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Wirtschaft in Sachsen Frühjahr 2021

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2 ENTSCHEIDER &KARRIERE

2 ENTSCHEIDER &KARRIERE Endlich Licht am Horizont? Unternehmer in Sachsen hoffen auf ein Ende der Corona-Krise. Manche von ihnen haben gerade jetzt in Neues investiert. Foto:xxxxxxxxxxx VomMut in derKrise Wasgeschiehtmit großen Plänen,wenndie weltweiten Problemenoch größer sind? Einigewerdentrotzdemumgesetzt -manchmal aber ganz anders alsgedacht,wie unsere Beispiele aus Ostsachsenzeigen. TrotzCoronainvestiert Tapasals neue Chance Heiko Wasser plant schon wieder. Ein neues großes Projekt steht an. Einesechsstellige Summe soll dafür ins Westpark- Center Zittau fließen. Es wäre die dritte größere Investition innerhalb eines Jahres –und das in Corona-Zeiten. Für Heiko Wasser, der seit 2006 im Unternehmen tätig, seit Mai 2016 Geschäftsführer und seit Dezember 2019 nun auch Eigentümer ist, bedeutet die monatelange Schließung keinerlei Einnahmen. Klagen hört man den Westpark- Center-Chef deshalb nicht. Er nutzt die Zwangspause dazu, Projekte umzusetzen. Sowurde im Sommer die Schwimmhalle saniert. Und nach Chef Westpark-Center Zittau HeikoWasser dem Motto „Zweiter Lockdown =zweite Baustelle“ wurden im Herbst unteranderem Küche, Lager- und Personalräume auf Vordermann gebracht. Zittaus größte Freizeiteinrichtung werde diese Zeit überstehen, versichert Heiko Wasser. „Finanziellstehenwir gut da“, sagt erund fügt hinzu: „Die Staatshilfen sind in meinen Augen passend und ausreichend. Ich kannmich absolut nicht beschweren!“ Lediglich die ewig lange Auszahlungsprozedur kann er nicht nachvollziehen. Bald wieder für seine Gäste da sein zu können, wünscht er sich trotzdem.(jl) Foto:Westpark-Center Kai und Beatriz Hetzke haben sich getraut. Am 1. Februar –mitten imCorona-Lockdown – machten sie sich in Königstein mit einer Tapas-Bar selbstständig. „Tasca las Flores“ heißt das kleine undurigeLokal am Stadtplatz, in bester Lage in der Festungsstadt. Gut ist nicht nur die Adresse. Der Laden brummt –besser als die Hetzkes esin ihrem kühnsten Traum erwartet hätten. „Wir wurden in unerwarteter Weise überrannt“, sagt Kai Hetzke. Sechs Tage die Woche, zwischen 10 und 17Uhr, kocht Beatriz Hetzke für die Kunden. Gegessen werden müssen die spanischen Häppchen allerdings zu Bar-Betreiber aus Königstein FamilieHetzke Hause. Denn wegen der Corona-Beschränkungen ist derzeit nurEssen to go erlaubt. Das Geschäft läuft trotzdem –zur Freude des Paares. Beatriz Hetzke stammt ursprünglich aus Teneriffa, ihr Mann aus der Nähe von Cottbus. Kennengelernt haben sich beide bei der Arbeit auf derUrlauberinsel. Kai Hetzke war mehrere Jahre auf Mallorca, danach auf Teneriffa. Nach 25 Jahren fernab von Deutschland wollte der 48-Jährige irgendwann wieder zurück indie Heimat–zusammen mitBeatriz unddem zwölfjährigen Sohn Ivàn. Ihren Neustart in der Corona-Zeit haben sie nichtbereut.