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immomag März 2020

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GARTEN Risikofaktor

GARTEN Risikofaktor Spätfröste Der Tod kommt nach einem lauen Frühlingstag. Denn wenn wie so oft nachts die Temperaturen auch nach offiziellem Winterende doch noch mal in den Minusbereich abgleiten, schadet das vielen Pflanzen auf Balkon, Terrasse und im Garten. Man spricht hier von Spätfrösten oder auch weniger gängig, dafür aber verständlicher von Frühlingsfrösten. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ist das ein Frost, der nach Beginn der Vegetationsperiode auftritt. Und genau das macht ihn so gefährlich: Denn die Pflanzen im Garten treiben nun schon von der Frühlingssonne angeregt aus, manches blüht sogar schon. Daher können Spätfröste laut DWD insbesondere im Obst-, Gemüse- und Weinbau Schäden verursachen. Foto: 4924546/pixabay Der Winter ist quasi ausgefallen. Doch die Gefahr ist noch nicht vorbei, daher sollten Hobbygärtner noch nicht alle Pflanzen ins Freie bringen. Für Hobbygärtner heißt das: Frostempfindliche Pflanzen, gerade viele Gemüsesorten, werden am besten erst nach der möglichen Spätfrostphase in den Gartenboden gesetzt. Und kälteempfindliche Topfpflanzen, die den Winter im Haus eingelagert waren, werden nur dann schon ins Freie getragen, wenn es warm genug ist. Oder zumindest zeitweise wieder ins Haus geholt oder mit einem Vlies für die frostige Nacht warm eingepackt. Eisheilige als Orientierungsdatum Das Ende der Spätfrost-Gefahr in Deutschland markieren traditionell die sogenannten Eisheiligen. Das sind die Gedenktage zu Ehren einiger Heiliger im Mai, nach denen statistisch betrachtet Minusgrade kaum noch vorkommen. In Norddeutschland gelten Mamertus, Pankratius und Servatius (11. bis 13. Mai) als Eisheilige. Im Süden und Südosten des Landes werden neben Pankratius und Servatius auch Bonifatius (14. Mai) und die „Kalte Sofia“ (15. Mai) dazu gezählt. Aber es zeigt sich immer wieder auch: Die Gedenktage sind nur eine grobe Orientierungshilfe. Nicht jedes Jahr bringt noch Spätfröste bis Mitte Mai – in den vergangenen Jahren blieben sie oft ganz aus. Zudem gibt es heute wissenschaftlich ausgeklügelte Wettervorhersagen, auf die sich Gartenbesitzer besser verlassen können. (dpa/tmn) Weil das Keimen Zeit braucht Die Aussaat von Kräutern und Gemüse beginnt – erst im Haus, schon bald aber auch in den Gartenbeeten. Es ist sinnvoll, die Flächen dort zu beschriften. Foto: Hans/pixabay Die Samen sind gesät, und nichts passiert? Es kann eine Weile dauern, bis Pflanzen keimen. „Manche Saaten brauchen lange zum Keimen. Wie lange, steht auf der Tüte“, erläutert die Staudengärtnerin Svenja Schwedtke aus Bornhöved in Schleswig-Holstein. „Petersilie wird beispielsweise nachgesagt, dass die Saat nach der Aussaat erst sieben Mal zum Papst nach Rom reisen muss, um sich die Keimung genehmigen zu lassen. Das dauert in der Regel sechs Wochen“, sagt Schwedtke. Ihr Rat: Aussaaten mit einem Schild oder Etikett kennzeichnen. „Dafür sind die Saatguttüten genauso geeignet wie handelsübliche Kunststoffetiketten oder auch Holzspatel.“ So vergisst man nicht, was dann da plötzlich nach Wochen aus der Erde sprießt. Das ist vor allem praktisch in den Beeten im Garten. Dort allerdings dürfen die allermeisten Samen in Mitteleuropa erst im späten Frühjahr ausgesät werden, weil bis dahin in der Regel noch Spätfröste drohen. Einige Gemüsesorten wie Tomaten und Paprika brauchen allerdings mehr Zeit zum Wachsen, daher werden sie bereits zum Ende des Winters hin in Kästen an einem hellen Standort im warmen Haus vorgetrieben. (dpa/tmn) 30 www.sz-immo.de | März 2020

