg Hormes, Betriebsleiter der Radeberger Exportbierbrauerei. Das Besondere ander Anlage: Sie kann mit unterschiedlichen Flaschengrößen, also mit 0,5- und 0,33- Liter-Flaschen umgehen und auch ganz unterschiedliche Kästenbefüllen. Großinvestition bei Gurtfabrik Für über eine Million Euro entsteht eine neue Lagerhalle bei der Sächsischen Hebe- und Zurrtechnik GmbH (SHZ) in Großröhrsdorf. Das Unternehmen ist auf die Produktion von Zurrgurten, Hebebändern und Rundschlingen spezialisiert. Damit können auch schwerste Lasten bewegt werden, wie Betonteile oder Container –bis zu25Tonnen. Die Nachfrage nach solchen Gurten und Bändern sei gestiegen, heißt es aus dem Unternehmen. Wegen der kontinuierlich positiven Geschäftsentwicklung werdenun erneut gebaut. ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Farbe bekennen Fehlende Handhygiene ist nicht nur im Klinik-Alltag ein Risiko, wie Corona zeigt. Ein Start-up und die Klinik Sebnitz tun etwas dagegen. Von Anja Weber Sie bezeichnen sich selbst als Kultur- und Kreativpiloten, Alexander Döpel und Robert Hellmundt, die beiden Gründer des Startups Heyfair aus Jena. Mit ihrer Entwicklung Soapi Coach, zu Deutsch Seifen-Trainer, gehen sie eines der größten Probleme des Gesundheitssystems an: die Handhygiene. Patienten stecken sich mit gefährlichen Keimen an, die übertragen werden vom Klinikpersonal, anderen Patienten und Besuchern. Der Grund ist: sie haben sich dieHände nichtrichtig desinfiziert. Da Handhygiene den Kliniken enorm wichtig ist, haben die drei sächsischen Asklepios-KlinikeninRadeberg, Hohwald und Sebnitz mit dem jungen Unternehmen einen Kooperationsvertrag geschlossen. Jetzt wurde die Zusammenarbeit und die Soapi-Coach-Trainingsmethode in der Sächsische Schweiz Klinik inSebnitz erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. KurseauchinSchulen Die Methode ist rechteinfach: Mit einem Produkt können die Heyfair-Leute Defizite beim Händewaschen sichtbar machen. Soapi Coach ist eine spezielle Handcreme. Sie macht das Entfernen von Keimen beim Händewaschen sichtbar und zeigt durch lila Färbung, wo immer noch Keime verbleiben würden. So werden mögliche Fehler beim Händewaschen sichtbar gemacht. Durch die Technik des Einfärbens der Hände beim Waschen und Desinfizieren werden zwar keine Keime, Bakterien oder Viren sichtbar.Dafür abergereinigteund ungereinigteStellen. Und das funktioniert so: Im ersten Schritt werden die Hände mit der violetten Creme eingefärbt, also wie beim Waschen mit Seife. Alle Stellen müssen bedeckt sein. Als nächstes werden die Hände mit Seife gewaschen. Als Letztes gilt es, die Hände zu prüfen. Farbrückstände zeigen,wonoch Keime sind. Beim Thema Hygiene spielt den Gründern Corona sprichwörtlich indie Hände. „Kontaktbeschränkungen und umfassende Hygienemaßnahmen gehören nicht nurfür unsimKlinikbetrieb zu den gültigen Standards. Denn richtiges Händewaschen ist unter anderem unerlässlich, um sich wirksam vor Infektionskrankheiten wie Corona zu schützen“, In der Asklepios-Klinik Sebnitz wurde jetzt das Handhygienekonzept von Heyfair vorgestellt. Der Test ist einfach: Zuerst die gewaschenen Hände eincremen Danach werden sie mit Seife und Wasser abgespült. Bleiben Cremeflecken, dann noch mal ab zum Händewaschen. Fotos:Steffen Unger sagt Klinik-Geschäftsführerin Tina Winkler. Bis zu 90 Prozent aller Erreger werden über die Hände von Mensch zu Mensch übertragen. Die hygienische Händedesinfektion gilt darum als unerlässlicher Baustein beim Schutz vor Infektionen –wenn sie denn gelingt. Unter Anwendung konventioneller Desinfektionsmittel wird das Händewaschen zuoft fehlerhaft durchgeführt, zum Beispiel weil nicht alle Hautpartien benetzt werden können oder zuwenig Desinfektionsmittel verwendetwird. Für ihr Startup haben die beiden Gründer einige Studien durchgeführt und Statistiken analysiert. Demnach steht fest: Jeder vierte Mensch in Deutschlandwäscht sich die Hände ohne Seife, jeder fünfte schäumt sich die Hände unter fließenden Wasser ein. Damit ist die Seife gleich wieder weg. Und nur jederfünfte wäscht sichdie Hände 20 Sekunden lang. Die Folge: Keime werden weitergegeben und Menschen werden krank. Soapi Coach muss nun nicht jeden Tag angewendet werden. Denn, wie der Name schon sagt, es ist eine Trainingsmethode. Sie richtetsich an alleBerufsgruppen, die im Gesundheitswesen tätig sind. Weitere Kranken- und Pflegeeinrichtungen planen bereits die kontinuierliche Schulung von Mitarbeitern, Patienten und Besuchernmit dieserMethode.Außerdem haben schon Bildungseinrichtungen, dieLebensmittelindustrie und Reedereien ihr Interesse bekundet. Ein erster Kurs für Sebnitzer Schüler war zunächst ander Grundschule Schandauer Straße in Sebnitzgeplant. Der Asklepios-Konzern bietet an, alle Sebnitzer Grundschulen kostenfrei im Umgang mit Handhygiene zu schulen. Dazu gehen Klinik-Mitarbeiter in die Einrichtungen. Bei Bedarf könnensichdafür weitere Schulen oder auch Kindertagesstätten in derSebnitzer Klinik anmelden. ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Globalfoundries beiRanking vorn ● ● ● ● ● ● ● Tagungen und Firmenveranstaltungen im Leipziger Neuseenland Die Ruhe und das maritime Flair machen das LAGOVIDA imschönen Leipziger Neuseenland zu Ihrem idealen Veranstaltungsort. Maßgeschneiderte Angebote für Ihren individuellen Anspruch. Umgeben von der Natur und des Störmthaler Sees werden Sie während Ihres gesamten Aufenthaltes betreut und verwöhnt. 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Am Standort Dresden sind rund 3.200 Mitarbeiterinnen undMitarbeiter beschäftigt, denen Globalfoundries zahlreiche Vergünstigungen bietet. Dazu gehören ein hauseigenes Fitnesscenter, eine Physiotherapie, das Mitarbeiterportal „Gesunde Vielfalt“ mit einem Bonusprogramm für die Teilnahme aneinem Gesundheitsprogramm, ein attraktives Programm zur Entgeltumwandlung für Elektronik- und Fahrrad-Leasing sowie ein gesundes Angebot im subventionierten Betriebsrestaurant. Darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen in zahlreichen Initiativen, unter anderem inder Nachwuchsförderung im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Außerdem legt Globalfoundries als Mitglied der Umweltallianz Wert auf nachhaltige Produktion. Das Unternehmen beliefert Kunden auf der ganzen Welt mitinnovativenHalbleiterprodukten in 22nm-,28nm-,40nm- und 55nm-Technologien auf300mm-Wafern. ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ●

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ImGegenteil: Die Bilanzen weisen 40 Millionen Euro Jahresumsatz auf, zwei Drittel der Produktion gehen ins Ausland, die Mitarbeiterzahl ist von 150 Beschäftigen 2010 auf 230Mitarbeiter 2020 gestiegen. Was steckt genau dahinter? Das Geschäftsmodell von Infratec basiert auf zwei Säulen. Zum einen produziert das Hightech-Unternehmen,das seit 1991 am Technologiezentrum Dresden angesiedelt ist, Infrarot-Wärmebildkameras. Zwischen 6.000 und 200.000 Euro pro Stück kosten die optischen Systeme, diemit immer höheren Auflösungen und kürzeren Integrationszeiten geringste Temperaturunterschiedeerkennenlassen. Die Anwendungsbereiche erstrecken sich über Dutzende Branchen hinweg, wie Vertriebsleiter Jörg Döppner erklärt. „Die Kameras sind überall gefragt, wo Temperaturverteilung eine Rolle spielt“, sagt der 53-Jährige. Inder Metallindustrie können sie erkennen, woamEnergieverbrauch gespart werden sollte. Bei der Fertigung von Neuwagen messen die Hersteller die Temperaturentwicklung an Reifen und Bremsen, umAbweichungen von Normwerten zu erkennen. Auch Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz können durch die Aufzeichnungen der Infratec-Kameras frühzeitig eingeleitet werden: InBiotopen etwa lassen sich Tiere, Pflanzen und geologische Elemente auf Veränderungen durch Um- VomSpin-Off der TU zum Global Player: Matthias Krauß und Matthias Heinze führen heute die Geschäfte des Dresdner Unternehmens Infratec. Foto: Jürgen Lösel weltreize prüfen. In der Corona-Krise gehört Infratec zuden wenigen Unternehmen, die dank ihres Geschäftsmodells profitieren. Denn die Infrarotgeräte können auch genutzt werden, um auf größerem Raum Menschen zu identifizieren, die erhöhte Temperatur oder Fieber haben. Es sind zwar keine Medizingeräte, können aber Corona-Hinweisgeber sein. „Wir haben Anfang des Jahres 50 Kameras an Amazon verkauft und auch Geschäfte mit Tesla gemacht“, sagt Döppner. Unter den Referenzen sind neben weiteren Global Playern wie Bosch, Audi und Brose auch so manch unerwartete Namen zu finden. So landeten in der brenzligsten Phase des Ukraine-Konflikts auch Infratec-Kameras in den Händen von internationalen Beobachtertruppen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Denn dank Infrarot konnten die Militärbeobachter genau nachvollziehen,was sich an der russischen