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FUSSBALL FAMILIE |

FUSSBALL FAMILIE | NATIONALTEAM reichen involviert, die Veranstaltungsleitung hat Michael Kirchner als „Director Events & Operations“. Er kümmert sich um den Stadionmietvertrag, den Ordnungsdienst, den Sanitätsdienst und die Abstimmung mit allen Behörden wie der lokalen Polizei. „Match-Manager“ Busch ist der Hauptansprechpartner vor Ort, arbeitet als Bindeglied zwischen Fifa- bzw. Uefa-Verantwortlichen, dem Heim- und Gastteam, dem Schiedsrichtergespann inklusive der Videoreferees. Wie sehr erschwert Corona die Arbeit? „Die Anforderungen sind mit noch höherem Aufwand verbunden, um alle aktuellen Maßnahmen umsetzen“, sagt Busch. Auch die Geister-Länderspiele 2020/21 erforderten eine Fernseh-Produktion mit rund 24 Kameras und 150 TV-Mitarbeitern, die Zahl der im Stadion beruflich akkreditierten Personen sank aber von rund 6500 auf 4500 bis 5000. Für die Sicherheit sorgen in Hamburg rund 450 Ordner, bei voller Stadionauslastung wären es 650. Die Aktionen des „Fan Club Nationalmannschaft“ vor Ort laufen erst wieder an, etwa Info-Busse als Treffpunkte, Fan-Zelte oder das Fan-Match der beiden Teilnehmerländer. Seit zwölf Jahren Nationaltorwart: Manuel Neuer Zurück zum Platz, auf dem bekanntlich die Wahrheit liegt: Die Uefa überlässt nichts dem Zufall bzw. den Gastgebern. Vorgegeben werden selbst das Raster des Rasens und die Mährichtung. Schließlich ist Planung das halbe Leben. „ADRENALIN UND LEIDENSCHAFT“ DFB-STADIONSPRECHER ANDREAS WURM ÜBER DIE STUNDEN VOR DEM ANPFIFF UND EMOTIONALE MOMENTE MIT SCHWEINSTEIGER Der gebürtige Hanauer Andreas Wurm (49) ist Fernseh- und Hörfunkmoderator (rbb, Antenne Niedersachsen) und seit 2008 Stadionsprecher des DFB. Beim WM-Qualifikationsspiel gegen Rumänien am 8. Oktober in Hamburg ist er wieder im Einsatz Herr Wurm, das Publikum ist zurück. Gemäß der Corona- Bestimmungen dürfen wieder Fans in die Stadien. Wie glücklich macht Sie das als DFB-Stadionsprecher? Andreas Wurm: Sehr glücklich! Die Zeit der Geisterspiele war hart und schwierig zu verdauen. Mir haben schlicht die Emotionen gefehlt. Aber auch ohne Zuschauer im Stadion war es unser Anspruch, die Moderation so durchzuziehen, als wären doch Fans da. Wir wollten den Spielern das Gefühl von Normalität geben, zumindest ein kleines bisschen. Dank des Fan-Comebacks haben Sie nun wieder eine echte Bühne. Es ist ein Segen. Einfach unfassbar schön, wieder die Resonanz zu haben auf das, was man macht. Wir haben uns so gesehnt 28