(kg) Foto:Steffen Unger Selbstständig gemacht Startnur verschoben „Wann ist denn der richtige Zeitpunkt, um sich selbstständig zu machen? Doch eigentlich nie“, sagt Rico Mehlhose lachend. „Wenn mandanachgeht, findet man immer einen Grund, der nicht passt“, meint er – und startete mit Jahresbeginn in die Selbstständigkeit. Der Zimmermann freut sich riesig auf das, was alles auf ihn zukommt. Hauptsache, es kommt. Erhat seinen Beruf bei der DIW Bau GmbH inKamenz gelernt. Später war der Gelenauer auf Montage für ein Berliner Unternehmen. Doch die Sehnsucht nach der Heimat war groß. Nicht zuletzt rührt der Berufswunsch von Vater Werner her. Zimmermann in Gelenau RicoMehlhose Der ist Tischlermeister. „Ich wollte aber kein Tischler werden, das war mir zufiligran. Ich habe das etwas gröbere Gewerk des Zimmermanns bevorzugt“, sagt Rico Mehlhose. An Arbeit wird es nicht fehlen, ahnt er. Gerade jetzt, zu Corona- Zeiten, verschönern die Leute ihre Wohnumgebung. Und so startete er trotz Corona mit viel Zuversicht in den neuen Lebensabschnitt. Undvielleicht kann der Hobby-DJ ja bald auch wieder mit seiner liebsten Freizeitbeschäftigung loslegen unddie Tanzflächen zum Beben bringen. Das fehle ihm schon, sagt der 37-Jährige.(if) Foto:MatthiasSchumann Wie verrückt muss man sein, um mitten imCorona-Lockdown mit einem neuen Landgasthof zu starten? Uwe Henkenjohann zögert nichtmit der Antwort.Die Verträge seien ja schon vor Corona unterzeichnet worden, Gastronom inGohrisch UweHenkenjohann und er sei weiter voller Optimismus. Geplantwar die Neueröffnung inGohrisch zum 1. Dezember 2020. Das musste ausfallen. Statt auf Biegen und Brechen zuöffnen, hat ersich noch mal etwas Zeit gegeben. Jetzt soll das „Quartier 5“ am 1. April offiziell eröffnet werden. In der SächsischenSchweizbetreibtder Unternehmerbereits die Berggaststätte auf dem Papststein, die „Drehscheibe“ im Bahnhof Bad Schandau und die Bergwirtschaft am Kuhstall. Mit dem Landgasthof „Quartier 5“ bietet er nun auch Übernachtungen an. Doch dann kam Corona. Am Kuhstall ist weiterhin etwas Betrieb. Die anderen beiden Einrichtungen sind zu. Henkenjohann bezeichnet es als Glück, dass die Jahre 2018 und 2019 wirtschaftlich gute waren undauchder Sommer2020 viel Umsatz brachte. Die Hoffnung auf Besserung hat er nicht aufgegebenund auchden Glaubenandie Politiknicht verloren. „Es muss ja weitergehen, das weiß mandort ja auch“,sagter. (gk) Foto:Steffen Unger

ENTSCHEIDER &KARRIERE 3 1000 Menschen auf0,1 qm Enrico Dreßlermacht GroßveranstaltungenauchinCorona-Zeiten möglich. Von Nora Miethke Das Backoffice ist unscheinbar. In einer großen Lagerhalle im Dresdner Industriegelände, vollgestopft mit Kabeltrommeln und Metallkästen voller Technik, stehen mehrere Kabinen, in denen Männer vor Bildschirmen sitzen. Von hier aus wurde imFebruar die virtuelle Menschenkette in Dresden gelenkt, während in der Nachbarkabine zeitgleich für den guten Ton auf einer virtuellen Karnevalssitzung gesorgtwurde. 300 Großveranstaltungen hat das Dresdner Unternehmen smartEvents seit Herbst ermöglicht. „Die durchschnittliche Laptop-Oberfläche ist0,1 Quadratmeter groß, dazu Mikro und Webcam. Mehr braucht man für ein vollwertiges Event- Erlebnis mit anderen Menschen nicht“, erklärt Geschäftsführer Enrico Dreßler. Die größte Online-Veranstaltung hatte 5.000 virtuelle Event-Teilnehmer. Vorzeige-Referenz ist jedoch der Weltkongress der Nuklearmediziner. Damussten 700 Referenten auf sechs verschiedenen