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Wirtschaft in Sachsen Herbst 2020

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Gebaut wurdedas Bürogebäude natürlichgenauso wiedie mittlerweile mehr als 10.000 vomUnternehmen realisierten Projekte nachdem GOLDBECK-Prinzip ausvorgefertigtenBauelementen. Foto:GOLDBECK Ost GmbH/NiederlassungSachsen Planen, bauenund betreuen– individuell, schnell undnachhaltig DieGOLDBECKOst GmbH bietet ganzheitlicheBaulösungenaus einer Handfür Sachsens Industrie undKommunen Regional verwurzelt und direkt vor Ort: Die GOLDBECK Niederlassung Sachsen mit Standorten in Klipphausen bei Dresden und Treuen bei Plauen ist der Ansprechpartner fürschlüsselfertigesBauen. Sie ist Teil von GOLDBECK, dem bundesweitund internationaltätigenPartner für das Konzipieren, Bauenund Betreuen von gewerblichen undkommunalen Immobilienmit mehr als 50 Jahren Erfahrung. Planen, Bauen und Betreuen: alles in einer Hand Seit 30 Jahren ist die GOLDBECK Ost GmbH in Sachsen aktiv. Was mit einer HandvollMitarbeitern begann, hatsich zu einem starken Partner derWirtschaft in Sachsen und darüber hinaus entwickelt. In der NiederlassungSachsensind heute rund 70 Mitarbeiter an zwei Standorten beschäftigt, darunter Architekten und Fachingenieure aller baurelevanten einzelnen Bereiche. Von der individuellen Objektplanung über das schlüsselfertige Bauen bis zur werterhaltenden Betreuung kann GOLDBECK damit das gesamte Leistungsspektrum aus einer Handanbieten. „Unsere Produktpalette ist breit gefächert, der Ausgangspunkt unserer Arbeit aber stets derselbe: Wir bauen auf Basisunserer industriellgefertigten Systembauteile“, erläutert Niederlassungsleiter Jörg Bechmann das GOLDBECK- Prinzip. Immer wiederkehrende Bauelemente setzen sich zu neuen, individuellen Gebäuden zusammen, die perfekt GOLDBECKOst GmbH NiederlassungSachsen/Plauen ZumBahndamm 18,08233Treuen,Tel.: 037468 69-0 www.goldbeck.de/standorte/plauen aufihren jeweiligen Einsatzzweck zugeschnitten sind. Dabei werden die Kundenwünsche anArchitektur und Funkttionalität von Anfang an in die Planungen einbezogen. Zudem werden auch gebäudetechnische Aspekte wie der Einsatz erneuerbarer Energien, zugeschnitten auf den individuellen Bedarf desKunden, eingesetzt. Die Bauelemente werden im Wesentlichen von GOLDBECK selbstproduziert – in eigenen Werken,bei hoherStückzahl und ingleichbleibender, kontrollierter Qualität. Einen großen Teil der eigenen Bauelemente für Stahltragwerke sowie Aluminium-Elemente stellt GOLDBECK zum Beispiel amStandort Treuen her. So wirken sich Witterungseinflüsse auf derBaustelle kaum noch auf die Bauzeiten aus, erläutert Jörg Bechmann. „Unsere eigene Fertigung sichert zuverlässig die Qualität unserer Produkte. Wir sind unabhängiger von Lieferzeiten externer Anbieter und können unsere Erfahrungen mit Materialien und Systemendirekt in die Herstellung einfließen lassen. So bauen wir schneller und besserfür unsereKunden“ GOLDBECKOst GmbH Niederlassung Sachsen/Dresden Hamburger Ring 1, 01665 Klipphausen, Tel.:035204 673-0 www.goldbeck.de/standorte/dresden INTERVIEW MIT NIEDERLASSUNGSLEITER JÖRGBECHMANN Jörg Bechmannleitetdie GOLD- BECK-Niederlassung Sachsen. Foto:GOLDBECK OST GmbH HerrBechmann, dieaktuelle Situation ist für manche Unternehmen schwierig. Wiesiehtes bei Ihnenaus? Wir haben uns inden vergangenen Jahren sehr gut entwickeltund schauen zudemoptimistisch in dieZukunft . So betreuen wir auch in diesem Jahr zahlreiche Vorhaben in Sachsen, unteranderem fürDräxlmaier in Leipzig, metaWERK in Meerane undfür weitere Kunden ausdem Mittelstand, zum Beispiel KNBinBautzenund pixx print in Chemnitz. Ist denn jetzt der richtige Zeitpunkt