Aufrufe
vor 6 Monaten

IMMO - Bauen & Finanzieren 2021

  • Text
  • Immobilien
  • Geld
  • Holz
  • Immobilie
  • Bauherren
  • Planung
  • Notar
  • Haus
  • Dresden
  • Finanzieren
  • Bauen

TECHNIK Foto:

TECHNIK Foto: istockphoto.com/rclassenlayouts Man muss es nicht – man sollte es aber tun Fast überall in Deutschland müssen in Wohnräumen Rauchwarnmelder angebracht sein – nur in Sachsen ist die Pflicht bisher noch eine Kür. Es sind kleine, unauffällige Geräte, die keinen Platz wegnehmen, aber unter Umständen Leben retten können: Rauchwarnmelder. In den meisten Wohnungen und Häusern in Deutschland müssen sie längst an den Zimmerdecken hängen. Ab 1. Januar 2021 bildet nur noch Sachsen eine Ausnahme: Im Freistaat müssen zwar in allen neu gebauten und umgebauten Wohnhäusern Rauchwarnmelder hängen, nicht aber im Bestandsimmobilien. In anderen Bundesländern ist es zum Teil schon seit zehn Jahren Pflicht, in Wohnräumen Rauchwarnmelder hängen zu haben. Genauer gesagt: Im Schlafzimmer, Kinderzimmer und in Fluren, die als Rettungswege gelten, müssen die Geräte installiert sein. In manchen Bundesländern kommen noch die Wohnzimmer hinzu. Warum einzig Sachsen bei diesem Thema so trödelt, bleibt unklar. Eines zumindest ist seit Juni 2021 sicher: Vor Ablauf des Jahres 2024 wird die Pflicht zur Installation auch in Bestandsgebäuden im Freistaat nicht kommen. Rauchwarnmelder regelmäßig auswechseln Rauchwarnmelder haben eine Lebenserwartung von zehn Jahren. In den Bundesländern, wo es vor zehn Jahren Pflicht wurde, die Geräte zu installieren, müssen nun neue her. Für die Wartung der Rauchwarnmelder ist je nach Bundesland entweder der Mieter oder der Eigentümer in der Pflicht. Für den Austausch sind aber generell die Wohnungseigentümer verantwortlich. Experten raten dazu, beim Kauf eines Rauchwarnmelders auf Qualität und Gütesiegel zu achten. Auf der sicheren Seite steht man demnach mit dem „Q“-Siegel. Das ist ein Qualitätssiegel des Forums Brandrauchprävention. Es steht für Sicherheit, Langlebigkeit und Qualität des Geräts. Bei Ausbruch eines Feuers spielt Zeit eine entscheidende Rolle. Innerhalb weniger Minuten nimmt die Sichtweite in brandverrauchten Räumen rapide ab, sodass betroffene Personen schnell die Orientierung im eigenen Haus verlieren können. Je früher man auf einen Wohnungsbrand aufmerksam wird, desto besser. Die Rauchmelder warnen bereits in der Entstehungsphase durch ein lautes Signal. Doch nicht immer befinden sich die im Haus lebenden Personen in Hörweite der Melder. Funkvernetzte Geräte verschaffen einen entscheidenden Vorsprung: Löst ein Melder Alarm aus, aktiviert er sofort auch alle anderen Melder im Haus. Nach Angaben von Brandschutzexperten bleiben im Brandfall nur etwa drei Minuten zur Flucht. Dann kann der Rauch in dem als Fluchtweg dienenden Flur oder Treppenhaus bereits so dicht sein, dass die Orientierung schwerfällt oder sogar unmöglich wird. Außerdem droht eine Rauchvergiftung, die im schlimmsten Fall nach wenigen Atemzügen zum Tod führt. Gerade in Haushalten mit Kindern oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität kann der Zeitvorsprung durch vernetzte Melder von entscheidender Bedeutung sein. Beim Kauf von funkvernetzten Meldern empfiehlt es sich, auf Modelle mit 10-Jahres-Batterie zu setzen. (akz-o/dpa-tmn) 34 Bauen & Finanzieren | Ausgabe 2021

