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immomag Februar 2020

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Vielen Kaminen droht die

Vielen Kaminen droht die Abschaltung Foto: www.istockphoto.com © unpict In Sachsen gibt es Hunderttausende Holzöfen, die zu hohe Schadstoffemengen ausstoßen. Für viele endet bald die Schonfrist. Umrüsten oder neu kaufen? KOMPETENZ SEIT 1992 BAUEN IST VERTRAUENSSACHE HÄUSER ZUM ENTSPANNEN Entspanntes Bauen vom ersten Tag an. Deshalb möchten wir nicht nur für Sie bauen, sondern mit Ihnen. …w eil WEIOTT mehr ist WEIOTT-MASSIVHAUS GmbH Grünberger Str. 3–9 01458 Ottendorf-Okrilla T 035205 53781 www.weiott-haus.de Kalte Tage am Kaminfeuer genießen: Für viele ist das nicht nur eine romantische Vorstellung, sondern eine ökologische Überlegung. Doch Holz steht als umweltgerechter, nachwachsender Brennstoff in der Kritik. Jedes Feuer gibt Schadstoffe in die Luft ab – Feinstaub, Kohlenmonoxid, Ruß. Laut Umweltbundesamt könne der Feinstaub-Ausstoß eines Kamins sogar mit dem eines Dieselautos mithalten. Um Emissionen zu verringern, greift der Gesetzgeber ein. Ende 2020 endet nun eine weitere Schonfrist für viele Altöfen: Sie müssen per Gesetz stillgelegt oder umgerüstet werden. Wie hoch ist die Feinstaubbelastung durch Kaminöfen in Sachsen? In Sachsen gab es 2018 laut Schornsteinfegerverband rund 490 000 Kaminöfen, Kachelöfen und Herde, die mit festen Brennstoffen betrieben wurden. Die meisten Anlagen stehen im Erzgebirgskreis und im Kreis Mittelsachsen. Solche Kleinfeuerungsanlagen sollen laut sächsischem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie rund 15 Prozent des Feinstaubausstoßes im Land verursachen. Dieser Wert bezieht sich auf eine Partikelgröße mit einem Durchmesser bis zu 10 Mikrometer (10-PM). „Der größte Teil wird mit rund 70 Prozent durch Holzfeuerung freigesetzt“, so Sprecherin Karin Bernhardt. In Sachsen gibt es 29 Feinstaub-Messstationen – neun an verkehrsreichen Straßen, neun im städtischen Hintergrund, sechs auf dem Land. Hinzu kommen Forschungsstationen. Die gesetzlichen, EU-weit gültigen Feinstaubgrenzwerte seien in Sachsen laut Bernhardt in den letzten fünf Jahren eingehalten worden. Der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm 10-PM-Feinstaub pro Kubikmeter Luft darf an maximal 35 Tagen im Jahr überschritten werden Wie man den Feinstaubausstoß eines Kamins mit dem eines Autos vergleichen kann, erklärt das Umweltbundesamt mit einem Beispiel: Demnach stößt ein neuer Kamin üblicher Größe bei Volllast in der Stunde etwa so viel Staub aus, wie bei 100 Kilometer Autofahren mit einem Pkw entstehen, der die Grenzwerte der Euro-6-Abgasnorm voll erreicht. Welche Öfen sind überhaupt problematisch? Viele Hauseigentümer müssen in den nächsten Monaten prüfen, ob ihr Kaminofen, Kachelofen oder Heizkamin für feste Brennstoffe wie Holzscheite, Pellets, Hackschnitzel oder Briketts den gesetzlichen Anforderungen der Bundes-Immissionsschutzverordnung entspricht. Betroffen sind ummauerte Feuerstätten mit einem industriellen Heizeinsatz und einer Leistung von mindestens vier Kilowatt, die zwischen 1985 und 1994 errichtet wurden, eine verschließbare Tür haben und folgende Grenzwerte überschreiten: 0,15 Gramm Staub und vier Gramm Kohlenmonoxid je Kubikmeter Luft. Aber auch Raumheizer wie Schwedenöfen, die nicht ummauert sind, müssen bis Ende 2020 nachgerüstet oder stillgelegt werden, wenn sie die Grenzwerte überschreiten. 24 www.sz-immo.de | Februar 2020

