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immomag Februar 2020

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HAUSBAU Foto: www.istockphoto.com © uFrancesco Scatena Die unterschätzte Gefahr aus dem Boden Jeder weiß: Tabakrauchen verursacht Krebs. Dass Radon in Deutschland nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs ist, wissen die meisten Menschen nicht. Vor allem in Kellern kann das radioaktive Gas zur Gefahr werden. Nun sind die Länder in der Pflicht. Es geht um Aufklärung und Vorsorge. Es riecht nicht, es schmeckt nicht, es ist unsichtbar: Radon. Weil das radioaktive Edelgas Lungenkrebs verursachen kann, verpflichtet das Strahlenschutzgesetz die Länder, bis Ende des Jahres Gebiete auszuweisen, wo eine erhöhte Radon-Konzentration messbar ist. „Radon wird ein sehr wichtiges Thema in diesem Jahr“, betont ein Sprecher des baden-württembergischen Umweltministeriums. Firmen und öffentliche Gebäude sind dann in der Pflicht. Privatleute nicht. Doch auch sie sollten sich informieren. Radon ist nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) noch immer eine unterschätzte Gefahr. Was hat es mit Radon auf sich? Das radioaktive Gas, das ständig aus dem Boden nach oben steigt, entsteht durch den Zerfall von Uran tief unten im Erdreich. Gelangt es im Freien ungehindert weiter in die Luft, richtet es keinen Schaden an. Problematisch kann es werden, wenn das Gas über Risse, Rohre und Öffnungen in Gebäude dringt. „Ein Unterdruck kann den Radon-Eintritt noch verstärken“, sagt Ingo Fesenbeck, der Leiter des Radonlabors am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Wie gefährlich ist das Gas aus dem Untergrund? Radon als Strahlenquelle ist nach einer Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) den meisten Deutschen nicht bekannt. Dabei ist es demnach die größte Quelle für die durchschnittliche jährliche Strahlenbelastung – und nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Wo ist die Belastung am höchsten? Radon ist im Untergrund nicht gleichmäßig verteilt. Sein Vorkommen ist abhängig von Geologie und Bodenbeschaffenheit. In der norddeutschen Tiefebene sind die Konzentrationen zum Beispiel niedriger als in den Mittelgebirgen mit Granit- und Schiefergesteinen, die eher im Süden des Landes zu finden sind. Auch im Alpenvorland und in Gegenden mit Gesteinsmoränen der letzten Eiszeit ist eine höhere Radonbelastung wahrscheinlich. In Sachsen sind ein großes Gebiet westlich von Dresden und eines südlich von Döbeln besonders stark betroffen. Eine höhere Radonbelastung findet man auch in einigen Regionen des Erzgebirges, im Vogtland und im Zittauer Gebirge. Wo lauert Gefahr? Das BfS informiert auf Karten über regional durchschnittliche Konzentrationen. Doch, so betont die Behörde: Wie viel Radon in Häusern tatsächlich ist, können nur einzelne Messungen klären. „In einem gut abgedichteten Gebäude im Schwarzwald kann eine geringere Radon-Konzentration 42 www.sz-immo.de | Februar 2020

HAUSBAU sein als in einem älteren Haus mit mehr Eintrittsstellen über einem an sich weniger radonhaltigen Boden“, sagt KIT-Experte Fesenbeck. Vor allem Keller sind potenzielle Radon-Speicher. Ab wann muss gehandelt werden? Nach dem Strahlenschutzgesetz müssen ab einem Wert von 300 Becquerel Radon pro Kubikmeter Luft in Innenräumen Maßnahmen ergriffen werden, um die Exposition zu verringern. Doch dieser Referenzwert ist keine Versicherung dafür, dass Werte darunter ungefährlich sind. „Es gibt keinen Schwellenwert, ab dem Radon schädlich ist“, sagt Radon-Experte Fesenbeck. „Je höher die Konzentration und je länger man dem ausgesetzt ist, desto höher ist aber das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.“ Eindeutig zu hoch waren die 2 000 Becquerel Radon pro Kubikmeter Luft, die in Räumen eines Kindergartens im südbadischen Lörrach gemessen wurden. Er wurde im Februar 2018 geschlossen. In anderen Kitas und Schulen der Stadt reichte der Einbau von Lüftungsanlagen aus. Hohe Radonkonzentrationen kann es generell in Bergwerken und Wasseraufarbeitungsanlagen geben. Fenster gleichzeitig öffnet, entsteht Durchzug. Ein Tipp für den beim Lüften oft vergessenen Keller: die Erinnerungsfunktion des Smartphones nutzen. Risse und und Öffnungen in Keller und Erdgeschoss sollte man abdichten lassen und einen möglichen Unterdruck beseitigen. Auch ein Radon-Brunnen, der radonhaltige Luft unter dem Gebäude absaugt, oder Dränagesysteme können helfen. Kann man überhaupt noch in seinem Keller schlafen? „Natürlich, aber je nach Gebäude empfehle ich eine Messung“, sagt KIT-Experte Fesenbeck. Besonders in einem energetisch sanierten Haus. „Denn wenn der Luftwechsel etwa durch neue Fenster minimiert wurde und aus dem Boden weiter Radon in das Haus strömt, kann das einen ähnlichen Effekt haben wie bei einer Käseglocke.“ (Susanne Kupke, dpa-tmn) Fragen zum Gas aus der Tiefe? Was tun, wenn zu Hause die Werte zu hoch sind? „Radon ist ein Gesundheitsrisiko, gegen das man selbst vorgehen kann“, betont BfS-Präsidentin Inge Paulini. Als Erstes hilft regelmäßig lüften. Der Rat des Bundesamts für Strahlenschutz: So lüften, dass bereits nach wenigen Minuten die gesamte Innenraumluft ausgetauscht ist. Das gelingt mit Querlüften. Indem man gegenüberliegende Auf der Website www.strahlenschutz. sachsen.de hat der Freistaat umfassende Informationen zu Radon in Sachsen zusammengefasst. Hier finden Hausbesitzer und Bauherren viel Wissenswertes und Downloadangebote zu möglichen Schutzmaßnahmen für Neu- und Bestandsbauten sowie die Kontakte der sächsischen Radonberatungsstelle. Hier gibt es auch eine detaillierte Karte zum Radonpotenzial in den einzelnen Regionen des Freistaats. Jetzt geht’s endlich los „Zwei Stadthäuser“ werden gebaut. Frauengasse 16inGroßenhain Wie kommen Sie an so ein Haus ran? Ganz einfach: Sie rufen mich an. Wir verabreden uns und schauen, ob das Haus das Richtige für Sie ist. Wir freuen uns über jedes Gespräch! Bin noch zuhaben! Bin schon vergeben! Makler Heller GmbH NOVAHAUS GmbH Herrmannstraße 12 •01558 Großenhain Tel.: 03522 310001 •Fax: 03522 508494 •Funk: 0172 3507208 E-Mail: heller@makler-heller.de •www.makler-heller.de www.sz-immo.de | Februar 2020 43

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