Aufrufe
vor 5 Monaten

Dresden erleben 2020/2021

  • Text
  • Schloss
  • Elbe
  • Pirna
  • Kultur
  • Kunst
  • Stadt
  • Einkaufen
  • Region
  • Dresdner
  • Dresden

Die Stadt Die Stadt Zu

Die Stadt Die Stadt Zu jeder Jahreszeit eine der schönsten Flaniermeilen in Dresden: die Brühlsche Terrasse, auch „Balkon Europas“ genannt. Foto: istockphoto.com © Torsten Lohse 22

Augusts Herz und Napoleons Stein Die Stadt Ein kurzer Rundgang durch das historische Zentrum Es ist ein Wahrzeichen der Stadt und ein beliebter, markanter Treffpunkt: das Kronentor des Zwingers. Der Name einer der berühmtesten Barockanlagen nördlich der Alpen hat allerdings nichts mit eingesperrten Tieren zu tun, sondern bezeichnet den Freiraum zwischen innerer und äußerer Stadtbefestigung. Erbaut wurde sie 1710 bis 1733 von Matthäus Daniel Pöppelmann, genutzt zunächst als Orangerie, dann als höfischer Festplatz, später – und noch heute – als Ausstellungsort für Kunstund naturwissenschaftliche Sammlungen. In der Gemäldegalerie Alte Meister hängt die legendäre Sixtinische Madonna. Direkt nebenan öffnet sich der Theaterplatz, der als einer der schönsten Plätze Europas gilt. Dominiert wird er von der Semperoper in ihrer dritten Fassung. Der erste Bau wurde 1838 bis 1841 von Gottfried Semper erschaffen, der zweite nach Brand von seinem ältesten Sohn Manfred. 1977 bis 1985 wurde das im Krieg zerstörte Haus wiederaufgebaut und am 40. Jahrestag des Bombenangriffs auf Dresden mit dem „Freischütz“ feierlich eingeweiht. Gegenüber erhebt sich die Katholische Hofkirche des italienischen Baumeisters Gaetano Chiaveri, die 1739 bis 1754 im protestantischen Sachsen errichtet wurde, weil August der Starke und sein Sohn für die Wahl zum polnischen König ihren Glauben gewechselt hatten. Das Herz des in Krakau ruhenden Monarchen ist in einer Kapsel in der Gruft dieser Kathedrale bestattet und soll dem Volksmund zufolge immer dann wieder zu schlagen beginnen, wenn ein schönes Mädchen vorübergeht. Das benachbarte Residenzschloss wird von Touristen manchmal für das Rathaus gehalten – nicht ganz grundlos, denn in der Renaissance entstanden andernorts viele Verwaltungszentralen der Städte. Die Sanierung des im Krieg schwer beschädigten Komplexes ist nahezu abgeschlossen, ein Großteil der musealen Sammlungen bereits wieder eingezogen, darunter das Grüne Gewölbe. Diese Schatzkammer genießt Weltruf und gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Dresdens. Nicht versäumen sollte man ebenso die Besichtigung des Fürstenzuges an der Fassade zur Augustusstraße: Auf rund 24.000 Porzellanfliesen sind 34 Wettiner-Herrscher und 58 weitere Personen verewigt. Von hier fällt der Blick bereits auf die Frauenkirche: Der markante Kuppelbau von George Bähr wurde 1726 bis 1743 errichtet. Infolge der Bombenangriffe des 13./14. Februar 1945 brannte er komplett aus und stürzte in sich zusammen. Nach knapp 50 Jahren als mahnende Ruine begann der Wiederaufbau; im Oktober 2005 wurde das Gotteshaus wiedergeweiht. Mittlerweile ist auch der umliegende Neumarkt in Anlehnung an sein früheres Aussehen auf- erstanden und verleiht dem Juwel Frauenkirche eine würdige Fassung. (bh) 23

Sächsische Zeitung und Sächsische.de

Unsere Partner