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Tour Saxe 2020

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CHEMNITZ 38 CHEMNITZ 39

CHEMNITZ 38 CHEMNITZ 39 Unterwegs in der Welterbe-Region Boom! Sachsen zeigt sein Industrie-Gen Silber-Therme Warmbad Aufblühen im Heilbad Thermenwelt mit Vital-Oase Saunalandschaft Wellness-Bereich„Jungbrunnen“ Physiotherapie Ganzkörperkältetherapie „ERZ-IGLU“ Restaurant &Barfuß-Bistro Öffnungszeiten Therme täglich 9-22Uhr Fr -Sa 9 -23Uhr 20 JAHRE SILBER-THERME Warmbad Feiern Sie mit uns Kur- u. Gesundheitszentrum Warmbad Wolkenstein GmbH Am Kurpark3·09429 Wolkenstein OT Warmbad Tel. 037369 151-15·www.warmbad.de Im Sommer vergangenen Jahres wurde die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří in die Unesco-Liste aufgenommen. „Glück auf!“ Dieser traditionelle Bergmannsgruß begegnet Besuchern des Erzgebirges noch heute auf Schritt und Tritt. Ebenso wie die Spuren des Bergbaus in Form von Mundlöchern und Schaubergwerken, Erzwäschen und Hammerwerken, Bergkapellen und Bergbaumuseen. Kein Wunder, denn die Montanwirtschaft hat die Region an der Grenze zu Tschechien jahrhundertelang geprägt. Jüngeren Forschungen zufolge soll im Osterzgebirge bereits in der Bronzezeit Zinnerz gewonnen worden sein; urkundlich belegt ist der Beginn der Bergbaugeschichte jedoch im 12. Jahrhundert. Bei Christiansdorf, dem heutigen Freiberg, wurde 1168 Silbererz entdeckt, was ein einzigartiges „Berggeschrey“ auslöste. Es lockte zuerst Bergleute aus anderen Gegenden Deutschlands an, wenig später Händler und Handwerker mit ihren Familien. Teilweise unabhängig davon entstanden auch anderswo im Gebirge Gruben und neue Ortschaften. Dem Silber- folgte der Zinnerzbergbau – und spätestens im 13. und 14. Jahrhundert, so die Fachleute, wurde dieses Metall beidseits des Gebirgskammes gewonnen. Bis zum Dreißigjährigen Krieg schrieb der erzgebirgische Bergbau eine fast ununterbrochene Erfolgsgeschichte. Doch auch der kriegsbedingte Niedergang wirkt bis heute nach: Weil die Bergleute andere Erwerbsquellen finden mussten, entwickelte sich unter anderem die berühmte Spielzeugherstellung. Historiker sprechen von insgesamt sechs Bergbauperioden, als deren letzte der Uranerz-Abbau im Zeichen der Wismut von 1945 bis 1990 gilt. Bergbauvereine und Bergparaden zeugen vom Stolz der Erzgebirgler auf diese lange Geschichte; 2018 feierte Freiberg mit vielen Veranstaltungen sein „Silberrausch“-Jubiläum. Im vergangenen Jahr kam ein weiterer wichtiger Termin hinzu: Am 6. Juli nahm die zuständige Kommission im aserbaidshanischen Baku die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří offiziell in die Liste der Unesco-Welterbestätten auf. Nach langjähriger Vorbereitung und Bewerbung, so die Initiatoren, wurde damit ein „außergewöhnlicher universeller Wert“ anerkannt. „Zu den wichtigsten Kriterien gehörten die Echtheit und Unversehrtheit der Stätte. Im Vergleich zu anderen montanen Welterbestätten sind Zahl und Vielfalt der erhaltenen Zeitzeugen sowie der Einfluss des Bergbaus auf Kultur und Wissenschaft herausragend.“ Als Besonderheit gilt zudem der grenzüberschreitende Charakter. Zur frisch gekürten Welterbe-Region gehören insgesamt 22 Denkmale, Natur- und Kulturlandschaften, die die wichtigsten Bergbaugebiete und Epochen des sächsisch-böhmischen Erzbergbaus repräsentieren. Jeder dieser Bestandteile setzt sich noch einmal aus Einzelobjekten zusammen, von denen allein rund 400 auf sächsischer Seite zu finden sind. Geografisch reicht die Montanregion in etwa von Altenberg/Zinnwald im Osten bis Eibenstock an der Grenze zum Vogtland und von Nossen im Norden bis ins böhmische Jáchymov (St. Joachimsthal). Ausführliche Infos zu allen Einzelobjekten finden Neugierige auf der Website der Montanregion; touristische „Pakete“ sind im Entstehen. Als Ausgangspunkt für eine individuelle Erkundung empfiehlt Ute Florl vom Tourismusverband Erzgebirge die Stadt Annaberg. Im Frohnauer Hammer, in der Manufaktur der Träume und in der St. Annen- Kirche könne man sich der Region aus ganz unterschiedlichen