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Immomag Mai 2020

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FIRMENPORTRÄT „Nicht

FIRMENPORTRÄT „Nicht wohnen geht nicht“ Fast sein gesamtes Arbeitsleben hat Wolfgang Kuhn in der Immobilienbranche verbracht. Ein Interview mit dem Radebeuler Makler: „Sie bekommen eine fachlich qualifizierte, technisch gut ausgestattete und engagierte Dienstleistung, die facettenreich und für den Auftraggeber nachvollziehbar den Auftrag erfüllt.“ Das antwortet Wolfgang Kuhn auf die Frage, wie er die Leistungen seines Unternehmens für den Kunden in einem Satz zusammenfassen würde. In der Schnörkellosigkeit dieses Satzes zeigt sich viel vom Selbstverständnis des in Radebeul ansässigen Immobilienfachmanns. „Ich lebe Immobilien“ – auch das sagt Wolfgang Kuhn über sich und seine Arbeit. Und wer sich die Zeit nimmt, dem 65-Jährigen bei der Arbeit über die Schulter zu schauen, der merkt recht schnell, dass das keine Phrase ist. Sowohl die berufliche Souveränität als auch die Leidenschaft für die Tätigkeit speisen sich bei ihm aus langjähriger Erfahrung in mehreren Berufsfeldern. Der 1954 in Dessau Geborene hat als gelernter Baufacharbeiter schon sehr früh – und so nah am „Objekt“ wie irgend möglich – sein Verhältnis zum Bauen und zu Immobilien gefunden. Nach den Umbrüchen der frühen 1990er-Jahre rückte für Wolfgang Kuhn die Finanzierung von Immobilien in den Mittelpunkt der Karrierre. Er arbeitete als Bezirksleiter der LBS Ostdeutsche Landesbausparkasse und war in dieser Funktion mit der Privatisierung von kommunalem Wohneigentum betraut. Später arbeitete Kuhn als Gebietsleiter für die LBS-Immobilien GmbH und leitete ein Immobilien-Center einer Sparkasse. Wie es weiterging und wo der Immobilienexperte heute den Fokus seines Arbeitens sieht, verrät er im Interview: Vor 17 Jahren gründeten Sie ihr eigenes Maklerbüro. Was ist seitdem passiert? „Ganz am Anfang habe ich komplett allein gearbeitet, dann mit einer Back-Office-Kraft. Ich habe zeitig gemerkt, dass das Leben – auch das wirtschaftliche – so ganz alleine keinen Spaß macht und habe mich deshalb recht schnell entschieden, meinen Personalstamm zu vergrößern. Derzeit sind wir fünf Mitarbeiter, von denen vier Immobilien vermitteln.“ „Räumlich konzentrieren wir uns auf Dresden und die Kreise Meißen und Sächsische Schweiz- Osterzgebirge. Wir sind fast ausschließlich im Verkauf und der Vermietung tätig.“ Sie sind ein regional orientiertes Immobilien-Vermittlungsunternehmen. Worin sehen Sie Ihre Stärken? „Räumlich konzentrieren wir uns auf Dresden und die Kreise Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Wir sind fast ausschließlich im Verkauf und der Vermietung tätig. Verwaltung, Bautätigkeit, Finanzierung, Versicherung und Gutachtertätigkeiten erledigen wir gern über Partner, mit denen wir seit Jahren vertrauensvoll zusammenarbeiten. Die Konzentration auf wenige Gebiete – also sowohl fachlich als auch geografisch – schafft dabei die Basis für eine hohe Qualität unserer Arbeit.“ Was macht das Arbeiten im „Speckgürtel“ Dresdens attraktiv? „Wir sind ja nicht nur in diesem Gebiet tätig. Aber die räumliche Verteilung hilft uns, Engpässe zu überwinden. Es gibt wirklich Zeiten, da verkauft es sich außerhalb von Dresden einfacher. Es gibt auch Situationen, wo Dresden stark nachgefragt ist. Da ich viel Verantwortung für meine Mitarbeiter und Kollegen habe, muss ich schon sehen, dass es auch immer für alle genug zu tun und letztlich auch genug zu verdienen gibt.“ Gibt es Dinge, die Ihnen das Arbeiten eher schwermachen? „Wann ist Arbeit schon leicht, wenn man sie ernst nimmt? Manches wäre zum Beispiel einfacher, wenn die Politik sich entschlossen hätte, qualitative Zugangsvoraussetzungen zum Beruf des Immobilienmaklers festzuschreiben. Unser Job braucht klare Regeln! Dann kann man sich einrichten. Ansonsten hat Corona momentan natürlich auch auf uns Einfluss – aber das trifft ja wohl alle.“ Der Firmensitz auf der Radebeuler Hauptstraße Sehen Sie die aktuell angespannte Situation eher als Segen oder eher als Fluch? „Eine Pandemie wie diese ist erst einmal immer ein Fluch. Aber: In jeder Katastrophe liegen auch Chancen. Solche extremen Situationen offenbaren auch immer die Schwach-