Live- Bühnen gleichzeitig gemanagt werden einschließlich wissenschaftlicher Postersessions –und das komplett in der amerikanischenZeitzoneund in Englisch. „Wir haben starkes Feedback mit überdurchschnittlicher Zufriedenheit erhalten“, freut sich der Dresdner Veranstaltungsprofi. Sein Techniker-Herz ging auf, als er Gäste von der US-Raumfahrtbehörde Nasa begrüßendurfte. Der Nuklearmediziner-Kongress war eine Ausnahme. In der Regel betreut smartEvents Veranstaltungen zwischen 100 und 2.000 Teilnehmern. Das sind klassische Mitgliederversammlungen, Kongresse und Tagungen und das so erfolgreich, dass die Dresdner im Ranking „Beste Mittelstandsdienstleister 2021“ vom Kölner Marktforschungsinstitut ServiceValue ziemlich weit oben auftauchen. „Wir werden geschätzt, weil wir keine reine Software-Agentur sind, sondern Praktiker,die die Technik verstehen und wissen, wie große Veranstaltungen ablaufen“, sagt Dreßler. Da ist Kommunikation auf Augenhöhe gefragt. Und so muss der 42-Jährige hin und wieder Vorstandschefs großer Konzerne selbstbewusst entgegentreten. Diese bekommen dann Sätze zu hören wie: „Sie Technikfan Enrico Dreßler machte seine Firma „smartEvents“ zum Partner der britischen Veranstaltungsplattform Hopin -mit großem Erfolg. wollen doch professionell herüberkommen ohne Pannen. Dann müssen Sie uns zuhören und das umsetzen, was wir Ihnen sagen.“ Mit dem Hinweis auf die Wirkung derSelbstdarstellung bekomme mandie großen Alphatiere immer,hat er festgestellt. Das Team ist seit April 2020 von zwei auf derzeit 25Beschäftigte und drei Azubis angestiegen. Damit ist smartEvents gegen den Branchentrend ein wachsender Arbeitgeber. Dass dies gelang, verdankt das Unternehmen Dreßlers Gabe, schnell auf die Corona-Krise zu reagieren und dabei auch ins Risiko zu gehen. Denn smartEvents ist ein Ableger der Dresdner Veranstaltungsagentur PMS professional media service GmbH, die Dreßler 2003 gegründet und zueinem der größten Spezialdienstleister für Veranstaltungen im B2B-Bereich aufgebaut hatte. Als mehr Anfragen nach interaktiven Lösungen kam, erfand Dreßler 2018 die Marke „smartEvents“. Und dann kam der März 2020. Die PMSmusste Umsatzeinbußen von 90 Prozent verkraften. „Unser Vorteil war, dass smartEvents schon da war“, so Dreßler. In nur vier Tagen baute der studierte Akustiktechniker die Plattform „homeofficenow.de“ auf, um in Webinaren zuerklären, wie Videokonferenzenund digitale Zusammenarbeit funktioniert. Als absehbar wurde, dass Corona keine kurze Episode wird und klar war, das Videokonferenzen über Webex, Zoom und Microsoft Teams auf Dauer nicht ausreichten, begab sich Dreßler auf die Suche nach umfassenderen Lösungen und stieß imApril 2020 auf die britische Software-Plattform Hopin. Deren Ansatz eines kleinen virtuellen Kongresszentrums gefiel ihm, und erbewarb sich für ein Partnerschaftsprogramm. Dabei scheute er auch nicht davor zurück, eine fünfstellige Summe zu investieren. „Ich war so überzeugt von dem Produkt, und wir hatten schon die ersten Anfragen, dass ich sagte, wir wagen das jetzt“, so der SmartEvents-Chef. Die erste Veranstaltung, die erüber Hopin organisierte, war die Online-Mitgliederversammlung des SchutzverbandesDresdner Stollen