Perspektiven nähern und einen ersten Überblick über ihre Besonderheiten gewinnen. Birgit Hilbig Foto: TV Erzgebirge R.Gaens WEITERE INFOS www.montanregion-erzgebirge.de www.erzgebirge-tourismus.de Voraussichtlich im Juli öffnet an mehreren Schauplätzen die 4. Landesausstellung. Bergbau und Textilwirtschaft, Maschinenbau und Eisenbahnentwicklung, Automobiltechnik und Mikrochipforschung: Es sind diese industriellen Meilensteine, die Sachsen von jeher zur boomenden Metropolregion machten. Das ist auch heute noch so. Die 4. Landesausstellung des Freistaates soll dieses regionale Genom nun herausstellen und präsentieren. Boom! Voraussichtlich ab Juli 2020 wird die Landesschau die gesamte Region Südwestsachsen als eine Wiege der deutschen Industrialisierung ins Licht der Öffentlichkeit rücken. Mit dem inhaltlichen Schwerpunkt „Mensch, Kultur und Industrie“ wurde dafür eine große Zentralausstellung in Zwickau konzipiert. Weitere Ausstellungen sollen über den Sommer und Herbst hinweg in sechs regionale Museen locken. Dort werden spannende Themen und Objekte direkt an den authentischen Schauplätzen präsentiert. Zentrale Schau in Zwickau Die zentrale Schau wird durch das Deutsche Hygiene-Museum im Audi-Bau in Zwickau kuratiert. Das historische Fabrikgebäude gestalteten Ausstatter dafür seit Monaten komplett um. Geplant ist nun, die Geschichte der Industrialisierung so zu erzählen, dass die umwälzenden Auswirkungen des technologischökonomischen Entwicklungsschubs auf alle Lebensverhältnisse, auf Identität, Wohlstand und das gesellschaftliche Zusammenleben erlebbar werden. Von den legendären Anfängen, die im Bergbau und dem früh international vernetzten Textilgewerbe des 18. und 19. Jahrhunderts zu finden sind, zur Phase der Hochindustrialisierung, über die Katastrophen des Ersten und des Zweiten Weltkriegs hin in die Zeit der DDR, schaut die Ausstellung bis in die Gegenwart. Gleichzeitig wirft sie am zentralen Standort in Zwickau einen weiten Blick in die Zukunft des heutigen Freistaates im Herzen Europas. Die Schau präsentiert auf 2.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche mehr als 500 historische Objekte, kostbare Gemälde und wertvolle Dokumente, einzigartige technische Geräte, Fotografien, Filme und Medieninstallationen. Die Besucher begeben sich auf eine multimediale Zeitreise durch fünf Jahrhunderte sächsischer Landesgeschichte. Sichtbar werden auch die fundamentalen Veränderungen des Alltagslebens, die sich seit etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts durch die neuen Arbeitsformen an hochentwickelten Maschinen, eine bisher unbekannte Mobilität oder die Allgegenwart der elektrischen Energie vollzogen. Original erhaltene Tuchfabrik Ergänzend zur Hauptausstellung in Zwickau zeigt das Industriemuseum Chemnitz die Maschinenbaukunst und ihre Konsequenzen für die Industrialisierung. Die entscheidende Frage lautet hier: Was macht der Mensch mit der Maschine, was macht die Maschine mit den Menschen? In der original erhaltenen Tuchfabrik Gebrüder Pfau in Crimmitschau können die Besucher eine Zeitreise in die für Sachsens Geschichte so wichtige Epoche der Textilindustrie unternehmen. Die zum Teil 100 Jahre alten Maschinen und Webstühle werden in einer seit ihrer Schließung unveränderten Fabriksituation vorgeführt. Auf dem Gelände des Eisenbahnmuseums Chemnitz-Hilbersdorf kann man zwischen historischen Dampf- und Dieselloks in der rußigen Atmosphäre eines Ringlokschuppens die industrielle Vernetzung von Mensch, Rohstoffen und Produkten in einem industriehistorischen Freilichtmuseum erkunden. Das Bergbaumuseum Oelsnitz/ Erzgebirge zeigt den für die wirtschaftliche Entwicklung Südwestsachsens fundamentalen Steinkohlenbergbau und wirft einen Blick in die Zukunft der Energieversorgung. Und unmittelbar neben der Zentralausstellung im Audi-Bau in Zwickau beleuchtet das August- Horch-Museum die Geschichte der mit dem Auto möglich gewordenen Mobilität und behandelt Zukunftsfragen und -probleme der Automobilproduktion. Peggy Fritzsche

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