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immomag November 2020

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WOHNEN Foto: www.istockphoto.com © auremar Alte Möbel einfach selbst reparieren Möbel werden oftmals viel zu schnell ausrangiert. Dabei können Fundstücke vom Flohmarkt, Dachboden oder Sperrmüll schnell wieder glänzen. Sind die Oberflächen beschädigt oder Teile des Möbels wackelig, haben lieb gewonnene Schränke, Kommoden, Tische und Stühle ihre besten Zeiten hinter sich. Doch es lohnt sich, genau hinzuschauen. Oft lässt sich ein defektes Möbelstück in wenigen Arbeitsschritten erneuern. Ein paar Tipps für gängige Reparaturen. Kratzer und Risse im Holz „Oberflächliche Kratzer im Lack können durch eine Möbelpolitur oder mit Retuschierstiften verdeckt werden. Tieferliegende Beschädigungen mit Wachs“, erklärt Joachim Henschel, Tischlermeister und Sachverständiger in Berlin. Möglich ist eine Reparatur mit Weichwachsen oder Hartwachsen, die sowohl farblos als auch in vielen Holzfarben verwendet werden können. Die Masse wird in Form von Stangen oder Stiften angeboten, oft zusammen mit kleinem Spatel oder Spachtel, mit der das Wachs in die Öffnung gedrückt wird, sowie einem Spezial-Hobel zum Abziehen des überschüssigen Materials. Weichwachs ist per Hand knetbar, Hartwachs muss erst mit einem Wachswichtel, einer Art Lötkolben, geschmolzen werden. „Weichwachs eignet sich gut, um schmale Kratzer und Bohrlöcher zu füllen. Hartwachs ist belastbarer und daher auch für breitere Ausbrüche nützlich“, sagt Henschel. Die gewachsten Stellen sollten anschließend mit einem passenden, farblosen Schutzlack versiegelt werden, rät der Holzexperte. Abblätternder Lack „Wenn alte Lackstellen am Holz abplatzen, sollte das ganze Möbelstück fachgerecht abgelaugt, abgebrannt oder abgeschliffen werden“, erklärt Henschel. Das sei oftmals auch bei starken Verfärbungen und Verschmutzungen nötig. „Wenn man aufs rohe Holz kommt, sollte man das Holz erst schleifen und dann wässern, das heißt mit einem Schwamm und lauwarmen Wasser anfeuchten“, erklärt er. Danach stellen sich die Holzporen wieder auf, sodass sie die Farbe wieder aufnehmen. –Vor dem Lackieren mit 220-er oder 280-er Korn noch mal feinschleifen und bürsten“, ergänzt er. Unschöne Oberflächen Manchmal ist es nur die Farbe, die das Möbelstück nicht mehr zeitgemäß erscheinen lässt. Hier heißt es: „Einfach mal ausprobieren, was gefällt“, sagt Mareike Hermann von der DIY Academy in Köln. „Ein altes Schränkchen in ‚Eiche rustikal‘ wirkt mit einem pinken oder türkisfarbenen Anstrich plötzlich ganz anders“, sagt die Expertin. Statt Farbe können auch andere Materialien die Oberflächen verschönern: „Auf eine altmodische Holztischplatte kann man Glasmosaikfliesen kleben und auf glatten, kunststoffbeschichteten Regalen und Schränken haften Tapeten mit einem Sprühkleber“, sagt Hermann. Hocker und Stühle aus Holz kann man mit Schaumstoffmatten aufpolstern, die Sitzfläche mit neuem Stoff bespannen. „Vielmehr als die Materialien und einen Tacker braucht man hierfür nicht“ sagt die DIY-Expertin. Auch Schubladenblenden lassen sich mit Stoff verschönern. „Sogar Borten und Webbänder, seitlich um ein Regal gelegt und mit Tackernadeln fixiert, oder eine Einfassung mit Polster- 30 www.sz-immo.de | November 2020

