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Bauen & Finanzieren 2019

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AUSBAU So können

AUSBAU So können Haushalte Regenwasser nutzen Die Trockenheit 2018 hat uns gelehrt, unseren Wasserverbrauch zu hinterfragen. Regenwasser zu horten kann eine Lösung sein. Wie aber funktioniert das? Der Sommer 2018 bleibt vielen mit seinen Extremen in Erinnerung: In einigen Regionen Deutschlands gab es wochenlange Trockenheit, in anderen zeitweise Starkregen und Überschwemmungen. Angesichts solcher Naturereignisse fragt sich mancher: Wie kann ich zu Hause vorsorgen? Denn weder zu viel noch zu wenig Wasser ist dort gut. Welche Wege gibt es also, Trinkwasser zu sparen und trotzdem genügend Nass für Haus und Garten zu haben? „Eine Antwort auf diese Fragen kann die intelligente und nachhaltige Nutzung des Regenwassers sein“, sagt Dietmar Sperfeld von der Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung in Darmstadt. „Mit einer Regenwassernutzungsanlage kann das Regenwasser sogar im Haushalt Verwendung finden und so wertvolles Trinkwasser ersetzen.“ Solche Anlagen sind nicht nur bei Trockenheit hilfreich, sondern auch bei Starkregen. Denn die Zisterne kann das viele Wasser auffangen. Dieser Effekt ist umso größer, je mehr Hausbesitzer in einem Wohngebiet solche Erdspeicher betreiben. „Günstig ist es, wenn das überschüssige Wasser zusätzlich die Möglichkeit hat, im Boden zu versickern“, sagt Sperfeld. „Dazu darf allerdings nicht allzu viel Bodenfläche versiegelt werden, wie es leider immer wieder geschieht.“ Wie funktioniert eine Regenwassernutzungsanlage? „Das Regenwasser von der Dachfläche wird gesammelt und über die Regenfallrohre durch einen Filter geleitet. Dann fließt es in einen Erdspeicher, auch Zisterne genannt“, erklärt Andreas Braun vom Zentralverband Heizung Sanitär Klima in Sankt Augustin. Diese Speicher gibt es in verschiedenen Größen. Sie lassen sich unauffällig unter der Garagenzufahrt oder im Garten unterirdisch unterbringen. Wichtig ist, dass das Regenwasser gut gereinigt wird. „Dazu dient neben dem vorgeschalteten Filter ein beruhigter Regenwasserzulauf.“ Er vermeidet, dass im Speicher Sedimente aufgewirbelt werden. „Um das Wasser aus den saubersten Schichten im Behälter zu entnehmen, wird der Entnahmeschlauch schwimmend verlegt“, erläutert Braun. Kann jeder so eine Anlage nutzen? Nicht ganz. „Einige Dachmaterialien sind für das Auffangen und die weitere Nutzung von Wasser im Garten nicht oder nur beschränkt geeignet“, sagt Bernd Kirschbaum vom Umweltbundesamt in Dessau-Rosslau. So können von Dächern aus Kupfer und Zink zum Beispiel Metallverbindungen abgeschwemmt werden, die schädigend für die Umwelt sind. Auch bei Dächern mit Teerpappe kann die Bitumenabdichtung Biozide freisetzen. Bei solchen Flächen sollte man von einer Regenwassergewinnung also absehen. Wo kommt das Zisternenwasser im Haushalt zum Einsatz? Es eignet sich beispielsweise für die WC-Spülung, zum Putzen und zum Wäschewaschen. „Die Trinkwassereinsparung beträgt dadurch etwa 50 Prozent des häuslichen Verbrauchs“, erklärt Sperfeld. Wer Wäsche mit Regenwasser reinigt, sollte aber vorsichtig sein, wenn Menschen mit einem schwachen Immunsystem oder Säuglinge im Haushalt leben. „Zwar werden beim Wäschewaschen mit Regenwasser durch Temperatur und Waschmittel Foto: sandid | Pixabay gesundheitsgefährdende Keime in der Regel abgetötet“, sagt Kirschbaum. „Bei den anschließenden Spülungen mit kaltem Wasser ist dies jedoch nicht sichergestellt, sodass Keime in die Wäsche übertragen werden können.