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Bauen & Finanzieren 2019

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PLANUNG det damit auch

PLANUNG det damit auch positive Gefühle. Sich sein eigenes Reich schaffen, ein Nest für die Familie bauen. Sich an einem Ort, den man liebt, fest verwurzeln. Sich selbst wenigstens ein kleines Denkmal setzen. Schlicht und einfach das Gefühl „Ich habe etwas geschaffen“ – vielleicht sogar mit meinen eigenen Händen. All das sollte bedacht werden, bevor die Entscheidung „pro Haus“ fällt. Den Status quo des eigenen Lebens und die Chancen und Risiken der Zukunft durchdenken, den Rat von Menschen einholen, die selbst den Weg des Bauherrn gegangen sind, Freunde und Familie befragen, im Internet recherchieren: Jede Minute, die man hierfür investiert, kann später viel Geld wert sein und Kummer von vornherein verhindern. Frage zwei: Woher kommt das Geld für das Haus? Foto: Gerd Altmann | Pixabay Sollten man (finanziell) sorgenfrei sein, kann man sofort zu Frage drei springen. Für alle anderen stellt sich die Frage nach der Finanzierung des Bauvorhabens. Eine wichtige Frage, denn Bauen kostet Geld. Viel Geld. Der Finanzdienstleister Dr. Klein Privatkunden AG rechnet auf seiner Website im bundesweiten Durchschnitt für ein Eigenheim in Massivbauweise mit 150 Quadratmetern Wohnfläche, errichtet auf einem 850-Quadratmeter-Grundstück, mit Kosten von etwa 320 000 Euro. Der eigentliche Hausbau macht in dieser Rechnung etwa 60 Prozent der Gesamtkosten aus, also ungefähr 190 000 Euro. Klar ist, dass dieser idealtypische Gesamtpreis je nach Lage des Grundstücks stark schwanken kann, da das Umfeld von süddeutschen Wohlstandsmetropolen eben exorbitant teuer ist, während manche Region in Ostdeutschland noch immer mit wahren Bauland-Schnäppchen aufwarten kann. So kostet ein Quadratmeter Bauland für ein Eigenheim in guter Lage in München aktuell etwa 2 500 Euro, im thüringischen Apolda sind es in einer vergleichbaren Lage 35 Euro. Jetzt stellt sich die Frage: Welche Immobilie kann ich mir leisten? Dass erstaunlicherweise nur wenige diese Frage beantworten können, zeigt eine repräsentative Umfrage, welche die Experten von Dr. Klein im dritten Quartal 2018 in Auftrag gegeben hatten. Das Ergebnis: Nur 13 Prozent der 30- bis 45-Jährigen wissen genau, was sie sich leisten können, 29 Prozent haben immerhin eine grobe Vorstellung. Mehr als die Hälfte der Deutschen ist sich allerdings gar nicht bewusst, für welche Immobilie das Budget reicht. Für sie gilt: Einen groben Überblick kann zunächst ein Online-Budgetrechner geben. Ganz wichtig ist jedoch eine individuelle Beratung. Wer selbst bauen möchte, sollte vorher seine Sparstrümpfe prüfen. Denn beim Eigenkapital gilt die simpelste aller Faustregeln: Je mehr, desto besser. „Beim Eigenkapital gilt die simpelste aller Faustregeln: Je mehr, desto besser. Je mehr Eigenkapital die Immobilieninteressenten einbringen, desto sicherer ist die Baufinanzierung. Je mehr Eigenkapital die Immobilieninteressenten einbringen, desto sicherer ist die Baufinanzierung. Das belohnen viele Banken mit niedrigeren Zinsen, das Darlehen kann dadurch erheblich preiswerter werden. Doch wie kommen angehende Eigenheimbesitzer an mehr eigenes Kapital? Da Sparen aufgrund der niedrigen Zinsen wenig rentabel ist, lassen sich Rücklagen aus Tages- und Festgeldkonten guten Gewissens in die Immobilie investieren. Auch fällige Bausparverträge, Erbschaften oder Privatkredite aus dem Familienkreis erhöhen die eigenen Geldmittel. Wer sich im eigenen sozialen Umfeld größere Summen leiht, sollte das aber gut bedenken. Das Sprichwort „Beim Geld hört die Freundschaft auf“ sollte als Warnung dienen – niemand sollte für sein Bauprojekt den Verlust von Freunden oder gar das Auseinanderbrechen seiner Familie riskieren. Vor dem Aufnehmen eines Kredits lohnt es sich in jedem Fall, mehrere Angebote zu vergleichen. Denn: Schon kleine Zinsunterschiede können bei langer Laufzeit große Unterschiede zur Folge haben. Das zeigte eine Untersuchung der Zeitschrift „Finanztest“ (Aprilausgabe 2019): Bei einen Kredit von 450 000 Euro mit einer Zinsbindung von 15 Jahren ist eine Zinsersparnis von knapp 70 000 Euro durchaus möglich. Beim Vergleichen von Krediten zur Eigenheimfinanzierung sollten Käufer laut Stiftung Warentest unbedingt auf diese Punkte achten: Konditionen: Damit der Vergleich wirklich funktioniert, sollten Kreditsumme, Monatsrate, Zinsbindung und Tilgungssatz identisch sein. Vorab sollten die Kreditnehmer ihren finanziellen Gesamtbedarf kennen und wissen, welche Summe sie monatlich für die Abzahlung aufbringen können. Zinsbindung: Je länger die Laufzeit, desto länger kann sich der Kreditnehmer einen günstigen Zinssatz sichern. Allerdings zahlt er dafür einen Aufschlag. Für ein Darlehen mit einer Zinsbindung von 20 Jahren sind es im Schnitt 0,7 Prozentpunkte mehr beim Zinssatz als bei einem Kredit mit 10-jähriger Zinsbindung. Effektivzins: Er gilt beim Zinsvergleich als Maßstab, denn er berücksichtigt fast alle Kosten für den Kredit. Zudem sollte man auf die Restschuld am Ende der Laufzeit achten – dafür müssen die Monatsrate sowie der Auszahlungsbetrag identisch sein. Rückzahlung: Hier lohnt es sich, auf Flexibilität zu achten. Viele Banken bieten kostenlos die Option 8 Bauen & Finanzieren | Ausgabe 2019

