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Hauskatalog 2021

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MASSIVHAUS Foto: AdobeStock/Superingo Villa Belavista · Erbaut 2010 in Radebeul-Zitzschewig Der Stein spielt die tragende Rolle Die althergebrachte Bauweise Stein-auf-Stein bringt Werthaltigkeit und beste bauphysikalische Eigenschaften. Schon der Name klingt gut. „Massivhaus“: Klingt nach etwas, das man guten Gewissens in die Hände kommender Generationen legen kann. Etwas, das hält. Kein Wunder, dass auch die Immobilienbranche diesen so positiv besetzten Begriff gern verwendet. Technisch gesehen ist ein Massivhaus ein Gebäude, das aus Mauerwerk oder Beton beziehungsweise Stahlbeton besteht. Der Wortteil „massiv“ bezieht sich hierbei nicht etwa auf das Gewicht oder die Stabilität der verbauten Werkstoffe. Er benennt vielmehr die Bauweise. „Massivbauweise“ bedeutet, dass die sogenannten raumabschließenden Elemente des Gebäudes (also Wände und Decken) gleichzeitig auch die statisch tragende Funktion übernehmen. Ein Fachwerkhaus beispielsweise ist deshalb kein Massivhaus – hier übernimmt ein Holzskelett die tragende Funktion, während die Wände mit Baustoffen wie Ziegeln oder Lehm verfüllt werden. Meist ist das moderne Massivhaus ein Gebäude, welches Stein auf Stein gebaut wird. Der echte Naturstein im Sinne eines mineralischen Materials, das aus dem Steinbruch angeliefert wird, spielt heutzutage aber kaum noch eine 12 HAUSKATALOG | Ausgabe 2021

VORWORT HOLZHAUS FERTIGHAUS MASSIVHAUS FREIE PLANUNG BAUGRUNDSTÜCKE INNENAUSBAU RECHT&FINANZ Rolle. Der Hauptgrund: Materialien wie Sandstein, Marmor, Granit oder Schiefer sind viel zu schön, um sie hinter Putz verschwinden zu lassen. Außerdem dürften solche Edelbaustoffe für die meisten Häuslebauer viel zu teuer sein. Echtem Gestein kommt beim modernen Hausbau meist eine dekorative Aufgabe zu: Es fungiert als Verblendung, Bodenbelag, regionaltypische Dachdeckung oder optischer Akzent im Wohnraum. Beim Mauerwerk geben Mixturen den Ton an. Egal, für welches Material man sich entscheidet, alle garantieren Werthaltigkeit. Gebäude im Massivbauweise trotzen extremer Kälte wie auch großer Hitze. Sie verursachen keine die Raumluft belastenden Emissionen, und dank der statischen Tragreserven von Mauerwerk ist eine spätere alternative Grundrissgestaltung meist gut möglich. Massivhäuser kommen oft aus der Hand von Unternehmen, die alle Bauphasen übernehmen und schlüsselfertig an den Eigentümer übergeben. Wer will, kann sich sein Massivhaus aber auch ganz individuell von einem Architekturbüro konzipieren lassen. Die Grundbausteine von Mauerwerk kommen zwar nach wie vor aus der Erde, aber sie werden nach modernen Verfahren so verarbeitet, dass am Ende des Prozesses bestmögliche physikalische Eigenschaften und eine gute Handhabbarkeit für die Bauleute stehen. Häufig verwendet wird zum Beispiel Porenbeton, ein Material mit sehr vielen Lufteinschlüssen – so vielen, dass der „Stein“ zu vier Fünfteln aus Luft besteht. Das macht das Material leicht, gleichzeitig hält es aufgrund seiner guten Isolierwirkung das Haus zuverlässig warm. Der Begriffsteil „-beton“ ist allerdings irreführend: Der Festanteil setzt sich aus Quarzsand, Branntkalk und Wasser zusammen, etwas Aluminiumpulver findet als Treibmittel für die Porenbildung Anwendung. Ein anderer gern verwendeter Baustoff ist Kalksandstein. Er wird aus Kalk, Wasser und Sand ohne weitere Zusätze hergestellt. Im Werk wird das Gemisch dann gepresst, geformt und unter Dampfdruck gehärtet. Die relativ geringe Temperatur von rund 200 Grad und die kurze Härtezeit halten den Energieverbrauch bei der Produktion gering. Kalksandsteine verzeichnen beim Schallschutz hervorragende Werte, Gleiches gilt auch für den Brandschutz. Und schließlich gibt es noch den klassischen Ziegel, eines der ältesten und zugleich beliebtesten Baumaterialien der Menschheit. Ziegel besitzen eine atmungsaktive Struktur und eine hohe Speichermasse – sie wirken dadurch wie eine natürliche Klimaanlage und sorgen von Natur aus für ein ausgeglichenes Raumklima. Dazu kommen ein ideales Verhältnis von Größe zu Gewicht sowie bestes Brandschutzverhalten und ein guter Schutz vor elektrischen Feldern. Und: Ausreichend dicke Ziegelmauer benötigen keine zusätzliche Wärme- oder Schalldämmungsmaßnahmen. (HK) Foto: AdobeStock/Alex Grass Ausgabe 2021 | HAUSKATALOG 13

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