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IMMO - Bauen & Finanzieren 2021

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WOHNEN Darauf steht

WOHNEN Darauf steht wirklich jeder Ein Raum hat immer einen Fußboden. Wie dieser beschaffen ist, hängt vom Geschmack und vom Geldbeutel ebenso ab wie von den Anforderungen an die Nutzung. Was ist das größte Einrichtungselement in Haus und Wohnung? Nein, nicht die Wohnzimmermöbel, und auch nicht die Küchenzeile. Es ist der Fußboden. Diesem wird von Bauherren oder Eigenheimbesitzern, die ihr Zuhause umbauen, oft noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Gerade hier sollte man sich aber ruhig ein paar Gedanken mehr machen. Denn wenn der Bodenbelag gut gewählt ist, kann er einem Raum eine ganz eigene Atmosphäre geben und ihn optisch sogar stark aufwerten. Zusätzlich kann das, worauf wir täglich gehen und stehen, ein Haus wohngesünder machen und dabei helfen, die Umweltbilanz eines Neubaus oder einer Sanierungsmaßnahme entscheidend zu verbessern. Dazu kommt, dass steigende Preise für Baumaterial und Handwerkerleistungen das Bauen und Ausbauen immer teurer machen. Wer für seinen Haustraum nicht alles Geld der Welt zur Verfügung hat, sucht da gern nach Möglichkeiten zum Sparen. Neben dem Preis und der Optik spielen bei Bodenbelägen aber auch Dinge wie der Pflegeaufwand, die Lebensdauer, das „Fußgefühl“ oder die Vereinbarkeit mit einer Fußbodenheizung eine wichtige Rolle. Und wenn sich das Fußbodenmaterial nach dem Ende seines Lebens problemlos recyceln lässt, ist das um so besser. Dauerbrenner Holz: kostbar und kostenintensiv Mit einem Holzfußboden können sich die meisten anfreunden. Optisch kann ein Holzfußboden von bäuerlich-rustikal bis großbürgerlich-elegant alle Geschmäcker abdecken. Holzfußböden kommen entweder als Dielen oder als Parkett daher. Dielen bestehen komplett aus Holz, und halten deshalb nahezu ewig. Das macht sie auch zum 38 Bauen & Finanzieren | Ausgabe 2021

