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Wirtschaft in Sachsen Frühjahr 2021

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26 WIRFÜR SACHSEN

26 WIRFÜR SACHSEN ANZEIGE Zahlen &Faktenzur Hero Society Wie fördertman denNachwuchs im Unternehmenheute optimal? Dazu berät die Hero SocietyAusbildungsbetriebe. Fotos:Adobestock,PR Mutmacher für Eltern Gute Erfahrungen wollen geteilt werden. Marcell Heinrich hat deshalb gemeinsammit Gerald Hüther und Mitch Senf 2020 das Buch „#Education forfuture-Bildung für ein gelingendes Leben“ veröffentlicht. Dort findet sich vieles von dem wieder, was die Hero Society in den letzten Jahren mit großem Erfolg in der Praxis angewendet hat. DasBuchist Mutmacherfür Eltern, Lehrer und alle anderen, die die Zukunft der jungen Generationen im Sinne einer gelingenden Gesellschaft prägen möchten. Die Heldenmacher ausLeipzig Wer wäre nicht gern mal ein Super- Hero? Einer, der alle Probleme spielend löst und dabei vielleicht sogar noch die Welt rettet? Ein bisschen zumindest. Und wer wäre nicht gern der Held seiner eigenen Lebensgeschichte –schöpferisch und kreativmit allen persönlichen Stärken und Schwächen? Ein Held wie man ihn aus Comics undKinohits kennt, kann nicht jeder werden. Meister des eigenen Lebensweges aber durchaus. Wie das funktioniert, weiß man bei der Hero Society aus Leipzig. Ein Unternehmen, das Zeichen setzt in einem Bereich, in dem esimmer umeines geht: umden Menschen. Die Hero Society will Jugendlichen helfen, den richtigen Weg im Leben zu finden. Das Team um Geschäftsführer Marcell Heinrich ist sich sicher: Das geht nur, wenn junge Leute Möglichkeiten bekommen, ihr Potenzial zu erkennen undzuentfalten. Die Firma bietet dafür ein breites Portfolio an, das von Gruppen- und Schulkursen bis zu Feriencamps reicht. Und die Hero Society geht auch selbst indie Betriebe, coacht Berufseinsteiger und hilft Personalern und Ausbildern dabei, den Nachwuchs optimal zu fördern. Ausbildungsmarketing ist mehr als nur ein DieHeroSociety hilftJugendlichen, ihrPotenzial zu erkennenund Firmen, den Nachwuchs zu fördernund zu binden Schlagwort für die Leipziger Heroes. Effektive Stellenanzeigen und die Beratung zur Azubi-Bewerberauswahl stehen ebenso im Portfolio wie Seminare zumGenerationendialog. Nachwuchshelden im Fokus Denn das junge Unternehmen hat immer die Gesellschaft als Ganzes im Blick –die ganz Jungen und die Erfahrenen, sie können das Beste nur gemeinsam schaffen. Marcell Heinrich und seine Mitstreiter selbst haben schon eine ganze Menge auf den Weg gebracht. Dabei ist das Unternehmen immer hautnah dran an den Bedürfnissen seiner Zielgruppen, etwa mit dem Nachwuchshelden-Programm. Damit wendet sich die Hero Society an Betriebe, dieihrenAuszubildenden den besten Start ins Berufsleben bieten möchten. Gerade in Zeiten der Digitalisierung und des wachsenden Fachkräftemangels hänge der Erfolg HeroSociety Härtelstraße 4 04107 Leipzig www.hero-scoiety.org Kontakt:YvonneBöhm 017620585963 wesentlich von den Mitarbeitern ab. Sie zu fördern, ihnen Entwicklungsund Entfaltungsmöglichkeiten zugeben, ist für den Erfolg unerlässlich. Das Nachwuchshelden-Programm der Hero Society setzt genau hier an: Mit Bausteinen wie Wahrnehmung & Achtsamkeit, Stress & Gelassenheit, Selbstmanagement &Verantwortung oder auch Körper &Gesundheit werden junge Leute optimal auf das moderne Arbeitslebensvorbereitet. Franziska Schreiber, Leiterin der Konsum- Akademie beim Konsum Leipzig, der das Nachwuchshelden-Programm bereits im dritten Jahr umsetzt, sagt: „Wir haben dank ‚Nachwuchshelden‘ eine höhere Übernahmequote und können die Azubis besser an uns binden.