GARTEN Vagabunden säen sich selbst aus Im Frühling zeigen sich mitunter an Stellen Sämlinge, die eigentlich woanders ihren Platz haben. Gartenexperten geben Tipps, diese Wanderer einzubinden. Na, was machst du denn da? Noch winzige Blühstauden schieben sich aus dem eigentlichen Gemüsebeet. Neben den Rosen entwickelt sich auch überraschend ein kleiner grüner Teppich – es sind die Vagabunden des Gartens. Das sind Pflanzen, die selbst ihre Samen verbreiten und so erst einmal unbemerkt neue Plätze im sonst doch immer so durchgeplanten und strukturierten Garten einnehmen. Verbreitet wurden die Samen im vergangenen Sommer vom Wind, aber auch Schuhsohlen und spielende Hunde sind daran beteiligt, und jetzt finden Hobbygärtner überall dort kleine Sämlinge, wo sie nicht sein sollten. Das kann nerven, es kann aber auch seinen Reiz haben, wenn man sich auf die Überraschung einlässt. „Eine herrliche Eigenschaft“ nennt die Gartengestalterin Anja Maubach aus Wuppertal diese Art der Vermehrung. Die daraus entstehenden ungeplanten Pflanzkombinationen verleihen einer Anlage, die vorwiegend statisch ist, neben Zufälligkeit auch Dynamik. Kinder bleiben nicht immer bei der Mutter Vor allem da nicht alle Sämlinge in unmittelbarer Nähe zu ihrer Mutterpflanze auftauchen, wie das etwa bei Akelei und Leinkraut der Fall ist. Zum Beispiel die staudig wachsenden Wolfsmilcharten wie Euphorbia characias tauchen auch schon mal in einigem Abstand auf. Auch wenn es davon Ausnahmen gibt, „die meisten Vagabunden haben als Individuum eine sehr kurze Lebensdauer“ , erläutert Jonas Reif, Professor für Pflanzenverwendung und Vegetationskonzepte an der Fachhochschule Erfurt. Sie lassen sich daher in Gruppen einteilen: „Die Einjährigen überleben nur über Aussaat“, erklärt Dieter Gaissmayer, Staudengärtner und Vorstand der Stiftung Gartenkultur in Illertissen (Bayern). Die Zweijährigen nutzen zwar die gleiche Aussaatmethode, aber in einem anderen Rhythmus. Im ersten Jahr bilden sie nur Wurzeln und Blätter, im zweiten Jahr erst folgt die Blüte und damit die Selbstaussaat. „Bei diesen Vagabunden muss man schon aufpassen“ , sagt Gaissmayer zu den Zweijährigen. Zum Beispiel die Königskerze kann zu einem lästigen Großbewohner im Garten werden, da sie sich stark vermehrt. Vagabunden bewusst Reisefreiheit gewähren Man kann die unerwünschten Reisenden natürlich immer auch ausreißen. Oder aber man gibt den Vagabunden und ihrem Reisedrang bewusst im Garten einen Raum. Etwa dadurch, dass man nur einzelne dieser Pflanzen ins Beet integriert. Nach ein bis zwei Jahren der Selbstaussaat taucht die Pflanze dann dort in größerer Stückzahl auf. „Dann beginnt man einzugreifen und lenkt die Entwicklung“, erläutert Gaissmayer. Man kann dann zum Beispiel einzelne Farben selektieren oder auch nur die Menge an sich bestimmen, indem man immer nur eine bestimmte Anzahl an Sämlingen weiterwachsen lässt. Eine andere Methode ist, einem neuen Staudenbeet nur eine lockere Pflanzendecke zu geben und in die Zwischenräume Vagabunden zu säen. „So wird das Prinzip der bleibenden und weichenden Stauden im Beet lebendig“ , sagt Gaissmayer. So braucht zum Beispiel die Pfingstrose gut drei bis fünf Jahre nach ihrer Pflanzung, bis sie sich im Beet etabliert hat. In der Zwischenzeit nehmen etwa die vagabundierenden Akeleien als Nachbarn mehr Platz ein, die aber wieder wegziehen, wenn der Platz knapp wird. Man kann den Vagabunden auch gleich etwas Spielfläche ganz überlassen – und sich jedes Jahr aufs Neue von der Zusammensetzung überraschen lassen. Zu den Voraussetzungen für ein gutes Wachstum gehört oft ein nährstoffreicher Untergrund. „Der Boden sollte offen, zugleich locker sein“, so Prof. Rief. Er empfiehlt eine flache mineralische Auflage aus feinkörnigem Kies oder Splitt. „So wird eine gute Feuchtigkeit in der oberen Schicht gehalten, sodass die Sämlinge gute Keimbedingungen vorfinden.“ (dpa/tmn) Ab März keine Gehölze entfernen In Hecken, Sträuchern, Bäumen finden Vögel und andere Tiere Nahrung und Verstecke. Wer einen Garten hat, kann sie schützen. Foto: 147685/pixabay Im Frühling und Sommer nisten viele Vögel in Sträuchern und Bäumen. Dort finden die Tiere Rückzugsorte und Nahrung. Um die brütenden Tiere nicht zu stören, darf man bis Ende September bestimmte Gartenarbeiten nicht erledigen. Zwischen dem 1. März und dem 30. September dürfen etwa keine Bäume gefällt und Sträucher entfernt oder radikal gekürzt werden. Darauf weist der Bundesverband Garten- und Landschaftsbau (BGL) hin. Wer in seinem Garten solche größeren Veränderungen plant, muss sich damit bis Oktober gedulden. Es gibt aber für Hecken und Gehölze im eigenen Garten Ausnahmen – so sind schonende Formschnitte sowie Pflegeschnitte an Obstgehölzen beispielsweise erlaubt. Das Roden, Zerstören und starke Zurückschneiden von Hecken, Wallhecken, Gebüschen sowie Röhricht- und Schilfbeständen in Siedlungen und in der freien Landschaft ist hingegen verboten. Wenn man gegen das Verbot verstößt, kann ein Bußgeld die Folge sein. (dpa/tmn) www.sz-immo.de | März 2020 31

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