e.V.. Es sei herzerfrischend gewesen, das mit Dresdner Bäckern umzusetzen. „Wir hatten vielSpaß“,betont Dreßler. Vomeigenen Erfolg lahmgelegt, reichte Hopin den deutschen Markt fast komplett an dendeutschenPartner weiter.Auf die Frage, warum Online-Tagungen –von SmartEventsorganisiert –nichtermüdend werden,zählt Dreßler ausführlich auf, mit welchen digitalen Modulen Event-Teilnehmer einen ganzen Tagvor dem Computerbildschirm gehalten werden,nebst Essenspaket mit Zutaten für die digitale Kochshow in der Mittagspause oder dem Cocktail fürdie Afterwork-Party. Ihm sind allerdings auch die Grenzen gegenüber realen Treffen bewusst und die liegen bei der Empathie. „Digitale Lösungen können nur begrenzt das soziale Netzwerken ersetzen, wenn man bei einem Gläschen Wein philosophiert“, sagt er. Herausforderungen seien auch die technische Ausstattung der Kunden einschließlich schwacher Internetverbindungen und die mangelnde Zahlungsbereitschaft. „Für Veranstalter ist es schwer, Aussteller und Sponsoren zu motivieren, Geld für digitale Messestände oder andere Toolsauszugeben unddiese dann auch sauberzunutzen“,soder Spezialist. Dennoch postete erzum Jahreswechsel den Satz: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“.Auch wenn nach dem Ende der Pandemie die Anzahl der digitalen Events zurückgehen werde, geht der gebürtige Oberlausitzer davon aus, dass es bei großen Veranstaltungen zum guten Tongehören wird, einen digitalen Zwilling anzubieten –für all jene, die nicht reisen wollen oder nicht dürfen, weil das Dienstreise-Budget es nichterlaubt. www.smartevents.de Foto: Arvid Müller Jana Uhlig Foto:Asklepios Sascha, Lutz &Tim Berger Foto:Digades Sven Schulze Foto:Arbeitsagentur Ihr Plus an Beratung Führungswechsel beiAsklepios Zweite Generation übernimmt Neuer Chef für Arbeitsagentur Jana Uhlig übernimmtzum 1. April dieRegionalgeschäftsführungfür Sachsen-Anhaltund Sachsen Asklepios-Kliniken-Gruppe. Bisher warsie Geschäftsführerin derAsklepios-Klinik Weißenfels.Inder neuenPosition istsie fürdie KlinikeninHohwald,Sebnitz, Radeberg sowie Weißenfels verantwortlich. Jana Uhlig hatHotel-und Tourismusmanagement studiert und war 2011 in dieGesundheitswirtschaft gewechselt.(WiS) Mit denSöhnen Sascha und Timhat im März dienächste Generationdie Führung über dasFamilienunternehmen Digadesaus Zittau übernommen. Seniorchef Lutz Berger bleibt im Firmenbeirat vertreten. Er gründete das Unternehmen 1991 mitsechsweiteren Gesellschaftern. Auseinem Büro fürIngenieurdienstleistungen entwickeltesich DigadesinZittauzueinem international agierenden mittelständischenAutomobilzulieferer.(WiS) Sven Schulzeist neuerLeiter der AgenturfürArbeitinAnnaberg- Buchholz. Der44-jährigeVerwaltungswirtist in Marienberggeborenund arbeitet bereits seit 1994 beider BundesagenturfürArbeit. Er bringt langjährigeErfahrungen und umfangreiches Wissen ausder Praxisund der Führung vonoperativenBereichenmit.Zuletztwar er operativer Leiter aufGeschäftsführungsebene im Jobcenter Zwickau.(WiS) Wir beraten in allen steuerlichen und wirtschaftlichen Belangen in Chemnitz, Dresden und München und machen Sie fitfür die Zukunft. www.schneider-wp.de

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