“ Ein Effekt, den sich wohl jeder Ausbildungsbetrieb wünscht. Ideal wirkt er in Kombination mit dem Programm „Ausbilderqualifikation“. Das hilft den Ausbildungsverantwortlichen, sich auf die Bedürfnisse ihrer Azubis einzustellen,gibtihnen Wissen um eine gute Kommunikation und zeigt, wie sieden Nachwuchsmotivieren können. Dadurch sind auch die Ausbilderentspannterund können ihre Rolle als Führungskräfte bewusster wahrnehmen. Dank der 15-jährigen Erfahrungen in der Arbeit mit Jugendlichen sind die Heroes Spezialisten in punkto Generationendialog und können Firmen optimal zur Nachwuchs- und damit Zukunftssicherungberaten. Personalauswahl optimieren Viele Jahre hat das Team von Hero Society Biografien begleitet und Menschen entwickelt, über Bildungswege, Jobwechsel und Karriereschritte hinweg. Mit dem umfangreichen Wissen zu Potenzialentfaltung können die Heroes weiche Faktoren sehr gut erkennen. Neben Zertifikaten sind Begabungen, Stärken, Kompetenzen und WertewichtigeFaktoren, um eine Stelle passgenau zu besetzen. Entstehen so Super-Helden? Vielleicht. Die Hero Society legt zumindest den Grundstein für etwas, was am Ende ein erfülltes und sinnstiftendes Leben in der sich wandelnden Gesellschaft sein kann. Vorbilder fürUnternehmen 2018 wardie Hero SocietyPreisträger beim Sächsischen Unternehmerpreis und wurde als Start Up des Jahres ausgezeichnet. Martin Dulig, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr überreichte den Preis und besuchte die Heroes im Juli 2018 in Leipzig, um sich mit ihnen vor Ort zu den Themen Jugend, Schule und Berufswahlauszutauschen. Förderer mit Vision Die Jugendarbeit der Hero Society wird unterstütztvon derSchweizer Drosos Stiftung. Die Stiftung fördert Vorhaben, dieauf dielangfristige Verbesserung der Lebensumstände bestimmter Gruppen, zum Beispiel Jugendlicher, ausgerichtet sind. Sie ermöglicht gemeinsam mit Hero Society unter anderem rund 40 wöchentliche Schulkurse im Raum Mitteldeutschland und etwa 70 Projekte mit rund 2.300 Teilnehmern pro Schuljahr deutschlandweit. HerrHeinrich,was machtfür Sie einen Helden aus? Ein Held ist jemand, der sein Potenzial erkannt hat und es ausschöpft. Deswegen kann auch jeder ein Held sein -als Gestalter seines Lebens, der zu Höchstleistungen fähig ist, weil er das tut, was seinem Wesen und seinenTalentenentspricht. Und Ihre Firmamacht Helden? Im Grunde, ja.Wir tun zwei Dinge. Wir helfen Menschen, ihre Potenziale zuerkennen. Das ist oft gar nicht so einfach, weil wir immer auch hinderliche Glaubenssätze und Selbstbilder, die uns irgendwann vermittelt wurden, mit uns herumtragen. Im zweiten Schritt geht es dann darum, Menschen aufihrem Weginein selbstgestaltetes Leben zu begleiten. Das wird in Zukunft immer wichtigerwerden. Warum? Weil wir uns aneinem Wendepunkt, einer Scharnier-Phase der Gesellschaft befinden. So wird es künftig umdie Frage gehen, wer die Kontrolle hat - der Mensch oder die künstliche Intelligenz? Marcell Heinrich, Jahrgang 1980, lebt in Leipzig. Er ist Vater von zwei Kindern, Bildungsexperte und Botschafter für die junge Generation. Er ist Gründer und Geschäftsführer von Hero Society. Als Keynote- Speakerspricht er live oder digital u.a. zu diesen Themen „Aufwachsen und Arbeiten im 21.Jahrhundert“, „Bildung derZukunft“ oder „GenerationX,Y,Z“. Wie soll unsere Lebens- und Arbeitswelt aussehen? Wie nutzen wir die Chancen der Digitalisierung, ohne den Menschen ausdem Fokus zu verlieren? All dasmüssen wir persönlich, aber auch als Gesellschaft im Blick haben. Und Siehabenvor allem die Jungen im Blick... Ja, wir, die wir heute erwachsen sind, müssen den Kindern und Jugendlichen gute Begleiter sein. Denn siesinddie Mitarbeiter, Führungskräfte, Politiker, Wähler...von morgen.Sie,die sogenannte Generation Alpha, muss in der Zukunft bestehen können. Wir wollen ihrdabeihelfen. Und wir wollen Mutmacher für Eltern, Lehrer,Ausbilder sein. Deshalb helfen wir nicht nur Jugendlichen, ihre Potenziale zuerkennen, sondern beraten auch Ausbilder in Betrieben. Der Mensch, generell die sogenannten Human Ressources, werden bald noch viel entscheidender für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen sein. Wie bekommt und vor allem behält man guten Nachwuchs? Auch darauf wollen wir mitunseren Programmen Antworten geben. Die Pandemiezwingt uns, an vielenStellen schneller umzudenken. Gilt dasauch für dieHeroSociety? Ja, natürlich. Auch wir haben den größten Teil unserer Angebote digitalisiert und damit gute Erfahrungen gemacht. Und esstimmt, ein Ereignis wiedie Pandemie beschleunigtVeränderungen. Nach Corona wird vieles anders seinals vorher. Waswäre IhrWunsch fürdie Zukunft? Meine Visionist, dass sichuns nochmehr Menschen, auchUnternehmen, anschließen. Aus dem Silicon Valley stammt der Begriff der Future-Readiness. Dieses Sich- Bereit-Machen für eine selbstgestaltete Zukunft ist unser Weg. Wir freuen uns über jeden, deruns begleitenwill.

