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immomag März 2020

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BAUTRENDS

BAUTRENDS 2020 Trend 1: Deutschland wächst nach oben Aufgestockt: Ein modernes Penthouse auf einem Haus von 1960. Foto: Koenig Architekten AG/BHW Unter Deutschlands Dächern schlummern enorme Platzreserven. Das Umwelt-Plus: Für Aufstockungen müssen keine weiteren Flächen versiegelt werden. Die explodierenden Bodenpreise in Städten setzen ein Thema ganz oben auf die Agenda: den Ausbau von Dachflächen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist die Zahl der Baugenehmigungen für Dachausbauten, Dachaufstockungen und andere Um- und Ausbaumaßnahmen um 46 Prozent gestiegen. „Dachausbauten ermöglichen eine umweltfreundliche Nachverdichtung ohne zusätzliche Flächenversiegelung“, sagt Jan Ebert, Baufinanzierungsexperte der BHW Bausparkasse. Er ist davon überzeugt, dass Auf- oder Ausbauten von Dachgeschossen, selbst mehrgeschossigen, deutlich zunehmen werden. Deutschlands Dächer bieten enorme Ressourcen für neuen Wohnraum. Allein für Frankfurt am Main könnten laut Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung auf vorhandenen Wohngebäuden im Stadtgebiet rund 1,14 Mio. Quadratmeter Wohnfläche geschaffen werden. Im Vorteil sind Immobilieneigner, die schon bei der Planung einen späteren Dachausbau einkalkuliert haben. Für einen Dachausbau eignen sich vor allem Siedlungshäuser, Bungalows oder Mehrfamilienhäuser. Zwar sind die rechtlichen und preislichen Hürden für Hauseigentümer und Wohneigentümergemeinschaften noch hoch. Preiswertere Verfahren wie die Modulbauweise werden aber bereits umgesetzt. An der Hochschule Bochum etwa entwickelt man Modelle für Dachaufbauten, um sie auf Siedlungen aus den 50er- und 60er-Jahren zu übertragen. Trend 2: Umweltfreundlich modernisieren Energetische Sanierungen und sparsame Neubauten stehen im Fokus. Gebäude verursachen etwa 35 Prozent des gesamten deutschen Energieverbrauchs und ein Drittel des CO₂- Ausstoßes. Wie gebaut und gewohnt wird, wirkt sich auf das Klima aus. Um den CO₂-Ausstoß im Gebäudebereich zu senken, sollen 2020 neue Gesetze die Eigeninitiative von Bauherren und Immobilieneigentümern fördern. Modernisierer, die etwa neue Wärmeschutzfenster einsetzen, können ihre Steuerschuld jetzt um 20 Prozent der Kosten mindern, verteilt über drei Jahre. Zudem gibt es ab sofort mehr Förderung für energetische Sanierungen, je nachdem wie hoch der erreichte Standard ist. Bei Neubauten weisen innovative Konzepte den Weg. Wärmespeichernde Materialien beispielsweise machen teure Gebäudetechnik überflüssig und sparen Energie. In der Schweiz haben Architekten gerade ein Gebäude errichtet, das ganz ohne Heizung und Klimaanlage auskommt und trotzdem das ganze Jahr über ein angenehmes Raumklima erzeugt. Zukünftig werden immer mehr Menschen in Aktivhäusern wohnen und arbeiten, die mehr Energie gewinnen, als sie verbrauchen. Trend 3: Wohnen wird flexibler Innovative Wohnkonzepte passen sich neuen Lebensmodellen an und zeigen, was in Sachen Flexibilität und Gemeinschaft alles möglich ist. So, wie sich Lebensstile und Familienmodelle immer unterschiedlicher entwickeln, verändert sich auch der Wohnraum. Wohnungen, Gebäude und Quartiere werden zunehmend multifunktional gestaltet. Forschende des Zukunftsinstituts in Frankfurt am Main sagen voraus, dass Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und die Betreuung von Kindern und Senioren künftig immer stärker ineinandergreifen werden. „Im Haus- und Wohnungsbau sind mitwachsende Grundrisse die Zukunft“, sagt Stefanie Binder von der BHW Bausparkasse. Sie bieten Lösungen zum Beispiel für die Platzprobleme junger Familien, die sich eine größere Immobilie nicht leisten können. „Trennwände oder vorgefertigte Anbauten ermöglichen es, flexibel auf neue Bedürfnisse zu reagieren, etwa bei Familienzuwachs oder wenn es gilt, ein Homeoffice einzurichten“, sagt Stefanie Binder. Bei Wohngenossenschaften geht der Trend zum gemeinschaftlichen Wohnen. In sogenannten Wohn-Clustern beispielsweise in Berlin nutzen die Bewohner zentrale Bereiche wie Wohnküche, Wohnflure oder Werkraum gemeinsam. Dafür sind hier die privaten Räume kleiner und damit für die Bewohner auch bezahlbarer. 20 www.sz-immo.de | März 2020

