Aufrufe
vor 5 Monaten

Bauen & Finanzieren 2019

  • Text
  • Zudem
  • Notar
  • Wasser
  • Planung
  • Immobilie
  • Bauherren
  • Dresden
  • Finanzieren
  • Haus
  • Bauen

PLANUNG Ein moderner

PLANUNG Ein moderner Ölbrennwertkessel läuft effizient – besonders mit einer Solarthermieanlage. Foto: Viessmann Werke Regenerativ und umweltschonend: die Solaranlage Strom und Wärme von der Sonne: Das macht die moderne Solaranlage möglich. So zapft diese für das eigene Hause eine fast unerschöpfliche Energiequelle an, um daraus Strom oder Wärme zu erzeugen. Für die Beheizung eines Hauses wird eine Solarthermie-Anlage benötigt, die schon bei der Wärmepumpe zur Sprache kam. Solarthermie findet in einer Sonnenanlage statt, die aus der Sonnenstrahlung Wärmeenergie erzeugt. Zum Beispiel für das Warmwasser oder zur Heizungsunterstützung. Da die Sonne nicht immer gleich stark scheint, bietet sich die Kombination von Solarthermie und einer herkömmlichen Heizungsart an – wie zum Beispiel einer Gasheizung oder einer Wärmepumpe. So verstärkt die Wärmepumpe die Wärmeenergie, die in den Umweltressourcen gespeichert ist. Das ermöglicht ein technischer Prozess, der anders als eine Verbrennung funktioniert. Die so aus der Umgebung gewonnene Wärme wird „angehoben“, sodass sie im Haus verwendet werden kann. Es gibt mit Gas und elektronisch betriebene Wärmepumpen in drei Varianten: die Luft-Luft-, die Sole-Wasser- und die Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Bis auf die erste Anlage sind alle genehmigungspflichtig. Die Luft-Luft-Wärmepumpe nutzt, wie der Name schon andeutet, die Umgebungsluft als Wärmelieferant. So saugt die Luft-Luft-Anlage die Umgebungsluft an und bläst sie aus. Zwar ist diese Form der Heizung am leichtesten zu errichten, sie kann jedoch bei kalter Luft im Winter sehr ineffizient sein. Denn die Vorrichtung zum Ansaugen/ Ausblasen muss immer frostfrei bleiben. Die zweite Variante der Wärmepumpe speist ihre Energie aus der Erde: die Sole-Wasser-Wärmepumpe. Das funktioniert zum einen durch Tiefbohrungen, zum anderen durch Flachkollektoren – je nachdem, wie die Gegebenheiten vor Ort sind. Bei beiden Varianten sind Rohrleitungen im Einsatz, in denen ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel, die sogenannte Sole, zirkuliert. Dieses entzieht der Erde Wärme, sodass das gesamte Haus beheizt werden kann. Der Vorteil: Durch die Erdwärme wird Wärme ganzjährig mit höheren Temperaturen im Vergleich zur Umgebungsluft gewonnen. Die Effizienz kann zusätzlich durch einen Eisspeicher erhöht werden. Die Grundwasser-Energie nutzbar machen, so funktioniert die dritte mögliche Anlage: eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Mittels zweier Brunnen erzeugt die Wärmepumpe Energie. Wichtig: Das Wasser muss in Fließrichtung entnommen und wieder zugeführt werden. Das gewährleistet, dass nicht schon genutztes und damit abgekühltes Wasser erneut der Wärmepumpe zugeführt wird. Ob jedoch eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe installiert werden kann, entscheidet die Wasserqualität. Denn bestimmte chemische Substanzen im Wasser beeinträchtigen die Funktion. Ist es aber möglich, dann bietet diese Variante eine konstante ganzjährige Energiequelle. Noch vorteilhafter ist eine Wärmepumpe in Verbindung mit einer Solarthermie-Anlage. Diese entlastet nicht nur die Wärmepumpe bei der Beheizung des Hauses, sondern kann in Verbindung mit einer Fotovoltaik-Anlage die Heizkosten senken. Denn die Wärmepumpe nutzt den regenerativen Strom der Solarzellen, der auch als regenerative Energiequelle für das Haus dient – je nach dem, wie groß die Fotovoltaik-Anlage ist. Um aus der Sonne Energie zu gewinnen, benötigt der Neubau sogenannte Kollektoren auf dem Dach – diese gibt es als Flach-, Röhren- oder Vakuum-Kollektoren. Die Funktionsweise: Die Kollektoren nehmen die Strahlung der Sonne auf und übertragen die Energie in die im Inneren befindliche Solarflüssigkeit. Diese ist verbunden: über ein Rohrnetz mit der gesamten Heizungsanlage. Durch eine intelligente Sicherheits- und Regelungstechnik sorgt eine Umwälzpumpe dafür, dass die Solarflüssigkeit zirkuliert und zum Speicher transportiert wird. Häufig wird Wärmeenergie benötigt, wenn die Sonne gerade nicht scheint. Deshalb muss die Wärme gespeichert werden – entweder in Form von Trinkwasser oder Heizungswasser. So gibt es zwei Anwendungsgebiete für die Solarthermie: die Warmwasserbereitung oder die Beheizung. Bei der ersteren Variante benötigt man nur eine kleine Solaranlage. Diese überträgt die Umweltenergie ausschließlich auf das Trinkwasser. Ein zusätzlicher Wärmelieferant sorgt dafür, dass stets genügend Warmwasser vorhanden ist. Die zweite Variante dient häufig nur der weiter auf Seite 18 Eine Wärmepumpe versorgt das ganze Haus mit der nötigen Wärme für Heizung und Warmwasser. Foto: Viessmann Werke 16 Bauen & Finanzieren | Ausgabe 2019

