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Medizin_Heute_4/2020

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MAGAZIN FÜR GESUNDHEIT UND MEDIZIN IN SACHSEN

Seite 8 Gesundheit in

Seite 8 Gesundheit in Sachsen GIBTESSIE, DIE EWIGE JUGEND? Wenn wiruns morgens im Spiegel ansehen, scheinen wirstets im gleichen Alterzusein. EinVergleich mitUrlaubsfotosvon vor20Jahren korrigiertdiese Illusion jedoch. Vränd Verungen, VieleVe so auch unser Vltern V, Vziehen A voll sich schleichend. Vwa Vs DVoch ist Altern überhaupt? UnVdVdie für viele noch wichtigere Ve: Vönnenwir FraVg K es aufh alten? Wir Vn sprache dazu mit Dr. Frank HorlbVeck, Geschäftsführer von Kieser Vi Vng TVrVaVi in Mitteldeutschland. Herr Dr. Horlbeck, der Wunsch nach „ewiger Jugend“ ist seit jeher groß. Deshalb zunächst die Frage: Was ist –aus medizinischer Sicht –das Altern eigentlich? Altern ist ein langsamer Verlust unserer physischen und psychischen Leistungsfähigkeit. Es ist verbunden mit einem zunehmenden Risiko,zuerkranken undzuversterben. Aber unsere Geburtsurkunde verrät nur das kalendarische Alter. Diese Uhr tickt gleichmäßig, dafür werden wir auch einmal im Jahr mit Geschenken belohnt. Nur sind ehemalige Mitschüler, beispielsweise aufeinem Klassentreffen, stets auch biologisch gleichalt? Fotos: KieserTraining Werner Kieser,der Gründer vonKieser Training, feiertegerade einen runden Geburtstag.80Jahre undkeinbisschen schwach. Sie sprechen das sogenannte biologische Alter an … Wobei es nicht nur EIN biologisches Alter gibt. Faktisch jeder Bereich unseres Körpers besitzt sein eigenes. Wir haben beispielsweise ein Stoffwf echselalter, ein immunologisches, hormonelles, psychisches und ein Muskel- und Knochenalter. Selbst unsere Zellen und deren Organellen können datiert werden. Jedes Organsystem hat eine funktionelle Kapazität. Diese sinkt im Laufe des Alterungsprozesses. Die Abweichung von den Höchstwerten beschreibt quantitativ,wie altwir sind. Da unserKörper jedoch Reserven hat, spüren wir diese Entwicklung teilweise über Jahrzehnte nicht. Erst wenn die Funktion geringer als die Anforderungen des Alltages wird, merken wir, dass diebiologische Uhrtickt. Können Sieein Beispiel nennen? Ein gutes Beispiel ist Kraft. Diese scheint neben der Vermeidung von Suchtmitteln und optimaler Psychohygiene ein zentrales Stellglied unserer biologischen Uhr zu sein. Viele sehen esals gegeben an: Wer älter wird, wird auch schwach. Und in der Tatverlieren wir abdem 35. Lebensjahr etwa ein Prozent unserer Muskulatur –und das Jahr für Jahr –wennwir nichts dagegen tun. Es klingt heraus,dass wirtatsächlich etwasgegen dasAlterntun können? Wer seine Muskulatur regelmäßig trainiert, bleibt biologisch jung und fühlt sich auch so. Und nicht nur das. Dies hat entscheidenden Einfl uss auf die funktionelle Kapazität aller anderen Organsysteme. Dass Knochen und Bindegewebe davon profitieren, liegt nahe. Aber selbst Stoffwf echsel, Immunsystem, Nerven und Hirn haben biologische Vorteile,wennwir starksind. Heißt, trainierte Muskeln sind also nicht nur gut gegen das Altern, sondern auch gegenKrankheiten. Schon eine simple Handkr aftmessung gibt Auskunft über unsere weitere Lebenserw artung. Regelmäßiges Muskeltraining reduziert auch das Risiko, anKrebs oder Herzkr ankh eiten zu erkr anken und zu versterben. Es gibt unserem Leben nicht nur mehr Jahre, sondern diesen Jahren auch mehr Lebensqual ität. Und dasThema Ausdauer? Fürmich