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Wirtschaft in Sachsen Frühjahr 2021

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Professionell trifft auf

Professionell trifft auf informell So funktioniert Mitarbeiterkommunikation auf Distanz 5 LEISTUNGEN FÜR DIE INTERNE KOMMUNIKATION So wird wohl invielen Unternehmen derzeit nicht gearbeitet. Statt auf Präsenz im Büro setzen die meisten auf digitale Meetings. Das kann wunderbar funktionieren. Die interne Kommunikation rückte während der Corona-Pandemie inden Fokus vielerUnternehmen. Dieneue Arbeitswirklichkeit zwang sie, den Draht zu ihren Mitarbeiter*innen neu zu finden. Vor welchen Herausforderungen Unternehmen wie auch deren Mitarbeiter*innen stehen, aber auch welche Chancen die aktuelle Situation mit sich bringt, erklärt die Kommunikationsagentur Oberüber Karger, kurz OK, aus Dresden. In den Bildschirm winken und und den Kolleg*innen zulächeln. Wer hätte vor einigen Jahren gedacht, dass das der neue Arbeitsalltag ist. Kein kurzer Plausch an der Kaff eemaschine,bevor man sich in die To-Dos stürzt. Kein Gespräch in der Kantine über das Familienwochenende. Stattdessen versuchen alle, Job, Homeschooling und die Partnerschaft in den eigenen vier Wänden unter einen Hut zu bekommen. Auch für eine Kreativagentur eine Herausforderung – wo ist die kleine Geste, das Augenzwinkern imMeeting oder das Brainstormen mit Kunden am Whiteboard? Und doch liegt eine Menge Potenzial in den Veränderungen durch die Pandemie. Mitarbeiter*innen werden zu Botschafter*innen Kommunikation wird aktuell auf vielen Ebenen neu gedacht. »Ich reflektiere mich gerade eigentlich in zwei verschiedenen Rollen«, erzählt Ulrike Lerchl, Geschäfts - führerin bei OK: »Wir sind eine Kommunikationsagentur, die Unternehmen bei allen Herausforderungen in der Kommunikation begleitet. Genauso bin ich aber auch Chefin und musste jetzt den Draht zum Team neu finden.« Sie tat das in Form eines persönlichen Newsletters, derals Update freitags an das ganze Team geschickt wird. Daneben gibt esein wöchentliches digitales Agenturmeeting und natürlich kleine digitale Teamevents, dieanStelle von informellen gemeinsamen Unternehmungen stattfinden: Online- Escape-Games, Team-Lunches oder ein Couch-Konzert als Motivation für den Wochenstart. Gerade jetzt ist es außerordentlich wichtig, zu fragen, wie alle Mitarbeiter*innen weiterhin motiviert werden können und auch, wie man es als Unternehmen schafft f , denZusammenhalt aller zu stärken. Neben den zwischenmenschlichen Tönen sind aber auch die relevanten Informationen wichtig. Schwarzes Brett war gestern –unsere Kunden arbeiten mit Mitarbeiter*- innen-Apps, Newslettern und Video konferenzen. Nur wenn es gelingt, die für das Unternehmen wichtigen Inhalte transparent und authentisch zu kommunizieren, nehmen die Mitarbeiter*innen diese ernst –und tragen sie mit. Da liegtder Schlüssel: Nichts istwichtiger, als die eigenen Mitarbeiter*- innenals Botschafte r*innenfür das Unternehmen zu gewinnen. Ist eine ehrliche Kommunikation möglich,lässt sich aucheine ganz neue Form der Feedback-Kultur etablieren. Entscheidend dabei ist, dass die Chefetage dafür auch wirklich off en ist. Denn Mitarbeiter*innen, die unzufrieden sind und darüber mit niemandem sprechen können, lassen ihren Gefühlen an anderer Stelle freien Lauf. Dann wird daraus schlechte Mund-zu- Mund-Propagandaund eine miese Online-Bewertung. Das ist nicht nur