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Azubi-Beilage | 10/2021

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18 AUSBILDUNG –LEHRE

18 AUSBILDUNG –LEHRE |BERUF |STUDIUM 19 AUSBILDUNG –LEHRE |BERUF |STUDIUM Vonder Küchengardine biszum Königsstuhl Werals Raumausstatter arbeitet, schenktMöbeln einneues Leben, sorgt für Sichtschutz undgestaltet dasWohnen vollkommenneu. Der Stuhl ist ein Erbstück der Urgroßmutter. Gemütlichsiehteraus,wenn auch etwasabgesessen. Vorsichtig werden zunächst die alten Ziernägel gelöst, das Füllmaterial und der Bezug entfernt. „So ein Polster kann auch schon mal 100 Jahre alt sein undwenn wir es restaurieren, kann es wieder Für GeschäftsführerinAntoniaSchwarzmeier ist Langlebigkeit und Nachhaltigkeit bei ihrerArbeitwichtig. so lange halten“, erläutert Antonia Schwarzmeier. Sie führt das gleichnamige Raumausstatter-Geschäft in Arnsdorf –inder fünften Generation. Beständigkeit und Kontinuität spielt sowohl in derFirmengeschichteder Schwarzmeiers als auch bei ihrem Handwerk selbst eine große Rolle. Seit 1886 gibt es den Betrieb, von August Schwarzmeier als Sattler und Tapeziermeister gegründet. Vor fünf Jahren hat Antonia Schwarzmeier die Firma von ihren Eltern Jürgen und Florentine übernommen. Sie selbst hat das Polstern bei der Handwerkervereinigung „Compagnons du Devoir“ in Frankreich gelernt, erfolgreich Innenarchitektur an derBurgGiebichenstein in Hallestudiert, dann noch den Betriebswirt sowie den Ausbildungsschein bei der Handwerkskammer Dresden gemacht. Bodenbeläge verlegen,Gardinen nähen, Wändetapezieren ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ HandwerklichesGeschickund Kraftsindbei der Arbeit alsRaumausstattergefragt. „Wer als Raumausstatter arbeiten will, muss nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch eine Portion Kraft mitbringen“, berichtet Antonia Schwarzmeier. Die Kreativität spielt erst mal eine untergeordnete Rolle. Neben dem klassischen Polstern von Möbeln gehören das Nähen von Bezügen und Gardinen, das Verlegen von Fußböden, das Montieren von Sichtund Sonnenschutz sowie das Tapezieren zu den Aufgaben eines Raumausstatters. Dafür müssen schon mal Sofas geschleppt oder Fußbodenrollen getragen werden. Auch das Polstern erfolgt ausschließlichmit der Hand, Schnürungen werden gemacht, Stoffe fest bezogen. „Unser Einsatzgebiet reicht von derfachgerechten Restauration königlicher Sitzmöbel bis zur Gardine inOmas Küche“, verdeutlicht Antonia Schwarzmeier. An erster Stelle steht dabei die Beratung der Kunden. „Das geschieht in der Regel vor Ort, wo wir das Aufmaß nehmen, dieLichtverhältnisse erfassen unddie Bemusterung durchführen, um dann am Ende ein entsprechend perfekt passendes, hochwertiges Ergebnis zu erzielen“, so die 35-Jährige. Das können maßgeschneiderte Vorhänge fürs Wohnzimmer, einneuer Bezug fürdie Küchenbank oder eine Design-Tapete für den Eingangsbereich sein. Als Innenarchitektin entwickelt Antonia Schwarzmeier zudem ganzheitliche Konzepte für Wohn- und Arbeitsräume von der Eigentumswohnung bis zur Zahnarztpraxis. Polsterer Jens Bartlitz beimRestaurieren vonPolstermöbeln, nur eine der vielseitigen Aufgaben eines Raumausstatters Fotos:Thomas Schlorke Nachhaltiges Arbeiten für gesundes Wohnenund die Umwelt „Ob Einzelleistung oder Großprojekt, nachhaltiges Arbeiten ist uns dabei wichtig. Das betrifft sowohl die Wohngesundheit als auch den Umweltschutz“, betont die Geschäftsführerin. Das zeigt sich zum einen im Erhalt von Möbelstücken, aber auch bei der Wahl der eingesetzten Materialien, die möglichst langlebig und schadstoffarm sein sollen. „Ökologische Produkte müssen längst nicht mehr langweilig aussehen. Viele denken da sicherlich noch immer an denbeigefarbenen, zerknitterten Leinenstoff“ f , sagt Antonia Schwarzmeier und lacht. Doch der hat mit der Realität wenig gemein. „Es gibt mittlerweile ein ganz breites Spektrum annatürlichen undumweltverträglichen Stoffen in modernem, zeitlosem Design.