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Bauen & Finanzieren 2019

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PLANUNG Eine

PLANUNG Eine Elektroheizung, zum Beispiel eine Infrarotheizung, lohnt sich nur in Häusern, die einen geringen Energiebedarf haben, oder als Zusatzheizung in wenig benutzen Räumen. Foto: Viessmann Werke Warmwasser bereitstellen. Der Vorteil: Es braucht keinen Heizkessel oder Rohrleitungen. Denn statt einer zentralen Wärmeerzeugung wird diese dezentral an den benötigen Orten produziert. Kostensparend, aber energiehungrig: das Blockheizkraftwerk Wie eine Brennstoffzellenheizung erzeugt das Blockheizkraftwerk (BHKW) Wärme und Strom. Der Unterschied: Für die Wärmeerzeugung sorgt ein Brennstoff. Das BHKW besitzt dabei einen hohen Wirkungsgrad – durch die doppelte Nutzung des Energieträgers. Entscheidend ist der Verbrennungsmotor, der wie in einem Pkw aus Brennstoff mechanische Energie erzeugt. Diese treibt einen Generator an, der Strom erzeugt. Der Wirkungsgrad beträgt hier 90 Prozent – im Gegensatz zu den 40 Prozent, die konventionelle Stromproduzenten in Kraftwerken erreichen. Ob sich ein BHKW im Einfamilienhaus lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So sollte der erzeugte Strom selbst verwendet werden. Zwar kann der Strom auch in das örtliche Netz eingespeist werden, jedoch rechnet sich der Verkauf nicht. Einsparungen gibt es eher bei der Eigennutzung. Zudem sind die Anschaffungskosten hoch, deswegen sollte viel Strom produziert werden, um diese zu deckeln. Durch einen Stromspeicher wird es zum Beispiel rentabel. Ein weiterer Faktor ist, dass ein BHKW kontinuierlich Wärme produzieren sollte, um Strom zu erzeugen. Im Sommer ist das mitunter problematisch. Und für kalte Tage sollte ein zusätzlicher Spitzenlastkessel montiert werden, der für ausreichend Wärme im Haus sorgt. Wirtschaftlich ist das BHKW also nur, wenn vorher genau abgeschätzt wird, wie viel Wärme im Haus benötigt wird. Nicht zu empfehlen: die Verbindung mit einer Solarthermieanlage. Beide Heizungssysteme kommen sich in die Quere bei der Wärmeproduktion. Je nachdem, was für ein Haus geplant ist, gibt es verschiedene Arten des BHKW. Diese unterscheiden sich in der elektrischen Leistung und sind auf unterschiedliche Szenarien spezialisiert. Das Nano-BHKW lohnt sich schon in Einfamilienhäusern, um die Grundlast von Heizung und Warmwasser zu gewährleisten. Mikro-BHKWs sind ausgelegt auf Mehrfamilienhäuser und andere größere Gebäuden bis hin zu Produktionsstätten. Die Mini-BHKWs dienen der Versorgung eines größeren Energiebedarfs, zum Beispiel ganzer Siedlungen. Hier lohnt es sich, den Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen. Ein BHKW ist zudem flexibel beim Brennstoff. So kann Gas, Öl oder Holz verwendet werden. Abhängig von den Gegebenheiten vor Ort kann so der ideale Energieträger gewählt werden. Die Vorteile der einzelnen Brennstoffe sind schon an den jeweiligen Stellen der Heizungen erwähnt wurden, sodass hier nicht noch einmal darauf eingegangen wird. Zwar sind BHKW eher auf einen hohen Energiebedarf ausgelegt, der meist in Einfamilienhäusern nicht gegeben ist. Ob ein BHKW trotzdem sinnvoll ist, sollte vorher gemeinsam mit einem Energieberater durchdacht werden. Es kann sich lohnen. Umstritten, jedoch effizient: Elektroheizung Eine Elektroheizung zur Wärmeversorgung im Neubau? Zugegeben, der Gedanke ist etwas abwegig. Allerdings auch nicht so eindeutig, wie