für dasRecruiting, auchfür das Image des Unternehmens, besonders als Arbeitgebermarke, nicht förderlich. Es beginnt mit einem Konzept Mit derCorona-Pandemie hat sich die Situation für Unternehmen und Mitarbeiter*innen grundlegend geändert – die Ziele der internen Kommunikation hingegen nicht: Transparenz, Optimierung von Prozessen, Informationsaustausch und Motivation. Interne Kommunikation ist eine entscheidende Säule der Unternehmenskommunikation. Im Zusammenspiel mit der externen trägt die interne Kommunikation das Unternehmen stabil und auf lange Zeit. Sie ist somit unabdingbar für den Erfolg am Markt. Denn ein Unternehmen ist nur so gut wie seine Mitarbeiter*innen. Gerade jetzt zeigt sich, wie entscheidend es ist, trotz Distanz eindeutig und klar zu kommunizieren. Um interne und externe Kommunikation professionell zusteuern, fehlen häufig die personellen Ressourcen und oft ein grundlegender Plan. Wie für die externe Kommunikation braucht es auch für die interne Kommunikation ein stimmiges Konzept. Esklärt, welcher Zweck verfolgt wird und welche Kanäle mit welchen Botschafte n bespielt werden. Denn es geht nicht darum, möglichst viel und überall, sondern darum das RichtigeimpassendenKanal,zusenden. »So entsteht eine zielgerichtete, bedeutungsvolleinterne Kommunikation, die den Wegfür Verbundenheit und Identifikation bereitet«, erklärt Ulrike Lerchl. Jetztist dierichtigeZeit, neue Formate auszuprobieren. Interne Podcasts beispielsweise passen zum asynchronen Arbeiten während der Pandemie. Informationen und Wissenerreichen soalle, wenn es am besten in ihren Tag agesablauf passt. Die aktuellherausfordernde Zeit ist ganz klar auch eine Chance, sich als Unternehmen imBereich der internen Kommunikation neu zu erfinden und die Unternehmenskultur auf das nächste Level zu heben. Mutige und innovative Lösungensind dafür derrichtigeWeg. 1 FIRST THINGS FIRST: KOMMUNIKATIONSKONZEPT Washat IhrUnternehmen zu sagen, welche Ideen und Visionen treiben Sie an?Welche Unternehmenskultur möchten Sie leben? In einem Workshop erarbeiten wir all das gemeinsam mit Ihnen. Ziele, Botschaften, Kanäle und Maßnahmen halten wir in einem Konzept fest, das die strategische Basis für Ihre interne Kommunikation bildet. 2 ZEIT FÜR NEUES: CHANGE MANAGEMENT Veränderungen sind unvermeidlich, wenn man mit der Zeit gehen will. Statt sich von ihnen vorsich hertreiben zu lassen, ist es besser, den Change-ProzessalsUnternehmen selbst anzustoßen. Wichtig ist dabei, alle Mitarbeiter*innen bei jedem Schritt mitzunehmen, sie zu informieren. Eine professionelle Change-Kommunikation hilft, Stolpersteine zu vermeiden, beugt Unsicherheiten vor und schafft es, alle einzubeziehen. Gern begleiten wir Sie bei diesem Prozess. 3 HIGHLIGHTS PLANEN: DIGITALE EVENTS DigitaleTechnologie für Events einzusetzen, das wird schon lange gemacht. Während Corona boomt die Nachfrage – auch für Formate der internen Kommunikation. Für viele wurde in den vergangenen Monaten ein alternativer Weg aufgezeigt. Jetzt ist derrichtige Zeitpunkt, neue Möglichkeiten auszuprobieren. Unser Event- Team ist dabei gern anIhrer Seite. 4 STARKE MARKE: EMPLOYER BRANDING In einerZeit, in derqualifizierte Fachkräfte rarsind, istes für Unternehmen umso wichtiger, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Im Prozess des Employer Brandings bauen wir eine Arbeitgebermarke mit Ihnen auf. So wird Ihr Unternehmen unverwechselbar–nach außen wie auch nach innen. 