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Bundespresseamt Schwarzrotgold 2021-01-18

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04 AN IDEEN MANGELT ES

04 AN IDEEN MANGELT ES IN GHANA NICHT Bereits als Kind hatte Georgina Koomson den Traum, mit der eigenen Hände Arbeit in ihrer Heimat Ghana erfolgreich zu sein. Mit Fleiß und Ausdauer meisterte sie alle Hürden. Heute führt sie einen erfolgreichen landwirtschaftlichen Betrieb und exportiert Tee und Gewürze in die ganze Welt. Georgina Koomson zieht einen Gesprächspartner gleich mit dem ersten Satz in ihren Bann. In ihren Worten schwingen Frohsinn, Energie und Empathie mit. Es ist eine angenehme Mischung aus der Professionalität einer erfolgreichen Unternehmerin und der Euphorie für den afrikanischen Kontinent. Während ihres „National Service“ – einer Art Zivildienst, der in Ghana für alle Studierenden obligatorisch ist – lernte sie die Verhältnisse der Landwirtschaft in ihrer Heimat aus erster Hand kennen. Sowohl die Arbeitsbedingungen als auch die Erträge von den Feldern stellten sie nicht zufrieden. Sie wollte es besser machen, mit einem eigenen Unternehmen. Aufgrund fehlenden Kapitals drohte ihrem Projekt allerdings ein Ende, bevor es richtig losging. „Uns mangelt es in Ghana nicht an Ideen, sondern vielmehr an konkreter Starthilfe“, fasst Koomson die Situation zusammen.

REPORTAGE PRAKTIKUM BEI DEUTSCHEM GEWÜRZHERSTELLER Sie trug ihre Idee für das Unternehmen Krooms an zahlreichen Stellen vor. Durch ein vom Bundesentwicklungsministerium gefördertes Programm erhielt sie schließlich die nötige Unterstützung. Im Jahr 2001 absolvierte die Ghanaerin ein Praktikum bei einem Gewürzhersteller in Deutschland. „Ich konnte hier wertvolle Praxiserfahrung sammeln, von der ich bis heute profitiere“, blickt sie auf die Wochen in Schwäbisch Gmünd zurück. Krooms kooperiert heute noch eng mit dem „Market Oriented Agriculture Programme (MOAP)“ des Bundesentwicklungsministeriums. „MOAP unterstützt hiesige Unternehmen dabei, Herstellungsabläufe zu optimieren, die Produktion zu zertifizieren und weiterzuentwickeln“, so Georgina Koomson. 100.000 Arbeitsplätze wurden so in Ghana geschaffen. Die Erträge von Agrarprodukten konnten mehr als verdoppelt werden. AUSGEZEICHNETE UND NACHHALTIGE LANDWIRTSCHAFT KOSMETIKPRODUKTE SIND BESONDERS GEFRAGT Nach der Ernte erfolgen die weitere Verarbeitung sowie der Versand in der Hauptstadtregion Accra. Hier sind die Ansprüche Georgina Koomsons ebenso hoch wie beim Anbau: „Neben einem qualitativ hochwertigen und biologisch zertifizierten Angebot geht es auch darum, Produktionsabfälle zu vermeiden“, betont sie entschlossen. Entsprechend vielfältig gestaltet sich das Angebot: Neben verschiedenen Tee-Sorten und Brotaufstrichen berichtet sie von den international nachgefragten Kosmetikprodukten auf der Basis von Hibiskusblüten, Shea-Nüssen und Zitronengras. Krooms stellt aus den Abfällen, die bei der Zitronengrasverarbeitung anfallen, ein natürliches Insektenschutzmittel her und setzt auf Nachhaltigkeit. „Demnächst möchte ich auch aus den Schalen der Shea-Nüsse Briketts herstellen“, blickt Georgina Koomson in die Zukunft. Die Energie, die sie ausstrahlt, verrät aber, dass es nicht der einzige Plan für ihr Unternehmen ist. 05 Ob Pfeffer, Malve, Ingwer oder Kümmel – heute deckt Krooms den gesamten Prozess von Anbau und Ernte über Verarbeitung und Vermarktung bis hin zum Versand ab. 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind fest im Unternehmen angestellt, zusätzlich knapp 30 Saisonkräfte. Bestellung und Ernte der insgesamt 75 Hektar Anbaufläche im Osten Ghanas bieten nochmals 800 Frauen ein regelmäßiges Einkommen. Hinzu kommt, dass auf den Farmen ausschließlich ökologische Landwirtschaft betrieben wird. Für diesen erfolgreichen Ansatz zur Nachhaltigkeit wurde das Unternehmen bereits mit dem Titel „Beste regionale Farm“ des ghanaischen Bauernverbandes ausgezeichnet.

Sächsische Zeitung und Sächsische.de

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