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Immomag April 2020

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INTERVIEW Der

INTERVIEW Der Online-Riese wie Immoscout ist dazu problemlos in der Lage, viel schwieriger ist es für kleinere Dienstleister. Sehen Sie einen Einfluss der Corona-Krise auf die Preise bei Immobilien? Die Preise werden während der Krise voraussichtlich stagnieren und wir gehen davon aus, dass die Preise auch mittelfristig nicht steigen werden. Aber erst wenn sich die Schäden aus der Corona-Krise klar abzeichnen, lassen sich weitere Preisentwicklungen seriös einschätzen. Zudem müssen wir auch nach Berlin schauen und darauf, wie schnell die Soforthilfemaßnahmen der Bundesregierung greifen. Verlieren viele Menschen ihren Job und können deswegen Kredite langfristig nicht bedienen – dann gäbe es perspektivisch ein größeres Angebot an Immobilien. Über wenige Monate dürfte aber eine Überbrückung durch die Sofortmaßnahmen möglich sein. Mieten von Bestandsobjekten werden von der aktuellen Situation zunächst unberührt bleiben. Bei Neuvermietungen kommt es darauf an, wie sich der Markt entwickelt. Durchschnittlich große Wohnungen – laut IVD-Preisspiegel wären das drei Zimmer und 70 Quadratmeter Wohnfläche - werden preislich wohl unverändert bleiben. Unterm Strich bleibt abzuwarten, wie sich die Kaufkraft in den kommenden Monaten entwickeln wird. Könnte die Krise zu einem Verlust von Arbeitsplätzen in der Makler- und Verwalterbrancheführen? In der Verwalterbranche eher weniger: Diese hat derzeit eher mit der mangelnden Kinderbetreuung zu kämpfen, da Homeoffce-Lösungen nicht immer praktikabel sind. Datenschutzbestimmungen sprechen vielfach gegen Homeoffce. Dadurch ergeben sich in Hausverwaltungen eher personelle Engpässe. Bei Maklern besteht diese Gefahr nur latent, und eher für Jobs, die an Maklern hängen. Mitarbeiter im Backoffce könnten eher gefährdet sein, wenn die Aufträge massiv zurückgehen sollten. Je mehr Personal ein Unternehmer hat, desto stärker potenziert sich das Problem. Besonders betroffen sind Sachverständige, welche auf die Zuarbeit von Dritten angewiesen sind, wenn es um Vor-Ort-Termine und persönliche Begutachtung von Objekten, etwa der Bausubstanz, geht. Auch auf Vermietungen spezialisierte Makler sind in ihrer Existenz bedroht: Aufgrund der Kleinteiligkeit ihres Geschäftsmodells sind sie auf eine entsprechende Vermittlungsquote angewiesen – und die können sie derzeit kaum erfüllen. Wie sehen Sie die neuen gesetzlichen Vorschriften zum Mieterschutz? Ich sehe diese als gut an. Es besteht aber Bedarf zum Nachjustieren: Sowohl Vermieter als auch Eigentümer mit selbstgenutztem Wohnraum müssen geschützt werden. Unsere Regierung muss darüber nachdenken, wie man Menschen hilft, die ihren Job verlieren werden. Nachhaltige Lösungen sind nötig, welche wir so auch von den Ministerien in Sachsen und Sachsen-Anhalt in einem Schreiben gefordert haben. Sehen Sie jetzt aktuell Auswirkungen der Krise auf die Bautätigkeit? Die Planungsverfahren für neue Bauprojekte ruhen jetzt häufig, in Ballungsgebieten wird entsprechender Wohnraum mit Verzögerung gebaut. Je nach Dauer der Krise kann es auch zu einer Stagnation der Bautätigkeit kommen. Aktuell im Bau befindliche Projekte werden – im Rahmen der sich bietenden Möglichkeiten – weiter vorangetrieben. Was erwarten Sie persönlich für die Zeit nach Corona? Ich hoffe, dass die Jahre nach der Krise wirtschaftlich gut werden. So, wie wir es auch nach den Hochwasserkatastrophen nach der Jahrtausendwende und nach der Finanzkrise von 2008 der Fall war. Derzeit wird aber schmerzlich bewusst, wie unzureichend ausgebaut die digitale Infrastruktur im ländlichen Raum ist. Arbeit im Homeoffce ist dort, bedingt durch schlechte Internetversorgung, nur schwer umsetzbar. Positiv anzumerken sind die zugesagten Soforthilfen der Bundesregierung, der Erfolg der Maßnahmen ist allerdings abhängig von der Geschwindigkeit der Auszahlung der Mittel. Es bedarf in jedem Fall langfristiger Lösungen, um Arbeitsplätze zu erhalten und dafür zu sorgen, dass niemand seine Wohnung oder sein Haus verliert. Wir glauben, dass Corona für viele Unternehmensbereiche und Branchen eine Chance ist. Jetzt sollte die Branche die Digitalisierung stärker in den Vordergrund rücken und ihr Kundenmanagement neu denken – damit könnte die Krise zu einem Innovationsmotor für diese und viele andere Branche werden. Corona führt uns vor allem eins vor Augen: persönlicher Kontakt ist etwas sehr Wertvolles! Zwischen Kunde und Immobilienprofi, zwischen Kollegen untereinander und einfach zwischen Menschen, die das gleiche Ziel haben: Für jemanden ein neues Zuhause zu finden. www.ivd.net Das Arbeiten in Zeiten von Corona ist auch in der Immobilienwirtschaft dort am schwierigsten, wo direkter Kontakt zu Kunden und Kollegen nahezu unvermeidlich ist. Foto: geralt/pixabay 18 www.sz-immo.de | April 2020

WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG Kampf um die Köpfe Kreative, Start-Ups und Forscher sind eine wichtige Säule der Dresdner Wirtschaft. Doch im Zuge des Wachstums werden Flächen und Räume knapp. Die Stadt steuert gegen – auch mit eigenen Immobilien. Das DDR-Bürohaus an der Könneritzstraße bot Start-Ups und Kreativen viel Platz, wurde aber abgerissen. Foto: Marco Dziallas Auf Google Maps ist der Büroriegel aus DDR-Zeiten noch eingezeichnet. In Sichtweite vom Bahnhof Mitte, zwischen Altbauten der Könneritzstraße und Neubauten am Schützenplatz, wirkt er verloren, irgendwie fehl am Platz. Ein grober städtebaulicher Fehler, urteilten viele über das Bürohaus. Wer auf Google von der Karten- in die Satellitenansicht wechselt, sieht jedoch: Das Haus ist nicht mehr da. Stattdessen zeigen die frischen Aufnahmen aus dem Jahr 2020 eine leere Fläche voll mit Schutt und Baucontainern. Hunderte Wohnungen entstehen hier in den kommenden Monaten; eine städtebauliche Wunde aus dem Zweiten Weltkrieg schließt sich. Alles gut also – oder nicht? Für Künstler, Gründer, Kreative war der Abriss des DDR-Riegels ein herber Verlust. Über 150 von ihnen waren hier zuletzt ansässig, profitierten von günstigen Mieten. Zu erschwinglichen Preisen geeignete Räume zu finden, wird in Dresden immer schwieriger – zumal auch andere Standorte in den vergangenen Jahren weggefallen sind. Etwa auf dem sogenannten Drewag-Areal an der Lößnitzstraße in der Neustadt: Hier erhielten einige Kreative die Kündigung, weil auf dem Gelände eine Schule geplant ist und es durch Altlasten belastet war. Das sind die Schattenseiten des Dresdner Erfolges. Weil immer mehr Menschen in die Stadt strömen und mehr gebaut wird, wird der Platz knapper – und teurer. Massive Markenhäuser Deutsche Markenqualität | Individuelle Hausplanung Stadtvilla Hohen Neuendorf • Wohnfläche 139 m² • E55 Standard • Elektroplus Ausstattung • TÜV Nord Zertifikat Grundstücksauswahl • Radebeul, 500 m² • Coswig, 650 m² • Pirna, 590 m² • Dresden-Weixdorf, 350 m² ab 213.990,- €* (inkl. Erdarbeiten, Bodenplatte, Bauantragsstellung; bezugsfertig (ohne Maler/Bodenbelag) *zzgl. Hausanschluss- und Baunebenkosten, Grdst., Außenanlagen Jetzt Termin vereinbaren: ( 0351 - 31 23 820 • Smart Home • Fliesenwert 55,- €/m² • Massiv - Stein auf Stein • u.v.m. FIBAV Immobilien GmbH Büro Dresden | Burgsdorffstraße 2 | 01129 Dresden | gsdd@fibav.de Büro Riesa | Parkstraße 2 | 01589 Riesa | gsrie@fibav.de ( 0351 - 31 23 820 (auch Sa./So.) | www.fibav-dresden.de • Radeberg, 630 m² • Radeburg, 490 m² • Freital, 680 m² • Kesselsdorf, 450 m² Abb. zeigt Variante www.sz-immo.de | April 2020 19

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