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Bauen & Finanzieren 2020

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FINANZIERUNG Foto: istock.adobe.com/Fantasistay Tipps zum Immobilienkredit Ein eigenes Zuhause ist für viele ein Lebenstraum. Wer sich eine Immobilie zulegen will, muss aber so manches beachten. Eine Immobilie kaufen oder ein Haus bauen - das ist eine Lebensentscheidung. Denn in der Regel zahlen Eigentümer den Kredit über Jahrzehnte zurück. „Man sollte keine Immobilie ohne Eigenkapital kaufen“, rät Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Er empfiehlt, zwischen 20 und 30 Prozent des Kaufpreises für die Immobilie mitzubringen. Auf den müssen Käufer noch mal zehn Prozent draufschlagen: Grunderwerbssteuer oder Notarkosten kommen nämlich noch hinzu. Was bei einem Immobilienkredit sonst noch wichtig ist: Zeitpunkt: Ein Hauptnadelöhr für viele Immobilieninteressenten gerade in Metropolen ist oft das geringe Angebot an verfügbaren Objekten. Interessenten sollten daher eine frühzeitige Finanzierungsberatung nutzen, um bei einem Wunschobjekt schneller zum Zug zu kommen. Eine solche Vorausberatung ist schon vor der eigentlichen Immobiliensuche sinnvoll, um die finanziellen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen. 18 Bauen & Finanzieren | Ausgabe 2020

FINANZIERUNG Gutachten: Ist die schicke Wohnung wirklich wert, was sie kosten soll? Da lohnt sich ein Gutachten. Oft verlangt auch die Bank ein Gutachten – dann müsse sie aber laut Scherfling auch die Kosten dafür übernehmen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich überlegen, selbst ein zweites Gutachten in Auftrag zu geben. Ob sich das lohne, muss jeder im Einzelfall unter Berücksichtigung von Kosten und Risiken selbst entscheiden, sagt Scherfling. Zinsbindung: „Die derzeit historisch niedrigen Zinsen sollte man sich für die nächsten 15 bis 20 Jahre sichern“, rät Ralf Scherfling. Somit sei auch die monatliche Belastung über längere Zeit planbar. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Zinsen in Zukunft wieder steigen. Die Zinsen für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung lagen in Deutschland im Juni 2020 vielfach unter einem Prozent. Tilgung: Scherfling rät zu einer hohen Tilgung. So erreiche man am Ende der Zinsbindung eine geringere Restschuld. Wer die monatliche Belastung zu gering hält und somit lange Laufzeiten riskiert, kann „schlimmstenfalls sehenden Auges in das Scheitern der Finanzierung am Ende der Zinsbindung rennen“. Denn allerspätetestens mit der Rente sollten Käufer schuldenfrei sein. Mirjam Mohr, Vorständin für das Privatkundengeschäft des Baufinanzierers Interhyp, rät: „Für den Kreditabschluss empfehlen wir Anfangstilgungen von mindestens drei Prozent. Je älter die Käufer und je höher das Einkommen, desto höher sollte getilgt werden“. Da Erstkäufer oft im Laufe der Finanzierung zu Eltern werden, empfiehlt Mohr zudem das Vereinbaren optionaler Tilgungssatzwechsel. So lässt sich beispielsweise die monatliche Kreditrate während der Elternzeit zurückfahren. „Mancher verzichtet auf Urlaube und spart sich teure Hobbys – dann lässt sich eventuell noch mehr zurückzahlen. Rate: Dennoch stellt sich die Frage, ob Käufer sich die monatliche Rate auch dauerhaft leisten können. „Wer in zwei Jahren Zwillinge bekommt, dann eventuell in Teilzeit arbeitet, kann sich dann monatlich weniger leisten, muss aber trotzdem die Kreditrate weiter zahlen“, warnt der Experte. Ein häufig gehörter Ratschlag ist, rund 40 Prozent des Nettoeinkommens monatlich zu investieren. „Mancher verzichtet auf Urlaube und spart sich teure Hobbys – dann lässt sich eventuell noch mehr zurückzahlen.“ Anschlussfinanzierung: Wenn die Darlehensverlängerung ins Haus steht, sollte man schon mehrere Monate vor Ablauf der eigentlichen Zinsbindung aktiv werden und Angebote vergleichen. Das Verlängerungsangebot des bestehenden Kreditinstituts muss nicht unbedingt das günstigste sein. „Gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase sollten sich Eigentümer ruhig auch schon ein Jahr vor dem eigentlichen Ende der Zinsbindung oder auch noch früher mit dem Thema Anschlussfinanzierung beschäftigen, denn sie können heute schon die Weichen für die Schuldenfreiheit stellen“, rät Miriam Mohr. Sondertilgung: Käufer sollten unbedingt das Recht auf Sondertilgung vereinbaren, empfiehlt Ralf Scherfling. Meist können Kreditnehmer pro Jahr zwischen fünf und zehn Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme außerplanmäßig tilgen. Praktisch sei auch, wenn Kreditnehmer den Tilgungssatz je nach finanzieller Lage verändern können. (dpa-tmn/ots/baufi) Bauen & Finanzieren | Ausgabe 2020 19

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