“ Dieses Risiko kann man nur durch eine geeignete Aufbereitung des Wassers ausschließen, oder wenn man die Wäsche anschließend bügelt. Grundsätzlich gilt: „Regenwasser hat oft die Qualität von Badegewässern, ist also sauber und klar“, sagt Sperfeld. „Kommt es allerdings von begrünten Dächern, kann es leichte Verfärbungen haben, die aber die Qualität nicht beeinträchtigen.“ Brauche ich eine separate Regenwasserleitung im Haus? Ja. „Wer Regenwasser nutzt, braucht ein zweites Leitungssystem zusätzlich zur Trinkwasserleitung“, sagt Braun. Denn laut der Trinkwasserverordnung muss man sicherstellen, dass es an der Regenwassernutzungsanlage eine Sicherung gibt, die verhindert, dass sich Regenwasser mit Trinkwasser mischt. Diese Leitungen müssen farblich so gekennzeichnet sein, dass offensichtlich ist, dass sie kein Trinkwasser führen. Wie lange reicht ein Regenwasserspeicher bei Trockenheit? Das kommt auf den Verbrauch an. „Drei bis vier Wochen sollte das Wasser schon reichen, wenn der Speicher voll war“, sagt Sperfeld. „In längeren Trockenperioden kann es erforderlich sein, dass Trinkwasser nachgespeist werden muss.“ Andreas Braun rät: „Wer viel Regenwasser nutzt, sollte mit seinem Versorger sprechen, ob die Trinkwasseranlage dann kleiner ausfallen kann und damit günstiger wird.“ Mit Regenwasser und einem zusätzlichen Brunnen wäre sogar eine autarke Wasserversorgung möglich. Aber dies sei in Deutschland kaum ein Thema, wendet Sperfeld ein: Nur ein Prozent der Verbraucher ist nicht an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen, zum Beispiel auf den Halligen in der Nordsee und in Gebirgsregionen. Dennoch: Es lohnt sich eigentlich immer, Regenwasser zu speichern und zu nutzen. „Das ist ökonomisch und ökologisch. Denn sauberes Trinkwasser kann in vielen Regionen nur mit immer größerem Aufwand bereitgestellt werden und wird daher immer teurer“, erklärt Sperfeld. (dpa-tmn) 36 Bauen & Finanzieren | Ausgabe 2019

AUSBAU Wie viele Steckdosen braucht man? Der Bedarf an Strom- und Datenanschlüssen wächst – ob im Alt- oder im Neubau. Wie viele Anschlüsse sollten bei Bau oder Sanierung einplant werden? 5,4 Steckdosen sind durchschnittlich in einem deutschen Wohnzimmer installiert. Zu wenig, um alle Geräte anzuschließen, die Menschen heutzutage benutzen. Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen lösen das Problem nicht. Aber wie viel ist ausreichend – gerade mit Blick auf heutige Umbauten und Neubauten? Für Bernd Dechert vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke steht die Bestandsanalyse an erster Stelle. „Dazu müssen heutige und künftige Bedürfnisse genau erfasst werden.“ Eine Aufgabe mit vielen Unbekannten, denn heute kann niemand genau voraussagen, wie sich die Technologie in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird. Mit der Entwicklung zum Smart Home wird der Bedarf an Steckdosen, Schaltern und Stromkreisen wohl noch steigen. Decherts Tipp lautet daher auch: „Wer ganz sicher gehen will, kann Leerrohre einplanen, in die sich später unkompliziert weitere Kabel verlegen lassen.“ Es gibt verbindliche Vorgaben für neue und modernisierte Elektroinstallationen. Die Mindestausstattung eines Hauses ist in den Normen DIN 18015-2 und -4 beschrieben. „Die Richtlinie RAL- RG 678 enthält darüber hinaus Festlegungen für Standard- und Komfortausstattung“, erklärt Dechert. Sie sind auch eine Planungshilfe für Bauherren, die ihren Bauplan überprüfen wollen. Oder für Sanierer, die sich orientieren wollen, wie viel mehr Steckdosen und Stromkreise sie benötigen. Aber auch Beleuchtungs- und Kommunikationsanschlüsse werden aufgelistet. Festgehalten sind verschiedene Ausstattungswerte – 1, 2 