für Unternehmen, um in neueBautenzuinvestieren? Ja!Geradeinunsicheren Zeiten sollte mannachvornschauen. Deshalb hat GOLDBECK auch die Kampagne ,5 Gründe, jetzt zu bauen“ gestartet: damit Sie erstens parat sind, wenn der Aufschwung kommt, weil zweitens Immobilien bleibende Werte schaff en,weilesdrittens Sinn macht, freie Kapazitäten in Zukuftsprojekte zu investieren, weil viertens Klimaschutz keine Krise kennen darf und weil fünftensInvestitionen dasbeste Signal fürStärkeund Zuversichtsind. Im Bereich der Autozulieferindustrie beispielsweise stehen durch die E- Mobilität Veränderungen an, müssen Abläufe umstrukturiert werden. Da kann esschon sein, dass die alte Halle nicht mehr passt. Wer jetzt etwas verändern möchte, brauchtaber auch Sicherheit. Wir garantieren die Einhaltungdes Budgets und derFertigstellungstermine –daraufkönnen sich unsereKundenverlassen. Wieschaff en Siedas? In dem wir mit unseren Kunden von Anfang anihr Projekt planen, entw i- ckelnund umsetzen,egalobProdukt i- onshalle, Bürogebäude, Parkhäuser oder andereBauten. Alle dazu benötigten Fachingenieure sind fest in unserem Team. Undwir nutzen unsere fi r- meneigenenBauelemente. So können wir jedes Gebäude ganz konkret auf die individuellenZwecke anpassen. Von GOLDBECK gebaut:Sonderwerkzeug24 in Plauen Von GOLDBECK gebaut: DigadesinZittau Von GOLDBECKgebaut: Fahrrad XXL in Dresden-Kaditz Weithin sichtbar erscheint der moderne Firmensitz von Sonderwerkzeug24 an derA72 in Neuensalz bei Plauen. Die Halle bietet mit rund 3000 Quadratmetern jede Menge Platz für Maschinen, an denen Sonderwerkzeuge wie Kleinstbohrer und Fräser für Kundeninderganzen Welt produziertwerden.Durch dieriesige Glasfront desNeubaus von 40 malachtMetern kommtvielLicht insInnere. Das Entwicklungszentrum für digades in Zittau wurde durch die Goldbeck Ost GmbH 2019 fertiggestellt. Drei Stockwerke mit 2.260 Quadratmetern Nutzfläche bieten Platz für die Entwicklungsabteilung undentwicklungsnahe Bereiche wiedas Projektmanagement oder auch den Vertrieb. Durch die Zusammenlegung vieler Bereiche in einem Gebäude sind die Wege zuden Kollegenminimal, Meetings können sogar auf einer Eventtreppe abgehaltenwerden. Am 1. April 2019 öffnete die neue Fahrrad XXL-Filiale auf der Washingtonstraße in Dresden-Kaditz. Mit 4.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche und Werkstatt ist sie die drittgrößte Fahrrad- Filiale inganz Sachsen. Im Neubau finden unter anderem mehr als 3.000 Fahrräder und E-Bikes aller Kategorien sowie eine 300 Meter langeTeststreckemit SteigungPlatz. Außerdem gibt es eine 250 Quadratmeter große Kinderradabteilung mit Anhängern und Kindersitzen. Fotos:GOLDBECK OstGmbH

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Staudinger funktioniert das sehr gut, sagt sie. „Dresden hat meinen Mann undmich gefangengenommen – durch hohe Lebensqualität, durch anspruchsvolle historische und moderne Architektur und durch die vielfältigen Kunst- und Kulturangebote“, macht die neue Rektorin der Technischen Universität Dresden klar. Der Broadway mit seinenMusical-und Boulevard-Theatern war dabei nie so ihr Ding, gibt sie zu. Und kommt regelrecht ins Schwärmen: „Wir sind vor einigen Wochen bei strömendem Regen mal ins Kraftwerk Mitte gegangen –und waren begeistert von dieser Vielseitigkeit an kulturellenMöglichkeiten indiesem alten Industriebau mit der sehr anregenden Atmosphäre!“ Staatsoperette, Theater Junge Generation, Programmkino und spannende Kneipen – „das ist anders, muss sich aber vorm Broadway nicht verstecken“, sagt Ursula Staudinger mit einem überzeugten und vor allem überzeugendem Lächeln. „Wir Deutschen haben ja mitunter die traurige Eigenschaft, unser Licht ein wenig unter den Scheffel zu stellen, dafür gibt es in Dresden keinen Grund!