WOHNEN nägeln sind ein schöner Hingucker“, weiß sie. Und auch Henschel hat noch ein paar Tipps auf Lager: „Folierte Spanplattenmöbel können fein angeschliffen und mit einem fachgerechten Decklack eine neue Farbe erhalten.“ Allerdings sei dies nicht ganz so einfach, da Oberflächen Blasen werfen oder aufquellen können. Henschel rät, ein solches Vorhaben erst einmal an einer nicht direkt sichtbaren Stelle auszuprobieren. Die Alternative sind Selbstklebefolien. Aber: „Auch dies erfordert großes Geschick, und es kann bei größeren Fronten recht teuer werden“, sagt er. Wackelnde Möbelbeine Holzstühle werden im Laufe der Zeit oft instabil. An den Verbindungsstücken lässt der Leim nach, Rückenlehne und Stuhlbeine beginnen in der Fassung zu wackeln. „Am besten das Möbelstück wird dann komplett auseinandergenommen, so dass die einzelnen Teile neu verbunden werden können“, rät Hermann. Alte Dübel werden durch passende Holz- und Flachdübel ersetzt. Stuhlteile, die stark belastet werden, sollten verleimt werden. Wackelnde Beine von Stühlen und Tischen kann man mit sogenannten Stuhlbeinwinkeln wieder fixieren. „Das sind Metallwinkel in verschiedenen Schenkellängen, die man unter der Tisch- beziehungsweise Sitzplatte anschrauben kann“, erklärt Henschel. Defekte Scharnierlöcher und alte Möbelgriffe „Wenn ein Türscharnier herausbricht, kann das beschädigte Bohrloch mit Zwei-Komponentenkleber repariert werden", empfiehlt Henschel. Diese Paste drückt man entweder mit dem Scharnier in die Öffnung oder man füllt erst nur die Masse ein. Dann lässt man diese aushärten, um darin ein neues Loch für das Scharnier zu bohren. Alte Türknöpfe, die nicht mehr gefallen, lassen sich in der Regel einfach herausschrauben. „Falls das Bohrloch verschoben werden soll, kann das alte mit Weichwachs im Holzfarbton geschlossen werden“, rät Henschel. Angelaufene Messingbeschläge können mit Stahlwolle wieder glänzen. „Damit abschleifen, entstauben und zum Schluss mit einem farblosen Zaponlack überpinseln“, erklärt er. (Evelyn Steinbach, dpa/tmn) Was darf im Hausflur stehen, was nicht? Treppenhäuser sind oft eng. Stehen dann noch Sachen im Hausflur, kann der Aufstieg zur Wohnung schnell zum Hürdenlauf werden. Wie sind die Regeln? Fahrrad, Kinderwagen, Schuhe: Im Treppenhaus und vor Haustüren in Mehrfamilienhäusern stehen oft allerlei Sachen herum. Klar: In der eigenen Wohnung ist nicht genug Platz, also raus damit. Für Nachbarn kann das allerdings schnell zum Ärgernis werden. Spätestens dann, wenn es den Zutritt zum Treppenhaus und in die eigene Wohnung erschwert. Aber was dürfen Mieter eigentlich alles im Hausflur abstellen? Grundsätzlich sollten sich alle Hausbewohner merken: Das Treppenhaus ist eine Gemeinschaftsfläche, die hauptsächlich dazu da ist, um von einer Wohnung zur anderen zu kommen, oder um das Haus zu verlassen. Um Ärger mit den Nachbarn zu vermeiden, sollte man also nichts im Flur stehen lassen, was die anderen Mieter beeinträchtigt, stört oder gar gefährdet. Das erklärt die Stiftung Warentest in ihrer Zeitschrift „Finanztest“ (11/2020). Fluchtwege müssen offen bleiben Eine Gefährdung liegt zum Beispiel dann vor, wenn das Gerümpel im Hausflur den Brandschutz betrifft. Die Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes regelt, wie ein Treppenhaus beschaffen sein muss, damit die Feuerwehr jederzeit Zutritt hat. Auch dürfen Möbel oder Fahrräder den Fluchtweg der Bewohner nicht blockieren. Ist man sich unsicher, ob das Schuhregal vor der Wohnung erlaubt ist, oder ob der Rollator dort abgestellt werden darf, lohnt sich ein Blick in den Mietvertrag. Denn oft schreibt der Vermieter hier vor, was erlaubt ist – und was nicht. Nicht jedes Verbot ist rechtens Weigert sich der Mieter trotz Aufforderung des Vermieters, seinen Krempel aus dem Hausflur wegzuräumen, kann im schlimmsten Fall sogar eine Kündigung drohen. Aber nicht jedes Verbot ist auch gültig. Sind Mieter auf bestimmte Gegenstände wie Kinderwagen oder Rollator angewiesen, dürfen sie diese in der Regel auch im Hausflur abstellen. Immer unter der Voraussetzung natürlich, dass man dadurch niemanden gefährdet, der Flur groß genug ist und kein anderer Abstellplatz gut zu erreichen ist – beispielsweise die eigene Wohnung per Fahrstuhl. (dpa/tmn) Foto: www.istockphoto.com © VPales www.sz-immo.de | November 2020 31

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