IMMOBILIEN-NEWS Woher weiß ich, ob mein Ofen betroffen ist? Auskunft über den Schadstoffausstoß gibt die Messbescheinigung des Herstellers. Alternativ kann auch der Schornsteinfeger eine Messung vornehmen. Für Geräte, die zwischen 1995 und 2010 in Betrieb genommen wurden, gilt eine längere Schonfrist bis 2024. Wer unsicher ist, wann sein Ofen errichtet wurde, dem rät Schornsteinfegermeister Dietrich Leonhardt aus Annaberg-Buchholz den Blick aufs Typenschild. „Oftmals versteckt sich das Datum noch hinter einer Herstellnummer.“ Auch könne man den zuständigen Schornsteinfeger fragen. Offene Kamine, handwerklich errichtete Grundöfen, Kochherde sowie geschlossene Kamine, die auch im offenen Zustand betrieben werden dürfen, sind von der Regelung ausgenommen. Das gilt auch für historische Öfen, die vor 1950 errichtet wurden und noch an der gleichen Stelle im Haus stehen. Wurden sie umgesetzt, gilt ebenfalls die Frist Ende 2020. Für Neugeräte gilt schon seit dem Jahr 2015 ein noch strengerer Grenzwert von 0,04 Gramm Staub und 0,125 Gramm Kohlenmonoxid pro Kubikmeter Luft. Welche Gesundheitsschäden kann es für Nutzer und auch Nachbarn geben? Ob Kaminöfen zur Gesundheitsgefahr werden, hängt laut Sächsischem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie von Betriebsweise und Brennmaterial ab – zum Beispiel der Feuchte des Holzes. Entstehen beim Verbrennen beißende Gerüche, sollte man vorsichtig sein. „Was riecht, sind sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Sie entstehen, wenn mit zu niedriger Temperatur verbrannt wird, und sind krebserregend“, so Leonhardt. Der Zusammenhang von Feinstaubemissionen und Krankheitsbildern wird noch untersucht – etwa in Bezug auf ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wie kann ich meinen alten Ofen umrüsten? Zwei Möglichkeiten der Nachrüstung zeigt Volker Lenz, Forschungsleiter am Deutschen Biomassezentrum in Leipzig, auf: den Einbau eines elektrostatischen Abscheiders bzw. Partikelfilters oder den Umbau der Luftsteuerung. Die Nachrüstung des Abscheiders lohne sich nur für Öfen, die die Grenzwerte knapp überschreiten, oder für sehr gute Altgeräte, denen lediglich der Messnachweis vom Hersteller fehlt. „Der Abscheider wird entweder im Schornsteinrohr eingebaut – dafür muss dieses aus Metall sein – oder an der Schornsteinmündung installiert. Bei einer Nachrüstung der Luftsteuerung wird eine Luftregelung vorgesetzt und ein Messsensor im Ofen installiert.“ Der Aufwand sei hoch, die Sache kostspielig und die Funktionalität nicht gesichert. „Für emissionsarme Geräte zahlen Sie heute zwischen 2 000 und 5 000 Euro“, sagt Lenz. Eine Nachrüstung könne man schon für 500 Euro hinbekommen, ob diese dann aber der Umwelt und der Nachbarschaft etwas bringe, sei dahingestellt. Oder soll ich lieber gleich einen neuen Kamin kaufen? Für alle, die sicher und umweltfreundlich mit Holz heizen wollen, gilt seit Jahresbeginn ein neues Verbrauchersiegel: Das Umweltzeichen Blauer Engel zertifiziert damit nun auch Scheitholzkaminöfen. „Ein Partikelabscheider und/oder optimierte Konstruktionen senken Staubemissionen erheblich, eine automatisierte Luftregelung vermeidet Fehler beim Verbrennen. Auch gelten für diese neuen Geräte noch strengere Emissionsvorgaben“, erklärt Lenz. Je nach Luxusfeatures könne so ein Gerät zwischen 3 000 und 10 000 Euro kosten. Bis Mitte des Jahres sollen die Blauen-Engel-Kamine auf den Markt kommen. (SZ/Melanie Schröder/mit dpa-tmn) Nähere Infos zu Emissionen aus Holzöfen unter www.cert.hki-online.de Die Bestimmungen der Rechtsgrundlage finden Sie unter www.sz-link.de/Immission ATTRAKTIVES BAULAND IN GROSSRÖHRSDORF 28 EFH-Grundstücke Voll erschlossen Ruhige Lage Individuelle Haustypen von ca. 542 bis ca. 845 m² Provisionsfrei Sonnenidyll Lichtenberger Straße Großröhrsdorf liegt 30 min. nördlich von Dresden entfernt. Leben und Wohnen in Großröhrsdorf, heißt sich wohlfühlen und versorgt zu wissen. BAUTRÄGERFREI Sie haben Interesse? Dann melden Sie sich bei uns. Gesellschaft für Wohn- und Gewerbebau mbH E-Mail: kontakt@elbe-bau-dresden.de Telefon: 0351 -8470 60 www.sz-immo.de | Februar 2020 25

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