istKraft wichtiger alsAusdauer, jedenfalls im Alter. Es ist nicht entscheidend, wie schnell Senioren um ihr Pfl egeheim joggen, sondern deren Fähigkeit, selbstständig aus dem Bett oder von der Toilette aufzustehen. Autonomie, sich im Alter selbst zu versorgen, erfordertinersterLinie Kraft. Was ist Ihr Tipp: Wie ist der sprichwörtliche innere Schweinehund zu überwinden? Die Ausrede, keine Zeit, trifft nicht zu! Ein hochintensives Muskeltraining dauert60Minuten proWoche. Es gibt also nicht die ewige, aber zumindest dieverlängerte Jugend? Es gibt eine gute undeineschlechte Nachricht. Die schlechte: Dass wir älter werden, ist unausweichlich. Und die gute: Wir haben es in der eigenen Hand,wie schnell das geht. Gespräch: Jens Fritzsche JETZTWENIGER ZEIT IN NARKOSE DieAsklepios ASB-Klinik Radeberg wartet miteinerInnovation auf. Hinzu kommen effektivere Abläufe. Dasnütztvor allem den Patienten. Text:JanaMundus Foto:Heiko Schubert Dc Dhdie Dse Dur Neuerungverkürzt sich Dtient Den für Pa der Asklepios ASB Klinik R künftig die Zeit, die Dadeb Derg Dähren Dd sie w eines Eingriffs inNarkose verb müssen. Dafür Dringen Dgt Di Dchael sDoDr M Loch. Seit wenigen Da Dt Den Mon ist der 36-Jährige neuer Bereichsleiter für OP- und und Anästhesiepfl ege imRadeberger Krankenhaus. Seine Aufgabe ist es, die Prozesse rund um die Abläufe in den Operationssälenzuoptimieren. Das soll wertvolle Zeit sparen. Und das nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, sondern auch mit Blick auf die Belastungen für die Patienten. Durch die neue Stelle werden nun beide Bereiche, die Teams aus OP undAnästhesie, bessermiteinander vernetzt. „So gibt esjetzt zum Beispiel regelmäßige Besprechungen beider Teams“, so Michael Loch. Schon das helfe, wichtige Informationen effektiver auszutauschen. In diesem Rahmen besteht außerdem die Möglichkeit, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen über neue Entwicklungen und Methoden auf ihremFachgebietzuunterrichten. Gerade schaut sich Michael Loch sehr intensiv die OP-Zeiten aus den vergangenen Jahren an. Dort gäbe Michael Loch istneuer Bereichsleiter OP- undAnästhesiepflegeimRadebergerKrankenhaus. es zeitlich noch Potenzial, das sich nutzen ließe, ist erüberzeugt. „Ein Operationssaal sollte nicht stillstehen, damit möglichst vielen Patienten geholfen werden kann“, erklärt Michael Loch. So könnten beispielsweise Wartezeiten beim Wechsel verkürzt werden. „Zum Beispiel dadurch, dass vorher bereits eindeutig an alle kommuniziert wurde, wann die nächste Narkoseeinleitung abgeschlossen ist, damit sich die OPnahtlos anschließen kann.“ Dadurch lassen sich für jeden Patienten gut zehn Minuten Zeit sparen. Das bedeutet auch ein Verkürzen der Narkosezeit. „Ich bin überzeugt, dass mit Herrn Lochs Hilfepositive Entwicklungenvorangetrieben werden, die unseren Patienten zugutekommen“, sagt Klinik-Geschäftsführer FlorianRupp. MichaelLochist gebürtiger Kamenzer, hat seine Fachweiterbildung Anästhesie- und Intensivpfl ege am Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart absolviert. Später bildete er sich im Bereich OP-Management weiter. Seit Juni 2015 war er Bereichsleiter für OPund Anästhesiepfl ege am Malteser Krankenhaus St. Johannes inKamenz, bevor er nun nachRadebergwechselte. ............................................................. q ww w w.asklepios.com/ radeberg