PERSONAL &FÜHRUNG 27 Foto:stock.adobe.com © Andrey Popov Die große Debatte ums Homeoffice Es ist teuer und führt zu Ungerechtigkeit. Oder: Es erspart Firmen Ausfallkosten in der Pandemie und sichert den betrieblichen Nachwuchs. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Dresden, Detlef Hamann, und Staffbase-Mitgründer Frank Wolf streiten über Heimarbeit. VonNora Miethke Herr Hamann, wiesind Sieder „Homeoffice- Pflicht“ desBundes gefolgt, arbeiten mehr IHK-Mitarbeitende vondaheim? Hamann: Wir führen seit mehreren Wochen einen stringenten Kurs der Vereinzelung. 70 Prozent der Mitarbeiter sind inzwischen inEinzelbüros untergebracht. Esgibt auch Gespräche zu mehr Homeoffice. Doch die Resonanz ist sehr unterschiedlich, da auch die technischen Möglichkeiten beschränkt sind. Schließlich halten wir nicht jeden Arbeitsplatz doppeltvorrätig. DieDuplizierungder Arbeitsplätzeist doch nicht die Realität, oder? Hamann: Das ist leider nicht soeinfach von der Hand zu wischen. Wenn ein Mitarbeiter bei uns Homeoffice machen will, braucht er Zugang auf unsere Datensysteme. Das setzt voraus, dass er mit einem Computer ausgestattet ist und zusätzlich eine VPN-Leitung gelegt wird. Auch arbeiten wir mit einer großen Anzahl personenbezogener Daten, die ich dann aus dem Haus indas private Umfeld abfließen lassen würde. Wolf: Für das Problem, dass manzuHause aufunternehmenskritische und sensible Daten zugreifen kann, ist die Technik schon lange vorhanden. Meine Frau arbeitet ineinem großen Lebensmittelkonzern in der Region hier und hat von zuHause Zugriff auf das SAP-System.Das Thema Datenschutz undSicherheit persönlicherDaten kann mananführen. Aber es ist an vielen Punktengelöst. Washat die IHKDresden seit März2020 unternommen, um dasDatenschutzproblem zu lösen? Hamann: Natürlich haben wir Laptops und VPN-Leitungen seit dem ersten Lockdown –aber nicht für 150 Leute. Das ist nicht umsetzbar. Im Unterschied zu Herrn Wolf, der das für sein Unternehmen entscheiden kann, habe ich diese Möglichkeit nicht. Die Entscheidungshoheit liegt beiuns beim Ehrenamt. Fürwie viele Mitarbeiter hatStaffbasedie Technikangeschafft? Wolf: Staffbase hat jetzt 300Mitarbeiter, undalle sind so ausgestattet, dass sie problemlos von zu Hause arbeiten können. Bei einer internen Umfrage haben 75 Prozent gesagt, sie sehen mehr Vorteile als Nachteile. Mehr als 60 Prozent sagen, sie wünschen sich auch künftig eine flexible Gestaltung der Arbeit mit bis zu 50 Prozent Homeoffice-Möglichkeit. Staffbase hat sehr viel Geld in seine Büros investiert wie hier im ehemaligen Café Prag, woich jetzt sitze. Wir wollen, dass sich unsere Mitarbeiterkünftig auch dortwieder treffen können, denn da entstehen einfach mehr Ideen. Dennoch peilen wir für die Zeit nach der Pandemie eine Regelung an mit 50 Prozent Homeoffice, 50 ProzentBüroals Rahmenbedingung. Weil dasdie klare Erwartungshaltung unsererMitarbeiter ist. Welche ErfahrungenhabenSie als Arbeitgeber gemacht? Wolf: Positive. Wir ermöglichen schonimmer Heimarbeit, aber jetzt ist der Umfang natürlich sehr gestiegen.Natürlich steht die Frage,was mehr Heimarbeit für die Unternehmenskultur, Teammoral und Erreichbarkeitbedeutet, wie dietägliche Zusammenarbeit klappt. Wir sehen unter anderem auch, dass Mitarbeiter länger arbeiten, als sie müssten, weil sie kein Ende finden. Daerinnern wir sie anihre Work- Life-Balance. Herr Hamann, Siebezweifeln,von derVollversammlung grünes Licht fürmehrInvestitioneninHomeoffice zu bekommen? Hamann: Ich habe es bislang nicht versucht. Die Finanzierung einer IHK besteht aus Pflichtbeiträgen und Gebühren. Inder Vollversammlung sitzen viele Einzelhändler, Hoteliers und Gastwirte. Wenn ich jetzt mit dem Vorschlag von Investitionen käme, damit ich IHK-Mitarbeiter nach Hause schicken kann, könnte ich mir einiges an Widerstand vorstellen. Wirsind eine Einrichtung, diesehr stark vonpersönlichemKontakt undErreichbarkeitgeprägt ist. Istesder richtige Weg, den analogenGewohnheiten treu zu bleiben? Hamann: Auch wir haben digitale Lösungen entwickelt, aber ich kann kein Mitglied und keinen Kunden zwingen, digitale Angebote anzunehmen. Es gibt Beispiele, wo die Mitarbeiter sagen, Homeoffice kommt füruns aktuell nichtinfrage.Esstehenallein im Januar/Februar die Abschlussprüfungen für 1.600 Azubis an.Für jeden Prüfling brauchen wireinedreiköpfigePrüfkommissionaus Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Berufsschullehrer. Die kommen zuuns ins Haus undgehen mit demPrüfling ins Unternehmen. Das alles wird von Mitarbeitern in unserem Haus organisiert und gemanagt. Das können sie nicht im Homeofficeleisten. Wolf: Sicher, die Hälfte der Menschen können nicht ins Homeoffice, weil sie zum Beispiel in der Pflege ÜberStaffbase Frank Wolf istMitgründer und Geschäftsführer vonStaffbase, dem nacheigenen Angaben weltweit führendeAnbieterfür Mitarbeiter-Apps und Employee-Experience-Intranets zurVerbesserung der Mitarbeiterkommunikation.Durch diemobile Version können Arbeitgeber Mitarbeitende überallsicher erreichen. DiePlattform ermöglicht der Belegschafteinen besseren Zugang zu Unternehmensinformationen. Bislangnutzenmehr als400 Kunden weltweit diePlattform – darunterDHL,Adidas, Paulaner sowieAudi. Sieht mehr Vorteile im Homeoffice: Staffbase- Mitgründer Frank Wolf. Fotos (2):Lösel arbeiten oder wie bei Ihnen Prüfungen abnehmen. Aber wasist mitder anderenHälfte? Da ist manchmal die Diskussion zu hören, obman denen das gönnen darf, wenn die anderen das nicht dürfen. Wir reden doch über das Risiko, sich imbetrieblichen Umfeld mit Corona zuinfizieren. Alle Unternehmen, die jetzt Einwände bringen, wie die Investitionen in die Homeoffice-Ausstattung sind zu teuer, zeigen damit doch klar die Haltung: Ich will, dass die Leute hier imBüro sind, trotz Ansteckungsrisikos. Aber auch daentstehen Kosten, wenn es zu Infektionen kommt. Und längerfristig darf sich die Kostenfrage gar nicht stellen, wenn Firmen neue Talente gewinnen wollen. Ich habe zwei Teenager- Töchter zu Hause. Für die werden das Arbeitsplatzumfeld und die persönliche Flexibilität grundlegende Faktoren, um über die Attraktivität eines Arbeitsplatzes zu entscheiden. Werdarfins Homeoffice, wernicht – Herr Hamann, Sie nennen daseinePrivilegierungsentscheidung,die auf Arbeitgeber abgewälztwird. Warum? Hamann: Es ist wirklich eine schwierige Entscheidung, weil jeder glaubt, über die Arbeitsaufgabe seiner Kollegen so gut Bescheid zuwissen, dass er das beurteilen kann. Ich könnte sofort eine Liste aufsetzen mit Mitarbeitern, wodas überhaupt nicht geht. Und schon sind sie beim Thema der Gleichbehandlung. Ob sie sich dieses Themas intensiv annehmen wollen in einer Zeit, wo es um die Vermeidung von Infektionskontakten geht, das will schon reiflich überlegt sein. Ich will keine Diskussion unter den Mitarbeitern nach dem Motto: „Ich stehe unter Kontrolle undder nicht.