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immomag September 2020

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GARTEN Online zum

GARTEN Online zum Garten-Profi Lust auf Gärtnern, aber keine Ahnung? Den Weg zum grünen Daumen zeigen heute auch Online-Kurse. Foto: stock.adobe.com/karrastock Da ist er nun, der geerbte, gekaufte oder gepachtete Garten und harrt seiner Gestaltung. Aber nicht jeder hat den berühmten grünen Daumen oder Zeit für aufwändige Recherchen. Das haben Gartenportale im Internet natürlich längst erkannt und bieten Online-Kurse für angehende Garten-Profis. Das kostet in der Regel Geld, kann sich aber durchaus lohnen. Das weiß jeder, der schon einmal in Pflanzen oder Gartengeräte investiert hat, die dann am falschen Standort eingegangen beziehungsweise für die geplanten Aufgaben gar nicht geeignet waren. Welcher Kurs der richtige ist, hängt natürlich von den eigenen Zielen ab. Soll ein Gemüsegarten für die Selbstversorgung entstehen oder eher eine blühende Oase zum Entspannen angelegt werden? Wild- oder Staudengarten, kleiner Park oder verwunschene Teichlandschaft - die Möglichkeiten sind so groß, wie es die vorhandenen Flächen zulassen. Eine Internetrecherche zum gewünschten Projekt führt schnell zu privaten Blogs, auf denen es durchaus gute Tipps und hin und wieder sogar kostenlose Tutorials gibt. Größer ist das Spektrum natürlich auf den großen Portalen. So wirbt beispielsweise „Mein schöner Garten“ aktuell mit einem Online-Kurs für Zimmerpflanzen-Gärtner. Und auch hier, das wissen leidgeprüfte Mitbewohner, kann man viel mehr falsch machen als man denkt. Und wie setzt man das Gelernte nun um? In vielen Videos gibt es durchaus gute Schritt-für-Schritt-Erklärungen. Und was spricht dagegen, das Tablet einfach mit in den Garten zu nehmen und mit Profi- Hilfe einfach loszulegen? Für unvorhergesehene Probleme gibt es oft die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Die Community der Gartenfans ist groß und meistens auch sehr hilfsbereit. Dem grünen Glück ein Stück näher zu kommen, ist gar nicht so schwer. (aks) Ein satter grüner Rasen, dazu üppig blühende Blumen, vielleicht eingerahmt von gesunden, gut wachsenden Buchsbäumchen: So stellen sich viele Gärtner ihren Traumgarten vor. Doch das frische Grün kommt nicht von alleine. Ein Nährstoffmangel im Boden ist oft der Grund dafür, dass viele Pflanzen sich nicht gut entwickeln und anfällig für Schädlinge werden. Wenn nicht mehr genügend Mineralstoffe und Spurenelemente im Boden vorhanden sind, können die Wurzeln nicht ausreichend Kraft tanken. Pflanzen stellen dann die Blütenbildung oder den Wuchs ein oder welken. Hobbygärtner sollten daher ihren Gartenboden regelmäßig mit natürlichen Nährstoffen versorgen. Dafür eignet sich unter anderem Vulkangesteinsmehl. Ohne Gift gärtnern Wer seine Pflanzen auf natürliche Weise stärken will, kann zum Beispiel Gesteinsmehl nutzen. Bekannt ist diese Methode bisher wenig. Vulkangestein beinhaltet viele Nährstoffe Gesteinsmehl gibt es in vielen Varianten. Vulkangestein ist besonders förderlich für die Bodenfruchtbarkeit. „Denn in der Nähe von Vulkanen gibt es eine hohe Mineralienvielfalt im Boden“, erklärt Peter Gockel vom Hartsteinwerk Kitzbühel. Vulkangesteinsmehl etwa gibt dem Boden verbrauchte Mineralien zurück und stärkt die Abwehrkraft der Pflanzen, sodass Schädlinge wie Engerlinge oder der gefürchtete Buchsbaumzünsler keine Chance mehr haben. Vulkangesteinsmehl bildet die Grundlage für giftfreies Gärtnern. Daher eignet es sich auch für Gartenbesitzer mit Tieren und Kleinkindern. Diese dürfen nach der Ausbringung direkt den Boden betreten. Diese biologische Hilfe können Gärtner in vielen Bereichen einsetzen. Etwa sieben Kilogramm, eingearbeitet in 20 Quadratmeter Gartenfläche, lockern dichten Boden auf und lassen Blumen kräftig strahlen, da sie mehr Enzyme produzieren. Pflanzen, die mit einem Gemisch aus 20 Gramm Gesteinsmehl in zehn Liter Wasser eingesprüht werden, sind widerstandsfähiger gegen Pilzsporen. Schnecken lassen sich durch einen fünf bis zehn Zentimeter breiten Schutzwall aus Steinmehl von Setzlingen abhalten. Nach einem Regen muss der Wall erneuert werden. Da das Pulver rein natürlichen Ursprungs ist, ist es auch für Bienen und andere Nützlinge ungefährlich. (djd) 38 www.sz-immo.de | September 2020 Foto: stock.adobe.com/siwaporn999