WIEDER STOLZ SEIN AUF DIE NATIONALMANNSCHAFT Kolumne von Pit Gottschalk Die Erwartungen an den neuen Bundestrainer Hansi Flick sind klar: Er soll eine Nationalelf aufbauen, die bei der WM 2022 in Katar keine weitere Blamage erlebt und bei der Heim-EM 2024 Europameister werden kann. Man traut es ihm zu. Schon bei Bayern München hat er einen verunsicherten Kader übernommen und schnell zum Triple mit Meisterschaft, Pokal und Champions-League-Sieg geführt. Flick weiß, wie’s geht. Die viel schwierigere Aufgabe: dass sich die Deutschen wieder mit ihrer Nationalmannschaft identifizieren. In der letzten Phase der Löw-Ära waren einige Personalentscheidungen nicht nachvollziehbar. Familienfeindliche Anstoßzeiten und überteuerte Stadionbesuche führten zu einer Entfremdung mit dem DFB-Team. Vielleicht ist Flick genau deswegen der richtige Mann in dieser Zeit: Er integriert und erklärt, kommuniziert und lacht. Die Leute wollen ja wieder stolz auf ihre Nationalmannschaft sein. Es liegt am Bundestrainer, dieses alte Gefühl zurückzubringen, dass da „unsere Mannschaft“ spielt und nicht irgendeine. nach den Reaktionen, dem Applaus, den Pfiffen. Diese Wechselwirkung zwischen der Tribüne und den Spielern auf dem Feld, das hat uns allen am meisten gefehlt. Bundestrainer Hansi Flick hat ja das Motto „all in“ ausgegeben, und auch wir sind seit dem Neustart mit Fans total motiviert und glücklich. Wir geben alles am Mikrofon. Um so schöner, wenn dann richtig Stimmung in der Bude ist: Ich sauge das alles auf und genieße es. Wie muss man sich Ihre Vorarbeit zur Moderation eines Heimländerspiels vorstellen? Einen kompletten Vorbereitungstag sitze ich zu Hause am Schreibtisch. Um das Rohgerüst und den Regieplan durchzusprechen, gibt es zwei Telefon- oder Videokonferenzen. Da sind die Regie, die Verantwortlichen von Bild und Ton sowie die Verantwortlichen des DFB dabei. Etwa eine Woche vor dem Länderspiel-Termin erfolgt das Feintuning. Wann beginnt die Arbeit im Stadion? Wir treffen uns am Vortag des Spiels, vor Ort werden mögliche Änderungen im Ablaufplan besprochen, um auf aktuelle Ereignisse zu reagieren. Ich sitze dann nochmal etwa einen halben Tag dran, meine Moderationen zu schreiben, alle einzelnen Punkte durchzugehen. Auch zum Thema Sicherheit im Stadion: Während der Pandemie muss beim Thema Corona-Schutzmaßnahmen das genaue Wording stimmen. Emotionale Szenen: Schweinsteigers letztes Länderspiel 2016 Wie läuft der Spieltag ab? Bevor um 20.45 Uhr angepfiffen wird, geht es mittags um 12 Uhr mit der offiziellen Regiebesprechung los, bei der alle relevanten Institutionen und Organisationen rund um das Länderspiel anwesend sind, auch das Fernsehen. Abschied: Mitspieler tragen Schweinsteiger vom Platz Bei diesem Meeting wird noch einmal der exakte Ablaufplan durchgesprochen. Um 16 Uhr findet im Stadion die Generalprobe statt inklusive des Bundeswehr- oder Polizeiorchesters, das die Nationalhymnen spielt. In Corona-Zeiten müssen die Hymnen leider vom Band kommen. Ein langer Tag... Klar, aber die Nationalelf bedeutet für uns Adrenalin und Leidenschaft. Wir sind mit Herzblut dabei, da spielen Uhrzeit oder Müdigkeit keine Rolle. Unser Credo, unser Anspruch: die Zuschauer im Stadion sollen bestens unterhalten und informiert werden. Welcher war Ihr schönster Moment bei einer Länderspiel- Moderation? Als Bastian Schweinsteiger 2016 gegen Finnland in Mönchengladbach verabschiedet wurde, hat mich das emotional sehr gepackt. Bei seiner kurzen Rede, seine Familie und Freunde auf der Tribüne, war ich richtig ergriffen. Auch das erste Spiel nach dem WM-Triumph 2014 fand ich sehr speziell. Der goldene WM-Pokal im Düsseldorfer Stadion, alle WM-Helden anwesend. Trotz des 2:4 gegen WM-Finalgegner Argentinien, witzigerweise ein lange vor der WM vereinbartes Freundschaftsspiel, herrschte eine ganz tolle, feierliche Atmosphäre. Interview: Patrick Strasser 29

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