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Immomag April 2020

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WOHNEN Wenn wir doch eh

WOHNEN Wenn wir doch eh zuhause sind ... Viele Menschen haben gerade viel Freizeit in Wohnungen mit vielen „Altlasten“. Aber wo am besten anfangen mit dem Ausmisten? Foto: www.istockphoto.com © Prostock-Studio „Wenn ich mal Zeit habe, dann miste ich aus“. Das hört man oft. Für viele ist genau jetzt diese Zeit für wirklich konsequentes Aussortieren gekommen. Was tun, wenn man ungeplant viel Zeit hat? Wie wäre es mal mit einem ordentlichen „Budenschwung“? Zwei Aufräum-Experten geben Tipps: Wo fange ich womit an? Im Wohnzimmer, rät Ordnungscoach Sabine Haag. „Das ist meist ein überschaubares Pensum, bei dem man nicht gleich das Gefühl empfindet, das kriegt man eh nicht hin. Hier gibt es vor allem Elektronik, Bücher und Spiele.“ Und hier könne man gut auch direkt den Frühjahrsputz anschließen und „mal alles machen, was sonst unter den Tisch fällt, etwa das Waschen der Gardinen“. Haags Tipp: „Schauen Sie, welche Fernbedienungen noch herumliegen, die Geräte aber schon lange weg sind. Beschriften Sie die Kabel und misten nicht mehr gebrauchte aus. Und schauen Sie, welche Gesellschaftsspiele Sie noch spielen, welche Puzzle noch alle Teile haben – der Rest kommt weg.“ Aufräumcoach Rita Schilke rät, sich den Brennpunkt in einer Wohnung oder des Hauses als erstes vorzunehmen – der Ort, an dem zu viel Angesammeltes schon stört. Viele hätten so einen Platz oder so ein Zimmer – „etwa der unaufgeräumte Flur mit den vielen Jacken und Mänteln oder wenn die vollgestellte Küche, die kaum Platz zum Kochen lässt, schon lange ein Dorn im Auge ist“, so Schilke. „Das ist der geeignete Ort, um mit dem Ausmisten und Ordnen anzufangen. Hier sind wir am meisten motiviert, und hier werden wir die Ergebnisse des Ausmistens und Aussortierens auf Anhieb sehen“, erklärt die Expertin ihren Ansatz. „Das wiederum motiviert zum Weitermachen.“ Wie teile ich die Zeit ein? „Auf jeden Fall ist es ratsam, einen Zeitraum zu wählen, bei dem einerseits Ergebnisse schnell sichtbar werden, zum Beispiel drei Stunden, und andererseits einen Zeitraum, für den unsere Kräfte ausreichen“, findet Schilke. Sonst besteht die Gefahr, dass man sich zu viel vornimmt. „Dann fängt man womöglich gar nicht erst an. Ist der Zeitraum überschaubar, und kann ich mich anschließend an dem freundlichen, frei geräumten Flur oder der freien Arbeitsfläche in der Küche erfreuen, dann steigt meine Motivation weiterzumachen.“ „Optimalerweise rechnet man mit bis zu einer Woche für jeden Raum“, sagt Haag. In dieser Woche kann man jeden Tag häppchenweise ein bisschen was machen, etwa eine Schublade oder 30 www.sz-immo.de | April 2020