GARTEN Naturgarten statt der Fernreise Wenn man nicht verreisen kann, muss der Urlaubsort zu einem kommen. Ein trendiger Gartenstil kann das. Der Garten ist eigentlich nur das grüne Wohnzimmer vor dem Haus. Doch in den Zeiten der eingeschränkten Bewegungsfreiheit kann er mehr sein: Urlaubs- und Sehnsuchtsort. Er lässt sich auch entsprechend gestalten - mit einer Bepflanzung, die so auch in der weltweiten Natur vorkommen könnte. Kleine alpine Felspartien werden mit einer Gartenmauer nachgebildet, ein schattiges Beet mit großblättrigen Pflanzen spielt mit dem Gefühl, durch einen Regenwald zu wandern. Und bunt blühende Präriegestaltungen wecken die Lust auf Freiheit und Abenteuer im amerikanischen Stil. „Der Mensch sieht die Natur gefährdet, so dass er ihr im Garten mehr Raum gibt.“ Nicht erst seit der Pandemie gibt es diesen Trend zum naturalistischen Gartenstil. Prof. Cassian Schmidt, Leiter des Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim, erkennt darin eine gesellschaftliche Geisteshaltung. „Der Mensch sieht die Natur gefährdet, so dass er ihr im Garten mehr Raum gibt“, sagt er. Dazu kommen für Sven Nürnberger, Gärtnermeister im Frankfurter Palmengarten und Buchautor, die vielerorts stattfindende Entwicklung der Verkleinerung von Wohnräumen und die spürbaren Eingriffen durch die Landwirtschaft in die Natur. „Was verloren geht, will der Mensch wiederholen - und so versucht man dem Artensterben durch die Förderung von Vielfalt im Garten entgegen zu wirken“, sagt er. Pflanzen. „Man holt sich die Inspiration aus der Natur“, sagt Prof. Schmidt. Und erschafft kreativ Gartenbilder von fremden Orten - und zwar in einer „überhöhten, ästhetischen Form“. Oder wie es Experte Nürnberger ausdrückt: Der naturalistische Stil ist eine Art gesteuerte Natur. Als Beispiel führt der Experte Schmidt eine Steppenlandschaft an: „Sie lebt von Gräsern, den Rispen des Salbeis und den flachen schirmförmigen Blütenständen der Schafgarben.“ Diese typischen Pflanzen werden nach dem Chaosprinzip locker auf der Fläche verteilt, ohne, dass einzelne Arten als größere Gruppe oder in schematischer Regelmäßigkeit auftauchen. So entsteht eine Pflanzung in drei Schichten: „Hohe Gerüstbildner, mittelhohe Füllpflanzen und flache Bodendecker sind die Grundlage für Vielfalt“, erklärt Prof. Schmidt. Natursteintreppe mit Alpenpflanzen Eine Alternative ist die Landschaft des alpinen Hochgebirges: Man kann hierfür zum Beispiel eine Natursteintreppe im Garten als Grundlage nehmen und diese mit Polster- und Rosettenpflanzen aus diesem Gebiet bepflanzen, schlägt Nürnberger vor. Foto: stock.adobe.com/Olivier-Tuffé Wichtig: Dafür nimmt man nicht nur echte Wildformen der Pflanzen, sondern auch robuste und erlesene Züchtungen, die ihren natürlichen Charakter bewahrt haben. Da nicht die komplette Natur eines Ortes nachgebildet wird, sondern nur Auszüge, kann man auch „verschiedene Gartenstile kombinieren und mitunter auch nur einzelne Vegetationsausschnitte herausnehmen“, führt Buchautor Nürnberger an. Der Garten für intelligente Faule Und wenn alles gepflanzt ist, gilt es loszulassen - und die Entwicklung der Pflanzen auf ihre natürliche Weise zu beobachten. Die Gemeinschaft der Pflanzen hat eine eigene Dynamik. Man muss lernen, nur wenig lenkend einzugreifen und eine natürliche Interaktion der Strukturen zu akzeptieren. „Der naturalistische Garten ist für intelligente Faule ideal - wobei die Betonung auf dem Adjektiv liegt“, sagt Prof. Schmidt dazu, und nimmt damit Bezug auf ein Zitat des bekannten Gartenphilosophs und Staudenzüchters Karl Foerster (1874-1970). (dpa/tmn) Exotische Pflanzen für den Garten Aber worum geht es hier denn genau? Viele Gärten mit ihrem akkuraten Rasen und den bunt zusammengewürfelten Pflanzen haben wenig mit der Natur zu tun. Und beim naturalistischen Gestaltungsansatz geht es auch nicht um die Nachbildung der eigenen Natur vor der Haustür mit heimischen Pflanzen - etwa indem man statt dem englischen Rasen nun eine Wiese anlegt. Der naturalistische Garten bedient sich dem Repertoire von exotischen, nicht heimischen www.sz-immo.de | September 2020 39

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