man meinen könnte. Hohe Betriebskosten und der Verbrauch fossiler Brennstoffe stehen niedrigen Anschaffungskosten und hoher Effizienz gegenüber. Eine Elektroheizung kann entweder Wärme für die Heizung oder als Durchlauferhitzer Zwar geht keine Energie in modernen Neubauten verloren, und damit arbeitet die Elektroheizung auf den ersten Blick umweltfreundlich und effizient. Schaut man sich jedoch die Zusammensetzung des Stromes an, sieht das schon anders aus. Dieser besteht zu mehr als 60 Prozent aus fossilen Brennstoffen oder Atomkraft. Oftmals besitzen diese nur einen Wirkungsgrad von 40 Prozent bei der Stromerzeugung – weniger als die Hälfte des Brennstoffs kann für die Elektroheizung verwendet werden. Zum Vergleich: Eine Gasbrennwertheizung in einem Haus, wie hier schon beschrieben, arbeitet mit einem Wirkungsgrad von 98 Prozent. Die Umweltbilanz lässt sich allerdings verbessern, wenn die Elektroheizung mit Fotovoltaik, mit Kraft-Wärme-Kopplung oder Ökostrom betrieben wird. Dafür braucht es noch zusätzlich einen Stromspeicher, um Unterschiede im Energiebedarf abzufedern. Wer sich für die Elektroheizung entscheidet, hat die Auswahl zwischen vier unterschiedlichen Systemen: die Elektrodirektheizung, die Nachtspeicherheizung, die elektrische Fußbodenheizung und die elektrische Warmwasserbereitung. Eine Elektrodirektheizung ist zum Beispiel ein Heizlüfter. Dieser erhitzt die Raumluft, sodass unmittelbar Wärme entsteht. Je nach Leistung erhitzt sich ein Raum so rasch. Das verursacht jedoch hohe Stromkosten. Infrarotheizungen erwärmen wiederum feste Körper mit großen Oberflächen mithilfe von Wärmestrahlung. Im Umkreis solcher Heizungen ist es warm. Diese Wärme verflüchtigt sich jedoch, sobald man weiter weg steht. Ein Vorteil ist, dass solche Infrarotheizungen organisch in die Wohnung eingebaut werden können – im Gegensatz zu Heizlüftern. Eine weitere Möglichkeit einer Direktheizung sind Elektroheizpatronen. Diese erhitzen ein Trägermedium relativ schnell. Sinnvoll ist dies in einem Bad als Zusatzheizung. Denn eine kurze Verweildauer in Baderäumen ist üblich. So kann der Raum schnell hochgeheizt und mit der Hauptheizung temperiert werden. Die Nachtspeicherheizung oder Elektrospeicherheizung produziert Wärme, die zunächst in einem integrierten Speicher gesammelt wird. Zum Beispiel lädt sie sich nachts auf, da der sogenannte Nachtstrom günstiger ist. Die so gespeicherte Wärme erhitzt später bei Bedarf wie bei einem Heizungslüfter die Raumluft direkt. Die Nachteile: Nicht jeder Stromanbieter hat den Nachtstrom im Angebot, und es wird ein eigener gebührenpflichtiger Stromzähler benötigt, der Tag- und Nachtstromverbrauch erfasst. 20 Bauen & Finanzieren | Ausgabe 2019

PLANUNG Die Elektro-Fußbodenheizung schafft ein wohliges Raumklima und ist einfacher als andere Warmwasser-Fußbodenheizungen zu verlegen, die schon beim Bau eingeplant werden müssen. Eine Elektroheizung mit den dünnen Matten kann direkt unter einem neuen Fußbodenbelag verlegt werden. Im Altbau lohnt sich das schon mal, im Neubau eher nicht. Denn der Dauerbetrieb ist teuer. Günstiger wäre zum Beispiel ein Gasbrennwertkessel verbunden mit einer Warmwasser-Fußbodenheizung. Ein Durchlauferhitzer als elektrische Warmwasseraufbereitung ist in der Nähe der Entnahmestelle angebracht. Einfach an einer Steckdose angeschlossen, erhitzt er das Wasser, sobald der Wasserhahn aufgedreht wird. Durch kurze Anbindeleitungen ist der Wärmeverlust