“ Überdie IHKDresden Dr.Detlef Hamann istseit2003 Hauptgeschäftsführer der Industrie- und HandelskammerDresden mit 155 Beschäftigten. Die Wirtschaftskammer istmit rund 90.000 Mitgliedsunternehmen dergrößte Interessenvertreterder regionalen Wirtschaft im DirektionsbezirkDresden gegenüber Politik, Verwaltung undÖffentlichkeit.Nacheiner Umfrageunter IHK-Mitgliedernbieten68Prozent der BefragtenmobilesArbeiten undHomeofficean, aber nur 33,3Prozent befürworten eine Homeoffice-Pflicht. Sieht Schwierigkeiten beim Homeoffice: IHK- Hauptgeschäftsführer Detlef Hamann. Herr Wolf,welche Methodenzur Ergebniskontrolle nutzen Sie? Wolf: Eine große Kompetenz,die Unternehmen aufbauen müssen, ist Führung. Wir haben einen Zielprozess, für den wir uns sehr viel Zeit nehmen. Je besser sie persönliche Ziele und Unternehmensziele verknüpfen können, desto besser könnensie dieZiel erreichungbeurteilen.Dannkannman auchvon der Präsenzkultur ablassen und mehr Vertrauen haben, weil eseine Definition gibt, was gute Arbeit ist. Das ist anstrengend, aber man kann es lernen. Das Thema Homeoffice wird künftig immer stärker kommen. Wenn sie in Bewerbungsgesprächen nach der Homeoffice-Regel gefragt werden und sie sagen, haben wir nicht, dann ist das ein Signal indrei Richtungen. Erstens:Wir haben keine IT-und Prozessausstattung, die das ermöglicht. Zweitens: Unsere Führungskräfte sind nicht in derRolle, dies umsetzen zu können. Und drittens: Unsere Unternehmenskultur ist sonicht. Will man diese Signale aussenden? Ich seheabernoch einenanderen großen Trend. Welchen? Wolf: Unter meinen Mitarbeitern sind viele Rückkehrer, die nach Dresden zurückkommen, eine Familie gründen wollen, Immobilien suchen und vom Stuhl fallen, wenn sie die Preise für Vier- und Fünf- Raum-Wohnungen hören. Wir haben Mitarbeiterinnen, die ziehen raus bis nach Stolpen oder weiter, weil sie sich dort ein Haus leisten können. Homeoffice ermöglicht, dass Menschenwieder aufs Land ziehen. Das ist eine Gegenbewegung, die esauch schaffenkönnte, Dörferwiederzubeleben. Herr Hamann,was sagen Siedazu. Istdas nicht eineChancefürdie Lausitz? Hamann: Sicher,aberwenn Sie in RichtungSchleife kommen, da können Sie nicht einmal Whatsapp benutzen. Also da ist noch einiges zu tun. Wir müssen aufpassen, dass wir von den Situationen in urbanen Zentren wie Dresden nicht immer aufs ganze Land schließen. Wir habenimmer noch einen großen Anteil von Beschäftigten, die mit diesem Vorzug nicht vielanfangenkönnen, weilsie ihre Arbeit nichtdigitalisieren können. Für die greift das alles nicht. Deswegen wehreich mich innerlichdagegen, Homeoffice als Allzweckwaffe ins Feld zu führen, jetzt sogar noch gegendie Besiedlungsprobleme derLausitz. Wolf: Das ist langfristig kein stichhaltiges Argument, zusagen, die einen dürfen nicht, weil die anderen nicht können. Sondern woesgeht, hat das Homeoffice Vorteile –auch für den Arbeitgeber als Attraktivitätsfaktor. Dasist unstrittig. Braucht es dannnocheinen rechtlichenAnspruch aufHomeoffice? Hamann: Einen politisch verankerten Rechtsanspruch auf Homeoffice halte ich nicht für zielführend, weil diese Lösungen auf Unternehmensebene gefunden werden müssen. Viele Unternehmer wissen schon, was auf sie zukommt, wenn sie gute Leute haben wollen. Und darauf reagieren sie auch. Mich stört das medial verbreitete Bild vom Unternehmer, der böse und unwillig ist, und vom Arbeitnehmer als Opfer. Es ist Zeit, auch den Arbeitgebern undUnternehmern Vertrauen entgegenzubringen. Wolf: Ichwürde mich demkomplettanschließen.

Sächsische Zeitung und Sächsische.de

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