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Immomag Juni 2020

FARBEN Die Farbe Violett

FARBEN Die Farbe Violett ... ... wirkt auf die meisten Menschen „feierlich“ und beruhigend. Sie kann aber auch passiv machen und sogar den Appetit und die Lust auf Sex zügeln. Da Violett auf zu großer Fläche eine geradezu einschläfernde Stimmung verbreitet, sollte es in seiner dunklen Form nur als Akzent benutzt werden. Mit seiner helleren Farbschwester Flieder hingegen kann man ruhig großzügiger umgehen. Die Farbe Grün ... ... gilt als „kalte Farbe“, wirkt aber nicht so. Vielmehr spendet die Farbe der Blätter und des Grases Ausgleich und ein Gefühl von Geborgenheit. Sobald man sie nicht mit Blau abtönt, dann wird es ganz schnell unentspannt. Grün wird auch als „Quelle der Kreativität“ angesehen (Arbeitszimmer!), auch soll die Farbe eine regenerierende Wirkung auf Körper und Seele haben. Die Farbe Rot ... ... regt den Geist und den Körper am stärksten an. Für das Arbeitszimmer oder den Fitnessraum kann es sich als gute Wahl erweisen – in Schlaf- oder Kinderzimmer sollte man von dieser „lautesten“ aller Farben aber tunlichst die Finger lassen. Wer nichts riskieren will, sollte das Streichen ganzer Wände oder gar Räume in Rot vermeiden und mit der Farbe nur hier und da aktivierende Akzente setzen. Viel Weiß im Raum empfindet der eine als zeitlosen Chic, der andere hingegen als kahl und kalt. Foto: pexels.com/StockSnap Die Farbe Orange ... ... bringt viel Wärme und „Aktivierung“ in die Wohnung, ohne dabei so aggressiv wie Rot zu wirken. Es bringt eher eine fröhliche Gemütlichkeit in den Raum, und es soll sogar den Appetit anregen. Je nach Gewichtsklasse also eine klare Empfehlung oder ein absolutes Nogo für Küche und Esszimmer. PS: Zimmer, die wenig Sonnenlicht abbekommen, profitieren immer von orangen Wänden. Die Farbe Gelb ... ... wirkt wärmend und belebend. Kein Wunder, ist sie doch die Farbe, die wir am ehesten mit der Sonne assozieren. Gelb fördert Konzentration und die Kommunikation, außerdem soll es sich positiv aufs Gedächtnis auswirken. Die Sonnenfarbe macht kleine Räume größer und gemütlicher und kann aufgrund ihrer positiven Grundtendenz in allen Räumen angewendet werden. Die Farbe Rosa ... ... hat die deeskalierendste Wirkung aller Farben. Rosa besänftigt, öffnet für die Stimmungen anderer Menschen und lässt Agressionen verpuffen. In den USA sind in zahlreichen Sportstadien die Gästekabinen in der Farbe gestrichen, in mehreren europäischen Gefängnissen experimentiert man mit rosa gestalteten Zellen für aggressive Straftäter. Die Farbe gilt auch als beste Wahl fürs Schlafzimmer. Die Farbe Braun ... ... und ihre zahlreichen Spielarten wie Ocker oder Siena haben eine ausgleichende und beruhigende Wirkung. Braun wirkt immer bodenständig und solide, in seinen hellen Erscheinungsformen aber nicht unmodern. Wer Gemütlichkeit und Natürlichkeit sucht, kann Braun grundsätzlich in allen Räumen verwenden. Damit es nicht zu „old school“ wird, sollten dann aber farbige Akzente gesetzt werden. Die Farben Schwarz, Grau und Weiß ... ... werden auch „unbunte“ Farben oder „Nichtfarben“ genannt. Weiß ist die am weitesten verbreitete Farbe für Wände in Räumen, Schwarz und Grau findet man eher bei Möbeln und Dekorationsgegenständen. Alle drei Farben haben den großen Vorteil, dass sie sich mit allen anderen Farben perfekt kombinieren lassen. Wer viele farbige Gemälde, Drucke oder Poster besitzt, sollte es mal mit einer grauen „Kunstwand“ probieren – auf Grau entfaltet Buntes eine beeindruckende Wirkung. Apropos „Wirkung“. Nicht nur Farben entfalten eine solche. Auch Formen und die Oberflächen von Möbelstücken und Dekorationsobjekten haben einen Einfluss auf die Art und Weise, wie wir einen Raum wahrnehmen. Ein Wohnzimmer, das mit transparentem Stahlrohr-Mobiliar mit dünnen Sitz- und Lehnflächen und auch sonst mit vielen Ecken und Kanten daherkommt, werden die wenigsten als einladend empfinden. Selbst eine clevere Farbwahl dürfte diesen Grundeindruck nicht verschwinden lassen. Ganz im Gegenteil dazu dürfte ein Raum mit einer Sitzgruppe, die schon optisch Weichheit und Gerborgenheit verspricht, den meisten Menschen angenehm erscheinen. Matte Oberflächen im Raum unterstreichen diese diese Sanftheit zusätzlich. Lackierte Flächen, Chrom und alles, was sonst noch spiegelt, sollten in Räumen, in denen man sich wohlfühlen will, nur dosiert Anwendung finden. Grundsätzlich sollte man sich stets bewusst machen, dass die hier genannten Klassifizierungen nur Richtungen vorgeben. Am Ende bestimmen immer diejenigen, die einen Raum nutzen, über seine Qualität. Wohlbefinden kommt nicht aus Farbtabellen und nicht aus Trendtipps von Einrichtungsmagazinen. Es kommt aus uns. „Um sich wohl zu fühlen, ist trotzdem ein gewisses Maß an Analyse notwendig“, sagt Ralf Leuter. „Damit sichert man seine Bauchentscheidung ab – die oft die richtige ist. Durchaus kann so auch ein Zwiespalt aufgedeckt werden, wenn man zwar eine sympathische Farbe hat, diese aber durch unangenehme Erlebnisse eigentlich anders belegt ist. Und ein negatives Gefühl im Raum muss man nicht bestehen lassen. Im Computersprech würde man sagen, ich kann ihn 'neu aufsetzen'. Schön machen also, der emotionalen Betrachtung nachgeben. Das aber braucht Zeit, Nachdenken, Besinnung.“ Und im Zweifel eben auch den Rat eines Einrichtungs-Profis. (sz-immo) 20 www.sz-immo.de | Juni 2020