MINIMALINVASIVER EINGRIFF HILFT HERZPATIENTEN Watchman ® -Implantat zur Schlaganfall-Profilaxe bei Vorhofflimmern Seit vielen Jahren kommt in der Klinik für Kardiologie und Angiologie im Lausitzer Seenland Klinikum das Watchman ® -Implantat zum Einsatz.Eswirdbei Patienten mit Vorhofflimmerneingesetzt, diegerinnungshemmende Medikamente nicht vertragen oder bei denen die Medikamente keinen ausreichenden Schutz gegen z. B. einen Schlaganfall bieten.Nun gibteseine Weiterentwicklung, den Watchman flx ® .Dieser ist noch stabiler,sicherer und einfacher zu implantieren. erforderlich und derstationäre Aufenthalt beträgtinder Regel nur zwei bis drei Tage. Zum Einsatz kommt der Watchman ® um dieGerinnselbildung im Vorhofohr bei Patienten mit dauerhaftem Vorhofflimmern zu minimieren. „Normalerweise setzt man in so einem Fall blutverdünnende Medikamente ein. Diese Medikamente müssen ein Leben lang eingenommen werden. Manche Patienten vertragen die Therapie mit Blutverdünner jedoch aufgrund anderer Erkrankungen nicht oder haben ein erhöhtes Blutungsrisiko, zum Beispiel nach Gehirn- oder Magen-Darm-Blutungen. Auch bei Dialysepatienten ist der Eingriff zuempfehlen“, sagt der Kardiologe. „Hier können wir nun mit einem relativ schonenden Eingriff inunserem Herzkatheterlabor helfen, der ohne Narkose und auch in höherem Alter durchgeführt werden kann.“ Schlaganfall oder Gefäßverschlüssen. Das linke Vorhofohr wird durch den Watchman ® verschlossen, so dass sich dort keine Gerinnsel mehr bilden können. Das neue Watchman flx®-Implantat besitzt zudem aktive Fixierungsanker,die sich an das Gewebe binden und so für Stabilität sorgen. Das Schirmchen wird mit einem Katheter durch die Leistenvene in das Herz eingebracht und kann über diesen Katheter bei Bedarf auch neu positioniert werden. Der korrekte Sitz wird durch Ultraschall überprüft. Dr. med. Olaf Altmann, Medizinischer Direktor des Lausitzer Seenland Klinikums Facharzt für Innere Medizin, für Kardiologie und für Angiologie „Die Watchman ® -Methode ist ein minimalinvasiver Eingriff, bei dem ein kleines Metallgeflecht mit sehr kleinen Haken und einer feinen Membran mit einem Katheter punktgenau im linken Vorhof platziert und das Vorhofohr geschlossen wird“, erklärt Chefarzt Dr. med. Olaf Altmann den nicht-operativen Eingriff. Für diese alternative Behandlungsmethode liegendie Vorteile auf der Hand: Durch die Verwendung des Katheters istdiese Methode sehr risikoarm, es sind keineFolgeeingriffe DerWatchman ® ist einmechanischer,dauerhafter,lebenslanger Schutz vor Gerinnseln aus dem Vorhofohr und somit vor Foto: Boston Scientific Lausitzer Seenland Klinikum Maria-Grollmuß-Str. 10|02977 Hoyerswerda Hoy.info@sana.de |www.seenlandklinikum.de Fotos: LSK/Gernot Schweitzer Ein Schirmchen im Herzen schützt vor Schlaganfällen VorhofflimmernkannBlutgerinnselineinem kleinenTeildes Herzens,dem linken Vorhofohr,verursachen.DochesgibteineAbhilfe. In einem Katheterlabor des Herzzentrums Dresden setzt Oberarzt Felix J. Woitek die lebensrettenden Schirmchen ein. Foto: Robert Reuther Der Mensch hat nicht nur zwei Ohren am Kopf, sondern auch am Herzen. Die sogenannten Herzohren sind kleine Ausstülpungen an den beiden Vorhöfen des Herzens. Und gerade das linke Vorhofohr kann dem Menschen trotz seiner geringen Größe von nur wenigen Zentimetern immer wieder große Probleme bereiten. „Die Funktion der Herzohren ist nach wie vor nicht ganz klar“, erklärt Felix J. Woitek, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie am Herzzentrum Dresden Universitätsklinik. „Fest steht aber, dass Herzrhythmusstörungen Auswirkungen auf den Blutfluss in diesem Bereich haben. Das fördert die Bildung von Blutgerinnseln.