Grenzeabspielte. Die zweite Säule, mit der Infratec in der Nachwendezeit die globalen Märkte eroberte, ist die Produktion von sogenannten pyroelektrischen Detektoren. Dabei werden Infrarotstrahlen durch einen Filter geschickt und dann von speziellen Sensoren in Energie umgewandelt. Auch hier setzt das Unternehmen auf die vollständige Fertigung inDresden, währendeinzelne nötigeRohstoffe wie das Lithiumaus Asien importiert werden. „Unsere Kernkompetenz sitzt hier in diesen Fertigungshallen“, sagt die Betriebsleiterin imBereich Infrarottechnik, Janka Haubold. Im Ausland wäre die Logistik der Detektoren deutlich aufwendig, weshalb eine Verlagerung kein Thema ist. Rund eine halbe Million der gerade einmal acht bis zehn Millimeter großen Sensoren verkauft das Unternehmen proJahr. Wie auch bei den Wärmebildkameras sind die Anwendungsbereiche enorm vielseitig. Sie werden in Narkosegeräte verbaut, können zur Gasanalyse im gefährlichen Bergbau genutzt werden oder geben den Betreibern von Biogasanlagen Aufschluss über die korrekte Kraftstoffzusammensetzung. Haubold sieht Infratec, das neben dem Dresdner Hauptsitz auch Standorte in den USA, China und Großbritannien betreibt, gut für die Herausforderungender Zukunft gerüstet. „Der aktuelle Trend geht zu Transformatorengasanalysen und Umweltschutz“, so Haubold. Ölproben in der Elektrotechnik, die Vermeidung von gefährlichen Kühlgasen inder Halbleiterindustrie seien die Themen der Zukunft. Dass Infratec offenbar ein gutes Näschen für Geschäftstrategien hat, ist auch dem Dresdner OberbürgermeisterDirkHilbert (FDP) nicht entgangen, der selbst eine Ausbildung zum Elektronikfacharbeiter hinter sich hat.–„Infratec hat dieMusterbiografie eines sächsischen Unternehmens“, sagt er. 1991 entstanden aus einem Spin-Off der Technischen Universität Dresden, sind die ehemaligen Elektrotechnik-Studenten Matthias Krauß und Matthias Heinze heute Geschäftsführer eines globalen Players. Gerade wurde in ihrem Auftragder SüdflügelimTechnologiezentrumfür 16,4 Millionen Euro fertig ausgebaut, auch eine Sanierung im Nordflügel istabgeschlossen.Infratechat riesigen Bedarf an neuenFlächen undwillbereits im kommenden Jahr weiterbauen. Wachstum, Wachstum, Wachstum, so heißtdie Devise. Auf den Spuren des Zinnerzes ANZEIGE Die Montanlandschaft Altenberg/Zinnwald gehört seit 2019 zum Unesco-Welterbe. Im östlichsten der historischen Bergreviere können Besucher Zeugen einer 600-jä hrigen Bergbaugeschichtebestaunen. „Glück auf!“ Dieser traditionelle Bergmannsgruß begegnet Besuchern des Erzgebirges noch heute auf Schritt und Tritt. Ebenso wie die Spuren des Bergbaus inForm von Mundlöchern und Schaubergwerken, Erzwäschen und Hammerwerken, Bergkapellen und Bergbaumuseen. Kein Wunder, denn die Montanwirtschaft hat die Region an der Grenze zu Tschechien jahrhundertelang geprägt. Seit dem vergangenen Jahr darf sie sich zum Unesco-Welterbe zählen. Die Montanlandschaft Altenberg-Zinnwald ist das östlichste der historischen Bergreviere im sächsischen Teildes Erzgebirges: Neugierige können sich dort auf eine Zeitreise durch rund 600 JahreAbbau,Aufbereitungund Verarbeitungvon Zinnerz begeben. Neben der gigantischen Pinge, einem zwölf Hektar großen Einsturzkrater, und dem weithin sichtbaren Fördertr urm des Arno- Lippmann-Schachtes gehört das Bergbaumuseum Altenberg zu den markantesten Zeugen einer spannenden Industriegeschichte. Untergebracht ist es in der historischen Zinnwäsche, deren Ursprünge im 16. Jahrhundert liegen unddie bis1952inBetrieb war. Aus einer ganz anderen Perspektive erleben die Besucher das Unesco-Welterbe aufS chloss Lauenstein. Denn es gehörte einst der ein- Schloss Lauenstein Foto: Marko Borrmann flussreichen Adelsfamilie von Bünau, die rund 300 Jahrelang dortresidierte unddie an der Entwicklung des Bergbaus imsächsischen Erzgebirge maßgeblich beteiligt war. Errichtet Ende des 12. Jahrhunderts als Burg, wurde das Ensemble auf einem Felsvorsprung über der Müglitz im 15. Jahrhundert zum repräsentativen Wohnschloss umgestaltet. Nach dem verheerenden Stadtbrand von 1594 ließ Günther von Bünau das Schloss wiederaufbauen – ebenso wie die Stadtkirche Lauenstein, die in diesem Zuge eine kulturhistorisch wertvolle Ausstattung erhielt. Beide Projekte finanzierte die Familie von Bünau durch Gewinne aus den Zinn-und Eisenerzfunden. www.altenberg.de

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