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Dresden erleben 2020/2021

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Die Stadt Foto: istockphoto.com © kausalkette Treffpunkt Goldener Reiter Ein Bummel über die Flaniermeilen der Inneren Neustadt Er beherrscht den Platz, funkelt unübersehbar in der Sonne und ist daher als Treff- und Ausgangspunkt bestens geeignet: der Goldene Reiter auf dem Neustädter Markt. August der Starke hatte sein Ebenbild hoch zu Ross noch zu Lebzeiten in Auftrag gegeben; sein Sohn ließ es 1736 aufstellen. Schließlich hatte der starke August das 1685 von einem Großbrand zerstörte Altendresden nach Plänen seines Architekturlehrers Wolf Caspar von Klengel neu errichten lassen: die neue Königsstadt zu Dresden, kurz Neustadt. Zu Augusts Füßen beginnt die Hauptstraße, die der Kurfürst von Sachsen und König von Polen als Prachtallee anlegen ließ und die im Februar 1945 stark zerstört wurde. Die sanierten Plattenbauten, die heute einen Teil der beliebten Fußgängermeile bestimmen, entstanden zwischen 1971 und 1979. Linker Hand liegen dahinter die historischen Gässchen des geschlossenen Barockviertels zwischen König- und Hauptstraße. Spaziert man Letztere unter schattigen Platanen weiter entlang, fallen prächtige Bürgerhäuser auf. In einem davon wohnte einst der Maler und Akademieprofessor Gerhard von Kügelgen; heute widmet sich dort ein Museum der Dresdner Romantik. Es gibt nicht nur Auskunft über berühmte Gäste wie Goethe oder Caspar David Friedrich, sondern auch über Salon- 24

Die Stadt leben und Wohnverhältnisse in der Biedermeier-Zeit. Im idyllischen Hof hinter dieser Häuserzeile liegt das Societaetstheater – in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als erstes freies Bürgertheater Deutschlands gegründet, nach der Wende rekonstruiert und 1999 wiedereröffnet. Darüber erhebt sich die Dreikönigskirche, in ihrer barocken Form nach Entwürfen von Matthäus Daniel Pöppelmann 1739 geweiht. Sie fiel der Bombennacht des 13. Februar 1945 zum Opfer und wurde erst ab den Achtzigern wieder aufgebaut. Der Altar von Benjamin Thomae trägt bewusst noch Kriegsspuren. Das wertvolle Totentanz-Relief im Kirchenschiff stammt aus dem 16. Jahrhundert. Das „Haus der Kirche“ beheimatete den ersten Landtag nach der Wende und ist heute eine Bildungs- und Begegnungsstätte. Den Albertplatz bezeichnen Stadtplaner als einen der schönsten Rundplätze Europas. In seiner Mitte prangen die beiden 1894 eingeweihten Brunnen „Stille Wasser“ und „Stürmische Wogen“ des Bildhauers Robert Diez. Aufmerksamkeit verdient darüber hinaus das interaktive Erich Kästner Museum. Es verbirgt sich hinter jener Mauer, auf welcher der Dichter als kleiner Junge gern saß und dem Treiben auf dem damals schon sehr belebten Platz zuschaute. Daran erinnert seit Kästners 100. Geburtstag eine Plastik. Für den Rückweg bietet sich die König- straße an, die von Barockhäusern und Linden gesäumt auf das Japanische Palais zuläuft, das August der Starke einst für seine Porzellansammlung kaufte und das heute Ausstellungen beherbergt.(bh) 25

Sächsische Zeitung und Sächsische.de

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