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Bundespresseamt Schwarzrotgold 2021-01-18

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„WENN ES DEN MENSCHEN

„WENN ES DEN MENSCHEN BESSER GEHT, SIND WIR EINFACH NUR FROH“

REPORTAGE Wenn Julian Schmid spricht, spürt man sofort: Der 33-Jährige ist nicht nur leidenschaftlicher Förster, er ist vor allem begeisterter Entwicklungshelfer. Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums begleitet er ein Projekt zur Wiederaufforstung in Äthiopien. 11 Für die nächsten drei Jahre ist Addis Abeba, die Hauptstadt Äthiopiens, das Zuhause von Julian Schmid. Von da fährt er regelmäßig nach Arba Minch, eine kleine Stadt im Süden des Landes. Hier kümmert sich der Regensburger um die Baumschulen vor Ort und um Flächen, die wieder begrünt werden sollen. „Ich fahre auf die Plantagen und schaue mir die Überlebensraten der Bäume an oder erarbeite Empfehlungen, wie Plantagen gestaltet und welche Baumarten je nach klimatischer Zone gepflanzt werden sollten“, berichtet Schmid und fügt hinzu: „Hier werden Förster wirklich gebraucht.“ EROSION VERSCHMUTZT DEN ABAYA-SEE Arba Minch liegt auf 1000 Meter Höhe im Rift Valley zwischen dem Abaya- und dem Chamo-See. Das Gebiet, in dem Schmid tätig ist, umfasst ca. 1900 Quadratkilometer. Es ist etwa doppelt so groß wie Berlin. Hier leben rund 350.000 Einwohner. „Warum wir hier sind? Die ökologischen Verhältnisse des Abaya-Sees haben sich drastisch verschlechtert“, erklärt Julian Schmid. „Die Flüsse kommen von den Bergen, doch die umliegenden Hänge und Berge sind abgeholzt. Dadurch kommt es immer wieder zu starker Erosion.“ Das heißt: Gestein und Boden werden durch Regenwasser abgetragen und gelangen in den Abaya-See. Dadurch ist dieser so stark verschmutzt, dass Sonnenlicht nicht mehr eindringen kann – viele Fischarten verschwinden. Schmid ergänzt: „Am Chamo-See, da, wo wir gerade im Einsatz sind, droht eine ähnliche Situation. Und es wird ihm genauso gehen, wenn wir hier nicht etwas dagegen tun.“ VIELE WÄLDER SIND VERSCHWUNDEN Oberstes Ziel sei jedoch nicht nur, die Landschaft wiederherzustellen, sondern auch, die Lebensgrundlage und damit die Existenz der Bevölkerung zu sichern. „Wir werden es nicht schaffen, dass niemand mehr in den Wald geht und Holz rausholt. Dafür ist Äthiopien zu arm. Die Menschen brauchen das Holz, um zu heizen, um zu kochen“, erklärt Schmid. „Wir versuchen ihnen aber bewusst zu machen, was sie verlieren werden, wenn sie so weitermachen.“ Äthiopien hat sehr viel seines ursprünglichen Waldbestandes verloren. Während um das Jahr 1900 ca.

Sächsische Zeitung und Sächsische.de

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