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Bauen & Finanzieren 2019

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ROHBAU Leicht trennbare

ROHBAU Leicht trennbare Baustoffe eignen sich besonders gut für die Wiederverwendung. Foto: Unternehmerverband Historische Baustoffe e.V./BHW Bausparkasse Zweite Chance für Baustoffe mit Seele Die Verwendung historischer Materialien für behutsame Renovierungen oder als Blickfang-Elemente in Neubauten ist nicht nur ästhetisch ein Gewinn – auch die Umwelt freut sich. In schnelllebigen Zeiten besinnt sich der Mensch auf das Althergebrachte. Urlaub im eigenen Land boomt, die Lebensmittel sollen möglichst aus der Region kommen, und auch sonst sucht man wieder nach dem Einfachen, Ursprünglichen und Reduzierten. Ein Trend, der so weit geht, dass neue Dinge mit großem Aufwand auf alt und abgenutzt getrimmt werden: Stichwort Shabby Chic. Möbel, die mehr Geschichten erzählen sollen, als sie wirklich erlebt haben, werden mit künstlich herbeigeführten Gebrauchsspuren veredelt. Kratzer, Kerben und abgeplatzte Lackflächen machen die Stücke trotz mehr oder minder industrieller Herstellung zu Unikaten, und in Kombination mit „echt alten“ Stücken vom Flohmarkt oder aus dem Antiquitätenhandel ergibt sich im Wohnraum ein gemütliches Ganzes, das sich optisch zurücknimmt und im selben Moment Trendbewusstsein signalisiert. Wertvolles aus voroder frühindustrieller Zeit Was sich in Wohnräumen schon seit einigen Jahren etabliert hat, kommt in jüngerer Zeit auch beim Bau oder der Renovierung von Häusern zum Tragen. Alte, bereits verwendete Baustoffe sind im Kommen – und das aus Gründen, die über die Ästhetik weit hinausgehen. Als „historische“ oder „antike“ Baustoffe werden Materialien bezeichnet, die in vor- oder frühindustrieller Zeit produziert und aus alten Häusern ausgebaut wurden. Alte Wandfliesen im Landhausküchenstil, rustikale Wandvertäfelungen, Backsteinziegel, Terrakottaböden, unverwüstliche Eichenholzdielen, ganze Dachstühle: Der Markt bietet fast nichts, was es nicht gibt. Viele alte Materialien sind nicht nur schön, sondern auch von höchster Qualität und Langlebigkeit. Man kann sie meist einfach recyceln und reparieren. „Zunehmend sprechen auch ökologische Gründe für eine Wiederverwendung von historischen Baustoffen“, sagt Iris Laduch von der BHW Bausparkasse. „Wer sie statt neuer Materialien nutzt, schont Ressourcen und senkt den Energiebedarf für Herstellung, Transport, Lagerung und Entsorgung.“ Denn: Der deutsche Bausektor produziert im Jahr etwa 200 Millionen Tonnen Abfall. Gut ist, dass in der Bundesrepublik bereits über 90 Prozent der mineralischen Bauabfälle (also Ziegel, Beton oder Mörtel) wiederverwertet werden, vor allem um Gräben im Tief-, Deponie- und Landschaftsbau 32 Bauen & Finanzieren | Ausgabe 2019

ROHBAU zu verfüllen. Im Hochbau aber herrscht noch Luft nach oben. Viele Bundesländer setzen sich deshalb derzeit aktiv dafür ein, dass die wertvollen Materialien wiederverwertet werden. Baugeschichte recyclen und dabei Geld sparen Das Recycling von Holz, Steinen, Dachziegeln und Co. beruhigt nicht nur das ökologische Gewissen des Bauherrn und schmeichelt dem Auge, es schont auch seinen Geldbeutel. Ein schönes altes Türblatt aus Massivholz, das schon eine Geschichte zu erzählen hat, gibt es mit etwas Glück für unter 100 Euro zu kaufen. Ein von einem Tischler neu gefertigtes Stück würde ein Vielfaches davon kosten. Gefragte historische Bauteile und -stoffe, zum Beispiel alte Sprossenfenster oder Terrakottaplatten, können aber auch deutlich mehr kosten als neue. Bauherren, die dem Alten in ihrem Haus eine neue Chance geben wollen, sollten im Zweifel einen versierten Handwerker zurate ziehen, der prüft, ob ein historisches Bauteil seinen Preis wert ist – und ob es überhaupt die gewünschten Eigenschaften für das Einpassen in ein neues Bau-Umfeld mitbringt. Mit historischen Baumaterialien ausgestattete Räume erzählen immer eine Geschichte. Foto: MANOIR MARIE/BHW Bausparkasse Fündig werden Interessierte bei Fachanbietern, in Baustoffbörsen, Antiquitätenläden, auf Flohmärkten oder auf Internet-Auktionsplattformen. Historische Granit-Pflastersteine für die Garagenzufahrt gefällig? Kein Problem. 25 Tonnen davon gibt’s auf eBay für 2.875 Euro, selbst abzuholen im niederschlesischen Jawor etwa 90 Kilometer hinter der deutsch-polnischen Grenze – nur eines von unzähligen Angeboten im Internet-Auktionshaus. Wer präzise fragt, dem hilft der Verband gern Auf der Web-Präsenz des Unternehmerverbands Historische Baustoffe e. V. (UHB) kann man sogar ganz gezielt um Angebote für Materialien bitten. Sie suchen sechs Quadratmeter kleinformatige Bodenfliesen aus dem 19. Jahrhundert für ihren Badumbau, bevorzugt in dunklem Farbton? Einfach auf der Verbandswebsite eine möglichst präzise Beschreibung des Gesuchten in ein Formular eingeben – und schon bald könnte sich eines der etwa 150 UHB-Mitglieder mit einem entsprechenden Angebot bei Ihnen melden. weiter auf Seite 34 Alles aus einer Hand für private Bauherren wie für Unternehmen Bis zur schlüsselfertigen Übergabe eines Objektes arbeiten wir mit zuverlässigen Partnern aus der Region zusammen. Sanierung und Rekonstruktion von Gebäuden, Wohnungs-, Industrie- und Eigenheimneubau, das Sanieren denkmalgeschützter Bauwerke und damit das Bewahren von Erhaltenswertem gehören mit zum Leistungsangebot des renommierten Unternehmens. Viele attraktive und bekannte Gebäude in der Region und außerhalb, von exklusiven Fachwerkvillen bis hin zu Wohngebieten, sowie denkmalgerecht sanierte Objekte zählen zu den Referenzobjekten der Firma. über 60 Jahre & 3Generationen Erfahrung in der Bauzunft •Massivhäuser •Baureparatur •Außenanlagen •Tief- und Erdbau •Schlüsselfertiges Bauen •Innen- und Außenputz •Wärmedämmverbund-Systeme Freital GmbH &Co. KG Rabenauer Straße 15 ·01705 Freital Tel.: 0351 6491311 ·Fax: 0351 6413079 www.bauunternehmen-lange.de info@bauunternehmen-lange.de Bauen & Finanzieren | Ausgabe 2019 33

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