Aufrufe
vor 2 Monaten

Bundespresseamt Schwarzrotgold 2021-01-18

  • Text
  • Menschen
  • Afrika
  • Deutschland
  • Millionen
  • Bundesregierung
  • Entwicklung
  • Unternehmen
  • Ghana
  • Afrikanischen
  • Arbeit
  • Bundespresseamt
  • Schwarzrotgold

12 40 Prozent der

12 40 Prozent der Landesfläche von Naturwäldern bedeckt waren, sind es heute nur noch geschätzte drei Prozent. Ursache dafür ist vor allem der Bedarf an Feuerholz: 96 Prozent des Haushaltsenergiebedarfs werden damit abgedeckt. Die abgeholzten Flächen werden landwirtschaftlich genutzt, bis sie durch Erosion so stark geschädigt sind, dass kaum noch Erträge erzielt werden können. Und der Druck auf die noch wenigen vorhandenen Wälder steigt: Äthiopien ist mit 113 Millionen Menschen nach Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas. In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt. Die Regierung hat das Problem erkannt und große Kampagnen für Aufforstungen gestartet. Bis 2030 will Äthiopien 15 Millionen Hektar mit baumreicher Vegetation wiederherstellen – das bisher ambitionierteste Ziel eines afrikanischen Landes. Das Bundesentwicklungsministerium unterstützt die Initiative. „Die Menschen verdienen in dieser Baumschule besser als tageweise auf dem Bau“ Für Beschäftigte wie Teshome Bizuneh bedeutet die Arbeit in der Baumschule ein sicheres Einkommen. und am Ende Arbeitsplätze zu schaffen, ist Julian Schmids größtes Anliegen: „Wir betreuen eine Baumschule am Chamo-See in den höheren Regionen. Diese hat sehr klein mit der Produktion von Baumsetzlingen angefangen, stellte zwei exotische Baumarten her.“ Mittlerweile produzieren einheimische Beschäftigte der Baumschule zehn Baumarten. Die Überlebensrate der Setzlinge ist hoch, die Qualität der Pflanzen gut. Schmid: „Die Menschen verdienen mit der Arbeit in dieser Baumschule nun besser als tageweise auf dem Bau, so dass ihr Einkommen gesichert ist, auch wenn wir eines Tages nicht mehr hier sind.“ RÜCKGRAT LANDWIRTSCHAFT Äthiopiens Rückgrat ist die Landwirtschaft. 80 Prozent der Bevölkerung leben in ländlichen Gebieten. Mit 72 Prozent stellt die Landwirtschaft den wichtigsten Erwerbszweig dar. Neben Kaffee werden hauptsächlich Getreide, Mais, Teff und Sorghum (beides Hirsearten) angepflanzt. HILFE ZUR SELBSTHILFE Die Vorhaben des Entwicklungsprojekts sind ambitioniert: In vier Gemeinden, die besonders stark von der Erosion betroffen sind, sollen in diesem Jahr neue Baumschulen eröffnet werden. „Wir versuchen, in jeder Höhenstufe zwischen 1000 Metern und 3000 Metern eine Baumschule einzurichten. Und wir wollen die Menschen, die mit der Aufforstung zu tun haben, an einen Tisch bringen. Dort besprechen wir, wie man gut und nachhaltig Bäume und Wald wieder in degradierte Landschaften einbringt.“ Doch die Erträge sind niedrig. Ein wesentlicher Grund dafür ist die unzureichende Versorgung mit qualitativ hochwertigem Saatgut. Einerseits dominieren staatliche Unternehmen die Vermehrung von Saatgut, anderseits können diese den Bedarf und die Nachfrage bei Weitem nicht decken. Hier setzt eine Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft an.* Mit diesen Zielen sollen Wertschöpfungsketten entstehen, die Einkommen und Existenz der Menschen vor Ort sichern. Überzeugungsarbeit dahingehend zu leisten, selbst Bäume zu pflanzen, daraus ein Geschäft zu machen * Weitere Projekte wie „Eine Welt ohne Hunger“ unter www.bmz.de und www.bmel-kooperationsprogramm.de.

REPORTAGE „Regenzeiten sind unvorhersehbarer und werden kürzer“ „Wir unterstützen die Äthiopier darin, dass die richtigen Sorten gezüchtet werden, mit dem Ziel, dass Saatgut nicht nur verbessert, sondern auch in ausreichendem Umfang zur Verfügung steht, so dass am Ende der Bauer einen Sack Saatgut kaufen kann“, erklärt Andrea Rüdiger. Die 34-jährige Dresdnerin koordiniert in der Hauptstadt Äthiopiens Addis Abeba mit ihrem fünfköpfigen Team das Saatgut-Projekt. ZÜCHTUNGEN MACHEN PFLANZEN WIDERSTANDSFÄHIGER Saatgutzüchtungen können Pflanzen widerstandsfähiger machen gegenüber Schädlingen, Pflanzenkrankheiten und gegenüber klimatischen Bedingungen. „Eine große Herausforderung sind die Folgen des Klimawandels“, sagt Andrea Rüdiger. „Gerade in den Regionen, die ohnehin schon dürreanfällig sind, spürt man deutlich Veränderungen: Regenzeiten sind unvorhersehbarer und werden kürzer. Sorten zu züchten, die diesen neuen Bedingungen angepasst sind, ist sehr wichtig für die Ernährungs- und die Einkommenssicherung der kleinbäuerlichen Betriebe.“ „Äthiopien muss gewappnet sein“, sagt auch Julian Schmid. „Deshalb ist es so wichtig, sich divers aufzustellen“, ergänzt Andrea Rüdiger. „Wenn wir einen kleinen Teil dazu beitragen, dass es den Menschen und der Natur besser geht, wenn Ökosysteme wieder intakt sind oder wiederhergestellt werden, sind wir einfach nur froh.“ 13 Arba Minch liegt etwa 360 Kilometer (Luftlinie) südlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

Sächsische Zeitung und Sächsische.de

Unsere Partner