PLANUNG „Bevor das Kind in den Brunnen fällt“ Der Bausachverständige Norbert Kuderer rät Bauherren, sich rechtzeitig fachliche Hilfe zu holen EXPERTENTIPP Keiner macht alles richtig. Aber es geht ja auch darum, so viele Fehler wie möglich zu vermeiden. Ein anspruchsvolles Vorhaben, besonde r s beim Hausbau. Zum Glück gibt es Bausachverständige, welche ihr Wissen und Können Norbert Kuderer wie auch ihren Bausachverständiger Erfahrungsschatz weitergeben. Nobert Kuderer ist so einer. Er war viele Jahre technischer Leiter und technischer Geschäftsführer bei zwei großen Massivhausunternehmen. Jetzt beurteilt er als Sachverständiger Schäden an Gebäuden und die Energieeffi zienz von Gebäuden. Außerdem ist er als Baubetreuer tätig – und weiß, wie wichtig eine gute fachliche B egleitung von Anfang an ist. Angenommen, ich brauche einen Bausachverständigen – wann und warum rufe ich ihn an? Wer eine Immobilie erwerben möchte – egal, ob neu oder gebraucht – sollte sich fachlichen Rat holen. Auch wer ein Haus bauen möchte, braucht einen Fachmann an seiner Seite. Jede Hausfi rma und auch jeder private Verkäufer vertritt ihre bzw. seine eigenen Interessen. Ein unabhängiger Sachverständiger ist da eine gute Wahl. Er sollte von Anfang an mit dabei sein – noch bevor Verträge unterschrieben sind und irgendwelches Geld in die Hand genommen wird. Was macht der unabhängige S achverständige? Er sieht sich das Gebäude an, prüft den aktuellen Zustand, Fenster, Türen, Mauerwerk und a nderes. Er schaut sich die Heizungstechnik an und schätzt ein, mit welchen Zusatzkosten beziehungsweise Rückstellungen der Käufer in den nächsten Jahren rechnen muss. Auch bei einem neuen Haus? Wer ein Haus bauen möchte und noch nicht weiß, wo, mit wem und wann genau – dem wird ein objektiver Überblick von Markt und Anbietern sicher helfen. Der Bausachverständige schaut sich Baubeschreibungen an, prüft Angebote und begleitet den Bau schließlich von Anfang an. Das erfolgt in einzelnen Prüfabschnitten, beispielsweise bezüglich der Bewehrung in der Bodenplatte, bevor der Beton darübergegossen wird, oder beim Dachstuhl, bevor die Dachziegel draufkommen. Man muss unterscheiden zwischen Bauüberwachung, also der Bauleitung vor Ort, und der Baubetreuung, bei welcher ausschließlich die Qualität geprüft wird. Was genau wird da geprüft? Ob Normen, Gesetze und Richtlinien eingehalten worden sind. Der Bauherr selbst kann zwar erkennen, ob eine Wand schief oder gerade ist. Aber ob die Schlitztiefen für die Installation eingehalten wurden, ob die Fugenmaße stimmen und vieles andere – das sieht nur der Fachmann. Und da sich, auch durch die Europäisierung der Normen, ständig etwas verändert, gelten immer wieder neue Normen. Man braucht sich ja nur mal die Energieeinsparverordnung anzusehen. Jene, die seit Januar 2016 gilt? Genau die. Viele Jahre lang galt die Wärmeschutzverordnung. 