oder 3. Zum Beispiel für die Küche sieht die Mindestausstattung der Stufe 1 fünf Steckdosen sowie diverse andere Anschlüsse vor. Für Stufe 3, die Komfortausstattung, sind es schon zwölf Steckdosen. Außerdem sollte ein Überspannungsschutz vorgesehen werden. Dieser ist im privaten Wohnungsbau Pflicht. Witterungs- oder anlagenbedingte Netzausfälle oder Überbelastungen sind zwar selten, kommen aber durchaus vor. Überspannungsschäden können nicht nur elektronische Geräte außer Gefecht setzen, sondern auch zu Bränden im Haus führen. Im Altbau kommen bei einem Umbau ähnliche Überlegungen zum Tragen, aber hier fehlt noch mehr: etwa in vielen Gebäuden der Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter). Er schützt vor gefährlichen Stromschlägen. „Viele Elektroleitungen sind nicht nur zu gering dimensioniert, sondern auch marode und damit unsicher“, erläutert Michael Conradi, Projektleiter der Initiative Elektro+ in Berlin. Es kann also in Altbauten durchaus nötig sein, dass eine Sanierung quasi zur Neuinstallation wird, erklärt Marc Ellinger vom Verband Privater Bauherren. „Hausanschluss, Verteiler und Unterverteiler sollten dann auf den aktuellen Standard aufgerüstet beziehungsweise wenn nötig komplett erneuert werden.“ (dpa-tmn) Massivholztreppen: Persönlich begehen im Treppenstudio wichtig Die heute übliche individuelle Bauplanung führt dazu, dass Treppen immer mehr in Wohnbereiche integriert werden. Und das ist auch gut so, denn gekonnt geplant können sie zum Blickfang und repräsentativen Möbelstück werden. Als Material spielt deshalb Holz wieder eine vorrangige Rolle. Ob Spindel- oder Bogentreppen, gerade oder gewendelte Konstruktionen – Fachbetriebe, die sich auf den Holztreppenbau spezialisiert haben, bieten mittlerweile für jeden Geschmack genügend Auswahl. Damit Bauherren oder Renovierer letztlich auch wirklich ihre Wunschtreppe erhalten, gilt es bei der Planung dem Platzbedarf besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Für Treppen gibt es zwar wie bei allen anderen sicherheitsrelevanten Teilen eine DIN-Norm, also festgelegte Maße, die eingehalten werden müssen. Aber je mehr Freiraum einer Treppe zugestanden wird, um so besser kommt sie zur Geltung. Jedoch ist auch hier Vorsicht geboten, denn die Treppenaussparung sollte zur gewählten Treppenart passen und nicht umgekehrt. Geradläufige Treppen benötigen gegenüber gewendelten Treppen etwas mehr Platz, deshalb sind die meisten Treppenanlagen heute einviertel- oder halbgewendelt. Bei nachträglichen Aus- und Umbauten muss oftmals auf so genannte Spargrundrisse zurückgegriffen werden, die bei einer Deckenöffnung von etwa drei Quadratmetern beginnen. Viel Freiraum nach oben benötigt jede Spindeltreppe, wenn sie entsprechend großzügig zur Geltung kommen soll. Jede Menge Auswahlmöglichkeiten an diversen Massivholztreppen befinden sich in einem der zahlreichen Treppenstudios der Treppenmeister-Gemeinschaft. Dieser Organisation gehören europaweit über 80 Handwerksbetriebe an, so dass sich ein Studio auch meistens in weniger als 50 km Umkreis befindet. Experten raten immer dazu, die zukünftige Wunschtreppe auch persönlich zu besichtigen und zu begehen. Nur so kann man sich von der handwerklichen Ausführung und Bequemlichkeit der favorisierten Treppenanlage wirklich überzeugen. Ein Treppenbuch können Sie bei uns kostenlos anfordern. Neuteichnitzer Straße 36 • 02625 Bautzen • Tel. 0 35 91-37 33 33 • www.Treppenbau-Jatzke.de Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 9–18 Uhr • sonst nach Vereinbarung Bauen & Finanzieren | Ausgabe 2019 37

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