“ Das Problem: lösen sich diese Gerinnsel, dann gelangen sie in die Blutbahn und verstopfen die Arterien. Die Folgen sind Schlaganfall oder – in geringerem Ausmaß – Herzinfarkt. Jene Herzrhythmusstörung, die vor allem für die Blutgerinnsel verantwortlich zeigt, ist das Vorhofflimmern, welches vorübergehend oder dauerhaft auftreten kann. Das Herz gerät dabei außer Takt und schlägt unregelmäßig. Besonders in den Vorhöfen besteht keine normale Pumpfunktion mehr und es kommt zu einem stark verlangsamten Blutfluss und zur Gerinnselbildung insbesondere imVorhofohr. „Das Gute ist, dass Vorhofflimmern selbst nicht lebensbedrohlich ist. Viele Patienten bemerken eine Vorhofflimmer-Episode oft nicht, da typische Symptome beispielsweise plötzlicher Leistungsknick, Müdigkeit, Herzrasen oder Schlafstörungen sind, die sie gegebenenfalls nicht richtig zuordnen können. Langfristig gesehen kann es auf Grund des gestörten Blutflusses aber zu den bereits erw ähnten Gerinnseln und zu Schlaganfall oder Herzversagen kommen“, so Dr.Woitek weiter. Wird Vorhofflimmern in einem frühen Stadium bemerkt, lässt es sich mit Medikamenten, Elektroschocks oder einem Kathetereingriff behandeln. Je länger es aber unentdeckt bleibt, desto schwerer wird es, den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen. Und behandelt werden sollte es auf alle Fälle, das zeigt allein ein Blick in die Statistik: Das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden, ist für Patienten mit Vorhofflimmern fünffach höher als für Menschen ohne diese Herzrhythmusstörung. Es wird geschätzt, dass Vorhofflimmern für etwa 15 Prozent aller Schlaganfälle verantwortlich ist. Mehr als 90 Prozent der Gerinnsel bei Vorhofflimmern werden im linken Vorhofohr gefunden. Um die Gerinnselbildung und damit Schlaganfälle zu vermeiden, nutzen Mediziner bei Patienten mit Vorhofflimmern abhängig von weiteren Risikofaktoren eine Therapie mit blutverdünnenden Medikamenten. „Doch das geht nicht bei jedem Betroffenen, beispielsweise bei jenen, die wegen einer Begleiterkrankung bereits ein hohes Blutungsrisiko haben“, sagt Dr. Woitek. Stattdessen setzen er und seine Kollegen auf eine mechanische Alternative: Das Vorhofohr wird per Stöpsel-Prinzip verschlossen. Dabei wird in einem etwa einstündigen minimalinvasiven Eingriff ein winziges Metall-Schirmchen per Katheter in das linke Vorhofohr geschoben, dort entfaltet und in der Herzwand verankert. „Nach einiger Zeit überzieht körpereigenes Gewebe das Schirmchen, sodass das Vorhofohr komplett verschlossen ist und keine Blutgerinnsel mehr in die Blutbahn gelangen können. Dann ist es auch möglich, die gerinnungshemmenden Medikamente abzusetzen“, erklärt Herzkatheter-Experte Dr.Felix Woitek. Auch wenn sich der Eingriff leicht anhört, so erfordert er doch jede Menge Erfahrung des operierenden Arztes. „Ich empfehle daher, solch einen Eingriff in einem Zentrum mit der entsprechenden Expertise durchführen zu lassen“, so Dr. Woitek weiter. Herzzentrum Dresden Universitätsklinik Klinik für Innere Medizin und Kardiologie Dr. Felx J. Woitek Fetscherstraße 76 ·01307 Dresden ·Telefon 0351 450-1701 www.herzzentrum-dresden.com hzd-kardiologie@herzzentrum-dresden.com

Sächsische Zeitung und Sächsische.de

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