“ Nachhaltigkeit, Funktionalität und Design lässt sich dabei für die Arnsdorferin kaum voneinander trennen. „Das fängt bei Stoffen aus recyceltem Plastik oder besonders UV-beständigen Produkten an, geht über die Reparaturfreundlichkeit eines Produkts und reicht bis zur Vermeidung von Verpackungund Müll.“ In ihremBetrieb setzt Antonia Schwarzmeier zudem auf regionale Anbieter und europäische Produktion. „Der Umgang mit Ressourcenist unswichtig,wir versuchen, einen möglichst geringen CO 2 -Fußabdruck zu hinterlassen, sowohl bei der Anfertigung als auch bei der Verarbeitung sparsam mit Energie und Material umzugehen.“ Dazu gehören auch kleine Dinge wie das Wiederverwenden von Stoff- und Teppichresten, das Nutzen beider Seiten eines Stück Papiers oder aber regelmäßigProzesse zu überprüfen, um weiteres Verbesserungspotenzialaufzudecken. „Wir setzen außerdem nur geprüfte Teppichkleber ein und bieten alternativ eine kleberlose Teppich-Verspannung an“, berichtet Antonia Schwarzmeier. Ein weiterer Service der Arnsdorfer Firma ist auch die Reinigung von Teppichen, Textilien und Parkett mit Pfl egemittelnauf Pfl anzenbasis. Wissen und Werte an Jüngere weitergeben Doch die 35-Jährige bezieht das Thema Nachhaltigkeit nicht nur auf den Umweltschutz, sondern auch auf die Weitergabe vonWissen.„In unsererFamilie wird die Weisheit des Firmengründers weitergetragen, dass Lehrlinge die höchstverzinste Investition eines Unternehmers sind“, sagt Antonia Schwarzmeier. Nach diesem Motto wurden seit Bestehen des Betriebes zahlreiche Lehrlinge ausgebildet, darunter auch immer die eigenen Kinder, die dann die Firma wieder übernommen haben. Bei der Ausbildung der Gesellen spielen auch die langjährig erfahrenen Mitarbeiter der Firma eine große Rolle. Sie geben ihr Wissen undihreErfahrungweiter. Neben den klassischen Lehrinhalten versucht die Arnsdorferin aber noch etwas Anderes zu vermitteln. „Werte wie Offenheit, Respekt und Toleranz sind unserer gesamten Familie wichtig. Das leben wir auch imUmgang miteinander und das möchten wir weitergeben.“ Dazu gehört auch ein intensiver Austausch mit der Handwerkervereinigung „Compagnons du Devoir“,bei demRaumausstattergesellen aus Frankreich regelmäßig die Arnsdorfer Firma besuchen und Lehrlinge der Schwarzmeiers wiederum Erfahrungen in Frankreich sammeln können. „Wie bieten diesen Austausch an, um sich Inspirationen in anderen Kulturen und Ländern zuholen. Denn Aufgeschlossenheit und Fantasie sind für mich Grundvoraussetzungen einer erfolgreichen Gestaltung“, sagt Antonia Schwarzmeier. S. Rödel Als Raumausstatter lernt man, Bezügeund Gardinenzunähen,sowie NäherinNatalia Schwab. Mach kleine Dinge zum Größten fürDich. Wir bilden aus: Uhrmacher (m/w/d), Werkzeugmechaniker (m/w/d), Zerspanungsmechaniker (m/w/d), Fachinformatiker imFachbereich Systemintegration (m/w/d), Personaldienstleistungskaufmann (m/w/d), Kaufmann für Büromanagement (m/w/d) Ausbildung beiA.Lange &Söhne Mehr Informationen zu uns und unseren Ausbildungsberufen oder Messen, an denen wir teilnehmen, findest Du hier: https://www.alange-soehne.com/de/karriere/ausbildung

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