“ Auch für die hiesige TU nicht, schiebt sie gleich nach. „Was da im Zusammenspiel mit den zahlreichen im Umfeld der Technischen Universität Dresden angesiedelten außeruniversitären Forschungsinstituten, der Max Planck Gesellschaft,der Helmholtz-und der Leibniz-Gemeinschaft sowie der Fraunhofer-Gesellschaft entstanden ist, das ist wirklich beispiellos!“ Ein Satz mit Gewicht. Für Ursula M. Staudinger ist der Start inDresden dabei durchaus eine Rückkehr. Eine Rückkehr nach Deutschland; sie wurde in Nürnberg geboren. Aber auch eine Rückkehr nach Dresden. Denn schon um die Jahrtausendwende hatte sie knapp fünf Jahre lang als Professorin an der TUDresden gearbeitet. Zuletzt als Professorin für Entwicklungspsychologie der Lebensspanne. Dass diese Rückkehr dabei ausgerechnet in den Beginn der weltweiten Corona-Pandemie fiel, hat sie nicht entmutigt. „Es musste vieles halt virtuell gehen, wie die Zusammenstellung des neuen Rektorats“, sagt sie gelassen. Und lächelt zufrieden; denn es hat funktioniert. Auch, weil Deutschland in Sachen Corona erfolgreich reagiert und vor allem agiert hat, „worum uns die Amerikaner durchaus beneiden“. Und natürlich will –und wird –Ursula M. Staudinger als neue Rektorin Akzente an derTechnischen Universität und in der Dresdner Stadtgesellschaft setzen. Und damit gleichzeitig in die Wirtschaft am Standort Dresden und generell in Sachsen, vielleicht auch deutschlandweit hineinwirken. Sie will beispielsweise die Universität für „ältere Semester“ öffnen und attraktiv machen, sagt sie. 40- oder 50-Jährige, die sich noch einmal neu orientieren wol- lenoderaucherstmalseinen universitären Abschluss anstreben. „Lebensbegleitendes Lernen“ ist eines der Hauptthemen ihrer wissenschaftlichen Arbeit. Und gerade bei diesem Thema verweist die neue Uni-Rektorin darauf, dass andere Länder –nicht zuletzt die USA – Deutschland weit voraus seien. Die Zeiten sind vorbei, ist sie jedenfalls überzeugt, dass ein Berufsabschluss fürs gesamte Arbeitsleben reicht. Die Arbeitswelt hat sich verändert –und verändert sich weiterhin. Wissen und Kompetenzen auf dem neuesten Stand zuhalten und mitunter komplette berufliche Neuorientierung, sind notwendig. Die Universitäten seien bisher noch keine ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Ursula M.Staudinger will ander Technischen Universität Dresden Angebote für Ältere schaffen. Das Wissen, Können und das Potenzial der Generation Ü50 sind für die Gesellschaft und die Wirtschaft ein immer wichtiger werdendes Pfund, ist die neue Rektorin überzeugt. Foto: Thorsten Eckert ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Professorin Ursula M. Staudinger 3 Seit18. August 2020 istUrsula M. Staudinger Rektorin der Technischen Universität Dresden. Am 17. März warsie gewählt worden. 3 Ursula M. Staudingerwurde 1959 in Nürnberggeboren und studierte von1978 bis 1984 Psychologie an der Friedrich-Alexander-UniversitätErlangen-Nürnbergsowie an der ClarkUniversityin Massachusetts.1988promoviertesie an der Freien Universität Berlin,wosie sich 1997 auch habilitierte. 3 BevorUrsula M. Staudinger von1999 bis 2003 als Professorin an der TU Dresden wirkte, warsie GruppenleiterinamMax-Planck-Institut für BildungsforschunginBerlin. Von2003 bis 2013 warsie Vizepräsidentin derJacobs UniversityBremenund Gründungsdekanin des dortigen Jacobs CentersonLifelong Learning andInstitutional Development. 