IMMOBILIEN-NEWS Auf die Frage, welchen Herausforderungen sich die Anbieter von Büro- und sonstigen Arbeitsflächen generell stellen müssten, antwortet von Bethmann so: „Die zunehmende Digitalisierung wird wachsende Ansprüche an die Infrastruktur von Immobilien stellen. Auch rund um die nachhaltige Bewirtschaftung und Ausstattung von Gebäuden wird es in Zukunft immer mehr gehen“. Relevant bliebe ebenso die Frage nach der weiteren Entwicklung des Individualverkehrs in Innenstädten und somit nach Stellflächen für Fahrzeuge rund um die Gebäude. Braucht Dresden eine reine Büromarktzone? „Die energetische Errichtung beziehungsweise Ertüchtigung von Gebäuden in Verbindung mit zeitgemäßen Büroflächen-Welten bei gleichzeitig guten klimatischen Arbeitsbedingungen ist die Aufgabe der Zukunft!“, lautet dagegen Matjaz Markeljs Forderung an kommende Bau- und Sanierungsvorhaben. André Heinrich setzt den allgemeinen Fokus ebenso wie von Bethmann auf die zunehmende Digitalisierung und hierbei insbesondere auf die Vernetzung von Gebäudebestandteilen durch „Smart Building“-Lösungen und das Internet der Dinge. Weiterhin blieben Klimaschutz und Nachhaltigkeit bei Neuerrichtung und Modernisierung von Gebäuden ein Thema. Die große Lust amWohnen Die Annenhöfe am Postplatz sind ein Projekt der TLG Immobilien AG. Foto: TLG AG Villa Belavista · Erbaut 2008 in Dresden-Pillnitz Heinrich prognostiziert auch eine verstärkte Entwicklung hin zur zeitlich begrenzten „modularen Anmietung von Büroflächen“, um auf kurzfristige Flächenbedarfe reagieren zu können. Pay per use-Lösungen könnten zumindest in bestimmten Branchen die Zukunft sein. Deshalb müssten Bürogebäude von vornherein viel flexibler gestaltet werden, um sie jederzeit ohne großen Aufwand neu aufteilen zu teilen. Für den Standort Dresden wünscht sich Heinrich einen echten CBD (Central Business District), also eine klassische innenstadtnahe Büromarktzone. Diese fehle der Landeshauptstadt bisher komplett. Auch das durch neue Wohnbebauungen (z. B. an Wallstraße, Postplatz, Ferdinandplatz und St. Petersburger Straße) immer weiter abnehmende Angebot von Pkw-Stellplätzen im Zentrum bliebe ein drängendes Thema: „Dresden ist eine Flächenstadt, in der die Anfahrt mit dem ÖPNV teilweise sehr lange dauert und in der viele deshalb auf das Auto angewiesen sind.“ (sz-immo) Menschen haben Geschichten. Bauwerke auch. Unsere Landhäuser und Villen erzählen die Geschichte von traditioneller Architektur und ehrlicher Handwerkskunst. So entstehen moderne Klassiker – zum Festpreis. Zeitlos schön und wertbeständig. In harmonischer Vielfalt pflegen wir eine Baukultur, die gemacht ist zum Leben. Dafür geschaffen, Ihre Geschichte zu erzählen. Setzen Sie sich ein Denkmal. www.villa-belavista.de Villa Belavista GmbH & Co. KG Meißner Straße 333 · D-01445 Radebeul Telefon: (03 51) 833 82 56 www.sz-immo.de | März 2020 21

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