5 AUCH INTERN GILT: VIDEO IST KING Bewegtbild erzeugt Nähe und ist authentisch. Ideal sind Videos auch, umEmotionen zu vermitteln und die Unternehmenskultur greifbar zu machen. Fürdie interne Kommunikation ist dieses Format also bestens geeignet. Gerne unterstützen wir Sie bei derKonzeption und Erstellung von Videos. Mit digitalen Formaten rückenTeams derzeit enger zusammen –obbeim gemeinsamen Lunch vor der Kamera oder einem morgendlichen Couch-Konzert. OberüberKarger Kommunikationsagentur GmbH Ulrike Lerchl Devrientstraße 11, 01067 Dresden Telefon+49 (0) 351 82968-0 Website oberueber-karger.de

LEBEN &STIL 37 Mode fürdie neue Mobilität DerAutoverkehrinStädten könnte geringersein, wenn es bürotauglicheRadkleidung gebe.MaxiLasherashat fürurbaneBerufspendlerinnen welche im Angebot. Von Nora Miethke Der Frühling ist da. Wernicht im Homeoffice sitzt, steht vor der Frage: Mit dem Rad zur Arbeit oder lieber doch mit dem Auto? Viele Frauen werden sich vermutlich für Letzteres entscheiden, denn wer sitzt schon gern in Bikeshorts im Kundenmeeting. „Fahrradfahren scheitert imBerufsalltag oft ander Klamottenfrage“, sagt Maxi Lasheras, Gründerin des Labels „Radrobe“ aus Leipzig. Der Kleiderschrank sei plötzlich nur noch halb so groß. Früh müsste man genau überlegen, wie und wohin man sich tagsüber bewegt, umzur richtigen Kleidung zu greifen. Da nehmen viele am Ende doch lieberdas Auto.InGroßstädten könnte viel mehr Radverkehr sein, wenn es gelänge, Radbekleidung aus dieser Outdoorkiste zuholen, ist sich die 36-Jährige sicher. Es brauche einen Rock, der breit genug ist, um bequem fahren zukönnen, ohne dass der Wind unter ihn bläst. Seit Marilyn Monroe im Film „Das verflixte 7. Jahr“ sorgt dies für Dauerlacher. Lasheras spricht aus Erfahrung. Sie ist mehrere Jahre in Dresden jeden Morgen zum Sportgymnasium geradelt, wo sie Musik und Geschichte unterrichtete, und hat sich dort vor dem Unterricht erst einmal auf der Schülertoilette umgezogen. Also kam sievor etwa zwei Jahrenauf die Idee, elegante,aber funktionale Radröcke mit Zipp-Effekt für berufstätige Frauen unter dem Label „Radrobe“ im Internet (www.radrobe.de) anzubieten. „Ein Rock für alle Fälle“, versprichtLasheras aufder Homepage, mit dem nicht nur zur Arbeit geradelt werden kann, sondern auch der Sprint nach der Bahn oder der Einstieg ins Taxi bequemer gelingt. Und das fast nach Maß. Kundinnen können zwischen neun Konfektionsgrößen und sechs unterschiedlichen Längen wählen. Erst nach der Bestellungwirdgenäht undnach spätestens zwei Wochen werden sie geliefert. DenUrrock hat Lasheras auf Herz und Nieren geprüft, denn nicht jeder Stoff eignet sich. Jeans und Cord scheuern zu In Städtenkönnte mehrRadverkehr sein, wenn gelänge, Radbekleidung aus derOutdoorkiste heraus zu holen. Maxi Lasheras gründete ihre Marke „RadRobe“, um berufstätigen Frauen den Rock zu liefen, mit dem sie sich bequem durch den Alltag bewegen können. schnell durch. Samt geht auch nicht. Mit dem inBayern gewebten Stoff aus Schurwolle fand sie das strapazierfähige Material, das sie brauchte –elastisch, pflegeleicht und öko-zertifiziert. Ein Hingucker sindauchdie Röcke aus Velourstoff. Die Gründerin legt Wert auf regionale und nachhaltige Materialien. Die waschbaren Futterstoffe kommen aus Tschechien, die Garne aus Oederan und die Reißverschlüsse aus Heiligenstadt. „Meine Idee ist nicht ausgefuchst. Solche Röcke können auch große Textilmarken