3 UrsulaM.Staudinger ist eine weltweit anerkannte Alternsforscherin.Sie hat gegenwärtig eineLebenszeitprofessur fürsoziomedizinischeWissenschaften am Columbia Aging Center derColumbia University in NewYorkinne,das sie 2013 gründete. Dieses Thema wird Ursula M. Staudinger nunauchnachDresden holen. Siewill die Universität aufdie veränderte Arbeitswelt einstellen undStudienangebote fürÄltereschaffen, die einenakademischen Abschlussplanen oder nocheinen weiteren akademischen Grad aufsatteln wollen. 3 Seit 2012 istUrsula M. StaudingerKuratoriumsvorsitzende desBundesinstituts für Bevölkerungsforschung. Seit 2002ist sie Mitglied der Nationalen Akademie derWissenschaften Leopoldina, derenVizepräsidentin undForeignSecretary sie von2007 bis 2017 war, sowie in zahlreichenweiteren nationalen undinternationalen Institutionen und Netzwerken tätig. www.ursulastaudinger.com ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● wichtige Größe auf dem stetig wachsenden Weiterbildungsmarkt. „Lebensbegleitendes Studieren spieltjedoch eine zentrale Rolle für die Produktivität der deutschen Volkswirtschaft“, macht Ursula M. Staudinger deutlich. „Denn mit nur einer akademischen Ausbildung kommt manheute nichtmehr durch die komplette Erwerbsbiografie –und ganz nebenbei: Veränderungen halten Geist und Körper länger gesund und bringen Abwechslung ins Leben“, sagt sie mit einem gewinnendenLächeln. Deutschland hat sich erfolgreich zu einer Gesellschaft des längeren Lebens entwickelt, ist Ursula M. Staudinger überzeugt: „Wir haben inden letzten 100 Jahren 300 Jahre an durchschnittlicher Lebenserwartung dazugewonnen – nun müssen wir die zentralen Institutionen unseres Gemeinwesens entsprechend anpassen und umbauen“, sagt sie mit hörbarem Nachdruck. Bisher sei es hierzulande oft noch so: Für 50- bis 55-Jährige ist es nach wie vor schwierig, auf dem Arbeitsmarkt neue Wege zu gehen. „Es bedarf einer nationalen Strategie für das lebensbegleitende Lernen, die auch ein Finanzierungsmodell mit einschließt“, macht die Uni-Rektorin deutlich. Weder alleine Firmen, noch jede und jeder Einzelne alleine können diese Aufgabe stemmen, sagt sie. Es werde eine konzertierte Aktionallerbeteiligter Akteure auf dem deutschen Arbeitsmarkt benötigt. Lebensbegleitendes Studieren an der Universität ist für sie ein wichtiges Qualitätselement bei diesem Umbau. „Und dass das geht, ist eine Erfahrung, die ich in den USA gemacht habe: Dort sitzen in den Bachelor-StudiengängenStudierende von17bis 57, viele davon satteln um oder satteln nocheinen Masterabschlussauf.“ Nicht ohneGrund ist aufihrer privaten Internetseite der Leitsatz zu lesen: „Wir haben mehr Lebenszeit zur Verfügung – aber wir müssen sie nutzen und gestalten!“ Genau deshalb übersetzt sie die wissenschaftliche Fachrichtung –Gerontologie – ausdrücklich nicht mit Altersforschung, wie das gemeinhin passiert. Sondernspricht ganz bewusst von Alterns-Forschung. Es geht ihr um den Prozess, nicht um das Ergebnis. Und indiesem Prozess könne ein Land, könne eine Wirtschaft sehr leicht Potenziale übersehen, macht Ursula M. Staudinger deutlich. Gerade blickt Deutschland ja auf 30 Jahre Wiedervereinigung zurück – und bei diesem Transformationsprozess ist aus ihrer Sicht zumBeispiel durch dieSchließung zahlreicher Betriebe eine Menge fachliches Potenzial aufs Abstellgleis geschoben worden, das hätte genutzt werden können. Oder sogar müssen. Aus dieser Erfahrung müsse Deutschland lernen, ist sie überzeugt. „Wir leben länger und sind länger gesünder als die Generationen vor uns –als Gesellschaft müssen wir diese Errungenschaft nutzen!“ Genau deshalb ihr Vorschlag, dieUniversitätenstärker für die Älteren zuöffnen. „Wir sollten daander TU Dresden durchaus eine Vorreiterrolle spielen“,sagtsie. Und es klingt entschlossen.

Sächsische Zeitung und Sächsische.de

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