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13 GÜNTER NETZER

13 GÜNTER NETZER WECHSELT SICH EIN UND TRIFFT Das DFB-Pokalfinale 1973 in Düsseldorf gilt als das beste aller Zeiten. Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Köln liefern sich einen zweistündigen Fight voller Höhepunkte. Die Krönung ist Günter Netzers Show. Von Trainer Hennes Weisweiler zunächst auf die Bank gesetzt, weil er zu Real Madrid gehen wird, wechselt sich der Spielmacher zu Beginn der Verlängerung für den erschöpften Christian Kulik selbst ein. Zur Freude der Fans, die ihn lautstark forderten. Kaum im Spiel, trifft er nach Doppelpass mit Rainer Bonhof mit dem schwachen linken Fuß in den Winkel – es ist das Siegtor zum 2:1. 14 SEELERS HINTERKOPF In der Gluthitze von Mexiko nimmt Deutschland im WM-Viertelfinale 1970 Revanche für das verlorene Wembley-Finale 1966 mit dem umstrittenen Tor (siehe Nr. 12). England verliert erstmals nach 2:0-Führung ein Spiel. Und Uwe Seelers 43. und letztes Länderspieltor ist auch sein berühmtestes: Der Hinterkopftreffer des HSV-Idols zum 2:2 beschert den Teams in Leon eine Verlängerung, und dann macht der große Gerd Müller alles klar. 3:2. 15 MARADONA UND DIE HAND GOTTES Zwei Tore erzielt Diego Maradona am 22. Juni 1986 gegen England (siehe auch Nr. 6), beide sind legendär. Das erste ist jedoch legendär irregulär, weil er im Luftduell mit Englands Keeper Shilton die Hand zur Hilfe nimmt. Der Schiedsrichter fällt auf den Betrug rein, den der Sünder nonchalant abtut: „Es war ein bisschen Maradona und ein bisschen die Hand Gottes.“ Später wird Argentinien Weltmeister. 16 HELMUT RAHN AUS DEM HINTERGRUND Bern, 4. Juli 1954, Wankdorf-Stadion. „Boszik, der rechte Läufer der Ungarn, hat den Ball verloren an Schäfer. Schäfer nach innen geflankt, abgewehrt. Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen, Rahn schießt, Tor, Tor, Tor.“ Jeder Deutsche kennt die Radioreportage, die das mythischste Tor eines DFB-Teams schildert. Helmut Rahns 3:2 macht das Wunder wahr, Deutschland wird Weltmeister. 17 FREISTOSS VON ROBERTO CARLOS 1997 Es gab viele tolle Freistöße. Und dann gibt es: DEN Freistoß. Ihn verwandelt 1997 Brasiliens Roberto Carlos aus 35 Metern. Die Spieler in der Mauer seien schon auf dem Weg nach vorn gewesen, erzählt der Franzose Zinedine Zidane später. Niemand glaubt an ein Tor. Als sie sich herumdrehen, sehen sie, dass der weit nach rechts abdriftende Ball plötzlich die Flugbahn ändert und wie von Zauberhand gelenkt in Fabien Barthez‘ Tor einschlägt. „Ich bin nicht sicher, ob wir je einen besseren Freistoß sehen werden“, jubelt der englische Sky-Kommentator. Mathematiker versuchen danach im „New Journal of Physics“, die Flugbahn in einer Formel nachzuberechnen. 10 teil waren also ganz eindeutig diejenigen Torschützen, die die Gnade der etwas späteren Geburt erfuhren. Noch vorteilhafter war es zumindest in Deutschland ab 1971, als die Kameras 1966 lebten länger. Auch vor dem Krieg hat es sagenhafte Tore gegeben. Der deutsche Nationalspieler Hans Stubb traf mal in einem Länderspiel aus 60 Metern, aber keine Kamera hielt es fest. Im Vorgezielt auf Torsuche gingen. Im März vor 50 Jahren erzielte der Regensburger Gerhard Faltermeier das erste von der ARD-Sportschau ins Leben gerufene „Tor des Monats“. Seither stimmen die Zu-

18 MARIO GÖTZE: WM-FINALE 2014 Vor seiner Einwechslung erhält er noch einen Spezialauftrag von Bundestrainer Joachim Löw. „Zeig der Welt, dass Du besser bist als Messi“. Am 13. Juli 2014 in Rio de Janeiro zeigt Mario Götze zumindest hohe Fußballkunst und Körperbeherrschung, als er in der Verlängerung André Schürrles Linksflanke mit der Brust annimmt und im Drehen und Fallen artistisch einschießt. Es ist das Tor, das Deutschland zum vierten Mal zum Weltmeister macht – und den Argentinier Lionel Messi weinen lässt. 19 MARCO VAN BASTENS TRAUMSCHUSS 1988 Hollands einziger Titel stand im Zeichen eines unglaublichen Tores, das im Münchner Olympiastadion fiel: Im EM-Finale 1988 gegen die Russen flankt Arnold Mühren von links, Marco van Basten trifft den Ball kurz vor der Auslinie, als keiner damit rechnet, mit rechts volley aus schier unmöglichem Winkel, perfekt. Keeper Rinat Dassajew Russe steht eigentlich richtig, doch er ist viel zu überrascht. Ehe er die Fäuste oben hat, schlägt der Ball im Winkel ein – das 2:0! 21 MAGATHS TOR FÜR DIE GESCHICHTSBÜCHER In Athen ist der Hamburger SV 1983 krasser Außenseiter im Europacupfinale der Landesmeister gegen Juventus Turin, weil dort sechs italienische Weltmeister und Frankreichs Superstar Michel Platini spielen. Aber der deutsche Meister erstarrt nicht vor Respekt. Spielmacher Felix Magath wagt schon nach acht Minuten einen Distanzschuss, der prompt hinter Dino Zoff im Winkel einschlägt. Es bleibt das Tor des Tages für die Elf von Ernst Happel und macht den späteren Meistertrainer Magath zur Klublegende, nach der in jeder HSV-Krise gerufen wird. 20 STAN LIBUDA 1966 Ebenso bedeutsam wie spektakulär ist das berühmteste Tor in der Karriere von Reinhard Libuda, den alle „Stan“ nennen. Am 6. Mai 1966 entscheidet er mit einem Lupfer aus über 30 Metern in Glasgow das Europacupfinale im Pokalsiegerwettbewerb. Der Ball prallt vom Pfosten an die Schulter eines Liverpooler Abwehrspielers und schlägt zum 2:1 ein. „Es ist unglaublich“, jubelt ARD-Reporter Ernst Huberty. Das Traumtor macht Borussia Dortmund zum ersten deutschen Europacupsieger überhaupt und Libuda zum ersten Spieler, den sie sowohl auf Schalke, seinem Heimatklub, als auch in Dortmund lieben. schauer ab, welches von fünf ausgewählten Toren ihr Favorit ist, und aus diesem Kreis wird das Tor des Jahres gewählt. Nicht immer gewinnt das schönste Tor, wie sich im Juni 1996 zeigte, als der nicht gerade unhaltbare Schuss von Oliver Bierhoff mit Hilfe des Keepers im Tor landete. Der Kullerball machte Deutschland jedoch zum Europameister und überstieg in seiner Bedeutung damals alle anderen Treffer. Die Tor-des-Monats-Idee übernahm die ARD übrigens aus England, wo sie in der BBC an jedem Wochenende ein Tor des Tages zeigten. Ohne Zuschauerwahl. Beim WDR, der die Sportschau 11

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