TECHNIK Haustechnik bietet immer Einsparpotenzial Energieberatung zahlt sich doppelt aus – weil sowohl das Haushaltsbudget als auch Mutter Erde profitieren. Gut 85 Prozent des Energieverbrauchs privater Haushalte werden durch Heizung und Warmwasser verursacht. Mit gut drei Viertel macht dabei die Raumwärme einen deutlichen Anteil am Energieverbrauch aus und entweicht oft allzu leicht durch Wände, Fenster, Dach, Türen oder den Fußboden. Auch alte Heizkessel, überdimensionierte und falsch eingestellte sowie ineffiziente Umwälzpumpen treiben Gas-, Öl- und Stromverbrauch in die Höhe. Eine Empfehlung von Martin Brandis, Experte der Energieberatung der Verbraucherzentrale: „Gerade bei Altbauten hilft es, Außenwände und Dachflächen nachträglich zu dämmen, eine ineffiziente Heizung durch eine moderne zu ersetzen oder das vorhandene Heizsystem zu optimieren.“ Vor diesen oft kostenintensiven Maßnahmen wie einer neuen Dämmung oder einem Heizungstausch ist eine Energieberatung der Verbraucherzentrale ratsam. „Hier erfahren Verbraucher, welche Maßnahmen geeignet sind, worauf zu achten und mit welchen Kosten zu rechnen ist. Darüber hinaus informieren wir in der Beratung über die neuen Förderprogramme des Bundes“, so der Experte weiter. TV-Gerät, Computer und alles, was kühlt Neben Heizung und Dämmung spielt der Stromverbrauch in Haushalten eine große Rolle. Dieser trägt immerhin rund 15 Prozent zum Energieverbrauch in privaten Haushalten bei. „Strom kann in verschiedenen Bereichen des Haushalts eingespart werden“, erläutert Brandis. Mehr als ein Viertel des Stromverbrauchs ist auf Informationstechnik wie Fernsehen und Laptop zurückzuführen, knapp gefolgt von Kühl- und Tiefkühlgeräten, die allgemein als große Stromfresser bekannt sind. Der Experte empfiehlt: „Nehmen Sie den Stromverbrauch dieser häufig genutzten Haushaltsgeräte unter die Lupe. Hier steckt oft das größte Potenzial zum Strom sparen.“ Bei allen Fragen zum effizienten Einsatz von Energie in privaten Haushalten hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale: online, telefonisch oder in einem persönlichen Gespräch. Die Beraterinnen und Berater informieren anbieterunabhängig und individuell. „Strom kann in verschiedenen Bereichen des Haushalts eingespart werden. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter 0800 809 802 400 (kostenfrei). Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. (akz-o) Foto: maho/stock.adobe.com/akz-o Sie möchten Energie sparen? Dann sanieren Sie ihr Eigenheim energetisch (siehe S. 30/31). Aber nicht jeder kann und will sich die Belastungen durch Bauarbeiten und die hohen Kosten aufbürden. Energie und damit bares Geld sparen kann man auch mit Umbauten, cleveren Handgriffen und Routinen, die viel weniger kosten als eine Sanierung: Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung installieren: Beim Lüften geht viel Wärme verloren. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung bringt ständig frische Luft ins Haus – ein Öffnen der Fenster entfällt dadurch. Gleichzeitig sorgt ein Wärmetauscher dafür, dass sich die Wärme der Abluft auf die ins Haus strömende Luft überträgt. Mit modernen Lüftungsgeräten lässt sich bis zu 90 Prozent der Wärme zurückgewinnen. Intelligente Thermostate einbauen: Die Thermostate regeln die Temperatur im Haus automatisch und halten sie konstant. Die Hersteller versprechen eine Energieeinsparung von etwa 10 Prozent. Auf LED-Beleuchtung umrüsten: Ein LED- Leuchtmittel verbraucht im Schnitt nur etwa ein Fünftel der Elektroenergie, die eine vergleichbare Glühbirne für dieselbe Lichtausbeute benötigt. Besonders diejenigen, die es zuhause gern hell haben, können hier mit wenigen Handgriffen ordentlich Geld sparen. Wärmefolie hinter Heizkörper kleben: Besonders an Außenwänden hilft dieser Trick beim Sparen. Die reflektierende Folie, die man für wenige Euro im Baumarkt kaufen kann, strahlt Wärme in den Raum zurück und verhindert gleichzeitig das Austreten der Wärme durch kleine Ritzen, wie sie beispielsweise unter Fensterbrettern zu finden sind. Heizkörper niemals zustellen: Der entstehende Wärmestau verhindert, dass sich die Wärme im Raum verteilt. Dem Schrank ist warm, die Bewohner frösteln – das lässt sich leicht verhindern. Raumtemperatur reduzieren: Ist es in der Wohnung bei Zimmertemperatur nur ein Grad Celsius kühler, führt das zu einer Einsparung von Heizenergie von bis zu fünf Prozent. Lüften: Frische Luft erwärmt sich schneller als abgestandene. Mehrmals täglich Stoßlüften hilft beim Energiesparen und verhindert gleichzeitig die Entstehung von Schimmel vorzubeugen. Rollläden nachts schließen: Der Rollladen und die zwischen ihm und dem Fenster eingeschlossene Luft wirken wie eine Extra-Dämmschicht. (baufi) Bauen & Finanzieren | Ausgabe 2021 35

Sächsische Zeitung und Sächsische.de

Unsere Partner