produzieren. Aber bei mir wissen die Kundinnen, woher die Materialien kommen“, sagt die Gründerin. Im Onlineshop ist dies für jedes Produkt aufgelistet und auch transparent gemacht, wenn essich umkeine biozertifizierten Stoffe handelt wie zum Beispiel dem regenfesten Nylonstoff aus China, der im Dunkeln leuchtet. Noch wichtiger ist ihr allerdings der Aspekt, dass die Röcke nicht vorproduziert sind, sondern individualisiert nach Design, Größe und Rocklänge angefertigt werden. Das kann die Konkurrenz nicht. Solche Röcke sind nichtbilligzuhaben, das istklar.Bei Radrobe geht es preislich bei 169 Euro los. Immer mehr Frauen sind bereit, mehr Geld zu zahlen, wennsie wissen,wie ihre Kleidung hergestellt wird und dass sie nicht nur eine Saison hält. Und „Radrobe“ liefert zeitlose, stilsichere Designs. Mit ihrer Geschäftsidee bewarb sich Lasheras 2019 für das neue Gründerförderprogramm „Innostartbonus“ des Freistaats und das erfolgreich. Jetzt hilft das einjährige Stipendium auch dabei, die schwierige Corona-Zeit zuüberbrücken. Denn ursprünglich hatte sich die zweifache Mutter 2015 mit dem Maßatelier „Marillon“ selbstständig gemacht, spezialisiert auf Bühnenkleidung für Musikerinnen und Chöre. Eine Reminiszenz an ihr erstes Berufsleben. Lasheras studierte Schulmusik inLeipzig und arbeitete als Musiklehrerin am Sportgymnasium in Dresden und für den Kinderchor der Dresdner Philharmonie. Nach der Geburt des zweiten Kindes war der richtige Zeitpunktgekommen für einenNeustart,um Familie und Beruf besser zu vereinbaren, da ihrManninLeipzigein Musiklabelfür klassische Musik betreibt. Also zog sie als Untermieterin ins Büro ihres Mannes ein – eine großzügige Altbauwohnung im Leipziger Waldstraßenviertel. Jeder Griff und Haken indem kleinen Atelier wird genutzt, um Kleiderbügel aufzuhängen. Auf einer Brüstung steht ein gerahmtes Fotoeiner älteren Frau. „Meine Oma überwacht quasi, dass ich alles richtig mache“, sagt Lasheras und lacht. Sie hat das Nähen von ihrer Oma gelernt, diese wiederum von ihrer Mutter, die so die Familie mit Reparaturen durch den Krieg und die schwierige Zeit als Flüchtlingsfamilie im Nachkriegsdeutschlandbrachte. In derStasi-Akteder F: Philipp Knoll Großmutter steht, dass Westkontakte vermutet wurden, weil sie immer soauffallend modisch gekleidetwar.„Dabeihat meine Großmutter alle Sachen selbst genäht. Und mein Großvater hat den ein oder anderen Reißverschluss mal aus dem Westen mitgebracht, weil er ‚Westreisekader‘ war“, erinnert sich die gebürtige Freibergerin. ZuDDR-Zeiten besserten ihre Oma und ihre Mutter, eine studierte Mathematikerin,die Familienkasse mit selbstgenähten Gardinen auf. Das „Märchen“, das die Politik derzeit gern erzähle, „von der erfolgreichen Frau“, die es im Beruf auf Top-Führungsposten schaffe und sich gleichzeitig um ihre Kinder kümmern könne, glaubt Lasheras nicht. „Auf eine Art muss man sich immer entscheiden, und das sollte wertfrei möglich“, sagt sie. Ihre Röcke verstehtLasheras auchals ein Statementzur Emanzipation. „Sie tragen dazu bei, dass Frauen Gleichberechtigung leben können, ohne sich dafür als Männer verkleiden zumüssen. Der Hosenanzug kann im Kleiderschrank hängen bleiben. Ein Rock für alle Fälle: Ob im Glencheck-Style (l.), mit robinrotem Innenfutter und Erweiterungsfalte oder aus nach Oeko-Tex 100 zertifizierten Velour (r.)–die Radröcke sehen immer schick aus. , Foto:PR

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