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Immomag Juli/August 2020

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HAUSBAU Sommerliche

HAUSBAU Sommerliche Unwetter mit Starkregen stellen Hauseigentümer vor große Herausforderungen. Foto: stock.adobe.com/pzAxe Wenn der Himmel alle Schleusen öffnet Wer neu baut, kann frei gestalten und sein Haus so besser vor künftigen Problemen schützen. Vor allem Starkregenereignisse sollte man zunehmend im Blick haben - auch als Eigentümer oder Käufer eines Bestandsgebäudes. Der Sommer hat auch seine schlechte Seiten: Gewitter mit Starkregen setzen ganze Ortschaften unter Wasser. Man kennt die dramatischen Bilder mit vollgelaufenen Kellern und entsetzten Bewohnern, die ihr Hab und Gut nicht in Sicherheit bringen konnten. Sie kommen inzwischen auch aus Regionen, die in der Vergangenheit von solchen Wetterkapriolen verschont wurden. Während man in Hochwassergebieten an Rhein und Donau seit Jahrhunderten mit häufigen Überschwemmungen lebt, werden Hausbesitzer in anderen, bisher ruhigen Landstrichen von plötzlichen Fluten überrascht. Aber: Damit muss man sich arrangieren. Immer das ganze Haus im Blick haben „Diese Wetterphänomene sind eine Folge des Klimawandels, die uns wohl über längere Zeit begleiten“, sagt Prof. Norbert Gebbeken, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. „Bauherren und Hausbesitzer sind gut beraten, Know-how aus den klassischen Hochwassergebieten zu übernehmen und ihr Haus so gut wie möglich wasserfest zu machen.“ Das verlangen mitunter auch die Versicherungen, die solche Schäden absichern. Wichtig: Man muss dabei das ganze Haus im Blick haben, also nicht nur Keller und Erdgeschoss – sondern auch das Dach. Hochwassersensibles Bauen umfasst zum Beispiel den Einsatz einer so genannten weißen Wanne, die das Haus gegen eindringendes Grundwasser oder Abwasser schützt. Die Wanne umschließen den Keller im Erdreich und wird aus Stahlbeton mit einem extra hohen Widerstand gegen eindringendes Wasser hergestellt. „Weiße Wanne“ nennt man die Bauweise, weil auf eine zusätzliche Abdichtung mit einer (schwarzen) Bitumenschicht verzichtet werden kann. Im Neubau ist es auch ohne großen zusätzlichen Aufwand möglich, das Erdgeschoß von vornherein zwei bis drei Stufen höher einzuplanen. Durch diese einfache Maßnahme ist das Gebäude schon gut geschützt, denn oft dringt das Wasser durch ebenerdige Hausoder Terrassentüren ein. Rückhaltebecken einplanen „Auch das Umfeld des neuen Hauses kann in die Planung einbezogen werden, damit das Hochwasser idealerweise erst gar keine Welle bilden kann, die sich dann ins Haus ergießt“, sagt Prof. Gebbeken. „Das geht zum Beispiel mit Rückhaltebecken in der Nähe und mit dem Bau von Straßen, die in der Mitte eine Delle haben, durch die das Wasser abfließt, so dass sich keine Bugwelle bilden kann.“ 22 www.sz-immo.de | Juli/August 2020

HAUSBAU Wenn das Wasser hier so hoch steht, dann steht es betimmt auch in einem Keller. Foto: stock.adobe.com/ Animaflora PicsStock Auch die Ver- und Entsorgungsleitungen lassen sich im Neubau von vornherein rückstausicher anlegen. „Es gibt verschiedene Rohrsysteme und Einbauten, die schon im Rohbau installiert werden können, um einen sicheren Rückstauschutz zu gewährleisten“, erläutert Andreas Braun vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Bei der Planung der Entwässerung wird die gesamte Geometrie des Hauses betrachtet. Welche Entwässerungsbereiche sind notwendig? Im eigenen Haushalt? Und vielleicht zusätzlich in einer Einliegerwohnung, die unter der Rückstauebene liegt? „Am Ende wird das Abwasser aus allen Bereichen in eine gemeinsame Sammelleitung geführt und dem Kanal beziehungsweise der öffentlichen Kanalisation zugeführt.“ Keller muss im Notfall schnell geräumt sein Kellerfenster sollten von vornherein druckdicht sein oder abgemauert werden. Aber selbst mit dieser Absicherung gilt: „Besteht die Gefahr, dass Wasser eindringt, eignet sich das Untergeschoss nicht als Wohn- oder Arbeitsraum“, sagt Prof. Gebbeken. „Man muss immer bedenken, dass der Keller im Ernstfall schnell ausgeräumt werden kann. Besser als eine Hausbar mit Holzvertäfelung ist ein Funktionsraum mit Industriefußboden und wasserfestem Anstrich.“ Foto: www.istockphoto.com/helovi In den Hochwassergebieten haben Hauseigentümer oft Halterungen für mobile Barrieren vor Fenstern und Türen. „Das ist auch bei Starkregen und Überflutung eine gute Möglichkeit, das Wasser abzuhalten“, erklärt Gebbeken. Sein Tipp: „Man sollte in ruhigen Zeiten überlegen, wo solche Barrieren nützlich sein könnten und sie gleich bereitlegen.“ Wasser aus Kanalisation ist größtes Problem Bei neubauten wie bei bestehenden Häusern sollte man vor allem eins bedenken. In vielen Fällen gelangt das Wasser nicht direkt, sondern als Rückstau aus dem Kanalnetz ins Haus. „Das Wasser sucht sich nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren immer den tiefsten Punkt, zum Beispiel den ungesicherten Bodenablauf im Keller, den Waschmaschinenanschluss oder die Toilette im Erdgeschoss“, erklärt Andreas Braun vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Das Wasser drückt sich dadurch hoch und hinein ins Haus. Liegt dieser tiefste Punkt unter dem Straßenniveau, muss der Hausbesitzer die Entwässerungsanlage extra gegen Rückstau sichern – mit sogenannten Rückstauklappen. Je nach Gebäudeweiter auf Seite 24 Ein Zuhause – für die Zukunft gebaut. Wir sind die Spezialisten für individuellen Massivhausbau! ✓ Maßgeschneiderte und individuelle Architektur für ein vollkommenes Lebensgefühl. ✓ Massiv, ökologisch und modern für mehr Lebensstil. Besuchen Sie uns: Auf über 200 m 2 mit umfangreicher Bemusterungsausstellung! BauinformationsZentrum · Sven Paulisch · Bremer Straße 65 · 01067 Dresden · www.sp.elbe-haus.de · Tel.: 0351 / 42 45 055 · Email: dresden@elbe-haus.de www.sz-immo.de | Juli/August 2020 23

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