2002 gab es dann die Energieeinsparverordnung, zwei Jahre später eine Art Reparaturnovelle dazu. 2007 kam die richtige Novelle, zwei Jahre später die nächste. Seit Mai 2014 gilt nun die im Herbst 2013 vom Bundesrat beschlossene Energieeinsparverordnung, die zum 1. Januar 2016 noch einmal Verschärfungen in den Anforderungen gebracht hat. Allein dieses Beispiel zeigt, wie schnelllebig die Zeit auch hinsichtlich der Richtlinien und Normen ist. Wer keinen Fachmann an seiner Seite hat, braucht ihn mitunter später, für ein Schadensgutachten. Wie häufi g ist das der Fall? Etwa 60 Prozent meiner Arbeit als Sachverständiger macht die Baubetreuung aus, 20 Prozent die Energieberatung, und weitere 20 Prozent sind Schadensgutachten. Das ist bei mir im Büro so, kann aber bei Kollegen ganz anders aussehen. Das ist von der jeweiligen Spezialisierung abhängig. Allerdings: Die letztgenannten 20 Prozent müssen nicht sein, wenn man von Anfang an einen Bausachverständigen bemüht – und nicht erst, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Was ist der häufi gste Schaden? Ganz klar: die Dränage. Die meisten Dränagen funktionieren oft nur deshalb, weil sie nie Wasser sehen. Wenn es dann wirklich mal darauf ankommt, ist der Schaden groß – und der Keller nass. Häufig sind auch Risse im Mauerwerk. Der Maurer sagt dann: Das sind Putzrisse. Der Putzer erklärt: Das sind Mauerwerksrisse. Der Fachmann muss herausfi nden, um welchen Riss es sich tatsächlich handelt und wer dafür die Verantwortung trägt. Übrigens: Mauerwerksrisse rühren oft daher, dass Lagefugen nicht vollflächig verschlossen und die Fugenbreiten bei Stoßfugen nicht eingehalten wurden. Der Bausachverständige erkennt das in einem speziellen Prüfabschnitt – ist er aber nicht dabei und der Putz erst einmal drauf, lässt es sich nur noch schwer rekonstruieren. Ganz oft werden wir auch zu Schäden gerufen, die von bodengleichen Duschen ausgehen. Dafür haben wir nun endlich seit Juli 2017 eine neue Norm. Leider ist diese aber vielen Handwerksbetrieben immer noch fremd. Wie das? Mangels Schulungen des Personals. Ich hatte das erst vor kurzem: Die Familie war gerade in ihr neues Haus eingezogen – und jetzt muss sie schon wieder ausziehen. Der Grund: Die Abflussrinne der bodengleichen Dusche war undicht, und das Wasser wanderte einmal quer durch das ganze Haus. Jetzt muss der Estrich rausgenommen und die Küche rückgebaut werden. Während alles trocknet – mit großer Lautstärke übrigens – wohnt die Familie woanders. Dieser Fall ist immer noch glimpflich ausgegangen. Schlimmer ist es, wenn die Firma mittlerweile in Insolvenz gegangen ist oder die Gewährleistung bereits abgelaufen ist. Zur Alten Poststraße 11, 01723 Kesselsdorf Telefon: 035204 393693 Funk: 0173 8743028 E-Mail: info@norbert-kuderer.de Internet: www.nobert-kuderer.de Bauen & Finanzieren | Ausgabe 2019 17

Sächsische Zeitung und Sächsische.de

Unsere Partner