gering. Bei höherer Leistung muss ein Lastabwurfrelais eingebaut werden, sonst kann es zu einem Brand kommen. Eine Alternative wäre ein Elektrokleinspeicher. Dieser erhitzt dauerhaft eine kleine Trinkmenge, häufig zwischen fünf und zehn Litern. Durch eine gute Dämmung verliert er nur wenig Wärmeenergie. Zudem benötigt er nicht so viel Leistung. Die große Lust amWohnen Zwar ist eine Elektroheizung günstig in der Anschaffung, jedoch verursacht sie häufig hohe Betriebskosten. Als alleinige Heizung ist sie gegenüber einer konventionellen nicht wirtschaftlich, als Zusatzheizung kann sie jedoch sinnvoll sein – zum Beispiel im Bad. Und immer dann, wenn selten benutzte Räume kurzzeitig erhitzt werden sollen. Förderungsmöglichkeiten für einzelne Heizsysteme beim Neubau Wer beim Neubau in eine energieeffiziente und moderne Heizung investiert, kann von unterschiedlichen bundesweiten Fördermöglichkeiten profitieren, die es zusätzlich zur üblichen Baufinanzierung gibt. Zum Beispiel gibt es Zuschüsse im Rahmen der Marktanreizprogramme „Erneuerbare Energien im Wärmemarkt“ und „Energieeffizienz“ für Solarthermie-Anlagen, Holzheizungen und Wärmepumpen (außer Luft-Luft-Wärmepumpen) durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Allerdings schwanken Förderrichtlinien, -bedingungen und -höhe, sodass ein Gang zum Energieberater sinnvoll ist. Für eine Heizung mit Brennwerttechnik vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Zuschüsse oder günstige Kredite in Form von Darlehen. Der Vorteil bei Zuschüssen: Sie müssen nicht zurückgezahlt werden. Außerdem fördert die KfW die Errichtung einer Fotovoltaikanlage oder die Anschaffung von Batteriespeichern. Wer zusätzlich den selbst erzeugten Strom in das Stromnetz einspeist, erhält die sogenannte Einspeisevergütung, festgeschrieben im „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ (EEG). Besonders hohe Förderungen durch die KfW und das BAFA gibt es für Brennstoffzellenheizungen. Anträge können online gestellt werden. Wichtig ist zu beachten: den Antrag, egal ob bei der KfW oder dem BAFA, vor dem Heizungseinbau stellen. Zudem verlangt die KfW im Speziellen einen Energieberater, der den gesamten Prozess von der Planung über die Antragsstellung bis hin zum Einbau begleitet. In der Regel fördert die KfW auch diesen. Weitere Informationen zu Fördermöglichkeiten gibt es online unter www.verbraucherzentrale.de, www.kfw.de und www.bafa.de. Zudem lohnt es, sich in seinem Bundesland nach Fördermöglichkeiten zu erkundigen. So fördert manchmal zum Beispiel der regionale Energieversorger die Heizungsmontage im Neubau. Oder das Bundesland besitzt eigene Förderprogramme, unabhängig von KfW und BAFA oder damit kombinierbar. (Martin Skurt) Villa Belavista · Erbaut 2008 in Dresden-Pillnitz Menschen haben Geschichten. Bauwerke auch. Unsere Landhäuser und Villen erzählen die Geschichte von traditioneller Architektur und ehrlicher Handwerkskunst. So entstehen moderne Klassiker – zum Festpreis. Zeitlos schön und wertbeständig. In harmonischer Vielfalt pflegen wir eine Baukultur, die gemacht ist zum Leben. Dafür geschaffen, Ihre Geschichte zu erzählen. Setzen Sie sich ein Denkmal. www.villa-belavista.de Villa Belavista GmbH & Co. KG Villa Meißner Belavista Straße 333 GmbH · D-01445 & Radebeul Co. KG Telefon: (03 51) 833 82 56 Meißner Straße 333 · D-01445 Radebeul Bauen & Finanzieren | Ausgabe 2019 21

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