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25 Text: TORE, DIE MAN

25 Text: TORE, DIE MAN KENNEN MUSS Udo Muras Zu den ewig gültigen Weisheiten des Fußballs, die noch jede Reform überlebt haben, gehört diese: Das Runde muss ins Eckige! Was der Sinn des Spiels ist, darüber lässt sich trefflich philosophieren, aber das Ziel ist immer klar gewesen: Tore schießen. Einer, der das besser als jeder andere verstand, ist am 15. August im Alter von 75 Jahren verstorben. Gerd Müller, als „Bomber der Nation“ bekannt. Die Fachwelt ist sich einig: Einen Größeren gab es nie. Dutzende Statistiker haben versucht, Müllers Torzahl im Laufe seiner Karriere (1964-83) zu ermitteln. Allein im Seniorenbereich sollen es nach

01 GERD MÜLLER 1974 Drei Tage vor dem WM-Finale am 7. Juli gegen Holland hat Gerd Müller seinen Rücktritt erklärt. Er geht als Weltmeister, sein 68. und letztes Tor entscheidet das Spiel im Münchner Olympiastadion. Das 2:1 für Deutschland ist alles andere als perfekt: Rainer Bonhof weiß gar nicht, wen er da anspielt in Minute 43, er will den Ball „nur in die Mitte bringen“. Dort steht Müller, dem der Ball erst verspringt. Dann trifft er ihn nicht voll, sonst wäre er wohl auf den Torwart gegangen, so Müller später. Der Torwart, Jongbloed, spielte übrigens ohne Handschuhe. 02 ANDREAS BREHME MACHT DEUTSCHLAND ZUM WELTMEISTER Im WM-Finale 1990 gibt es in der 85. Minute nach einem Foul an Rudi Völler, das keines war, Elfmeter. Lothar Matthäus hat Schuhprobleme, Andreas Brehme muss ran. Zwei Minuten lang protestieren die Argentinier in Rom, dann haut Brehme ihn rein. 1:0, Deutschland ist Weltmeister. Bis heute wird Brehme von Fans dafür gefeiert: „Andy, unten links!“ 04 HORST HRUBESCHS KOPFBALL BEI DER EM 1980 Das Tor, das Deutschland den zweiten Europameistertitel sichert, fällt mit Ansage. Es läuft die 88. Minute im Olympiastadion zu Rom an jenem 22. Juni 1980, als es noch eine Ecke gibt. Karl-Heinz Rummenigge führt sie aus und warnt einen Fotografen vor: „Stell‘ die Linse scharf, jetzt knallt’s!“ Der Ball landet auf dem Kopf von HSV-Stürmer Horst Hrubesch und von dort im belgischen Kasten – 2:1, Sieg! Hrubesch hat auch das 1:0 erzielt. Seine ersten Tore für Deutschland hatte ihm, erzählt er gerne, angeblich der Papst bei einem Vatikanbesuch prophezeit – mit zwei zum Segen erhobenen Fingern. 03 LARS RICKEN 1997 14 Sekunden Spielzeit, 1 Ballkontakt, 25 Meter Entfernung. Das reicht Lars Ricken (20), um zur BVB-Legende zu werden. Nach der Einwechslung schreit RTL-Mann Marcel Reif: „Ricken, lupfen jetzt! Jaaa!“ Genau so entscheidet sich in München das Champions-League-Finale gegen Turin. 3:1. neuestem Forschungsstand 1497 gewesen sein für seine Klubs, allen voran der FC Bayern, und für Deutschland. Er hat jedes einzelne gefeiert, auch in Test- und Trainingsspielen. Für ihn waren sie alle wichtig. Für die Nachwelt waren es nicht ganz so viele, das wichtigste zeigen wir auf dieser Doppelseite gleich aus zwei Perspektiven: sein Weltmeister-Tor 1974 gegen die Niederlande. Was löste es aus?! Eine Menge. Wer sein Land zum Weltmeister schießt, der kann sicher sein, dass er darauf sein Leben lang angesprochen wird. Denn jeder, der es gesehen hat, wird es nie vergessen. 7

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