ARCHITEKTUR Mitteleuropäisches Erbe mit viel Charakter Umgebindehäuser gehören zur Oberlausitz wie reetgedeckte Gebäude zur deutschen Küste. Eine Stiftung und viele engagierte Eigentümer erhalten die architektonischen Schätze. Sie prägen das Bild der Oberlausitz. Die Häuser im Block-, Massiv- oder Fachwerkbau, mit den typischen Querbalken – oft in Braun oder Schwarz, mit den gemütlichen Stuben und den schiefergedeckten Dächern. Das ist noch immer so, obwohl die Zahl der Umgebindehäuser seit 1900 deutlich gesunken ist. Maximal 40 Prozent der charakteristischen Bauten, die es vor 120 Jahren noch in der Region gab, hat bis heute Bestand. Die übrigen verfielen, wurden abgerissen. Sachsenweit gehen die Experten vom Landesamt für Denkmalpflege aktuell von rund 6.500 Umgebindehäusern aus. Der überwiegende Teil – rund 5.900 – stehen in der Oberlausitz. Und hier gibt es inzwischen viele, die sich um das besondere architektonische Erbe sorgen und zu seinem Erhalt beitragen wollen. Eine Stiftung rund ums Umgebinde So kümmert sich die Stiftung Umgebindehaus seit 2004 um die Koordination privater und öffentlicher Initiativen zur Bewahrung des Umgebindes in den Landkreisen Bautzen und Görlitz. Dazu gehört die Vermittlung leerstehender Gebäude an potenzielle Interessenten ebenso wie die Unterstützung bei Förderanträgen zur Sanierung der oft maroden Bauten zwischen Niesky und Neukirch. Für Hausbesitzer in spe gibt es auf der Internetseite der Stiftung einen Leitfaden zu Bauweise, Sanierungsetappen und Denkmalschutzaspekten. Ein Umgebindehaus in Obercunnersdorf in der Oberlausitz Foto: stock.adobe.com/Ulrich www.sz-immo.de | Juni 2020 21

Sächsische Zeitung und Sächsische.de

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