WOHNEN einen Schrank – und nur je nach Lust und Laune auch mehr. „Im Badezimmer zum Beispiel kann man an einem Tag die alten Kosmetika ausmisten oder man konzentriert sich thematisch nur auf die Haaraccessoires“, nennt Haag Beispiele. „Wichtig ist auch, dass man es spielerisch angeht“, rät der Ordnungscoach weiter. Zum Beispiel könne man den jeweiligen Ort des Tages zum Ausmisten aus einem mit Zetteln gefülltem Glas ziehen. Expertin Schilke hält es für „ganz wichtig“, sich nach getaner Arbeit zu belohnen. Und wenn es nur „eine Tasse Kaffee bei den ersten warmen Sonnenstrahlen auf dem Balkon“ ist. „Oder ein Tanz durchs aufgeräumte Wohnzimmer mit meiner aktuellen Lieblingsmusik.“ Pause machen ist wichtig! „Eben weil Ausmisten und Aufräumen sehr viel mit Entscheiden zu tun hat, ist es wichtig sich immer wieder eine kurze Verschnaufpause zu gönnen, etwas zurückzutreten und sich vielleicht an dem bislang schon Erreichten, etwa der ersten aufgeräumten Schublade in der Kommode zu freuen“, erklärt Schilke. „Dann ermüden wir nicht so schnell und sind mehr motiviert für den Rest der Strecke.“ Sollte man Kinder einbinden? „Das kommt auf das Alter an“, findet Haag. Auch die Frage, ob man etwa mit kleineren Kindern deren Spielzimmer gemeinsam ausmistet oder ob der ältere Nachwuchs eigenständig Aufgaben im „Der erste Schritt ist immer – das gilt übrigens für alle Räume – den Boden freizuräumen, so entsteht wieder Bewegungsfreiheit und das Feld lichtet sich etwas.“ Haus übernimmt. „Ich rate übrigens dazu, dass auch nur die motivierten Erwachsenen beim Ausmisten mitmachen“, so die Aufräumtrainierin. Wie gehe ich im Detail vor? „Der erste Schritt ist immer – das gilt übrigens für alle Räume – den Boden freizuräumen“, empfiehlt Schilke. „So entsteht wieder Bewegungsfreiheit und das Feld lichtet sich etwas. Beim Ausmisten wird jedes Teil einzeln geprüft, was damit zu geschehen hat.“ Sollte man es behalten und gegebenenfalls reparieren, wenn es wirklich noch verwendet wird? Sollte man das Stück verschenken oder spenden? Was muss entsorgt werden? „Bei Dingen, bei denen wir uns nicht ganz sicher sind, können wir noch einen Stapel ‚weiß nicht‘ bilden und uns diesen am Ende noch einmal vornehmen“, rät Schilke. Nun kann man aktuell Ausgemistetes nicht auf die Schnelle verkaufen – oder man denkt sich, jetzt gerade, wo alle Zuhause sind, können wir die alten Spiele doch wieder nutzen. Wie vermeidet man erneutes Horten? „Thematisch die Sachen in Kisten sortieren, diese beschriften und vorübergehend im Keller einlagern – etwa alle Gesellschaftsspiele in eine Kiste, die Gartensachen in eine andere“, erklärt Haag. Dann kann man die Sachen schnell wieder hervorholen, auf die man zeitnah wieder Lust hat. „Und wenn man sie jetzt nicht wieder nutzt, braucht man sie sicher nie wieder.“ Alles, was man direkt wegwerfen will, sollte man aktuell ebenfalls erst mal horten – um sich und die Mitarbeiter auf den Recyclinghöfen nicht zu gefährden und auch, um Entsorgungsstellen bei eh schon eintretender Personalnot nicht zusätzlich zu überlasten. Darauf weist der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hin. (dpa-tmn) DIY-Ideen für altes Spielzeug Das Kinderzimmer ausgemistet, ein paar alte Spielsachen übrig? Und wie sieht es mit der Osterdeko vom vergangenen Jahr aus? Daraus lässt sich Neues machen! Alte Plastikfiguren – ob nicht mehr geliebte Dekorationen oder ausrangiertes Spielzeug – lässt sich „upcyceln“. Damit ist gemeint, dass man aus etwas Altem, vielleicht sogar Abfall, nicht nur etwas Neues, sonder sogar etwas Höherwertiges macht. Also Up- statt Recycling. Zwei schöne Ideen dazu hat die DIY Academy in Köln. Die erforderlichen Materialien dürften sie sogar zu Hause haben: Tipp 1: Dekoglas mit originellem Griff Aus einem leeren Schraubglas von Lebensmitteln lässt sich ein schickes Dekoglas machen. Dafür erst mal die Etikettenreste vom Glas entfernen. Als künftigen Griff am Deckel klebt man zum Beispiel kleine Häschenfiguren – wenn es ein Gefäß speziell zu Ostern werden soll –, alte Spiel-Figuren oder auch nicht mehr gebrauchte Möbelgriffe auf. Sie halten gut mit etwas Heißkleber – einfach gut festdrücken und trocknen lassen. Die Möbelknöpfe lawssen sich auch über ein Loch im Deckel mit einer Unterlegscheibe und Mutter fixieren. Wer es übers Herz bringt, dieses Pferdchen in der Mitte durchzusägen, hat die Chance auf einen schönen Haken für Handtücher oder Waschlappen. Foto: Alexas Fotos/pixabay Je nachdem ob man die Griffe in der gleichen Farbe wie den Deckel haben möchte oder ob diese in ihrer Originaloptik sich absetzen sollen, muss man den Deckel vor oder nach dem Aufkleben lackieren. Das war's – fertig ist das Dekoglas. Tipp 2: Haken fürs Bad Selbstgebaute Haken mit bunten Spielzeugtieren sind ein schöner Hingucker für Kinder. Sie kommen auf Bretter der Maße 10 x 10 Zentimeter. Dafür mittig ein fünf Millimeter großes Loch vorbohren und auf der Rückseite die Löcher absenken, damit die Schraubenköpfe nicht hervorstehen. Die Bretter werden nun zweimal farbig lackiert – und trocknen zwölf Stunden nach jedem Anstrich. Nun kommt der herzzerreißende Part: Die geliebten Spielfiguren müssen in der Mitte auseinander gesägt werden. Sind sie innen hohl, etwas Gips einfüllen und diesen gut trocknen lassen. Die Vorderseiten – oder wer will, natürlich auch die Hinterteile – werden auf der Schnittfläche nun mittig angebohrt. Ein drei Millimeter großes Loch ist nötig, und darüber werden die Tiere dann durch die zuvor gebohrten Löcher an das Brett geschraubt. Etwas mehr Halt gibt dabei etwas Kleber, der vorher auf den Gips aufgetragen wird. Bereit zum Aufhängen. (dpa-tmn) www.sz-immo.de | April 2020 31

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