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Bauen & Finanzieren 2020

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AUSBAU Da oben wächst

AUSBAU Da oben wächst was Begrünte Dächer sehen gut aus, sind natürliche Klimaanlagen und werden sogar vom Staat gefördert. Deutschland ist ein dicht besiedeltes und wirtschaftlich dynamisches Land. An allen Ecken und Enden wird gebaut, Straßen und Gebäude zum Wohnen und Arbeiten entstehen. Alles in allem ein wünschenswerter Zustand, der aber einen entscheidenden Nebeneffekt hat. Dort wo Siedlungs- und Verkehrsflächen sind, ist meist wenig Natur zu finden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts haben sich diese „Zivilisationsflächen“ von 1992 bis 2018 von etwas über 40.000 auf knapp 50.000 Quadratkilometer ausgedehnt. Bildhaft gesprochen: In diesem Zeitraum hat Deutschland an jedem Tag (!) durchschnittlich einen reichlichen Quadratkilometer Siedlungs- und Verkehrsfläche dazugewonnen. Foto: istock.adobe.com/josefkubes Auch wenn Parks, Kleingartensparten oder Sportplätze mit zu den Siedlungsflächen zählen (der Zugewinn an menschlicher Nutzfläche ist nicht mit Bodenversiegelung gleichzusetzen), verlieren wir doch täglich ein wenig potenziellen Lebensraum 26 Bauen & Finanzieren | Ausgabe 2020

AUSBAU für Pflanzen und Tiere. Die gute Nachricht: Wer ein Haus baut oder eins besitzt, kann mit der Begrünung seiner Dachflächen für zumindest etwas Ausgleich sorgen. Abgesehen von Streicheleinheiten fürs grüne Gewissen haben solche Maßnahmen für den Eigentümer nämlich auch weitere angenehme Konsequenzen. Wer sein Dach begrünt, kann zum Beispiel Energiekosten sparen. Die zusätzlichen Schichten auf den Dachflächen fungieren als natürliche Dämmung - im Winter halten sie Wärme drinnen, im Sommer draußen. Eine praktische und pflegeleichte Klimaanlage, die bei guter Machart sogar die Lebensdauer des Dachs verlängern kann. Denn da, wo Moos und Gräser sind, kommen Hitze, Kälte, Wind und UV-Strahlen nun mal nicht hin. Weil Pflanzen auf dem Dach die Energiebilanz von Häusern verbessern helfen, gehören Dachbegrünungen auch zu den Maßnahmen der energetischen Sanierung, die von der staatlichen Förderbank KfW mit Zuschüssen oder zinsgünstigen Krediten belohnt werden. Voraussetzung für diese Unterstützung ist aber, dass das Dach vor der Begrünung entsprechend den technischen KfW-Mindestanforderungen für Effizienzhäuser gedämmt wird. Auch Renovierungen bereits vorhandener begrünter Dächer werden von der KfW unterstützt. Und es gibt noch mehr finanzielle Anreize. In manchen Städten und Gemeinden müssen Immobilieneigentümer mit „lebenden“ Dächern deutlich geringere Gebühren für Niederschlagswasser zahlen. Andere Kommunen subventionieren das Anlegen eines begrünten Dachs mit Zuschüssen von bis zu 20 Euro pro Quadratmeter. Nachfragen „beim Amt“ lohnt sich hier wirklich. Wenn die Finanzierung dann geklärt ist, sollte man mit den Arbeiten am besten einen Fachbetrieb beauftragen. Es spricht nichts dagegen, sich an der Garage, an einem Schuppen oder einer Gartenlaube an einer Do it yourself-Dachbegrünung zu versuchen. Wenn es aber an größere Flächen geht, muss der Profi ran. Es wird ja nicht einfach Erde aufs Dach gekippt – es entsteht ein ausgeklügeltes System aus mehreren Lagen, das sehr lange seinen Dienst tun muss: Schutzvlies für das eigentliche Dach, wasserdichte Spezialfolie, eine Dränageschicht mit Speichermatte, dann nochmals ein Vlies, das verhindert, dass vom Regen über ausgewaschene Mineralpartikel das Funktionieren der Dränageschicht behindern. Jetzt erst folgt die „Erde“, die eigentlich ein leichtes, körniges Pflanzsubstrat ist, dem Humus beigemischt wird. Abhängig von der Beschaffenheit des Daches, der Art der Begrünung und der Fläche des Vorhabens kann es sich als klug erweisen, im Vorfeld einen Statiker zu Rate zu ziehen. Eine Begrünung bringt auch in ihrer leichtesten Form immer eine hohe zusätzliche Last auf das Dach. Von mindestens 40 Kilogramm pro Quadratmeter Dachfläche sollte man ausgehen. Es kann aber – abhängig von der Beschaffenheit des oben beschriebenen Lagensystems und der darauf befindlichen „Biomasse“ – auch leicht ein Vielfaches dieses Gewichts werden. Und: Grundsätzlich kann man jedes Dach zwischen 0 und 30 Grad Dachneigung ohne Probleme begrünen, und sogar runde Tonnendächer können eine Schicht Natur gut (ver)tragen. Flachdächer mit weniger als zwei Grad Gefälle benötigen aber eine besonders gute Abdichtung beziehungsweise Wasserableitung, da auf ihnen die Feuchtigkeit am ehesten zu stehen beginnt. Steile Dächer hingegen stellen besonders hohe Anforderungen an die handwerkliche Ausführung der Begrünung, da mit jedem Grad Neigung auch die Schwerkraft sehr viel stärker auf die grüne Haube des Hauses einwirkt. (baufi) Bei Heizung und Lüftung von Förderung profitieren Wenn eine moderne Wärmepumpe ins Haus kommt, hilft das auch dem Bau- oder Modernisierungsbudget der Eigentümer. Ab 2026 dürfen in Deutschland – mit einigen Ausnahmen – keine Ölheizungen mehr neu eingebaut werden. Wer vorausschauend plant, setzt im Neubau und bei der Modernisierung deshalb schon heute auf Alternativen. Zumal man im Rahmen des Klimapakets von hohen Fördersummen profitieren kann. Für umweltfreundliche Wärmepumpen gibt es die höchsten Sätze: Hier sind Zuschüsse von mindestens 35 Prozent möglich. Wird eine alte Ölheizung ersetzt, erhöhen sich die Fördersätze sogar auf bis zu 45 Prozent (Stand: Juli 2020). Die modernen Wärmepumpen arbeiten besonders effizient und sind dabei sehr leise. weiter auf Seite 28 Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe – hier ein Modell des deutschen Herstellers Kermi – kann je nach Modell im Heizungskeller oder auch im Garten installiert werden. Credit: Kermi GmbH/akz-o Bauen & Finanzieren | Ausgabe 2020 27

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