WOHNEN Foto: istock.adobe.com/denisismagilov teuersten Bodenbelag. Für Fußbodenheizungen eignen sich Dielen nicht. Parkett darf sich ein Bodenbelag nennen, wenn er eine Echtholznutzschicht von mindestens zweieinhalb Millimetern Dicke besitzt. Diese Nutzschicht besteht aus edlen Hölzern wie Eiche oder Nussbaum, verleimt sind diese dann mit Schichten von preiswerteren Hölzern oder mit hochdichten Faserplatten (HDF). Im Gegensatz zur Schichtlösung hat massives Parkett den Vorteil, dass man es mehrfach abschleifen und neu versiegeln kann. Das macht es natürlich teurer als Mehrschichtparkett. Preiswert und praktisch: der Laminatboden Laminatboden ist pflegeleicht und kann einiges ab. Außerdem überzeugt sein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis viele Bauherren. Bei diesem Fußbodenbelag liegt unter einer mit Kunststoff beschichteten Oberfläche ein Fotopapier mit dem entsprechenden Dekor. Die Herstellungsweise erlaubt unterschiedlichste Erscheinungsbilder – Laminat muss also nicht immer eine Holzoberfläche nachahmen. Seine Kunststoffoberfläche macht das Laminat zu einem kalten Fußboden, außerdem überträgt die Oberfläche Raum- und Trittschall stärker als andere Beläge. Auf eine gute Trittschalldämmung sollte deshalb beim Verlegen geachtet werden. Da kein teures Holz verarbeitet wird, kostet Laminat viel weniger als ein Echtholzfußboden. Verschiedene Preisklassen gibt es trotzdem: Je besser das Laminat optisch und haptisch eine natürliche Fläche aus Stein oder Holz imitiert, desto höher wird auch sein Preis sein. Designböden sind fußwarme Chamäleons Als „Designboden“ beziehungsweise „Vinylboden“ wird ein Fußbodenbelag bezeichnet, der aus PVC besteht. Das macht ihn pflegeleicht, gut geeignet für Allergiker und sehr viel billiger als jeden Echtholzfußboden. Vinylboden fühlt sich am Fuß wärmer an Laminat. Es gibt massive Designböden und solche mit einer PVC-Schicht auf einem Träger aus hochdichter Faserplatte (HDF), ähnlich wie beim Laminat. Früher hatten diese Bodenbeläge aus Kunststoff ein schlechtes Image, da es durch die verwendeten Weichmacher manchmal zu gesundheitsschädlichen Ausdünstungen kam. Heute sorgen strengere Auflagen für Wohngesundheit, beim Kauf sollte man auf entsprechende Zertifizierungen achten. Ein großer Vorteil von Vinylböden: Sie sind sehr robust und können teilweise auch in Feuchträumen verbaut werden. Wie beim Laminat gibt es auch beim Designboden unzählige Optionen für Formen und Dekore. Linoleum: der umweltfreundliche Alleskönner Linoleumböden waren lange wenig gefragt, jetzt sind sie wieder voll da. Ein Grund hierfür: Sie haben eine hervorragende Ökobilanz, denn sie bestehen fast ausschließlich aus natürlichen Stoffen wie Leinöl (daher der Name), Holz- oder Korkmehl und Kalksteinpulver. Manchmal werden auch Naturkautschuk oder Kunststoffe beigefügt. Aufgetragen werden die Mischungen aus diesen Grundstoffen auf eine Trägerschicht aus Jutefasern. Architekten und Inneneinrichter mögen Linoleum, weil seine glatte, leicht glänzende Oberfläche Räume optisch vergrößert und weil es den Belag in vielen Farben gibt. Außerdem überzeugt der Fußbodenbelag durch seine angenehme Fußwärme. Linoleum ist schwer entflammbar, es wirkt trittschalldämmend, ist bestens für Allergiker geeignet und verträgt sich gut mit Fußbodenheizungen. Kork: Nachhaltig und komfortabel Das Material für diesen Bodenbelag stammt aus der Rinde der Korkeiche. Kork ist nachhaltig, da die Bäume nicht gefällt oder anderweitig beschädigt werden müssen. Nach neun bis elf Jahren haben Korkeichen eine neue Schicht Kork produziert – diese Ruhephasen werden in den Anbaugebieten streng kontrolliert. Fußbodenbelag aus Kork ist elastisch und gelenkschonend, er wirkt trittschalldämmend und sorgt für eine gedämpfte Raumakustik. Außerdem ist Kork fußwarm und erstaunlich strapazierfähig. Im Gegensatz zu einem Massivholzboden kann man ihn aber nicht abschleifen. Bodenelemente aus Kork können vollflächig verklebt oder schwimmend wie Laminat oder Parkett verlegt werden. Die Fliese: weiß und kalt war gestern Bei Fliesen denkt mancher noch immer ans Badezimmer oder den Fliesenspiegel hinter seinem Herd. Tatsächlich aber stehen auch bei Fußbodenbelägen Fliesen immer öfter ganz oben auf der Wunschliste von Bauherren. Keramik passt bei guter Auswahl und professioneller Verlegung in jeden Raum des Hauses. Moderne Fliesen imitieren in Sachen Optik und „Anfassqualität“ jegliche Art von Natursteinoberfläche, und das bei maximaler Funktionalität. Es gibt sogar Fliesen, die Holzoberflächen oder Sichtbeton täuschend echt nachahmen. Keramikfliesen sind hygienisch, pflegeleicht und bringen ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis mit. Estrich darf sich jetzt auch zeigen Estrich in der Wohnung? Ja, das kann man machen. Auch wenn er nicht nur als genügsamer Unterbau für Laminat oder Parkett dient. Was früher nur für den Keller oder die Garage angemessen erschien, findet man heute immer öfter auch in Wohnräumen. Estrich ist an sich kein Bodenbelag im Sinne eines Materials – er ist einfach ein Fußboden, der in einen Raum gegossen und dann sorgfältig verstrichen wird. Das halb flüssige Material kriecht in Ritzen und Dellen und macht so auch aus dem unregelmäßigsten Fußboden eine glatte Fläche. Die verwendeten Materialien und Bindemittel können dabei höchst unterschiedlich sein. Egal, ob Zement, Asphalt oder Kunstharz: Estrich ist langlebig, robust und kann auf praktisch auf jedem Untergrund genutzt werden. Ist der Estrich aus Kunstharz, kann er eingefärbt werden. So genannte Heizestriche erlauben sogar die Verlegung einer Fußbodenheizung. (baufi) Bauen & Finanzieren | Ausgabe 2021 39

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