PLANUNG an, Sondertilgungen von jährlich fünf, teils sogar zehn Prozent zu leisten. Durch höhere Rückzahlungen kann man den Kredit schneller tilgen – und so Zinsen sparen. Ebenso wichtig ist, dass man die Monatsraten anpassen kann. Oft ist es möglich, die Tilgungsraten zu verändern. Und was passiert, wenn man das komplette Darlehen vorzeitig tilgen will? Nach Angaben der Verbraucherzentrale Hessen gilt: Wer keine Sondertilgung vereinbart hat, ist immer auf die Kulanz der Bank angewiesen. Die Restschuld bei laufendem Darlehen mit festem Zins ist nur in besonderen Fällen vorzeitig ablösbar. Möglich ist das zum Beispiel, wenn das Haus verkauft wird oder wenn der Darlehensvertrag bereits lange besteht – dann ist er unter bestimmten Voraussetzungen nach zehn Jahren kündbar. Viele Banken verlangen in diesem Fall aber eine Entschädigung. Frage drei: Wo soll mein Haus überhaupt stehen? Eine große Herausforderung für Bauwillige ist die Grundstückssuche. Man kann dafür einen Makler engagieren, der seine Leistung natürlich vergütet haben möchte. Oder man begibt sich selbst auf die Suche und spart das Maklerhonorar. Dann heißt es: sich im Freundes- und Bekanntenkreis umhören, auf Immobilienportalen recherchieren, in Gemeinden, die für das Bauvorhaben infrage kämen, aktiv nach Grundstücken fragen. „Die Auswahl der Baufirmen ist groß. Nicht allein die Art des Hauses und die Baukosten sind ausschlaggebend, sondern die gesamte Absicherung rund um das Bauvorhaben. Vor dem Kauf sollten die Bauherren in spe ihr Wunschobjekt immer kritisch hinterfragen. Man sollte ein Bodengutachten anfertigen lassen, den entsprechenden Grundbucheintrag prüfen, sich über die Bauauflagen im Viertel informieren und wann immer möglich einen Baufachmann um seine Meinung bitten. Das Bodengutachten ist die Grundlage für die Bebaubarkeit. Es gibt auch Aufschluss darüber, ob Kosten für die Entsorgung eventueller Altlasten im Boden anfallen könnten. Im Grundbucheintrag erfährt man alles über Wege- oder Grenzbebauungsrechte, die die spätere Nutzung des eigenen Besitzes gegebenenfalls einschränken können. Ist das Grundstück noch nicht erschlossen, wird die jeweilige Gemeinde Auskunft über die Erschließungskosten für Gas-, Wasser- und Stromversorgung geben. Manche Kommunen gewähren Familien nicht unbeträchtliche Ermäßigungen auf den Bodenkaufpreis, gezieltes Nachfragen lohnt sich auch hier. Manchmal wird Bauland auch im Bieterverfahren verkauft. Das bedeutet, dass Bauwillige ein Angebot für ein bestimmtes Grundstück abgeben und dann das beste Angebot den Zuschlag bekommt. Bieter können dabei auch auf mehrere Grundstücke bieten, um ihre Chancen zu erhöhen. Springt der erste potenzielle Käufer wieder ab, kommt das nächsthohe Angebot zum Zuge. Frage vier: Wer soll mein neues Zuhause bauen? Die Auswahl an Baufirmen ist groß. Nicht allein die Art des Hauses und die Baukosten sind ausschlaggebend, sondern die gesamte Absicherung rund um das Bauvorhaben. Dem Bauherrn stehen mit den Angeboten der Stiftung Warentest und der Verbraucherportale im Internet durchaus Vergleichsmöglichkeiten zur Verfügung. Hier sind weiter auf Seite 12 WIR KOORDINIEREN FLÄCHE © kelifamily/shutterstock ÖKOPUNKTE GIBT‘S BEI UNS. www.zfm.sachsen.de www.immobilien.sachsen.de Bauen & Finanzieren | Ausgabe 2019 9

Sächsische Zeitung und Sächsische.de

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