FIRMENPORTRÄT stellen im Gefüge. Im Großen wie im Kleinen, also auch bei uns. Ich denke, dass wir derzeit einen Schub in der Digitalisierung und in der Anpassung von Arbeitsabläufen erleben, wie er vorher nur schwer vorstellbar war. Ich denke auch, dass das Telefon wieder deutlich in den Mittelpunkt rückt, mindestens so lange, wie direkte Kontakte möglichst eingeschränkt sein sollen. Im direkten Bezug auf unser Unternehmen bedeutet Corona, dass auch wir unsere Technik und unsere Abläufe auf den Prüfstand stellen. Konnten wir früher bereits gut dezentral arbeiten, so können heute wirklich alle im Homeoffice die volle Leistung erbringen. Virtuelle Besichtigungen, Konferenzschaltungen, interaktive Exposés werden nun um so schneller Alltag in unserem Arbeitsgebiet.“ Wolfgang Kuhn Wie wird sich der regionale Immobilienmarkt Ihrer Meinung nach in mittelfristiger Zukunft entwickeln? „Marktentwicklungen vorauszusagen ist immer ein Blick in die Glaskugel. Aber: Nicht wohnen geht nicht. Es wird immer Menschen geben, die ihre Wohnsituation ändern wollen oder müssen. Auch hier wird die aktuelle Krise zu Entscheidungen zwingen, die der eine oder andere gern noch weiter vor sich hergeschoben hätten. Jetzt zeigt sich, ob eine Wohnung zu klein oder zu eng ist, wo eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage Sinn oder keinen Sinn mehr macht, wo das Haus oder die Wohnung zu groß oder zu alt sind. Arbeit ist genug da, denke ich. Man muss sie nur machen und sich dabei auch unbequemen Sachverhalten stellen.“ Abgesehen von Corona: Wie ist Ihre Sicht auf die Herausforderungen, denen sich die deutsche Immobilienbranche derzeit stellen muss? „Ja, neben der Pandemie treten manche Diskussionen im Moment eher in den Hintergrund. Sie sollten aber geführt werden, sonst werden wir eines Tages vom Ergebnis überrascht. Mietpreisbremsen beispielsweise schaffen keinen Wohnraum. Auch ‚bezahlbarer Wohnraum‘ ist ein Schlagwort, mit dem ich nicht viel anfangen kann. Ich kann nicht einerseits die Anforderungen an die Bau- und Wohnqualität immer weiter nach oben schrauben und im selben Atemzug niedrigere Mieten verlangen. Ich bin ein Kind der DDR und habe noch deutlich vor Augen, wie Häuser aussehen und auf welchem Niveau sich Versorgung mit Wohnungen befindet, wenn sich der ganze Wirtschaftszweig für niemanden rechnet. Auch die Diskussion um die Maklerprovision sollte nun endlich zu einer Entscheidung geführt werden. Ich persönlich halte dabei die Provisionsteilung zwischen Verkäufer und Käufer für optimal. Damit stürbe auch endlich dieses Gerede, dass man kostenlos arbeite – für wen auch immer.“ (sz-immo) www.sz-immo.de | Mai 2020 19

Sächsische Zeitung und Sächsische.de

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